News aus Medizin und Forschung

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News Medizin: Neue Tests entscheiden über Chemotherapie nach Brustkrebs

Nach einer Brustkrebs-Operation bekommen viele Frauen zusätzlich eine Chemotherapie - in etlichen Fällen auch, wenn der Tumor ganz entfernt worden ist und die Lymphknoten nicht befallen sind. Damit sollen Krebszellen, die sich vielleicht im Körper ausgebreitet haben, bekämpft und Rückfälle verhindert werden. Das Problem dabei: Die Ärzte konnten bisher schlecht vorhersagen, welche Frauen durch diese "adjuvante" Chemotherapie vor der Wiederkehr des Krebses bewahrt werden und welche auch ohne diese Behandlung geheilt worden wären. Vor allem die Größe des Tumors, sein Wachstumsverhalten, vorhandene Hormonrezeptoren und das Alter der Patientin halfen den Medizinern, das Risiko einzuschätzen.

Das kann jetzt anders werden. Neuerdings gibt es Tests, die den Tumor mithilfe von Gen- und Enzymbestimmungen treffsicherer charakterisieren. So lässt sich das Rückfallrisiko genauer bestimmen. Und Ärzte können besser entscheiden, ob eine Chemotherapie wirklich nötig ist.

Einige dieser Tests sind schon auf dem Markt, von den Krankenkassen wird bisher aber kein einziger bezahlt. Noch müssen große Studien zeigen, dass im Endeffekt durch den Einsatz des neuen Tests auch weniger Frauen an Brustkrebs sterben. Patientinnen, die sich trotzdem dafür interessieren, sollten ihren Arzt - am besten schon vor der Tumoroperation - darauf ansprechen.

Ziemlich genau prognostiziert ein Test, mit dem 70 verschiedene Gene im entnommenen Brustkrebsgewebe bestimmt werden (MammaPrint), das Rückfallrisiko. Er hat jedoch zwei gravierende Nachteile: Er ist sehr teuer (rund 2500 Euro) und kann nur an frischem, nicht fixiertem Tumorgewebe durchgeführt werden. Häufig wird der Tumor jedoch gleich während der OP für die pathologische Untersuchung in eine Fixierlösung gelegt. Betroffene Frauen sollten deshalb möglichst schon vor dem Eingriff mit der Klinik absprechen, dass das Tumorgewebe nicht sofort fixiert, sondern erst tiefgefroren wird.

Auch an fixiertem Gewebe kann ein neuerer Gentest (Oncotype DX) durchgeführt werden. Er wird aber bisher vor allem in den USA und im Rahmen von Studien angeboten und ist genauso teuer wie der MammaPrint-Test.

Häufiger verwendet wird in Deutschland schon der Femtelle- Test. Er bestimmt keine Gene, sondern spezielle Eiweißstoffe (uPA und PAI-1) im Brustgewebe, die charakteristisch für das Rückfallrisiko sind. Eine Studie hat gezeigt, dass von den Frauen, die nach herkömmlichen Kriterien ein mittleres Rückfallrisiko hatten, mithilfe des Tests mehr als die Hälfte in eine Gruppe mit niedrigerem Risiko eingeordnet werden konnte - und so von Chemotherapie verschont wurde. Auch bei diesem Test, der knapp 200 Euro kostet, darf das Tumorgewebe nicht fixiert sein.

