Design-Tipp: Papier-Kunst aus Venedig

Zierliche Schalen, edle Hefte und kunstvolle Schmuckstücke: In einem winzigen Laden in Venedig entstehen kleine Kunstwerke aus handgeschöpftem Papier.

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Zelda Rocchi und Fernando Masone

Wer in den engen Gassen Venedigs im Stadtteil Santa Croce die schmale Cala Longa passiert, hält spätestens vor der Hausnummer 2125 inne. In den Auslagen des winzigen Lädchens Cartavenezia ist cremefarbenes handgeschöpftes Papier zu poetischen Stillleben arrangiert: innen vergoldete Schalen, Bücher mit rauem Schnitt, mit zierlichen Reliefs geschmückte Lesezeichen und kunstvolle Schmuckstücke. Das milde Licht zart bemalter Lampenschirme beleuchtet dieses hinreißende Papiertheater.

Cartavenezia ist Fernando Masones Reich. Carta heißt Papier auf Italienisch. Aber dies ist kein gewöhnliches Papier. Die Blätter scheinen eher zum Verfassen heißer Liebesschwüre geeignet denn als schnödes Fetzchen für Notizen. Man möchte es berühren, sanft mit dem Finger darüberfahren. Fernando kennt die verzaubernde Wirkung seiner Papiere und hat darum unübersehbar für die Besucher eine Kollektion schneeweißer "Respekthandschuhe" aufgehängt.

Zeldas Lieblingsmotiv sind <a class=Schuhe" />

1995 leitete Fernando an der Internationalen Schule für Grafik in Venedig einen Workshop für handgemachtes Papier. Dort traf er Zelda Rocchi. Die beiden bildeten viele Jahre eine kreative Gemeinschaft, die ihre Eigenheiten und Vorlieben in ihren Papierkunstwerken ausdrückte. Dass Fernando gelernter Keramiker ist, sieht man seinen Arbeiten an. Kunstvolle Reliefs prägen die Blätter. Traditionelles Papier ist ihm viel zu flach. Dies hier gleicht eher einem köstlichen Fladen, auf dessen Oberfläche sich elegante Paradiesvögel und leicht verhüllte Frauen tummeln. Zelda tuschte mit leichter Hand goldene Ranken und silberne Ornamente auf Lampen und Bücher und erfand unermüdlich neue Schmuckstücke. Obwohl inzwischen jeder seine eigenen Wege geht, hat Zeldas Kunst viele Spuren in Fernandos kleinem Laden hinterlassen. Ihr Lieblingsmotiv sind Schuhe. Auf der Kappe der Schläppchen glänzt bronzenes Blattwerk. Wie anmutig sie aussehen. An Halsketten und Ohringen rascheln Kugeln und kleine Skulpturen aus Papier. Die großen Hefte sind mit festem Baumwollfaden zusammengehalten. Öffnet man sie, steht leises Krachen im Raum.

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  • Text & Fotos: Inge Ahrens
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