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Growth Mindset Diese Denkweise macht dich erfolgreicher!

Growth Mindset: Diese Denkweise macht erfolgreich
© Jacob Lund / Shutterstock
Du kommst im Leben nicht voran? Jetzt braucht es ein Umdenken! Das sogenannte Growth Mindset hilft dir dabei, jedes Ziel zu erreichen. Das steckt dahinter.

Growth Mindset: Was bedeutet das genau?

Der Begriff Growth Mindset wurde von der Forscherin Carol Dweck geprägt. Sie hat sich damit beschäftigt, warum manche Menschen erfolgreich sind und andere weniger. Erfolg hat in diesem Sinne übrigens nichts mit Geld zu tun – viel mehr damit, dass wir erreichen, was wir uns wünschen. Die Wissenschaftlerin stieß innerhalb ihrer zahlreichen Studien darauf, dass erfolgreiche Menschen ein ganz anderes Mindset haben. Und zwar das sogenannte Growth Mindset! Menschen, die in ihrem Leben nicht so ganz vorankommen, besitzen hingegen ein Fixed Mindset.

Und darin bestehen die Unterschiede zwischen den beiden Mindsets:

Fixed Mindset

  • Du glaubst an fest definierte Talente. Fähigkeiten und Intelligenz sind begrenzt.
  • Du bist davon überzeugt, dass diese festen Talente deinen Erfolg im Leben bestimmen.
  • Du gehst Problemen und Konflikten aus dem Weg.
  • Du gibst schnell auf, wenn’s unangenehm wird.
  • Du hältst an Altbekanntem fest und hinterfragst Traditionen selten.
  • Das Ergebnis ist dir wichtiger als die Erfahrung.

Menschen, die ein Fixed Mindset entwickelt haben, sagen zum Beispiel:

"Ich mache keinen Sport, ich bin einfach kein Sporttyp."

"Ich war schon immer schlecht in allem, was mit Technik zu tun hat, das muss ich gar nicht versuchen."

"Ich würde zwar gerne Malen, aber ich habe einfach kein Talent dafür."

Growth Mindset

  • Du glaubst daran, dass man alles lernen kann.
  • Du bist davon überzeugt, dass Fähigkeiten und Talente jederzeit erweitert werden können.
  • Neues, Unbekanntes reizt dich, weil du dein Wissen erweitern kannst.
  • Du nimmst Schwierigkeiten in Kauf, um dich weiterzuentwickeln.
  • Erfahrung ist dir wichtiger als das Ergebnis.

Menschen, die ein Growth Mindset entwickelt haben, sagen zum Beispiel:

"Ich weiß zwar noch nicht, wie das funktioniert, aber ich werde es lernen."

"Wenn ich einfach dranbleibe, wird es mir irgendwann gelingen."

"Kochen kann ich noch nicht, deshalb möchte ich es jetzt lernen."

Die Nachteile vom Fixed Mindset

Durch ein Fixed Mindset begrenzt du dich im Leben selbst. Du nimmst neue Chancen nicht an, weil du davon überzeugt bist, ungeeignet zu sein. Gleichzeitig können durch Vergleiche mit anderen auch Minderwertigkeitskomplexe oder Neid entstehen. Schließlich glauben Menschen mit einem Fixed Mindset, dass bestimmte Erfolge unerreichbar sind, weil sie nicht die nötigen Talente besitzen. Und das macht traurig und frustriert!

Glaubst du hingegen, dass du im Leben tatsächlich alles lernen kannst und keine Tür richtig verschlossen ist, lebst du ein ganz anderes Leben. Dann zählst du zu jenen, die ein Growth Mindset entwickelt haben. Ein Hindernis oder eine Schwierigkeit bedeutet dann nicht mehr, dass du einfach unfähig und unbegabt bist. Es wird zur Chance, etwas Neues zu lernen. Kurz gesagt hilft dir das Growth Mindset beim Wachsen und bei der persönlichen Weiterentwicklung. Das Fixed Mindset bedeutet hingegen Stillstand. Es kann dich die ein oder andere Chance kosten, die dich näher an deine Träume gebracht hätte.

Growth Mindset oder Fixed Mindset? Mach den Test!

Du bist dir unsicher, ob du eher zum Team Fixed Mindset oder Growth Mindset gehörst? Jetzt hilft ein kleiner Test weiter! Nimm dir doch mal zwei Minuten Zeit und gehe folgende fünf Fragen durch. Merk dir dabei, wie oft du Antwort A und C gewählt hast – die Auflösung kommt später!

1. Dein Chef bittet dich, eine neue Aufgabe zu übernehmen, für die du nicht das nötige Know-how besitzt. Wie reagierst du?

a) Ich informiere meinen Chef darüber, dass ich nicht die beste Partie für diese Aufgabe bin und schlage jemand anderen vor.

b) Ich sage erstmal zu und beschäftige mich damit, die neuen Fähigkeiten zu lernen, die ich dafür brauche.

c) Ich nehme an und frage meine Kollegen, ob sie mir beibringen, was ich können muss.

d) Ich informiere meinen Chef über die große Hürde und bin enttäuscht darüber, dass nicht einfach alles so bleibt, wie ich es kenne.

