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Ergebnis 5 der BRIGITTE-Studie Beim Thema Hausarbeit tragen Männer immer noch eine rosa Brille

BRIGITTE-Studie zeigt: Frau und Mann beim Abwasch
© BAZA Production / Shutterstock
#MeToo und Frauenstreiks, Vorstandsquote und Entgelttransparenz-Gesetz – seit unserer letzten BRIGITTE-Studie im Jahr 2017 hat sich viel bewegt. Gleichberechtigung bleibt trotzdem ein mühsames Geschäft. In der großen BRIGITTE-Studie 2021 "Mein Leben, mein Job & ich" sind auch 2021 wieder überraschende Ergebnisse herausgekommen. Hier kommt Nummer 5.

Man ahnt: Wirklich fair verteilt ist die Arbeit zu Hause nicht – trotz der recht emanzipierten Haltung beider Geschlechter bei dem Thema (siehe Ergebnis 3). Interessant ist hierbei, wie unterschiedlich sie die Lage beurteilen. Zwar sind sich Frauen und Männer einig, dass die Arbeitsteilung in den letzten zehn Jahren fairer geworden ist. Väter sehen solche Fortschritte jedoch häufiger als Mütter (44 Prozent vs. 39 Prozent). Ähnlich positiv beurteilen sie den Effekt der Corona- Krise auf die Gerechtigkeit zu Hause: 46 Prozent finden, die Arbeitsaufteilung sei fairer geworden, von den Müttern finden das nur 34 Prozent.

BRIGITTE-Studie zeigt: Grafik Haushalt und  Kinderbetreuung
Organisation der Arbeit (links), Ausführung der Arbeit (rechts)
Die Frage lautete:
 "Wenn Sie einmal an Ihren Haushalt denken: Wer organisiert und führt die Tätigkeiten rund um den Haushalt und eine eventuelle Kinderbetreuung aus?" Die Prozentzahlen zeigen, wie viele Frauen bzw. Männer in gemischtgeschlechtlichen Partnerschaften die jeweilige Antwort angekreuzt haben.
© Brigitte

Und auch ihr Arbeitspensum schätzen Männer meist positiver ein. Mehr als jeder Dritte sagt über die Organisation und Ausführung von Hausarbeit und Kinderbetreuung: "Machen wir beide gleichermaßen." Von den Frauen sagt das nur jede Fünfte, rund drei Viertel geben dagegen an: "Das mache hauptsächlich ich." Langzeit­studien wie das Sozio-oekonomische Panel zeigen: Der Blick der Frauen ist wohl realistischer. Frauen sind demnach im Schnitt rund fünfeinhalb Stunden pro Tag mit Sorgearbeit beschäftigt, Männer nur knapp drei Stunden. Jede vierte Frau in unserer Studie findet denn auch: "Mein Partner soll mehr machen."

"MEIN LEBEN, MEIN JOB UND ICH"

Für unsere online-repräsentative Studie füllten 2000 Frauen, Männer und Diverse zwischen 18 und 69 Jahren aus ganz Deutsch- land einen Online-Fragebogen mit 144 Fragen aus. Die Befragung realisierte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos vom 15.10. bis 4.11.2020 im Auftrag von BRIGITTE.

Der BRIGITTE-Talk: Das wollen wir!

Chancen, Zeit, Geld, Macht – die BRIGITTE-Studie zeigt: Von alldem haben Frauen oft weniger als Männer. Woran liegt das? Und wie können wir es ändern? Darüber und über die spannendsten Ergebnisse unserer Studie diskutieren wir am 31.3. um 18.30 Uhr mit Professorin Christiane Funken. Sei dabei! Und sage, was du dir von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wünschst. Die Teilnahme ist kostenlos. Alle Infos zu unserem Online-Talk unter: www.brigitte.de/studie_talk

Hast du Lust, mehr zum Thema zu lesen und dich mit anderen Frauen darüber auszutauschen? Dann schau im "Rund um den Job-Forum" der BRIGITTE-Community vorbei!

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BRIGITTE 06/2021

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