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Extrinsische Motivation Deshalb fehlt dir oft der Antrieb

Extrinsische Motivation: Frau sitzt am Schreibtisch.
© Dean Drobot / Shutterstock
Warum ziehen wir Vorhaben oft nicht durch? Eventuell sind die Motive das Problem. Warum dich eine extrinsische Motivation scheitern lässt, liest du hier.

Motivation ist nicht gleich Motivation

Steigere deine Motivation! Überwinde dein Motivationstief! So etwas lesen wir heutzutage immer häufiger. Was bei solchen Themen aber oft nicht beleuchtet wird, ist die Art der Motivation. Tatsächlich gibt es zwei verschiedene Motivationsarten, die sehr unterschiedliche Wirkung auf uns haben können. Wissenschaftler unterscheiden zwischen der sogenannten intrinsischen (inneren) und der extrinsischen (äußeren) Motivation. 

Spoiler: Nur eine dieser Arten wird dich wirklich ans Ziel bringen. Die andere führt mit großer Wahrscheinlichkeit zur Resignation und damit auch zum Scheitern. Deshalb lohnt es sich, den Unterschied zwischen beiden Typen zu kennen und die eigene Motivation hinter verschiedenen Vorhaben einmal ganz kritisch zu hinterfragen.

Extrinsische Motivation: Was bedeutet das genau?

"Extrinsisch" ist ein anderes Wort für "extern", also "außerhalb". Der Begriff "Extrinsische Motivation" meint, dass wir nicht aus eigenem Antrieb handeln, sondern uns von äußeren Faktoren lenken lassen. Zum Beispiel:

  • Die Erwartungen der Eltern oder der Familie
  • Gesellschaftliche Schönheitsideale
  • Gesellschaftliche Rollenvorstellungen
  • Erwartungen unseres sozialen Umfeldes (Freunde, Kollegen…)
  • Berufliche Anforderungen

Man könnte die extrinsische Motivation also als äußere Beweggründe bezeichnen, die uns zum Handeln anregen. Es sind nicht unsere eigenen Motive, sondern die Motive von anderen oder vom Kollektiv. Schon als Kind haben wir diese äußere Motivation kennengelernt – Eltern und Erzieher haben uns vorgegeben, was wir lernen sollen. Im Erwachsenenalter streben wir allerdings stärker nach der intrinsischen, inneren Motivation, die viel mit Selbstverwirklichung zu tun hat. Fehlt diese, fällt es schwer, Motivation langfristig zu halten.

Besonders deutlich wird das Prinzip der extrinsischen Motivation, wenn wir dazu zwei ganz konkrete Beispiele ansehen – vielleicht kommen dir diese Situationen sogar bekannt vor.

Beispiel 1: Die Erwartungen der Eltern oder der Familie

Stell dir vor, du lebst in einer Familie, in der alle Akademiker sind. Dann bist du wahrscheinlich mit dem Gedanken aufgewachsen, dass eine akademische Laufbahn die Norm ist und damit angestrebt werden sollte. Daher entscheidest du dich zu studieren – obwohl du eigentlich eher Lust auf eine Ausbildung mit einem praktischem Schwerpunkt hättest. Halbherzig werden einige Semester durchgezogen, bis das Studium dann doch noch abgebrochen wird. Grund ist nicht eine fehlende Selbstdisziplin, sondern die falsche Motivation: der Drang zu studieren war extrinsisch geprägt und kam nicht von dir selbst. 

Beispiel 2: Gesellschaftliche Schönheitsideale fördern die extrinsische Motivation

Wer kennt es nicht: der Blick in den Spiegel macht dich nur bedingt glücklich. Gerne würdest du ein paar Dinge an dir ändern und hast vielleicht sogar eine bestimmte Wunsch-Kleidergröße im Hinterkopf. Und wenn die nur erreicht werden könnte, dann wäre alles besser (sagt zumindest der innere Kritiker).

