Neue Fernsehserien, die Sie noch nie gesehen haben

Einige der besten Serien finden leider nie ihren Weg ins deutsche Fernsehen. Wir stellen diese neue Fernsehserien vor und verraten, wie sie zu sehen sind.

"Being Erica"

In der ersten Viertelstunde wirkt das kanadische Fantasy-Drama „Being Erica“ wie eine 08/15-Serie über eine Frau auf der Suche nach sich selbst. Dann jedoch trifft Erica Strange auf Dr. Tom: Der mysteriöse Therapeut schickt sie rund 15 Jahre in die Vergangenheit, wo sie sich der ersten auf einer langen Liste ihrer Verfehlungen stellen muss. „Being Erica“ gelingt der Spagat zwischen Zeitreisen und konservativem Drama, hat erfrischende komödiantische Momente und obendrein glänzende Musik aus den Achtzigern und Neunzigern. In einer der besten Szenen rezitiert Erica auf einer Reise zu Unitagen statt eines eigenen Gedichts kurzerhand den Text des noch unbekannten Britney-Spears-Songs „...Baby One More Time“. „Being Erica“ hat es bislang noch nicht nach Deutschland geschafft, ist jedoch – in gut verständlichem kanadischem Englisch – als günstiger Import zu haben.

"Damages"

Eine Frau, die blutverschmiert und verstört durch die Gegend irrt und schließlich in einem Verhörraum der Polizei landet; dann ein Schnitt und dieselbe Frau sechs Monate zuvor. So beginnt die hochspannende US-Serie „Damages". Mit derartigen Perspektivwechseln geht es weiter. Die Handlung um Ellen Parsons, Junganwältin bei einer der renommiertesten Kanzleien, und ihre skrupellose Chefin Patty Hewes (Glenn Close, die für diese Rolle einen Golden Globe bekam) ist so komplex, dass es manchmal sogar zweimaliges Hinschauen braucht. Beim deutschen Publikum fiel die anspruchsvolle Serie vergangenes Jahr durch: Die erste Staffel wurde nicht einmal zu Ende gezeigt, ist aber immerhin als DVD-Box oder bei iTunes erhältlich.

"Friday Night Lights"

Normaler Kleinstadt-Alltag statt auf Hochglanz polierter amerikanischer Traum: „Friday Night Lights“ ist mit Abstand eine der besten US-Drama-Serien des letzten Jahrzehnts. Worum es geht: In Dillon, Texas tritt Eric Taylor seinen Dienst als Trainer der Panthers an, dem heiß geliebten örtlichen Football-Team. „FNL“ mag sich um eine Highschool-Mannschaft drehen, ist aber weit entfernt von einer Teenie-Serie und nimmt selbst den größten Sportmuffel schnell gefangen. Das liegt nicht zuletzt am mehrfach ausgezeichneten Team und den filmischen Details. Wirken unruhige Kameraführung, spärliche Beleuchtung und Nahaufnahmen anfangs noch gewöhnungsbedürftig, verleihen sie Serie und Charakteren bald eine besondere Authentizität. Auch ohne den texanischen Dialekt geht in der synchronisierten Fassung kaum etwas vom Charme der Figuren verloren. In Deutschland ist die zweite Staffel derzeit auf dem Pay-TV-Kanal TNT Serie zu sehen. Wer mit der ersten Staffel anfangen will, kann sie als DVD-Import oder bei iTunes kaufen.

"Mistresses"

Mit emotionaler Tiefe widmet sich das britische „Mistresses“ den Leben und Lügen von vier Freundinnen in ihren Dreißigern. In allen Geschichten geht es um Betrug, Ehebruch, Lügen, falsche oder enttäuschte Gefühle. Von der ersten Folge an ist diese Serie – halb Drama, halb Thriller – fesselnd, nicht zuletzt dank des herausragenden und zudem attraktiven Ensembles. Im WDR lief im Sommer die erste Staffel. Wer die Serie derzeit schauen will, hat nur mit einem englischsprachigen DVD-Import aus Großbritannien eine Chance.

"True Blood"

Viele nennen die US-Drama-Serie „True Blood“ plakativ eine Art „Twilight“ für Erwachsene, weil sie wie der Kinohit auf einer erfolgreichen Romanreihe basiert und von der komplizierten Liebschaft einer Sterblichen (Oscar-Preisträgerin Anna Paquin) zu einem Vampir handelt. Doch „True Blood“ ist viel mehr: spannend bis blutrünstig - und dabei einfallsreich, denn die Welt weiß über Vampire Bescheid, und statt Menschen gibt es künstliches Blut zum Mittag. Am besten wirkt die Serie, deren zweite Staffel im Februar beim Pay-TV-Sender 13th Street anläuft, im Original: Der Südstaaten-Akzent verleiht den Figuren noch mehr Profil. Staffel eins ist derzeit beispielsweise günstig bei Amazon UK erhältlich.

