#DMW- Finanzvorstand Ute Blindert: "Wenn du dein Netzwerk brauchst, dann muss es da sein!"

Ute Blindert ist Finanzvorstand bei den Digital Media Women, einem Netzwerk, das sich für mehr Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen einsetzt.

Im nächsten Jahr geht die BRIGITTE Academy auf Tour - in Zusammenarbeit mit den Digital Media Women finden Netzwerkveranstaltungen in ganz Deutschland statt. Wir haben im Vorfeld mit Ute Blindert über ihre Arbeit als Finanzvorstand bei den #DMW gesprochen: 

BRIGITTE Academy: Wer sind die Digital Media Women und welches Ziel verfolgen sie? 

Ute Blindert: Die Digital Media Women arbeiten für mehr Sichtbarkeit von Frauen auf allen Bühnen - ob Konferenzen, Fachmedien oder Management Board. Ziel ist, dass Frauen in der sich digitalisierenden Wirtschaft gleichberechtigt teilhaben und sichtbar Einfluss nehmen: offen, respektiert und wegweisend. Dafür engagieren sich über 120 Frauen in ganz ehrenamtlich und stecken viel Energie, Herzblut und Engagement in die Arbeit für mehr Chancengleichheit von Frauen. Treffen kann man uns in acht Städten, u.a. in Hamburg, Berlin, München, Köln, Stuttgart und Karlsruhe sowie in Schleswig-Holstein und im Rhein-Main-Gebiet. Wir veranstalten Events vor Ort - so zum Beispiel die Reihe "#nahdran am Digitalen Wandel" in München oder den #DMWcheck der Parteien zur Bundestagswahl. Außerdem bringen wir uns bei der Politik, der Wirtschaft und auch im Kulturrat mit ein.  

Warum ist es für Frauen so wichtig sich zu vernetzen? 

Wir halten es für wichtig, dass Frauen sich vernetzen, um sich gemeinsam für mehr Gleichberechtigung einzusetzen. Denn gemeinsam können wir eine ganze Menge verändern und zum Beispiel für eine größere Anzahl von Kandidatinnen für Aufsichtsräte sorgen, den Anteil von Speakerinnen auf Konferenzen erhöhen oder Antworten auf die Fragen unserer Zeit von der Politik einfordern. Es ist also für Frauen insgesamt wichtig, um einfach größere Wirkung zu entfalten. Aber auch für jede einzelne halte ich ein persönliches für extrem wichtig. Mein Motto dazu lautet immer: "Wenn du dein Netzwerk brauchst, muss es da sein!"

Gab es eine Phase in Deinem (Job-)Leben, in der Du eine Richtungsänderung vorgenommen hast?

Oh ja, die gab es. Nach meinem Studium war ich sieben Jahre lang eine durchaus zufriedene Angestellte in einem mittelständischen Unternehmen. Als ich dann mit meinem zweiten Sohn schwanger wurde, passierte mir etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Ich verlor meinen Job! Heute sage ich: Es war das Beste, was mir passieren konnte! Ich fasste nämlich den Mut, mich endlich mit meiner Geschäftsidee selbständig zu machen und Unternehmerin zu werden - was übrigens mit Minibaby keine schlechte Wahl ist, weil man sich die Zeit ja (fast) vollkommen frei einteilen kann. Trotzdem war es für mich ein Riesenschritt, denn ich stehe sozusagen in der Nachfolge einer "Beamtendynastie" und da liegt Sicherheitsdenken in den Genen. 

Welche Impulse waren für Dich besonders wichtig? 

Als ich mich entschlossen hatte, den (vermeintlich) sicheren Pfad zu verlassen, fand ich es überraschend einfach, sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Ich habe bei einem Businessplan-Wettbewerb mitgemacht, was ziemlich enge Termine für die Weiterentwicklung der Geschäftsidee setzte. Gleichzeitig konnte ich mit mit anderen Gründern austauschen und wurde von erfahrenen Unternehmern gecoacht. Ich habe mir auch später immer wieder Sparringpartner an meine Seite geholt, um Ideen zu prüfen oder gemeinsam weiterzuentwickeln. 

