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Apotheker Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Apotheker: Apotheker in Apotheke
© Branislav Nenin / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Apothekers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Apotheker

Art der Ausbildung.

8 Semester Studium + 1 Jahr Praktikum

Ausbildungsdauer.

5 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 3.900 Euro

Einstiegsgehalt.

 3.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Apothekerinnen und Apotheker begegnen uns oft als diejenigen, die uns die verschriebenen Medikamente aushändigen. Sie wirken wie Verkäufer im weißen Kittel. Doch sind sie viel mehr als das! Apothekerinnen und Apotheker sind studierte Expertinnen und Experten. Auf dem Weg zur Approbation, sprich der staatlichen Zulassung, haben Apothekerinnen und Apotheker einen riesigen Wissensschatz über Pharmakologie und Physiologie, aber auch Biochemie und Analytik erworben. Und diesen nutzen sie, um ihren Kunden immer das perfekte Medikament zu geben.

    Hochqualifiziert wissen Apothekerinnen und Apotheker genau, was die einzelnen Inhaltsstoffe von den tausenden Medikamenten im Lager mit dem Körper machen. Doch nicht nur das: In besonderen Fällen mischen Apothekerinnen und Apotheker die Präparate auch an. Das geschieht zum Beispiel für Menschen, die allergisch auf spezielle Inhaltsstoffe reagieren, oder bei manchen Medikamenten für Alkoholsüchtige.

    Aber Apothekerinnen und Apotheker arbeiten nicht nur in der Apotheke vor Ort. Ihr Wissen wird auch in der Forschung und in den großen Konzernen der Pharmazie gerne gesehen. In der pharmazeutischen Industrie warten Berufsmöglichkeiten in allen Bereichen der Medikamentenherstellung auf sie. Sie begleiten diese von der Entwicklung über die Forschung bis hin zur Zulassung. Industrie heißt aber nicht nur, für pharmazeutische Konzerne zu arbeiten. Auch bei Herstellern von zum Beispiel Kosmetikprodukten und Messgeräten von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker bieten sich spannende Arbeitsplätze.

    Im Krankenhaus arbeiten Apothekerinnen und Apotheker außerdem an der besten Versorgung der Krankenhauspatienten mit Arzneimitteln. Im Gegensatz zur Arbeit in der Apotheke nimmt hier deren Herstellung einen großen Stellenwert ein. Neben der Beratung von Ärzten und Pflegepersonal entscheiden Apothekerinnen und Apotheker in der Arzneimittelkommission, welche Arzneimittel in der Klinik angewendet werden. Aktuelle Trends im Krankenhaus rücken die Aufgabenbereiche der Apothekerinnen und Apotheker noch stärker in den Vordergrund. Sie arbeiten zunehmend in direkter Beziehung mit den Patientinnen und Patienten und sind wichtiger Teil des Konzepts ‚Schmerzfreies Krankenhaus‘.

    Die meisten Apothekerinnen und Apotheker arbeiten allerdings in der lokalen Apotheke. Oft auch in leitender Position. Sie arbeiten dann nicht nur im engen Kontakt mit den Kundinnen und Kunden, sondern übernehmen betriebswirtschaftliche Aufgaben und leiten die Angestellten. Das sind meist Pharmazeutisch-technische und Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentinnen und Assistenten.

    Gemeinsam mit den Apotheken im Umkreis organisieren Apothekerinnen und Apotheker den Notfalldienst. Dieser stellt sicher, dass deutschlandweit und rund um die Uhr eine Apotheke in der Nähe geöffnet hat.

    Vorteile   Nachteile
    • Verantwortung und Unabhängigkeit
      
    • viel Kontakt zu Menschen in schweren Situationen
    • attraktives Einkommen
    • komplexes, anstrengendes Studium
      
    • wichtiger Teil der Gesellschaft
      
    • Bereitschaftsdienst

    Wie wird man Apotheker?

    Der Weg zum Apotheker bzw. zur Apothekerin führt durch ein vierjähriges Studium und ein Jahr Pflichtpraktikum. Wer Pharmazie studiert, braucht starke Nerven und viel Durchhaltevermögen. Die Studierenden müssen sich im Grundstudium zunächst naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen aneignen. Die Inhalte des Hauptstudiums umfassen dann vor allem:

    • Pharmazeutische Biologie
    • Pharmazeutische/Medizinische Chemie
    • Biopharmazie
    • Klinische Pharmazie
    • Biochemie
    • Pharmakologie
    • Pharmazeutische Technologie

    Sind die acht Semester absolviert, beginnen zwei jeweils halbjährige Praktika. Eines in einer öffentlichen Apotheke, das andere wahlweise in einer Krankenhaus- oder einer Bundeswehrapotheke, einem Universitätsinstitut oder in der Industrie. Hier wird den Studierenden auch das erste Gehalt gezahlt. Es beträgt zwischen 700 und 900 Euro brutto monatlich. 