2. Eine Freundin lernt gerade ein neues Hobby, was dir total fremd ist. Was denkst du?

a) Ich bin neugierig und frage mich, ob ich nicht auch mit dem Lernen anfangen sollte.

b) Ich bin etwas skeptisch und frage mich, was in sie gefahren ist.

3. In einem Vorstellungsgespräch wirst du folgendes gefragt: Glauben Sie, dass Sie das Zeug zur Führungskraft haben? Was wäre deine Antwort?

a) Das kann ich noch nicht sagen, aber ich glaube nicht, dass dies meinen Talenten entspricht.

b) Das kann ich noch nicht sagen, aber alles ist lernbar, genau wie Führungsqualitäten.

4. Du merkst, dass du bei einem Ziel, was du dir gesetzt hast (zum Beispiel mehr Sport machen), einfach nicht vorankommst. Welche Gedanken kommen dir bekannt vor?

a) Ich bin einfach nicht der Typ dafür, vielleicht sollte ich es einfach lassen.

b) Ich habe noch nicht gelernt, wie ich disziplinierter sein kann.

c) Ich suche mir besser ein Hobby, was meinen Stärken entspricht.

d) Ich sollte geduldiger sein und mir mehr Zeit geben.

5. Es gibt bestimmt eine Fähigkeit, die du bei anderen bewunderst, aber noch nicht selbst angegangen bist (zum Beispiel Malen, Kochen, Technisches Know-how). Warum? Welchen Gedanken kennst du?

a) Das könnte ich nie lernen.

b) Ich hatte noch keine Zeit dafür.

c) Das kann ich einfach nicht.

d) Ich lerne gerade etwas anderes.

Und jetzt zur Auflösung!

Na, hast du am meisten A und C gewählt? Dann bist du noch etwas im Fixed Mindset gefangen. Du hältst deine Talente und Fähigkeiten für begrenzt und definiert und traust dir dadurch nicht so viel zu. Ein Leben im goldenen Käfig!

Hast du hingegen eher die Antworten B und D ausgesucht, ist dein Denken eher an einem Growth Mindset ausgerichtet. Das bedeutet, dass du von deiner eigenen Lernfähigkeit überzeugt bist und daran glaubst, dass man prinzipiell alles Lernen (und damit auch erreichen) kann.

Growth Mindset aneignen: Kann man sein Denken verändern?

Wenn du durch die vorherige Übung gemerkt hast, dass du eher zum Team Fixed Mindset gehörst, keine Sorge – du kannst dein typisches Denken verändern. Das Growth Mindset entwickelt sich dann, wenn wir uns selbst nicht mehr begrenzen. Als Erwachsener braucht es lediglich etwas Zeit und Geduld, um festgefahrene Denkmuster umzuwandeln.

Dabei können dir folgende Tipps helfen:

  • Freue dich mehr für andere. Neid entsteht oft dadurch, dass wir glauben, wir selbst können etwas Wünschenswertes nicht haben. Auch dies ist ein Ausdruck vom Fixed Mindset.
  • Lerne zu lernen. Beim Growth Mindset ist das Thema Lernen von herausragender Bedeutung. Such dir im Alltag immer wieder kleine neue Lernaufgaben, die dich daran erinnern, dass alles lernbar ist. Zum Beispiel: Basteln, Nähen oder Schreiben. Hier erfährst du, wie du Lernen lernen kannst.
  • Nimm Herausforderungen an. Wenn es schwierig wird, geben viele auf – hier schlägt das Fixed Mindset wieder zu. Sieh Herausforderungen als Challenge an. Du kannst nur besser werden, wenn du dich den Schwierigkeiten stellst!
  • Fokussiere dich auf den Prozess, nicht das Ergebnis. Sei stolz auf dich, wenn du dir bei einem Projekt Mühe gegeben hast, Neues gelernt hast und Erfahrungen sammeln konntest. Erkenne deinen Lernerfolg an – egal, ob dieser durch eine tolle Note oder ein gutes Feedback belohnt wird! Das bringt dir viel mehr, als sich auf die Endleistung zu fokussieren.
  • Berufe dich nicht auf deine Talente. Verbanne Gedanken wie "Das liegt mir halt nicht" oder "Das konnte ich noch nie". Frage dich stattdessen: "Möchte ich das noch lernen?" 

Jetzt weißt du, was hinter dem Begriff Growth Mindset steckt. Weitere Themen rund um den Bereich Job und Persönlichkeit findest du auch in der BRIGITTE Academy. Schau doch mal vorbei!

Verwendete Quellen: Claro, Susana & Paunesku, David & Dweck, Carol. (2016). Growth mindset tempers the effects of poverty on academic achievement. Proceedings of the National Academy of Sciences.

Yeager, D. S., & Dweck, C. S. (2020). What can be learned from growth mindset controversies? American Psychologist, 75(9), 1269–1284


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