Absagen für Bewerbungen: Lästige Pflicht oder Brandingmaßnahme?

Absagen für Bewerbungen sind für Personaler als auch Bewerber unangenehm. Worauf insbesondere Arbeitgeber achten sollten, liest du in unserem Artikel.

Absagen für Bewerbungen: Hintergrund

Viele Bewerber haben viele Stunden oder gar Tage Aufwand in ihre Bewerbung gesteckt. Vielleicht waren sie sogar zum Vorstellungsgespräch im Unternehmen. Andere Kandidaten schicken so fehlerhafte Unterlagen ab, die nicht mal die Zeit wert sind, sie zu lesen.

Am Ende bekommt meistens nur einer von den vielen Kandidaten die Stelle. Der Rest erhält eine Absage. Wie Unternehmen mit diesem durchaus heiklen Schreiben umgehen sollten und wie sie die richtigen Formulierungen finden, verraten wir jetzt.

Absagen für Bewerbungen: Müssen Arbeitgeber überhaupt antworten?

  • Nein. Es gibt keine rechtliche Grundlage für eine Absage. Viele Bewerber warten jedoch sehnsüchtig auf eine Antwort und bleiben lange im Unklaren, ob sie noch im Rennen sind. Wenn sie dann feststellen, dass sie wohl keine Antwort mehr erhalten, kann das zu Frust und Enttäuschung führen.
  • Als Arbeitgeber sollte es daher selbstverständlich sein, jedem Bewerber auch eine Nachricht zu schicken. Im schlimmsten Fall schreiben die Kandidaten negative Kommentare auf Jobportalen oder verbreiten ein negatives Image vom Unternehmen in ihrem Umfeld.

Absagen für Bewerbungen: Mögliche Gründe

  • Schlechte Bewerbungsunterlagen
  • Unsympathisches Auftreten
  • Qualifikationen reichen nicht aus/Überqualifikation
  • Erfahrung reicht nicht aus
  • Keine Stelle (mehr) frei

Absagen für Bewerbungen mit Begründung?

  • Wer keine Pflicht zur Absage hat, der hat auch keine Pflicht zur Begründung. Als Unternehmer erfüllst du keinen Bildungsauftrag, der allen Bewerbern ihre Fehler aufzeigt. Oftmals sind ja auch zwischenmenschliche Gründe oder einfach das Interesse von noch besser qualifizierten Kandidaten ausschlaggebend.
  • In der Praxis haben sich Formulierungen etabliert, die eher förmlich und verallgemeinernd sind. Einen konkreten Grund anzugeben kann manchmal hilfreich sein, ist jedoch oft ein Balanceakt. Warum, erfährst du jetzt.

Absagen für Bewerbungen: Rechtliches

Damit niemand im Bewerbermanagement diskriminiert wird, gibt es seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Dabei dürfen Kandidaten nicht aus folgenden Gründen abgelehnt werden:

  • Rasse/Herkunft
  • Religion
  • Geschlecht
  • Weltanschauung
  • Alter
  • Behinderung
  • Sexuelle Identität

Aufgrund dieser Richtlinien müssen Arbeitgeber genau darauf achten, wie sie Stelllenausschreibungen gestalten. Auch die Formulierungen für eine Absage müssen sauber formuliert sein. Werden Vorgaben nachweislich verletzt, kann der Bewerber den Arbeitgeber auf eine Entschädigung verklagen.

Absagen für Bewerbungen: Tipps für passende Formulierungen

  • Absage nicht detailliert begründen
  • Positive und freundliche Absagen schreiben
  • Inhaltlich immer Bezug zur Stelle und zur Qualifikation des Kandidaten halten
  • Geschlechtsneutral formulieren
  • Vorlagen verwenden, die nur leicht angepasst werden
  • Angaben wie "Deutsch als Muttersprache“ streichen
  • Keine Altersgrenzen in Stellenausschreibungen
  • Namen in der Anrede nennen
  • In Kontakt bleiben: Zum Beispiel anbieten, die Kandidaten in den Bewerberpool aufzunehmen
Job-Bewerberin wurde abgelehnt, weil sie DIESE Frage gestellt hat!

Absagen für Bewerbungen: Beispiele

  • Sehr geehrter Herr … , herzlichen Dank für Ihre Bewerbung als … Über das entgegengebrachte Interesse an unserem Unternehmen haben wir uns gefreut und den Kontakt mit Ihnen sehr geschätzt.
  • Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Kandidaten entschieden haben. Bitte sehen Sie dies nicht als Abwertung Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten. Oft sind es nur kleine Nuancen, die den Ausschlag geben.
  • Ihre Bewerbung ist uns durchweg positiv aufgefallen. Dennoch müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir uns für einen anderen Kandidaten entschieden haben, der unserem Profil noch etwas besser entsprochen hat.
  • Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass die ausgeschriebene Stelle doch nicht neu besetzt wird. Wir entschuldigen uns inständig für diese Umständlichkeit.
  • Wir würden uns freuen, Sie in unseren Bewerberpool aufzunehmen und für spätere Stellenangebote vorzumerken. Sind Sie damit einverstanden, klicken Sie bitte auf folgenden Link …
  • Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft. Mit freundlichen Grüßen …

Wie finde ich den richtigen Job? Mit einer guten Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch erhöhst du deine Chancen. Lebenslauf unterschreiben oder nicht? Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

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