    Erst mit dem dritten Staatsexamen, nach den Praktika, bekommen Apothekerinnen und Apotheker die Approbation, also die staatliche Erlaubnis, sich Apothekerin oder Apotheker nennen zu dürfen.

    Welche Fähigkeiten sollten Apotheker mitbringen?

    Das Studium zum Apotheker bzw. zur Apothekerin hat es in sich: Ohne Fleiß, Belastbarkeit und Lernausdauer ist es schwer zu leisten. Hilfreich sind dabei eine hohe Auffassungsgabe und das Talent, sich naturwissenschaftliche Inhalte gut merken zu können. Je mehr Vorwissen in Biologie, Chemie, Physik und Mathe die angehenden Apothekerinnen und Apotheker haben, desto leichter wird ihnen das Studium fallen.

    Zuverlässigkeit und Strukturiertheit sind in einem Betrieb, der tausende Medikamente lagert und dessen Tätigkeit für einige Kunden überlebenswichtig ist, elementar. Schludrigkeit kann Menschen die Gesundheit oder das Leben kosten.

    Die Arbeit in der Apotheke erfordert aber nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch soziale. Oft sind Patientinnen oder Patienten in Situationen schwerer Schicksalsschläge oder einfach nur großer Sorge um ihre Gesundheit. Ihnen angemessen gegenüberzutreten, ist für Apothekerinnen und Apotheker elementar.

    Nicht nur gegenüber den Kundinnen und Kunden brauchen Apotheker soziale Kompetenzen. Sie sind auch als leitende Persönlichkeiten gefragt. Das heißt natürlich, die Angestellten führen zu können. Auf der anderen Seite heißt es aber auch, sich auf dem Pharmamarkt durchsetzen zu können. Zum Beispiel, den Versuchen von Einflussnahme durch große Pharmakonzerne entgegenzutreten.

    Arbeitgeber: Wer sucht Apotheker?

    Die meisten Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland arbeiten in einer öffentlichen Apotheke. Doch sie sind begehrt und werden in vielen verschiedenen Einrichtungen gesucht:

    • Krankenhäuser
    • Bundeswehr
    • Öffentliche Gesundheitsverwaltung
    • Krankenkassen
    • Prüfinstitutionen
    • Pharmazeutische Industrie
    • Wissenschaftliche Einrichtungen, wie Universitäten

    Gehalt: Was verdienen Apotheker?

    Nach der Ausbildung verdienen Apothekerinnen und Apotheker gut bis sehr gut. In Apotheken werden sie, außer derzeit in Sachsen, nach Tarif bezahlt. Dieser wurde zwischen der Apothekergewerkschaft ausgehandelt und sichert ein Einstiegsgehalt von monatlich 3.463 Euro brutto. Es steigt mit der Arbeitserfahrung auf bis zu knapp 4.199 Euro brutto pro Monat im 11. Berufsjahr. Dazu kommen Zuschläge für den Notdienst, die, je nach Zeitraum und Berufserfahrung, zwischen 70 und 255 Euro pro Schicht variieren.

    Im Krankenhaus steigen Apothekerinnen und Apotheker mit einem Gehalt von ca. 3.200 Euro brutto ein, können aber im Verlauf ihrer Karriere bis zu 7.000 Euro brutto im Monat verdienen.

    Die höchsten Gehälter warten aber in Pharmakonzernen auf die Apothekerinnen und Apotheker. Hier steigen sie meistens mit 4.000 Euro brutto im Monat ein und können sich auf Spitzengehälter von bis 15.000 Euro monatlich hocharbeiten.

    Einstieg: Aussichten von Apothekern

    Nicht nur die Gehaltsaussichten für Apothekerinnen und Apotheker sehen gut aus, auch die Chancen, in ihrem Beruf zu arbeiten. Denn dieser wird derzeit als ‚Mangelberuf‘ bezeichnet. Das bedeutet, dass die Zeit, in der eine Stelle unbesetzt bleibt, deutlich über dem Durchschnitt anderer Berufe liegt, sich auf offene Stellen weniger als vier Personen im Schnitt bewerben und die Arbeitslosenquote bei unter 3% liegt.

