Bewerbungsfoto: Alle Tipps auf einen Blick

Das Bewerbungsfoto ist ein zentrales Element deiner Bewerbung - auch, wenn das kein Personaler zugeben mag. Die Tipps fürs perfekte Bewerbungsfoto.

Der berühmte erste Eindruck ... zählt!

Der erste Eindruck zählt, heißt es, und ein Bild sagt angeblich "mehr als tausend Worte". Hier kommt das Bewerbungsfoto ins Spiel, denn der allererste Eindruck ist immer ein optischer. 

Dein Foto ist also ein entscheidender Faktor, wenn es um den Erfolg deiner Bewerbung geht -  ein ansprechendes Porträt von dir kann der Türöffner in die Herzen der Personaler sein. Wohl oder übel trägt es dazu bei, ob du die erste Hürde im Bewerbungsprozess nimmst und überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst. Oder eben nicht. 

Moment, muss ich meiner Bewerbung überhaupt noch ein Foto beilegen? 🤔

Nein. Das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" (AGG) befreit dich seit 2006 von der Pflicht, deiner Bewerbung ein Foto beizulegen. Doch auch, wenn die Recruiter es nicht zugeben (dürfen): Ein gutes Foto erhöht deine Chance deutlich, in der Flut von Bewerbungen Aufmerksamkeit zu erregen und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden.

Ganz allgemein gefragt: Worauf sollte ich beim Bewerbungsfoto achten? 

Auf alles! Denn wirklich alles im Bild transportiert eine Nachricht. Als da wären ...

  • Mimik 
  • Haltung 
  • Kleidung
  • Schmuck
  • Make-up
  • Frisur  
  • Bildhintergrund 
  • Fotoqualität

Damit das alles stimmt, solltest du dein Porträtfoto unbedingt von einem professionellen Fotografen anfertigen lassen. Es lohnt sich, etwas Geld in dein Bild zu investieren!

Im Vorfeld deiner Bewerbung solltest du dich mit deinem Wunscharbeitgeber auseinandergesetzt haben. Dabei hast du vermutlich schon ein Gespür für die dortige Unternehmenskultur entwickelt: Bei einem kreativen Job solltest du nicht ausgesprochen konservativ rüberkommen, bei einem eher konservativen Unternehmen nicht ausgesprochen individuell. Du solltest so aussehen, dass du zur angestrebten Position und zur Branche passt. Leichter gesagt als getan? Die folgenden Tipps helfen dir, bald das perfekte Bewerbungsfotos in den Händen zu halten:

Bewerbungsfoto: Was muss ich bei der Kleiderwahl bedenken?

Das Bild, das du von dir transportieren möchtest, ist Folgendes: Du bist eine gepflegte, seriöse, kompetente und sympathische Erscheinung. Also: lieber dezent als auffällig kleiden - und nicht verkleiden, denn du solltest auch authentisch rüberkommen. Und die Farben? Stilberaterin und Persönlichkeitstrainerin Regina Först weiß: "Menschen reagieren sehr stark auf Farben. Darum ist es gut, wenn diese harmonisch sind und zur eigenen Haut- und Haarfarbe passen. Ist eine Farbe zu kraftvoll oder dominant, so kann der Eindruck entstehen, da kommt die Farbe vor dem Menschen in den Raum."

Am besten, du bringst mehrere Outfits zum Foto-Shooting mit, dann kannst du gemeinsam mit dem Fotografen auswählen, welches am besten passt – oder gleich Fotos mit unterschiedlichen Outfits machen.

Bewerbungsfoto: Was mache ich mit meinen Haaren?

Falls du langes Haar hast: Es hat sich gezeigt, dass Personalverantwortliche Frauen mehr Kompetenz zutrauen, wenn sie ihr Haar in irgendeiner Form bändigen – also zurückkämmen oder hochstecken. Aber auch hier gilt: Bitte nur machen, wenn du dich damit wohl fühlst und dir damit treu bleibst. Frauen mit Kurzhaarfrisuren werden übrigens als intelligenter und selbstbewusster wahrgenommen als langhaarige Frauen. Du kannst auch zwei verschiedene Fotos machen lassen – eines mit offener und eines mit gebändigter Mähne.

Bewerbungsfoto: Wie viel Schmuck und Make-up sind angemessen?