Mehr Informationen unter www.brigitte-woman.de/brustkrebs

News Medizin: Starke Muskeln schützen vor Schmerzen bei Arthrose

Von Verschleiß sind vor allem die Kniegelenke betroffen. Schätzungsweise jede siebte Frau zwischen 45 und 54 Jahren leidet dort an Arthrose, bei den 55- bis 64-Jährigen ist es schon jede fünfte. Gut trainierte Beinmuskeln, heißt es, sollen das Kniegelenk schützen. Amerikanische Forscher der Universität Iowa um Dr. Neil Segal wollten das genauer wissen. Sie maßen bei 2700 Personen zwischen 50 und 79 Jahren die Kraft des großen Streckmuskels an der Vorderseite des Oberschenkels (Quadrizeps). Nach 30 Monaten überprüften sie bei Teilnehmern ohne Arthrose die Abnutzung in den Knien. Außerdem verfolgten sie bei allen Teilnehmern, ob in diesem Zeitraum Schmerzen oder Steifheit der Gelenke zunahmen. Das Ergebnis: Anders als erwartet hatte die Stärke der Oberschenkelmuskulatur keinen Einfluss auf den eigentlichen Gelenkverschleiß. Diejenigen mit einem kräftigeren Quadrizeps hatten jedoch auch bei Arthrose weniger Beschwerden. Bei Frauen war der Effekt besonders groß: Das Risiko, unter Schmerzen zu leiden, halbierte sich, wenn die Muskulatur besonders ausgeprägt war. Um sie zu stärken, empfiehlt Rehabilitationsmediziner Neil Segal Kniebeugen, aber nur korrekt ausgeführte. Gut geeignet sind folgende drei Übungen:

1. Langsam mit geradem Rücken von einem Stuhl aufstehen und sich wieder hinsetzen - möglichst ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen.

2. Aufstehen wie vorher, aber beim Hinsetzen die Sitzfläche des Stuhls nur leicht berühren, ohne sich tatsächlich zu setzen.

3. Sich mit dem Rücken an die Wand gelehnt auf einen imaginären Stuhl setzen und die Position so lange wie möglich halten. Natürlich gibt es auch andere Wege, die betreffenden Beinmuskeln zu trainieren. Entscheidend ist, so Segal: "Die Menschen müssen etwas finden, was sie gern und kontinuierlich tun."

News Medizin: Darmspiegelung nur noch virtuell?

Sie gilt nicht gerade als angenehme Untersuchung. Viele Menschen drücken sich deshalb vor der Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie), obwohl sie ab dem 56. Lebensjahr von den Krankenkassen im Rahmen der Darmkrebsvorsorge im Abstand von zehn Jahren bezahlt wird. Verlockend erscheint daher ein neues Hightech-Verfahren: die "virtuelle Koloskopie" oder CT-Kolonografie. Dabei macht ein Computertomograf (CT) von außen digitale Schnittbilder vom Inneren des Darms.

Ist dies also die sanftere Methode? "Unter gar keinen Umständen", sagt Professor Jens Riemann, Gastroenterologe aus Ludwigshafen und Vorsitzender der Gastro-Liga e.V. "Wegen der Strahlenbelastung ist die CT-Kolonografie als reine Vorsorgeuntersuchung absolut nicht zulässig." Er warnt, solche Angebote wahrzunehmen. "Auch wenn das Verfahren gute Ergebnisse liefert, rechtfertigt es nicht die damit verbundene Strahlenbelastung. Leider unterschätzen viele Ärzte die Strahlendosis einer CT." Zudem werden die Kosten dafür - rund 800 Euro - nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen.

Die klassische Darmspiegelung hat darüber hinaus einen wesentlichen Vorteil: Werden während der Untersuchung Polypen entdeckt, die schon als Krebsvorstufe gelten können, können sie sofort entfernt werden. "Für den Eingriff, der rund 20 Minuten dauert", so Riemann, "erhalten die Patienten eine Kurznarkose. Deshalb spüren sie überhaupt nichts davon." Und die gründliche Darmreinigung bleibt auch bei der CT nicht erspart. Für beide Methoden müssen drei bis fünf Liter einer abführend wirkenden Flüssigkeit getrunken werden. Zur virtuellen Koloskopie raten Experten wie Professor Riemann nur in Einzelfällen: "Es gibt Menschen, bei denen man keine klassische Darmspiegelung machen kann, z. B. wegen entzündlicher Verengungen im Darm oder Verwachsungen nach einer Gebärmutterentfernung. Hier bietet diese Methode wirklich eine gute Alternative."

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