Fondssparplan - deshalb ist er so wichtig

Geldanlage und Berufsunfähigkeit, Immobilien und Scheidung: BRIGITTE-Finanzexpertin Helma Sick beantwortet Fragen aus ihrer Praxis.

Tagesgeld, Festgeld ...

... was ist da eigentlich der Unterschied?

Während das Geld auf dem Tagesgeldkonto jederzeit verfügbar ist, hat ein Festgeldkonto eine feste Laufzeit. Sie können Ihr Geld für vier Wochen, drei Monate oder ein halbes Jahr oder länger dort parken, wenn Sie in absehbarer Zeit beispielsweise eine größere Anschaffung planen oder einen Kredit tilgen möchten. Über das Geld können Sie während der vereinbarten Laufzeit nicht verfügen. Die Laufzeit des Festgeldes sollte also gut zu Ihren Zielen passen. Die Zinsen sind während der vereinbarten Laufzeit fest. Gebühren kosten weder Tagesgeld noch Festgeld.

Mir gehört doch die Hälfte der Wohnung, oder?

Vor zehn Jahren haben mein Mann und ich eine Eigentumswohnung gekauft, die vermietet ist. Jetzt steht vielleicht eine Trennung an. Ich arbeite wegen unseres Kindes nur in Teilzeit und verdiene nicht viel. Aber mir gehört doch auf jeden Fall die Hälfte der Eigentumswohnung, oder?

Wenn die Wohnung während der Ehe angeschafft wurde, steht sie in vollem Umfang im Endvermögen und taucht im Anfangsvermögen nicht auf. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der volle Wert der Wohnung im Wege des Zugewinnausgleichs auszugleichen ist. Hier kommt es darauf an, was der Ehemann mit in die Ehe gebracht hat. Hatte er ein Anfangsvermögen von null, so ist tatsächlich der volle (Netto-)Wert der Wohnung Zugewinn. Hatte er anfangs schon Eigenkapital, das später in die Wohnung geflossen ist, oder sind Schenkungen der Eltern hierfür verwendet worden, sind diese Beträge abzuziehen. Wurde im Lauf der Ehe ein Kredit für die Wohnung abbezahlt, so stellt dies einen Zugewinn dar. Rechnerisch ist es für die Ehefrau aber egal, ob der Ehemann Geld gespart und auf der Bank liegen hat, ob er es angelegt hat, oder ob er mit dem Geld eine Wohnung gekauft und einen Kredit abbezahlt hat. Der reine Kauf der Wohnung an sich ist daher für den Zugewinn neutral. Denn ohne den Kauf der Wohnung wäre im Endvermögen das Geld vorhanden, das der Ehemann in die Wohnung investiert hat. Was sich aber in jedem Fall auswirkt, ist die Wertsteigerung der Immobilie.

"Tresor-Anleihe" – ist das nun ein ETF?

Mir wurde von mehreren Seiten empfohlen, in einen ETF zu investieren. Ich habe mir nun von meiner Bank ein Angebot dazu geholt. Bei meiner Internetrecherche habe ich herausgefunden, dass es sich bei dem Angebot um eine "Tresor-Anleihe bezogen auf den Euro Stoxx 50" handelt. Ist das jetzt ein ETF oder nicht?

Bei der Ihnen angebotenen Anlage handelt es sich nicht um einen Indexfonds (ETF), sondern um ein Zertifikat, ein sogenanntes strukturiertes Finanzprodukt. Zertifikate werden von Banken emittiert und vorwiegend an Privatkunden verkauft. Im Gegensatz zu einer Anleihe gewährt ein Zertifikat keine feste Verzinsung, sondern die Teilhabe am Erfolg oder Misserfolg (eines Börsengeschäfts). Im vorliegenden Fall an der Entwicklung des Basiswerts Euro Stoxx 50. Das Wort "Tresor" spricht dafür, dass es sich um eine Anlage mit Kapitalschutz handelt. Bei diesen Anlagen erhalten Sie am Ende der Laufzeit auf jeden Fall das eingesetzte Kapital zurück. Sie profitieren aber nicht vollständig von der Wertentwicklung des Basiswerts. Die genauen Bedingungen sind für Laien bei vielen Zertifikaten nicht nachvollziehbar. Die niedrigen Kauf- und Verwaltungskosten, mit denen für ETFs geworben wird, treffen hier ebenfalls nicht zu.

Reicht diese Absicherung über mein Versorgungswerk?

Ich bin freiberuflich tätige Rechtsanwältin und zahle in das berufsständische Versorgungswerk ein. Darin enthalten ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit bin ich doch gut abgesichert, oder?

Leider nicht. Denn die BU der Versorgungswerke zahlt erst bei 100 Prozent Berufsunfähigkeit, wenn also jemand überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Voraussetzung ist, dass Sie Ihre Anwaltszulassung zurückgeben. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dagegen in der Regel schon ab 50 Prozent Beeinträchtigung.

Helma Sick ist unabhängige Finanzberaterin für Frauen. Sie führt in München das von ihr gegründete Unter nehmen "frau & geld" gemeinsam mit Renate Fritz. Zusammen mit der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt schrieb sie das Buch "Ein Mann ist keine Altersvorsorge"; zuletzt erschienen ihre Lebenserinnerungen "Aufgeben kam nie in Frage. Warum ich dafür kämpfe, dass Frauen ihr eigenes Geld haben" (Kösel).


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BRIGITTE 20/2019

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Helma Sick
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