In Kooperation mit Amazon

"Mein Hund ist mein Arbeitgeber"

Heike Feldkord durchlief eine klassische Unternehmens-Karriere, bis sie sich eines Tages die Frage stellte: Ist das alles? Heute produziert und verkauft sie mit ihrem Unternehmen Dogs and More Hunde-Accessoires. 

Liebe Heike, du hast eine beeindruckende Karriere in internationalen Unternehmen hinter dir. Wie hast du das erreicht?

Ich habe Finanzwirtschaft und Rechnungswesen in Bremen und England studiert und mich so zur klassischen Erbsenzählerin ausgebildet. Nach dem Abschluss habe ich dann bei amerikanischen Unternehmen gearbeitet, zuletzt bei Coca-Cola im Marketing. Für die war ich auch viel im Ausland unterwegs.

Aber dann hast du festgestellt, dass dich das nicht mehr glücklich macht?

Genau, irgendwann habe ich realisiert, dass meine Work-Life-Balance etwas aus den Fugen geraten war und ich nur noch selten abends spontan mal ein Bier trinken gehen wollte.

Was hast du dann gemacht?

Weil ich gutes Geld verdient habe, konnte ich mir die Zeit nehmen um herauszufinden, was ich will. Also bin ich erstmal in den Urlaub gefahren und habe meine Entscheidung sacken gelassen. Dann habe ich erst Unternehmer beim Schreiben von Businessplänen unterstützt und bin sogar mit in ein Unternehmen eingestiegen. Wir waren vier Gründer und sind daran gescheitert, eine gemeinsame Firmenstrategie zu finden. Ich bin ausgestiegen, damit wir mit unseren Uneinigkeiten nicht die Firma kaputt machen. Dadurch stand ich aber wieder vor der Frage, wie ich meine Butter auf dem Brot verdiene. Zu der Zeit bin ich ständig in einem Hundeauslaufgebiet ganz alleine ohne Hund spazieren gegangen und habe mich riesig gefreut, wenn sich einer streicheln ließ. Dann habe ich mich endlich getraut, mich nach einem Welpen umzuschauen und auch die Verantwortung für die kommenden 10 – 15 Jahre zu übernehmen. Ein langgehegter Traum wurde wahr.

Und dann bist du direkt auf ein Problem gestoßen …

Genau, ich wollte für meinen ersten Hund natürlich die weltbesten Leinen und Körbchen kaufen und kam von jeder Shoppingtour enttäuscht zurück. Es gab nur schwarze oder rote Produkte, aber nichts Buntes oder Farbenfrohes. Durch meine Reisen nach Amerika wusste ich aber, dass es dort so etwas gibt, und habe mir von Freunden erste Accessoires mitbringen lassen. Und sofort wurde ich überall gefragt, wo man denn diese bunten Leinen und Halsbänder kaufen kann. Und so habe ich einfach mal eine Bestellung für 500 Euro aufgegeben und die Produkte weiterverkauft. Die Sachen wurden mir aus der Hand gerissen. Es war etwas Neues und das Design und die Qualität waren gut. Dann habe ich angefangen zu Importieren, aber ich habe fast mehr Transportkosten und Zoll bezahlt als die Produkte gekostet haben.

Und so kam dir die Idee zu Dogs and More?

Ich habe mir einfach gedacht, dass es doch möglich sein muss, bunte Accessoires auch in Deutschland herzustellen. An so einer Leine ist doch außer Karabiner, D-ring und ein paar Nähten nicht mehr dran. Da habe ich angefangen zu recherchieren und selbst losgelegt. Ich wollte ja schließlich keinen Mantel anfertigen, sondern zwei gerade Nähte hinbekommen.

Wie genau hast du dann losgelegt?

Bei mir Zuhause am Küchentisch mit einer normalen Nähmaschine. Erst habe ich nur Halsbänder und Leinen angefertigt und bin damit auf Messen gegangen. Dann kam mir die Idee zu schwimmfähigen Frisbeescheiben und ich habe dafür nach Materialien recherchiert. Als Schablone für die Frisbees habe ich meine Kochtöpfe genommen. Auch heute ist es noch so, dass wir alles mit der Hand zuschneiden.