Du beginnst mit dem Sport und einer strengen Diät – nach kurzer Zeit fehlt dann aber die Lust, der Antrieb und statt Gemüse-Sticks gibt’s wieder Fritten. Eine ganz typische Situation: Wir haben uns von dem Modelwahn blenden lassen und eifern einem vorgegebenen Schönheitsidealnach. In diesem Beispiel kommt der Wunsch nach körperlicher Betätigung nicht wirklich von sich selbst, sondern ist ein Resultat der gesellschaftlich bestimmten Schönheitsideale. Diese extrinsische Motivation ist aber leider nicht stark genug, um Ziele wirklich bis zum Schluss durchzuziehen. Daher bleibt das Sportprogramm doch noch auf der Strecke.

Extrinsische Motivation: Die Nachteile und Unterschiede

Die äußere extrinsische Motivation ist für unsere Zielumsetzung häufig nicht besonders förderlich. Wir gelangen früher oder später an den Punkt, an dem wir uns nicht mehr motiviert fühlen. Das passiert dir bei der inneren, intrinsischen Motivation nicht: schließlich kommt sie allein von dir selbst und entspricht deinen inneren Werten und Wünschen.

Typische für die extrinisische Motivation sind folgende Kennzeichen:

  • Die Anregung zum Vorhaben kommt von außen.
  • Du fühlst einen gewissen Druck, das Vorhaben erreichen zu müssen.
  • Nach kurzer Zeit begeistern dich deine Ziele nicht mehr (falls sie es je getan haben).
  • Dein Tatendrang lässt schnell nach.
  • Der Spaß bei der Tätigkeit fehlt.
  • Du schiebst Aufgaben, die mit dem Ziel zu tun haben, auf (hallo, Aufschieberitis!).
  • Teilziele erfüllen dich nicht wirklich.
  • Du bist auf den Support, die Begeisterung oder den Tatendrang von anderen angewiesen, um deine Ziele zu erreichen (z.B.: ohne Laufgruppe kannst du dich nicht zum Laufen motivieren).
  • Ein Zyklus aus Abbruch und erneutem Neuanfang wiederholt sich.

Anders ist die intrinsische Motivation, die du an diesen Merkmalen erkennst:

  • Die Anregung zum Vorhaben kommt von dir.
  • Du fühlst eine große Leidenschaft bezüglich deiner Ziele.
  • Du hast Spaß an der Tätigkeit an sich und fühlst du danach erfüllt.
  • Was andere über dein Vorhaben denken, ist für dich nicht so wichtig.
  • Dein Tatendrang bleibt recht konstant (jeder hat natürlich mal einen schlechten Tag).
  • Teilzeile steigern deine Motivation.
  • Du brauchst nicht zwingend den Support von anderen, um dich für dein Vorhaben zu motivieren.
  • Du arbeitest konstant an deinen Zielen, ohne dass du daran erinnert werden musst.

So wandelst du extrinsische Motivation um

Intrinsische oder extrinsische Motivation – manchmal ist die Abgrenzung schwierig. Vielleicht bist du beeinflusst vom äußeren Schönheitsideal, hast aber gleichzeitig auch selbst den intrinsischen Wunsch nach mehr Gesundheit und Fitness. Dann treffen beide Motivationsarten aufeinander.

In so einer Situation ist es besonders wichtig, sehr viel Wert auf die eigene innere intrinsische Motivation zu legen. So verlierst du nicht den Spaß an der Sache und hältst länger durch. Denk also nicht an die scheinbar perfekte Kleidergröße (die es sowieso nicht gibt). Ist dein Ziel Gesundheit, kannst du dich zum Beispiel darüber freuen, dass du bald den sechsten Stock hochgehen kannst, ohne aus der Puste zu kommen. 

Manchmal wirst du dich vielleicht auch dafür entscheiden, halbherzige Ziele aufzugeben, weil sie eigentlich nicht deinen inneren Wünschen entsprechen. Die Unterscheidung zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation wird dich in Zukunft auf jeden Fall dabei unterstützen, zu erkennen, was dir wirklich wichtig ist. Das hilft dir auch dabei zu verstehen, warum wir bei manchen Vorhaben einfach nicht vorankommen. Du musst nichts tun, was dich nicht wirklich begeistert – egal, wer oder was es dir vorgibt!

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Verwendete Quellen: healthline.com, verywellmind.com


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