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Aktives Zuhören 5 Tipps für bessere Gespräche

Aktives Zuhören: Zwei Frauen führen ein Gespräch
© fizkes / Shutterstock
Im Job oder im Freundeskreis – wer aktives Zuhören beherrscht, gewinnt schneller Vertrauen und Sympathie. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Aktives Zuhören: Was in Gesprächen oft fehlt

Zuhören – das muss jeder von uns täglich. Was kann dabei schon schiefgehen? Laut Wissenschaftlern einiges! Ohne es zu wissen, begehen wir täglich den ein oder anderen Fauxpas, der Gespräche erschwert. Da wir uns eher darum kümmern, wie wir etwas sagen und nicht wie wir zuhören, machen wir uns über diesen Bereich der Kommunikation oft keine Gedanken. Deshalb merken wir erst viel zu spät, wenn überhaupt, wenn wir nicht richtig zugehört haben.

Folgende Fehler hat jeder von uns schon mal beim Zuhören gemacht:

  • Den Sprechenden unterbrechen. Dies stört den Gesprächs-Flow.
  • Nicht richtig auf das Gesagte eingehen und nur die eigene Meinung vertreten. Das wirkt ich-bezogen und unsympathisch.
  • Den Körper abwenden. Das signalisiert unterbewusst Desinteresse.
  • Auf eine Erzählung mit einer eigenen Erzählung zum Thema kontern ("Kenne ich, bei mir war das so…"). Dies wirkt ego-fixiert und empathielos, da wir lieber von uns sprechen, als sich mit dem zu beschäftigen, was wir gerade gehört haben.
  • Sich ablenken lassen. Unser fehlender Fokus auf das Gespräch transportiert Gleichgültigkeit.
  • Beim Zuhören am Handy herumtippen. Auch das signalisiert dem Gegenüber, dass seine Worte für dich nicht wirklich wichtig sind.

Damit uns diese Fehler nicht mehr passieren, sollten wir aktives Zuhören üben. Diese Art des Zuhörens fördert die Bindung zwischen beiden Gesprächspartnern und lässt dich sympathisch und charismatisch wirken. Und wer möchte nicht noch ein paar Bonuspunkte in Sachen Ausstrahlung sammeln!

Aktives Zuhören: Was ist das genau?

Kommen wir zuerst zur Begriffserklärung. Aktives Zuhören meint, dass du ganz bewusst am Gespräch teilnimmst. Im Gegensatz zum passiven Zuhören lässt du die gehörte Info nicht nur auf dich einprasseln, ohne eine Regung zu zeigen. Du reagierst auf das Gehörte – mit Gestik, Mimik und Worten. So fühlt sich die Person, die dir gerade etwas erzählt, wirklich gesehen, gehört und verstanden. Und das wirkt sich positiv auf eure Beziehung aus – sei es partnerschaftlich oder berufsmäßig.

Aktives Zuhören: So einfach geht‘s

Gute Nachrichten: Aktives Zuhören kannst du schnell und einfach umsetzen. Es erfordert allerdings etwas Selbstdisziplin, um die Tipps in jedem Gespräch durchzuziehen. Aber: Je öfter du aktiv zuhörst, desto automatischer laufen die dazugehörigen Verhaltensweisen ab. Dann wird aktives Zuhören dein Standardverhalten bei Gesprächen jeder Art, ohne dass du dich groß bemühen musst.

Halte dich an folgende sechs Tipps, um aktives Zuhören verinnerlichen zu können.

1. Reflektiere Gefühle

Einen Zugang zu anderen finden wir vor allem dann, wenn wir Empathie zeigen. Deshalb solltest du im Gespräch zeigen, dass du die Emotionen des Gegenübers verstanden hast. Das kannst du ganz einfach wörtlich machen, zum Beispiel: "Du fühlst dich jetzt bestimmt genervt." Oder: "Das macht dich bestimmt wütend, oder?" Du gibst deinem Gegenüber dadurch außerdem die Chance, über seine Gefühle zu sprechen. Dadurch fühlt sich die Person sofort wertgeschätzt.

2. Umschreibe das Gesagte

"Meinst du damit, dass du erwartet hättest, dass sie von sich aus auf dich zukommt?" Gibst du das Gehörte kurz mit deinen Worten wieder, demonstrierst du dadurch echtes Interesse. Du signalisierst, dass du die Situation wirklich in der Tiefe verstehen möchtest. Dadurch kannst du auch Missverständnisse aus der Welt räumen und ermöglichst deinem Gesprächspartner oder -partnerin, ihre Erzählung auszuführen und zu vertiefen. Dadurch öffnet sich dein Gegenüber leichter.

3. Nutze nonverbale Kommunikation

Wusstest du, dass unsere Kommunikation zu etwa 80 Prozent nonverbal abläuft? Das bedeutet, dass die gesprochenen Worte gar nicht so relevant sind. Wichtiger ist unser nonverbales Verhalten – also Gestik, Mimik oder auch der Tonfall. Achte beim Zuhören dadurch unbedingt darauf, dass du deine Anteilnahme und dein Interesse ausdrückst. Nicke, wenn du etwas verstanden hast. Zeige deine Gefühle durch eine ausdrucksstarke Mimik (zum Beispiel Stirn runzeln, wenn dich etwas überrascht). Und zeige auch durch deine Körperhaltung Interesse: verzichte auf verschränkte Arme, die Abweisung vermitteln und wende dich deinem Gegenüber mit dem ganzen Körper zu.

4. Halte dich zuerst mit eigenen Stories zurück

Bevor du deine Geschichten auspackst und deine Meinung preisgibst, solltest du zuerst alle drei Schritte zuvor ausgeführt haben. Gib deinem Gesprächspartner oder -partnerin zuerst das Gefühl, dass er oder sie gehört und verstanden wurde. Anschließend kannst du deine Ansichten oder Erfahrungen teilen. So wirkt dein Input gesprächsbereichernd und nicht einnehmend.

5. Fokussiere dich

Lieber ein kurzes, intensives Gespräch, als ein halbherziges langes! Am Tag ist viel zu tun und manchmal möchten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Für ein gutes Gespräch braucht es aber deinen Fokus – und deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Sonst driften wir mit den Gedanken ab und lassen uns von Dingen ablenken, die um uns herum passieren.

6. Schließe das Gespräch richtig ab

An das Ende eines Gesprächs erinnert man sich fast immer. Achte deshalb darauf, wie du die Unterhaltung beendest. Die Freundin plötzlich abwimmeln, weil der Bus kommt oder der Kollegin ein knappes "Wir sehen uns dann ja morgen" hinwerfen wirkt nicht so sympathisch. Eventuell bereut dein Gegenüber dann die gesamte Unterhaltung. Zeige stattdessen Wertschätzung, indem du dich für das Gespräch bedankst. "Schön, dass wir das besprochen haben" oder "Danke, dass du mir davon erzählt hast" fühlt sich doch gleich viel besser an!

Probiere es doch einfach mal aus – wende bei der nächsten Unterhaltung aktives Zuhören an und sieh, wie sich das Gespräch entwickelt! Hier erfährst du außerdem, wie du achtsam kommunizieren kannst. Das Sender-Empfänger-Modell hilft dir außerdem dabei, Kommunikation noch besser zu verstehen.

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Verwendete Quellen: forbes.com, indeed.com, positivepsychology.com


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