Als mein Sohn etwas größer war und mein Unternehmen gut aufgestellt, wollte ich mich zusätzlich ehrenamtlich engagieren und bin dabei auf die Digital Media Women getroffen. Die Arbeit in einer so großen, virtuell und zeitlich versetzt arbeitenden Organisation ist wahnsinnig herausfordernd und gleichzeitig so inspirierend - eine wunderbare Bereicherung in meinem Leben! Daher bringe ich mich dort seit mehreren Jahren als Finanzvorstand und vorher als Quartiersleiterin in ein. 

Gab es Phasen des Zweifels oder Rückschläge? Was hat Dir in diesen Momenten besonders weitergeholfen?

Phasen des Zweifels oder Rückschläge? Bei mir doch nicht! (lacht)
Nein, im Ernst, natürlich gibt es die, ob als Unternehmerin oder als Angestellte... In den heftigen Phasen hat mir mein Netzwerk immer geholfen. Relativ früh zu Beginn meiner Zeit als Unternehmerin wurde ich von der Finanzkrise 2008/2009 voll erwischt: 80 Prozent meiner Kunden stornierten oder buchten fest zugesagte Aufträge nicht. Ich musste mir also sehr schnell überlegen, wie es weitergehen konnte. Also entwickelte ich eine neue Idee, war mir aber unsicher, ob ich meinen neuen Ansatz wagen sollte. Hier half mir meine Mentorin aus meinem Unternehmerinnennetzwerk sehr weiter. Da ich gemerkt hatte, dass ich als Beamtenkind mehr Austausch mit unternehmerisch denkenden Menschen brauchte, hatte ich mir nach dem ersten Jahr Selbständigkeit ein Mentoring-Programm für Unternehmerinnen gesucht: Bei TWIN steht eine erfahrene Unternehmerin einer jungen Unternehmerin zur Seite - so kam ich zu meiner Mentorin und gab später mein Wissen an andere Unternehmerinnen weiter. 
Später habe ich mir dann sehr bewusst ein Frauen-Netzwerk gesucht, dass die digitale Sichtbarkeit von Frauen unterstützt, und dabei bin ich zwangsläufig auf die Digital Media Women e.V. gestoßen, die sich für die Gleichberechtigung von Frauen in der sich digitalisierenden Wirtschaft einsetzen. 

Was war der ermutigendste Satz in Deinem (Job)-Leben und warum möchtest Du ihn weitergeben? // Gibt es ein Motto von Dir?

"Wenn du dein Netzwerk brauchst, dann muss es da sein!" - das ist für mich als überzeugte Netzwerkerin ein Herzensmotto.
Ich gebe mir außerdem immer ein Jahresmotto. Für das Jahr 2017 war es das "Jahr des Lernens" und zum Endes des Jahres "Schnell & schmutzig"! Oder cooler auf englisch gesagt: "Quick & dirty!" Das hatte den Hintergrund, dass ich vieles immer perfekt machen möchte - und da das nie gelingt, dann auch nie fertig werde. Also habe ich mich mit diesem Motto im November getraut, einfach mal etwas zu wagen, ohne dass es zu 100 Prozent perfekt war - nämlich meinen ersten Online-Kurs!

Wenn ich etwas weitergeben sollte, dass ist es der Gedanke, dass wir alle mehr Unternehmerinnen sein sollten! Das heißt nicht, dass jetzt jede Frau selbständig sein muss. Ich finde es aber wichtig, sich vor großen Entscheidungen Gedanken zu machen: Was bedeutet das für mich? Welche Chance liegt darin, aber auch welches Risiko? Kann ich damit auf eigenen Füßen stehen? Denn in dieser Zeit des Wandels gibt es eine, auf die du dich immer verlassen kannst: Dich selbst!

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