    Für Berufseinsteiger bedeutet das, dass sie in einen Markt kommen, in dem händeringend nach qualifizierten Kräften gesucht wird. Zwar starten derzeit Förderprogramme, eine Veränderung ist allerdings nicht in Sicht. Ackern sich angehende Apothekerinnen und Apotheker erfolgreich durchs Studium, stehen ihnen danach deshalb viele Möglichkeiten offen.

    Bewerbung: Womit punkten Apotheker?

    Bewerben sich frisch ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker nach dem Studium, sind die Studien-Leistungen das entscheidende Kriterium. Insbesondere, um einen Job in der Industrie zu bekommen, sind diese ausschlaggebend. Dazu sind außerdem gute Arbeitszeugnisse aus den Praktika sehr wichtig.

    Natürlich unterscheiden sich Industrie und öffentliche Apotheken als Arbeitgeber und legen Wert auf unterschiedliche Talente. In der öffentlichen Apotheke sind Verkaufs- und Beraterqualitäten und ein kundenorientiertes Auftreten wesentlich wichtiger als die Innovations- und Forschungsbegeisterung. Die wird hingegen in der Industrie großgeschrieben.

    Karriere: Aufstiegschance für Apotheker?

    Wie oben erwähnt gehen aus keiner akademischen Ausbildung so wenig Arbeitslose hervor, wie in der Pharmazie. Ein Löwenanteil, neun von zehn Absolvierten, arbeitet nach dem Studium in einer öffentlichen Apotheke.

    Hier sind die Karrieremöglichkeiten allerdings eingeschränkt. Die Leitung und Selbstständigkeit sind die beiden großen Optionen.

    Neben der Arbeit in einer „klassischen“ Apotheke haben Apotheker und Apothekerinnen die Möglichkeit, sich zu spezialisieren und anschließend als Fachapotheker bzw. -apothekerin in einem der folgenden Bereiche zu arbeiten:

    • Allgemeinpharmazie
    • Klinische Pharmazie
    • Arzneimittelinformation
    • Pharmazeutische Analytik
    • Pharmazeutische Technologie
    • Toxikologie und Ökologie
    • Theoretische und praktische Ausbildung
    • Öffentliches Gesundheitswesen
    • Klinische Chemie

    Apothekerinnen: Welche Chancen haben Frauen im Beruf des Apothekers?

    Heutzutage sind 70 Prozent der approbierten Apotheker Frauen. Diese Zahl spricht für den Wandel von einem traditionellen Männerberuf zu einem Frauenberuf. Denn erst vor etwas mehr als 100 Jahren wurden das erste Mal Frauen zum Studium der Pharmazie zugelassen. Es wird vermutet, dass auch die gute Vereinbarung zwischen Familie und Beruf, zum Beispiel durch Arbeit in Teilzeit, Hauptgründe für die neue Attraktivität sind.

    Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man immer noch eine geschlechterspezifische Verteilung. Wie in vielen anderen Berufen auch befinden sich Männer meistens an der Spitze der Hierarchie. Typisch ist hier auch, dass ein Drittel der promovierten Apotheker und Apothekerinnen Frauen sind, die Professoren und Professorinnen fast ausschließlich männlich sind. Das Muster erkennt man auch in der Industrie: Hier arbeiten ohnehin weniger Frauen als in den öffentlichen Apotheken; in Führungspositionen sind sie kaum zu finden.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Apothekers entwickelt?

    Zwei große Entwicklungen kennzeichnen das Arbeitsfeld in der Pharmazie: Der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs sowie die Entwicklung zu einem Beruf, den mehrheitlich Frauen ausüben.

    Besonders der Fachkräftemangel macht sich bemerkbar. Immer mehr Apotheken schließen, weil sie keine geeignete Nachfolge finden. Dieser Trend ist besonders im ländlichen Raum bemerkbar. Diverse Verbände zeigen sich hier besorgt, dass die Versorgung, besonders in Notfällen, nicht mehr garantiert werden kann.

    Ähnliche Berufe wie Apotheker:

    Pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten
    Pharmazeutisch-kaufmännische Assistentinnen und Assistenten
    Pharmazeutin / Pharmazeut
    Arzeneimitteltechnikerin / -techniker
    Ingenieur / -in für Pharmatechnik

    Quellen:

    apotheken-karriere.de, deutsche-apotheker-zeitung.de, adexa-online.de, abda.de, pharmazeutische-zeitung.de, berufenet.arbeitsagentur.de, audmiax.de, fu-berlin.de


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