Unsere Expertin empfiehlt, auf dem Foto nicht mehr als zwei Accessoires zu tragen, etwa Brille und Uhr, oder Kette und Ring. Das Make-up sollte dezent und frisch sein, glänzende Haut am besten abpudern oder mit einem Tuch vorsichtig abtupfen. 

Was überzeugt mehr: Schwarzweiß oder Farbe?

Das kommt auf die Branche und die Position an, die du als Bewerberin anstrebst. Ein Farbfoto wirkt generell lebendiger, natürlicher, aber auch konventioneller, denn das Gros der Bewerberbilder ist nun mal in Farbe.

Schwarzweiß fällt mehr auf, wirkt eleganter, kann aber auch gekünstelt rüberkommen. Das passt nicht immer, etwa bei einer eher konventionellen Position in einem konservativen Unternehmen. Für eine Bewerbung für einen kreativen Job kann sich ein Schwarzweiß-Foto aber durchaus sehr gut eignen! 

Bewerbungsfoto: Was ist mit Bildausschnitt und Körperhaltung?

Für dein Bewerbungsfoto brauchst du ein Halbporträt - also ein Bild bis zum Brustansatz mit Blickkontakt zum Betrachter. Sitzt man sich in einem Gespräch gegenüber, so sieht man meist einen ähnlichen Bildausschnitt – diese Perspektive wirkt also natürlich und vertraut. Ganzkörperaufnahmen sind tabu.

Frauen neigen manchmal dazu, den Kopf sehr schräg zuhalten. "Davon möchte ich abraten," sagt Regina Först, "denn ein stark schräg gehaltener Kopf wirkt auf das Gegenüber eher unklar und weich. Im Gegensatz dazu wirkt die ganz gerade Haltung streng und zeigt eine Bereitschaft zur Konfrontation. Ideal: Ein leicht geneigter Kopf, denn der wirkt freundlich, offen und kommunikativ."

Und jetzt klick! Wie schaue ich in die Kamera? 

Regina Först rät in Sachen Gesichtsausdruck: "Beim zukünftigen Arbeitgeber sollte ankommen: 'Hallo, das bin ich. Hier bin ich!' – das Foto soll also Präsenz zeigen! Freundlichkeit und Motivation transportieren sich über den Blick: Jemand wirkt nett, echt, lebendig, motiviert, wenn die Augen leuchten und den Betrachter anstrahlen." 

Da hilft übrigens ein alter Fotografen-Trick, das „Kniepen“. Dabei hebst du deine Augenlider etwas an - "Kniepaugen" machen deinen Blick interessanter und lebendiger. Und: ganz leicht hochgezogene Augenbrauen signalisieren Interesse und Aufmerksamkeit. 

Welches Format sollte mein Bewerbungsfoto haben?

Das Bewerbungsfoto ist normalerweise 6x4cm, 5x7cm oder 9x6cm groß – diese Formate entsprechen dem als harmonisch empfundenen goldenen Schnitt. Geringe Abweichungen bei der Größe sind aber okay. Üblich ist das Hochformat, doch ein schönes Foto im Querformat kann dich positiv von den anderen Bewerbern abheben, wenn es zum Layout und zum Gesamteindruck deiner Bewerbung passt.

Wo platziere ich mein Bewerbungsfoto?

Das Foto wird üblicherweise oben in den Lebenslauf integriert (nicht mit einer Büroklammer befestigt, sondern geklebt oder digital eingefügt). Ob auf der rechten oder linken Seite hängt davon ab, in welche Richtung deine Nase auf dem Foto zeigt – sie sollte immer in Richtung Blattmitte weisen, nicht nach außen.

Du kannst dein Bewerbungsbild aber auch mittig auf dem Deckblatt deiner Bewerbungsmappe platzieren – damit erhöhst du die Wirkung des Fotos, weil es im Zentrum einer ansonsten fast leeren Fläche steht. Dazu dann deinen Namen, deine Kontaktdaten und die gewünschte Position schreiben. Wählst du diese Variante, sollte dein Foto aber größer sein als üblich, sonst sieht es verloren aus.

Wie finde ich einen guten Fotografen?

Als erste Orientierung dient das Internet. Auf der Website eines Fotografen sollten überzeugende Bewerbungsfotos zu sehen sein, die er selbst gemacht hat. Am Telefon findest du dann sicherlich schnell heraus, ob er wirklich weiß, wovon er spricht. Oder du fragst Bekannte und Kollegen, deren Jobfotos dir gefallen, wo sie ihr Foto herhaben.

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