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Geld anlegen Das solltest du wissen

Geld anlegen: Frau stapelt Geld vor Taschenrechner
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Fragen zum Geld – Antworten von Helma Sick. 
von Helma Sick

Geldanlage

Naturalien als Zinsen?

Ich habe gehört, dass es Geldanlagen gibt, bei denen die Zinsen in Form von Naturalien ausgezahlt werden. Stimmt das?

Diese Investment-Form interessiert immer mehr Leute, vor allem Großstädter. Sie beteiligen sich an Weingütern, Käsereien, Hofläden oder Erntegemeinschaften. Oder unterstützen mit ihrem Geld Bienenzüchter, ein Kartoffelkombinat oder Bauern, die alte Obstsorten beziehungsweise aussterbende Rinderrassen züchten.

Wer sich beteiligen will, leiht Geld, zum Beispiel eine einmalige Summe von 500 bis mehrere Tausend Euro. Statt Zinsen gibt es dann Käse, frisches Gemüse oder Wein aus eigener Herstellung.

Rentenversicherung

In Elternzeit freiwillig Beiträge zahlen?

Ich bin 40 Jahre alt, selbstständig und habe während der Elternzeit freiwillig monatlich 200 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Nun hat mir die Deutsche Rentenversicherung das Geld zurückerstattet, weil das offenbar nicht geht. Ich verstehe das nicht.

Von der Deutschen Rentenversicherung Bund bekam ich folgende Auskunft: Während der ersten drei Lebensjahre, genauer gesagt ab dem Folgemonat der Geburt, hat die erziehende Person Anspruch auf Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Kindererziehungszeiten sind Zeiten mit Pflichtbeiträgen, dem Versicherungskonto der erziehenden Person wird pro Jahr Kindererziehung rund ein Entgeltpunkt gutgeschrieben. Liegen parallel auch Zeiten mit freiwilligen Beiträgen vor, wurden diese im Nachhinein unrechtmäßig gezahlt und sind der/dem Versicherten zu erstatten. Eine bestehende Pflichtversicherung schließt die parallele Zahlung freiwilliger Beiträge aus.

Unterhalt

Wie lange fürs Studium der Kinder aufkommen?

Mein Sohn ist 30 Jahre alt und studiert immer noch. Wie lange muss ich fürs Studium zahlen?

Unsere Juristin sagt: Die Eltern müssen beim Studium (wenn der Sohn nicht schon eine andere abgeschlossene Ausbildung hat) auf jeden Fall bis zum Ende der durchschnittlichen Studiendauer zahlen. Das kann auch länger als die Regelstudienzeit sein, man kann das für einzelne Studienfächer recherchieren.

Wenn diese Dauer um mehr als ein Semester überschritten wird, kommt es darauf an, woran es liegt. Hat er einmal eine Prüfung nicht bestanden und braucht deswegen länger, muss man noch weiterzahlen. Wenn er einfach nur trödelt oder mehrmals durchgefallen ist, dann nicht. Wenn es nicht sein Erststudium ist, er also vorher etwas anderes studiert hat, müssen Sie nur weiterzahlen, wenn er es bald (nach zwei Semestern) abgebrochen und gewechselt hat. Wenn er aber sieben Semester ein Fach studiert, dann abbricht und zu einem anderen wechselt, müssen Sie das Studium nicht finanzieren.

Hausratversicherung

Erhöhen nach einer Erbschaft?

Meine Großtante ist gestorben und hat mir einige schöne Antiquitäten vererbt, die nun in meiner Wohnung stehen. Mein Versicherungsvertreter riet mir nun, die Hausratversicherung zu erhöhen. Ich bin etwas misstrauisch und denke, dass der nur wieder Geld verdienen will. Oder hat er recht?

Hausratpolicen sollten regelmäßig hinsichtlich der Versicherungssumme und des sogenannten Wertsachenanteils überprüft werden. Wenn die Hausratversicherung nicht angepasst wird, kann es sein, dass der Versicherungsschutz nicht ausreicht. Im Schadensfall würde dann nur ein Teil des Schadens ersetzt. Tipp: Bei Neuanschaffungen immer die Rechnungen aufheben!

Altersvorsorge

Wie am besten mit Eigenkapital die Rente aufbessern?

Ich gehe demnächst in Rente. Ich habe von Jugend an gespart, bin gut dabei beraten worden und habe jetzt auch noch geerbt. Deshalb habe ich eine größere Summe zur Verfügung, aus der möchte ich nun monatlich eine feste Summe entnehmen, um meine Rente aufzubessern. Wie mache ich das am besten? Ich bin nicht sehr risikobereit.

Ich schlage vor, einen größeren Teil Ihres Kapitals in eine private Rentenversicherung zu investieren. Sie ist sicher, wird lebenslang gezahlt und ist steuerlich günstig. Am besten lassen Sie sich von einer Finanzberaterin oder Ihrem Versicherungsberater ausrechnen, wie viel Sie von Ihrem Kapital investieren müssen, um die gewünschte monatliche Summe zu erreichen.

Den Rest Ihres Vermögens sollten Sie in defensive und offensivere Mischfonds investieren. Das sind Fonds, die in unterschiedlicher Verteilung in Anleihen und Aktien anlegen, sie schwanken nicht so stark wie reine Aktienfonds und bieten eine ordentliche Rendite. Geld, über das Sie kurzfristig verfügen möchten, sollten Sie auf einem Tagesgeldkonto deponieren, auch wenn es kaum Zinsen bringt.

BRIGITTE WOMAN-Finanzexpertin Helma Sick führt mit Renate Fritz das Unternehmen "Frau und Geld" in München und ist erfolgreiche Buchautorin. 

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