"Packed to the Rafters"

Ganz schön bodenständig ist hingegen das australische Format „Packed to the Rafters“. Wenn man die Handlung hört, möchte man es beinahe langweilig nennen: Es geht um das Leben der chaotischen Rafter-Familie, das in einer sehr gelungenen Balance aus Humor und nachvollziehbarem Familiendrama gezeigt wird. Australischen Kritikern war das bereits mehrere Preise wert, darunter drei Logie Awards, das Pendant zum US-Emmy. Die erste englischsprachige Staffel lässt sich aus Australien bestellen, zum Beispiel über den dStore, oder auch über eBay.

"Californication"

Als Schauspieler David Duchovny, bekannt aus „Akte X“, 2008 verkündete, eine Therapie wegen Sexabhängigkeit anzufangen, klang es wie ein platter Werbegag zum Deutschlandstart von „Californication“. In der Dramedy-Serie, also eine Mischung aus Drama und Comdey, schläft er sich als Lebemann Hank Moody durch die Betten L.A.s. Hierzulande floppte die Serie. Dabei lohnt sich das Einschalten: Erfolgsautor Moody schwankt zwischen Lotterleben und Familie, Tochter Becca und seiner Ex Karen. Zwischen buchstäblich Sex, Drugs und Rock’n’Roll blitzt immer auch etwas Moralisches durch, und das leicht schrullige Trio macht süchtig nach mehr. Die erste Staffel „Californication“ ist schon für kleines Geld beispielsweise über Amazon zu haben und wird im Januar noch mal auf dem deutschen Pay-TV-Sender AXN zu sehen sein. RTL2 zeigt zudem ab 2010 die auch sehr unterhaltsame zweite Staffel.

Wo Sie am besten Serien schauen können

Britische oder US-amerikanische Sender stellen Serienfolgen nach der Ausstrahlung online schnell zur Verfügung - den hiesigen Zuschauer bringt das leider wenig. Die meisten ausländischen Inhalte, sofern sie nicht bereits für Deutschland lizenziert wurden, bleiben verwehrt – ganz gleich, ob die Zuschauer bereit sind, dafür zu zahlen oder nicht. Selbst wem es mehrere Dollar wert wäre, eine einzige US-Episode beim amerikanischen iTunes zu schauen, der müsste leider nicht legale Tricks anwenden, um überhaupt Zugriff zu bekommen. Und alle weiteren Möglichkeiten vom Download bis zum sogenannten Streaming, also das Live-Anschauen von Inhalten im Internet, sind ebenfalls strafbar. Nicht umsonst ist die DVD-Box inzwischen ein Statussymbol für Serienfans, oftmals ist sie die einzige Alternative.

Doch dank des Wechselkurses und guter Angebote sind derzeit vor allem Importe aus Großbritannien sehr empfehlenswert, allerdings muss man auf deutsche Untertitel verzichten. Sie sollten beim Kauf darauf achten, mit welchem sogenannten Regionalcode die DVDs versehen sind und ob Ihr DVD-Player oder Ihr Computer in der Lage sind, die Silberlinge trotz dieser regionalen Beschränkung abzuspielen. Manchen modernen Geräten machen die Codierungen jedoch keine Schwierigkeiten mehr. Vor dem Kauf lohnt sich jedoch sicherheitshalber ein Blick zum Beispiel auf iTunes.

Serien, die bereits mit Erfolg im deutschen Fernsehen laufen oder gelaufen sind, können Sie problemlos sehen. Auf RTL Now beispielsweise können Sie Episoden aus der „CSI“-Reihe und anderen Serien der RTL-Gruppe für etwa 1,50 Euro pro Folge anschauen. Die aktuellste gibt es bis zur jeweils nächsten umsonst. Serien wie „Desperate Housewives“ oder den Dauerbrenner „Emergency Room“ finden Sie auf der Pay-per-View-Plattform Maxdome , auf der Sendungen von ProSieben, Sat.1, kabeleins und deren angeschlossenen Pay-TV-Kanäle wahlweise auf Deutsch oder im Originalton zu sehen sind. Dafür, dass man hier die heruntergeladenen Folgen jedoch nur 24 Stunden leiht, sie also nach dieser Zeit nicht mehr anschauen kann, sind selbst die kleinen Preise recht happig. Zudem hat das Angebot auf diesen Plattformen derzeit noch zahlreiche Lücken, und Serien, die auf bezahlpflichtigen Spartensendern wie 13th Street oder TNT Serie laufen, lassen sich noch gar nicht online gucken.

Text: Carolin Neumann

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