Und wie hast du deine Produkte dann verkauft?

Über meinen eigenen Online-Shop, über Messen und Hundezubehör-Fachgeschäfte. Und seit sechs Jahren etwa verkaufe ich bei Amazon.

Welche Gründe sprechen für dich als kleines Unternehmen dafür, auf Amazon zu verkaufen?

Amazon hat mir eigentlich immer Respekt eingeflößt, gerade weil ich nur so eine kleine Manufaktur bin und ich mir nicht vorstellen konnte, wie jemand unter Millionen Produkten ausgerechnet meine finden soll. Es hat sich dann aber herausgestellt, dass der Verkauf über Amazon ideal für mich ist. Beispielsweise, weil die Rechnungsstellung automatisiert läuft, unsere Produkte bei Amazon im Lager liegen, wir nichts mit dem Versand zu tun haben und auch keine Probleme haben, wenn es mal einen Zahlungsausfall gibt. Ich würde meinen eigenen Shop aber nie aufgeben, weil mehrere Standbeine einfach sicherer sind.

Wieviel deiner Ware verkauft du über welche Shops?

Etwas mehr als die Hälfte meiner Verkäufe kommt über Amazon. Der Rest verteilt sich auf meinen eigenen Shop und auf Hundeaccessoire-Fachgeschäfte.

Wie kalkulierst du dein Lager?

Es gibt über Amazon verschiedene Tools, die basierend auf der Nachfrage, der Verkaufshistorie und Saisonevents wie Weihnachten eine Empfehlung berechnen, wie viele Produkte man vorproduzieren sollte. Oder man hinterlegt dort einen konkreten Wert, so dass beispielsweise immer der Vorrat von vier Verkaufswochen gefüllt ist. Dann erhält man immer Nachrichten, welches Produkt in welcher Farbe nachgeliefert werden muss.

Bei Amazon wurdest du ja auch als Storefront Shop der Woche ausgezeichnet.

Genau, ich wurde von Amazon angesprochen, ob ich Lust hätte mitzumachen. Dann wurde ein Video über mich gedreht und seit das erschienen ist, sind meine Verkäufe noch ein bisschen mehr angestiegen.

Wie sieht dein Unternehmen heute aus?

Ich arbeite von Berlin aus und mit einem Netzwerk von selbstständigen Näherinnen. Das sind alles Frauen, viele Alleinerziehend, natürlich größtenteils Hundebesitzerinnen, die von Zuhause arbeiten und dafür nichts mehr als eine Nähmaschine brauchen. Und ob die morgens, abends oder dann Nähen, wenn ihre Kinder in der Schule sind, ist natürlich total egal. Ich will einfach funktionales und hochwertiges Hundezubehör herstellen und das möglichst lokal in Deutschland.

Von welchen Qualifikationen aus deinem alten Job kannst du jetzt in der Selbstständigkeit profitieren?

Ich habe viel über Arbeitsabläufe gelernt und kann Kreativität mit Geschäftssinn verbinden. Und gerade in amerikanischen Unternehmen gilt ja die Philosophie, dass es okay ist, Risiken einzugehen und auch mal zu Scheitern. Und bei Kalkulationen und im Umgang mit Zahlen hilft mir meine damalige Arbeit im Controlling. Für mich ist aber auch klar, dass ich Dogs and More nicht riesengroß machen will. Ich mag mein Unternehmen so klein, wie es jetzt gerade ist.

Welche Tipps hast du für andere Unternehmerinnen?

Traut euch was. Und fragt um Hilfe, wenn ihr nicht weiter wisst. Unwissenheit ist kein Grund, um aufzugeben. Ich bin vom Typ her jemand, der sehr anpacken kann und frage so lange, bis ich jemanden finde, der mir hilft. Diese Kombination hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt stehe.

Vielen Dank für das Interview, liebe Heike.


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