3 Tipps für erfüllendes Netzwerken, auch für Introvertierte

Katja Thiede ist Gründerin des ersten Coworking Space mit integrierter Kinderbetreuung in Berlin - hier starten wir unsere BRIGITTE Academy Meet-Up Tour!

In Zusammenarbeit mit den Digital Media Women starten wir am 22. Februar 2018 unsere BRIGITTE Academy Meet-Up Tour in Berlin (Hier gibt es Tickets). Dort sind wir zu Gast im juggleHUB, dem ersten Coworking Space mit integrierter Kinderbetreuung. Zum Auftakt der Netzwerkveranstaltungsreihe hat uns juggleHUB Gründerin Katja Thiede ihre 3 Top Tipps zum Netzwerken verraten:

Einer der stärksten Treiber hinter meiner Selbstständigkeit und der Gründung meines eigenen Unternehmens war der Wunsch, ich selbst sein zu dürfen. Im Unternehmen hatte ich oft das Gefühl, eine Rolle spielen zu müssen - eine, die mir so gar nicht auf den Leib geschneidert war.

Ich bin ein typischer „Intro“, habe also viele introvertierte Persönlichkeitsanteile. Ich bin weder schüchtern, noch habe ich Angst vor Menschen. Im Gegenteil - ich liebe es, neue Leute zu treffen und zu hören, was sie bewegt, von ihnen zu lernen und mich inspirieren zu lassen. Aber es kostet mich viel Energie. Nach Phasen der Interaktion brauche ich Phasen des Rückzugs, in denen ich auftanken und verarbeiten kann. Dann geht es mir gut und die Ideen fangen an zu sprudeln.

Diese Wesenszüge zu verstehen und anzunehmen habe ich erst mit der Selbstständigkeit gelernt. Vorher dachte ich oft, ich wäre einfach zu schüchtern, zu unsicher oder nicht gemacht fürs Netzwerken. Wo immer es ging, drückte ich mich vor geschäftlichen Veranstaltungen. Als Silvia und ich schließlich unseren Businessplan für den juggleHUB schrieben, war schnell klar: Sie ist die Netzwerkerin, ich bleibe gern in der zweiten Reihe.

Dann starteten wir den juggleHUB und alles veränderte sich. Ich sog die Begegnungen mit Menschen, ihre Geschichten und Erfahrungen auf wie ein Schwamm. Ich ging auf unzählige Veranstaltungen, verabredete mich mit Menschen, die ich nicht kannte, über deren Arbeit ich aber mehr erfahren wollte, gab Interviews und wagte den Schritt auf die Bühne. Raus aus der zweiten Reihe und damit raus aus der Komfortzone. Immer wieder - bis heute. Aber eben auf meine Art und mit den nötigen Erholungsphasen zwischendurch.

Die Erfahrung der vergangenen eineinhalb Jahre seit Gründung haben mir gezeigt, dass jeder rausgehen und netzwerken kann. Dass es „die Netzwerkerin“ nicht gibt, und auch kein richtiges oder falsches Netzwerken. Dass es wichtig ist, seine eigenen Wesenszüge anzunehmen und sich freizumachen von vermeintlichen Erwartungen anderer. Meine ganz persönlichen 3 Tipps fürs Netzwerken:

1. Klasse statt Masse
Steckt Eure Ziele für eine Netzwerkveranstaltung nicht so hoch. Ich hatte viele Veranstaltungen, auf denen ich „nur“ eine Person kennengelernt habe, einen guten Kontakt. Und in 90 Prozent der Fälle hat mir dieser weitere Türen geöffnet. Gleichzeitig ist dieser eine Kontakt so etwas wie meine Messlatte geworden, wenn ich auf Veranstaltungen gehe. Meine Mini-Challenge. Ich gehe nicht nach Hause, bevor ich nicht mit mindestens einer Person gesprochen habe. Das spornt mich an, überfordert mich aber auch nicht.

2. Vorbereitet sein
Gerade wenn Ihr Euch schwertut, andere Leute aktiv anzusprechen, kann ein bisschen Vorbereitung hilfreich sein. Wenn Ihr eine bestimmte Person kennenlernen wollt, von der Ihr wisst, dass sie auf der Veranstaltung sein wird, schickt vorab eine E-Mail und bittet um ein Treffen. Dann ist die erste Hürde vor Ort schon genommen.

3. Erwarte das Unerwartete
Im juggleHUB steht Community Management an erster Stelle. Das heißt, wir bringen Menschen miteinander in Kontakt, gestalten Formate und Räume, die den Austausch fördern. Und das aus der Überzeugung heraus, dass die Vielfalt an Perspektiven entscheidend für erfolgreiches Unternehmertum ist. Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Gründungsphasen können dabei unterschiedlich wichtig oder relevant füreinander sein. Das ist völlig in Ordnung. Plötzlich erinnere ich mich an ein Gespräch vor einem Jahr mit jemandem, von dem ich damals dachte, wir hätten keinerlei Schnittstellen. Jede Begegnung ist wichtig und bringt Euch weiter.

Und: Natürlich ist es leichter, mit anderen über etwas zu sprechen, von dessen Sinn man überzeugt ist. Um diesen in der eigenen Arbeit zu finden, müsst Ihr nicht zwangsläufig gründen. Auch die Arbeit für ein Unternehmen, das nicht euer eigenes ist, kann Fähigkeiten in Euch wecken, die Ihr vielleicht noch gar nicht kanntet. Oder die Ihr zugunsten von vermeintlichen Erwartungen zurückgehalten habt. Ich habe nichts gegen Rollen, wenn sie für Verantwortlichkeiten und Aufgaben stehen. Wenn Ihr Spaß daran habt, sie auszufüllen, statt sie spielen zu müssen. Dann verliert auch das Netzwerken seinen Schrecken - und wird selbst für “Intros“ wie mich zur Leidenschaft.

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