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Ivy-Lee-Methode So schiebst du nichts auf

Ivy Lee-Methode: Frau hält Handy und schreibt in einen Notizblock.
© Irina Lev / Shutterstock
Durch die Ivy-Lee-Methode soll sich die Produktivität und das eigene Zeitmanagement verbessern. Was steckt hinter dieser Strategie? Wir verraten es dir!

Ivy-Lee-Methode: Warum brauchst du sie?

Mit wenig Aufwand viel mehr schaffen – das verspricht dir die Ivy-Lee-Methode. Und wer wünscht sich nicht, am Ende des Arbeitstages immer alle To-Do’s abhaken zu können, ohne in Stress zu versinken? Durch die Ivy-Lee-Methode lernst du, die richtigen Prioritäten zu setzen und schulst dich selbst im Planen und Organisieren.

Die Ivy-Lee-Methode musst du nicht nur auf die Aufgaben im Job beziehen. Du kannst damit auch dein Privatleben strukturieren. Entrümpeln oder eine alte Freundin anrufen – es gibt doch immer etwas, das im Alltag liegen bleibt. Das passiert dir mit dieser Strategie nicht mehr! Das Konzept wird dich dabei unterstützen, produktiver zu werden und keine wichtigen Aufgaben mehr zu übersehen.

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Ivy-Lee-Methode: Die Entstehungsgeschichte

Der Unternehmensberater Ivy Lee galt am Anfang des 20. Jahrhunderts als Experte für Produktivität. Der Profi wurde im Jahr 1918 von Charles M. Schwab angeheuert, der damals zu einem der reichsten Männer der Welt gezählt wurde. Er galt als größter Schiffsproduzent, war mit der Arbeit seiner Mitarbeiter allerdings eher unzufrieden. Also beauftragte er Ivy Lee, der ihm eine clevere Methode entwickeln sollte, die das Zeitmanagement der Angestellten verbessern sollte.

Gesagt, getan: Ivy Lee entwickelte daraufhin eine Produktivitäts-Strategie, die wir heute als die Ivy-Lee-Methode kennen. Sie ist also schon über 100 Jahre alt! Charles Schwab war übrigens so zufrieden mit der Methode, dass er Ivy Lee damals einen Scheck von 25.000 Dollar übergab (damals ein unvorstellbar hoher Preis!). Deshalb wird die Ivy-Lee-Methode auch als 25.000 Dollar-Methode betitelt.

Und wie funktioniert nun diese Strategie, die einen der größten Businessmänner damals ein kleines Vermögen wert war?

Ivy-Lee-Methode: So funktioniert sie

Die Ivy-Lee-Methode ist im Prinzip sehr einfach und kostet dich nicht viel Zeit. Sie erfordert allerdings etwas Disziplin – denn am besten führst du sie täglich durch. So entsteht eine neue Routine, die dir das tägliche Arbeiten erleichtert.

Hier kommen die wichtigsten Schritte der Ivy-Lee-Methode:

  1. Am Ende des Arbeitstages nimmst du dir kurz Zeit, um die Aufgaben für den nächsten Tag aufzuschreiben. Notiere 6 To-Do’s die am Folgetag anstehen und erledigt werden müssen.
  2. Ordne diese To-Do’s anschließend nach ihrer Wichtigkeit – von 1 bis 6.
  3. Am nächsten Tag beginnst du mit der ersten Aufgabe und arbeitest so lange daran, bis sie abgehakt ist. Andere Aufgaben dürfen nicht vorgezogen werden.
  4. Ist die erste Aufgabe erledigt, arbeitest du dich in der Liste weiter vor.
  5. Am Ende vom Arbeitstag erstellst du wieder eine Liste für den nächsten Tag. To-Do’s, die noch nicht geschafft wurden, sollten für den Folgetag ganz oben in der Reihenfolge auftauchen.

Aufgaben erledigen: Warum ist die Ivy-Lee-Methode so effektiv?

Von der Pomodoro-Technik bis zum Timeboxing: Es gibt viele verschiedene Zeitmanagement-Methoden. Warum ist genau die Ivy-Lee-Methode so empfehlenswert? Sie bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Du schiebst keine wichtigen Aufgaben mehr auf. Meistens wollen wir das, was am allerwichtigsten ist, als letztes erledigen. Schwere Aufgaben überwältigen uns, deshalb schieben wir sie gerne auf. Durch die Ivy-Lee-Methode packst du alles Wichtige als Allererstes an – das nimmt dir Druck und Stress. Aufschieberitis hat dann keine Chance mehr.
  • Deadlines werden eingehalten. Durch die genaue Planung des nächsten Tages wird nichts mehr vergessen. Du hältst dich nicht mit unwichtigen To-Do‘s auf, sondern erledigst die Dinge, die wirklich erledigt werden müssen.
  • Du lernst, zu priorisieren. Was ist wirklich wichtig und was kann noch warten? Diese Frage stellst du dir durch die Ivy-Lee-Methode täglich. Du wirst immer besser darin, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.
  • Der Beginn fällt dir leichter. Manchmal dauert es, bis wir bei der Arbeit richtig in Fahrt kommen. Dadurch, dass du deine Aufgaben schon am Vortag sortierst, weißt du genau, womit du starten musst. Du brauchst nicht mehr viel übers Planen nachdenken, sondern kannst dich direkt um das To-Do kümmern.
  • Du trainierst dir das Multitasking ab. Telefonieren und nebenbei eine Email schreiben – Multitasking ist immer noch weit verbreitet. Wie Forscher schon mehrfach bewiesen haben, sind wir beim Multitasken nicht schneller. Außerdem leidet die Qualität unserer Arbeit durch den ständigen Wechsel an unterschiedlichen To-Dos. Besser wir arbeiten Aufgabe für Aufgabe ab – genau wie es die Ivy-Lee-Methode vorgibt.
  • Du motivierst dich selbst. Es fühlt sich wunderbar an, einzelne To-Do’s auf der Liste abhaken zu können. Das spornt an und macht stolz – denn du hältst deinen Fortschritt Tag für Tag fest. Und das Plus an Motivation wird sich natürlich auch auf deine Produktivität auswirken. 

Voilà: Nun weißt du, was sich hinter der Ivy-Lee-Methode verbirgt. Probiere diese Produktivitäts-Strategie doch einfach mal aus und sieh selbst, wie sich deine Arbeitsweise verändert!

Schau doch auch mal in der BRIGITTE-Community vorbei – dort kannst du dich mit anderen rund um das Thema Beruf und Produktivität austauschen.


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