"Ein Mann ist keine Altersvorsorge"

"Ein Mann ist keine Altersvorsorge", sagt Finanzexpertin Helma Sick.

BRIGITTE Academy hat mit BRIGITTE-Finanzkolumnistin Helma Sick über Finanzberatung von Frauen gesprochen. Sie wird im September in Berlin einen Vortrag halten.

BRIGITTE Academy: Warum sind Sie Finanzberaterin geworden?
Was hat Sie dazu bewogen?

Helma Sick: Durch meine frühere Tätigkeit im Frauenhaus München habe ich gesehen, wie wichtig es für Frauen ist, finanziell nicht von einem Mann abhängig  zu sein.

Und ich wollte mich unbedingt selbständig machen. Interessant fand ich, dass sich zu der Zeit – 1986/1987 – mehrere Frauen in verschiedenen Städten Deutschlands mit „Finanzberatung für Frauen“ selbständig machten. Da lag also ein Thema  in der Luft.  Ich gründete meine Firma „frau & geld Helma Sick, Finanzdienstleistungen für Frauen“ und wurde Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „FinanzFachFrauen – bundesweit seit 1988“.

Was hat Sie in Ihrem Jobleben besonders vorangebracht?
Ausdauer, Zielstrebigkeit und eine klare Vorstellung davon, was ich erreichen will.

Und die Bereitschaft, Aufgaben abzugeben, das Unternehmens gemeinsam mit meiner Nichte Renate Fritz  zu führen.

Gab es eine Phase in Ihrem (Job-)Leben, in der Sie eine Richtungsänderung vorgenommen haben?
Ja. Seit zwei Jahren mache ich keine Beratungen mehr in unserem Unternehmen. Ich bin zwar weiterhin in der Geschäftsführung tätig, widme mich sonst aber ganz der Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen, Artikeln, Interviews zu dem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“, das ich zusammen mit der früheren Bundesfamilienministerin Renate Schmidt geschrieben habe. Ich mache also in großem Stil Aufklärung!

Das war nur möglich, weil meine Nichte Renate Fritz 2008 als Junior-Chefin und Mit-Inhaberin in das Unternehmen einstieg.

Welche Impulse waren für Sie besonders wichtig?
Das große Interesse von Frauen an unserer Dienstleistung hat uns beflügelt, uns immer weiter zu entwickeln. Und natürlich das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden. Manche Familien sind schon in der dritten Generation bei uns. Das bestätigt uns in unserer Arbeit.

Gab es Phasen des Zweifels oder Rückschläge? Was hat Ihnen in diesen Momenten besonders weitergeholfen?
Die große Finanzkrise 2008/2009 führte zu großer Ängstlichkeit und Zurückhaltung vieler Frauen beim Geldanlegen. Die Krise erfasste also auch uns. Das legte sich aber schnell, weil viele Frauen Vertrauen zu uns hatten und unsere Professionalität und Seriosität gerade in diesen unruhigen Zeiten schätzten.

Was war der ermutigendste Satz in Ihrem (Job)-Leben und warum möchten Sie den weitergeben? // Gibt es ein Motto von Ihnen?
Die Frau muss ökonomisch unabhängig sein, um es körperlich und geistig zu sein, damit sie nicht mehr von der Gnade und dem Wohlwollen des anderen Geschlechts abhängig ist“.                       

August Bebel, Mitbegründer der Sozialdemokratie, 1879

Das war zu dieser Zeit revolutionär. Nicht einmal heute, im 21. Jahrhundert haben ja alle Frauen und Männer die Einsicht, wie wichtig es ist, finanziell unabhängig zu sein.

Was erwartet die Besucher des BRIGITTE Academy Job-Symposiums in Ihrem Vortrag?
Ich will mit diesem Vortrag Frauen wach rütteln und ihnen aufzeigen, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit ist bzw. welche Folgen es haben kann, wenn Frauen abhängig sind von einem Partner/einer Partnerin.

 

 

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