Design
Recycling-Designpreis: Aus alt mach schick
Umweltschutz macht kreativ: Das beweisen die lässigen Stücke, die internationale Designer beim 5. Recycling-Designpreis eingereicht haben.
"Tête-à-tête" von Marina Eggen, Claudia Kappenberger et al. (Karlsruhe)
Die Bank "Tête-a-tête" fällt zur Mitte hin ab, so dass die Beisammensitzenden zwangsläufig zusammenrutschen. Gebaut wird das Annäherungsmöbel aus alten Pressspan-, Vollholz- Multiplex- und Leimholzbrettern.
Tipp: Das "Best-of" des 5. Recycling-Designpreises ist in einer Wanderausstellung in den vier Stilwerk-Designcentern zu sehen: 20. Juni bis 28. Juli 2012 stilwerk Berlin, 6. August bis 2. September 2012 stilwerk Düsseldorf, 17. September bis 7. Oktober 2012 stilwerk Wien, 15. Oktober bis 4. November stilwerk Hamburg. Weitere Infos unter www.recyclingdesignpreis.org
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Stuhl aus Altpapier von Peter Mahlknecht (Brixen)
Verrühren statt zum Container schleppen: Man nehme zwei Kilo Altpapier, 50 Gramm Tapetenkleister, Farbpigmente, Wasser und vermenge das Ganze mit einem Haushaltsmixer zu Pappmaché. Die Gussform für den Stuhl, in dem die Masse zwei Wochen trocknen muss, kann man ausleihen.
"Beute": Lichtobjekte von Michael Wollke (Köln)
Beute machen mit Wellpappe: Michael Wollke sammelt Verpackungsmaterial aus Wellkarton und formt daraus Lampen.
"Outsiders": Kuscheltiere von Samuel Coendet und Lea Gerber (Zürich)
Gewaschen, auf links gedreht und wieder zusammengenäht: So hauchen Samuel Coendet und Lea Gerber alten Plüschtieren neues Leben ein. Das Züricher Designduo holte damit den ersten Preis.
"AT/traktor" von Andrea Kessler & Bernhard Faiss (Wien)
Die Wiener Designer Andrea Kessler und Bernhard Faiss haben aus aufgepumpten Traktorschläuchen, Sicherheitsgurten, Garten- und Feuerwehrschläuchen federnde Sitzgelegenheiten gemacht.
Sitzhocker "Pouf Pouf" von Maren Schmitz und Lana Niestegge (Münster)
Nicht nur der Begriff ist sperrig: Kunststoffumreifungsbänder. Die lassen sich aufgrund ihrer Widerspenstigkeit nur schwer in der Mülltonne bändigen. Aus dem abweisenden Material haben Maren Schmitz und Lana Niestegge Sitzmöbel gemacht, die diesem Eindruck entgegenwirken. "Die dem Material innewohnende Spannung wirkt im gewickelten Zustand angenehm federnd", schreiben die beiden Designerinnen aus Münster. Die Beine wurden aus Besenstielen gesägt.
Schreibwerkzeuge aus Baustahl von Axel Huhold (Oldenburg)
Aus übrig gebliebenem Baustahl formt Axel Huhold Kugelschreiber und Bleistifte, die nicht nur gut aussehen, sondern auch gut in der Hand liegen.
"After Gravity's Rainbow" von Silke Koch (Berlin)
Silke Koch hat mit 70er-Jahre-Salzstreuern, Aschenbechern, Teewärmern und Vasen der Utopie des Weltraums nachgespürt. Daraus entstand eine Serie raketenförmiger Objekte, die den dritten Platz beim Recyling-Designpreis ergatterten. Zusammen mit ...
"Verwebe deinen Lieblingsfilm": Papierkorb von Waltraud Münzhuber (München)
... dem Papierkorb aus bespielten Video- und Tonbändern, den sich Waltraud Münzhuber ausgedacht hat. Im digitalen Zeitalter dürfte mehr als genug Material für diese smarten Papierkörbe anfallen.
"Duck" von Simon Gandler (Kremsmünster)
Aus einer leeren Sektflasche und ein paar Tropfen UV-Kleber ist dieser Kerzenhalter entstanden. "Ganz und gar nicht ge-duck-t, viel mehr kerzengerade, ragt die, die es zu halten gilt, empor", sagt der Designer. Und ganz nebenbei schrumpft die lästige Altglasammlung im Keller.
"Fusion": Rollkoffer von Anna Bormann (Berlin)
Muss man wirklich Trolleys aus Kunstfaser kaufen, um gut durch die Welt zu kommen? Nein, weiß Anna Bormann, nimmt einen alten Pappkoffer von Oma und schraubt Rollen und Griffe dran. Die auf dem Foto abgebildeten Griffe und Räder stammen von einem Rasenmäher und einem Kinderroller, die nicht mehr funktionstüchtig waren.
"Die Seilschaft": Liege-, Sitz- und Verstaumöbel von Angelika Heß (Rosenheim)
Aus ausrangierten Kletterseilen und Entwässerungsrohren hat Angelika Heß ein vielseitiges Möbel gestaltet: Zum Sitzen, Liegen und Dinge verstauen. In den aus Seilen gestrickten Schlauch werden Rohre gesteckt, das Möbel lässt sich flexibel arrangieren.
DIN 1317: Gartenbank von Felix Kaiser und Dirk Wember (Münster)
Bei einer Autobahnfahrt fiel Felix Kaiser und Dirk Wember auf, dass noch gut aussehende Leitplanken ausgetauscht wurden. Ihre Recherche ergab, dass dies aus Sicherheitsgründen notwendig war. Als Bank führen sie nun ein prämiertes Leben: "DIN 1317" aus Leitplanke und Einwegpaletten hat den zweiten Preis beim 5. Recycling-Designpreis gewonnen.
Tipp: Das "Best-of" des 5. Recycling-Designpreises ist in einer Wanderausstellung in den vier Stilwerk-Designcentern zu sehen: 20. Juni bis 28. Juli 2012 stilwerk Berlin, 6. August bis 2. September 2012 stilwerk Düsseldorf, 17. September bis 7. Oktober 2012 stilwerk Wien, 15. Oktober bis 4. November stilwerk Hamburg. Weitere Infos unter www.recyclingdesignpreis.org
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