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Julia Karnick: "Ich glaube, der Fliesenleger ist tot!"

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Ein Tag vor dem Umzug: Ich bin mittags mit Katja im Haus verabredet, das ab morgen unser Haus sein wird. In unserer Wohnung, die ab morgen die alte Wohnung sein wird, sind die Umzugsleute gerade dabei, Kisten zu packen und den Möbelwagen zu beladen. Die Gebäudereiniger sind zu dritt da und reinigen das Haus, soweit dies möglich ist. Es ist so gut wie unmöglich, das Haus zu reinigen, weil Herr Jacobs und die Leute von Gebr. Nadler ebenfalls da sind. Herr Jacobs und ein Kollege schneiden Fliesen. Die Gebr.-Nadler-Leute sägen Rohre, irgendeiner ist dabei, die Heizkörper zu installieren. Überall fliegt Staub umher, überall liegt Werkzeug herum. Die Fliesenleger und die Installateure rennen aus dem Haus, um irgendetwas zu holen oder eine zu rauchen, wenn sie wieder reinkommen, schleppen sie jedes Mal einen halben Zentner Sand ins Haus. Zum Glück liegt noch überall auf dem Fußboden Malerflies. Katja ist auch da. Das erste Mal, seit ich sie kenne, sieht sie verstört aus. "Ich bin gerade gekommen", sagt Katja. "Ich bin total ausgeflippt, als ich Jacobs und die Leute von Gebr. Nadler hier gesehen habe. Die hatten mir versprochen, gestern fertig zu werden. Mann, habe die angeschrien, wir haben uns richtig heftig gestritten."

Der Obergebäudereiniger kommt zu mir und sagt, dass er und seine Leute jetzt gehen werden. Es lohne sich nicht, weiter sauber zu machen, solange die Handwerker noch im Haus seien. Ich solle mich nach dem Einzug melden, dann kämen sie noch einmal. "Heute werden die fertig, dafür sorge ich", sagt Katja. "Und wenn die die ganze Nacht hier schuften. Aber eine Sache noch, die ich dir zeigen muss, bitte nicht erschrecken, ist bestimmt nichts Dramatisches."

Es tropft aus der Lampe über dem Küchentresen.

Gekürzter Auszug aus "Ich glaube, der Fliesenleger ist tot!" Ein lustiges Baubuch, Blanvalet, 352 Seiten, 19,99 Euro.

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Über die Autorin

Julia Karnick, Jahrgang 1970, BRIGITTE-Kolumnistin, Ehefrau, Mutter und Bauherrin, wuchs in einem Genossenschaftsreihenhaus auf. Sie wäre bereitwillig Mieterin geblieben bis ans Ende ihrer Tage, wenn da nicht ihr Mann gewesen wäre. Nachdem das Paar ein Grundstück gekauft und eine Dreiecksbeziehung mit einer sehr jungen, attraktiven Architektin begonnen hatte, war Julia Karnick versucht, in ihrer Kolumne ständig übers Hausbauen zu schreiben. Weil das nicht ging, verfasste sie stattdessen ein ganzes Buch.

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  • Artikel vom 16.04.2012
    Der Text ist ein Auszug aus "Ich glaube, der Fliesenleger ist tot!" Ein lustiges Baubuch von Julia Karnick, Blanvalet, 352 Seiten, 19,99 Euro.
    Portraitfoto: Christina Körte
    Coverbild: blanvalet
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