Isabel García: "Ich liebe Konstanten, aber auch die Veränderung."

Isabel García weiß, wie man typische Kommunikationsfallen umgeht.

Die Sprechexpertin Isabel García spricht in der aktuellen BRIGITTE-Ausgabe darüber, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben, um andere Menschen von sich zu überzeugen. Im Interview mit der BRIGITTE Academy erzählt sie uns von ihrem beruflichen Werdegang.
Für BRIGITTE-Leserinnen gibt es ihr aktuelles Online-Kommunikationstraining zum Vorteilspreis.  


BRIGITTE Academy: Warum sind Sie Sprechtrainerin geworden? Was hat Sie dazu bewogen?
Isabel García: Über einen großen Umweg. Ich habe Gesang studiert und zu dem Studium gehörte auch Sprecherziehung, Schauspiel, pädagogische Psychologie, Präsenz und vieles mehr. Als ich dann später beim Radio moderierte, wurde ich häufig um Rat gefragt: Wie werde ich nicht heiser? Wie bekomme ich die Stimme tiefer? Wie klinge ich sachlicher? Daher kam ich dann auf die Idee, mir neben der Moderation ein Standbein als Stimmtrainerin aufzubauen und gab meine ersten Rhetorikkurse.

Was hat Sie in Ihrem Jobleben besonders vorangebracht?
Meine Neugierde. Ich bin nicht der Typ, der einen Job lernt, stehen bleibt und sagt: „So darf es immer bleiben.“ Ich entdecke immer wieder neue Jobs, die ich spannend finde. Neue Herausforderungen. Oder im selben Job neue Projekte, Blickwinkel und Lösungswege.

Gab es eine Phase in Ihrem (Job-)Leben, in der Sie eine Richtungsänderung vorgenommen haben?
Ständig. Von der Steuerfachangestellten zur Sängerin. Dann von der Werbesprecherin zur Radiomoderatorin. Von der Trainerin, über die Bestsellerautorin zur Bühnenrednerin. Und in ein paar Jahren arbeite ich vielleicht als Hundetrainerin oder eröffne ein Café. Ich liebe Konstanten, aber auch die Veränderung.

Welche Impulse waren für Sie besonders wichtig?
Mir selbst treu bleiben. Meinem Bauchgefühl trauen. Selbst wenn meine Intuition zu keiner von Männern aufgestellten Regel passt. Ich bin mir nicht immer treu geblieben, habe es aber meistens schnell bereut, wenn ich von meinem eigenen Weg abgewichen bin.

Gab es Phasen des Zweifels oder Rückschläge? Was hat Ihnen in diesen Momenten besonders weitergeholfen?
Ich bin eine Freundin von Selbstverantwortung. Wenn etwas schief läuft, dann übernehme ich die Verantwortung. Und somit gehören Zweifel zu meinem Leben. Warum ist es schief gelaufen? Was hätte ich besser machen können? Bin ich gut genug?
Wer mir da weiterhilft? Die Zeit. Das bewusste Reflektieren. Und ein wundervolles Umfeld von ehrlichen Freunden, sensationellen Coaches und wertschätzenden Bekannten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was war der ermutigendste Satz in Ihrem (Job)-Leben und warum möchten Sie den  weitergeben? // Gibt es ein Motto von Ihnen?
„Isabel, ich bewundere deinen Mut zur Hässlichkeit.“ Das sagte mir mal eine Marketingdame. Und sie meinte damit, dass sie es gut findet, dass ich nicht immer perfekt aussehe. Ich nehme ungeschminkt Video-Podcast auf, gehe unfrisiert zu Soundchecks und in Schlabberklamotten zum Hotelfrühstück. Viele in meiner Branche wollen immer und überall perfekt aussehen. Das ist mir zu anstrengend. Und das macht mich echt.

Und mein Motto? Gut reden kann jeder. Niemand ist perfekt und das Streben danach macht viele unglücklich. Konzentrieren Sie sich vielmehr auf die vielen kommunikativen Stärken, die Sie bereits haben. 

 

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