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Arzthelferin Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Arzthelferin: Arzthelferin am telefonieren
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Arzthelferinnen unterstützen Ärzte und Ärztinnen aller Fachrichtungen beim organisatorischen Ablauf. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf einer Arzthelferin wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Arzthelferin (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Berufsausbildung

Ausbildungsdauer

 3 Jahre

Durchschnittsgehalt

 ca. 2.300 Euro

Einstiegsgehalt

 ca. 1.900 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Arzthelferin

    Wer auf seine Gesundheit achtet, geht in regelmäßigen Abständen zum Arzt. Egal, ob Hausarzt, Zahnarzt oder Facharzt, eins haben sie alle gemeinsam: Jeder Patient wird von einer freundlichen Arzthelferin oder einem Arzthelfer empfangen. Genau genommen ist die Berufsbezeichnung der Arzthelferin jedoch veraltet. Der Beruf heißt offiziell medizinischer Fachangestellter (MFA) und beinhaltet viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag.

    Arzthelferinnen und Arzthelfer müssen nämlich nicht nur in allen organisatorischen Belangen, die täglich in einer Arztpraxis stattfinden, geschult sein, sondern müssen auch täglich ihr medizinisches Fachwissen unter Beweis stellen.

    In vielerlei Hinsicht sind die medizinischen Fachangestellten das Aushängeschild einer Arztpraxis, weil sie den ersten Kontakt zu den Patienten aufnehmen, ihnen ein gutes Gefühl geben und ein unverzichtbarer Teil im Praxisalltag sind. Damit sich der behandelnde Arzt ganz auf die medizinische Versorgung seiner Patienten konzentrieren kann, kümmern sich Arzthelferinnen um die Aufnahme und Versorgung der Patienten im Warteraum. Die Verwaltung der Patientendaten und die Kommunikation mit anderen Fachärzten und den Krankenkassen liegt ebenfalls im Verantwortungsbereich von medizinischen Fachangestellten.

    Arzthelferinnen und Arzthelfer sind nicht nur Ansprechpartner für Fragen der Patienten, sondern assistieren auch dem Arzt bei Behandlungen und gehen, während ihrer Arbeitszeiten anderen medizinischen Tätigkeiten nach. Von der Blutabnahme, über die Bedienung medizinischer Geräte, bis hin zu Tätigkeiten im Labor können Arzthelferinnen ihre fachlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

    Das Arbeitsfeld eines medizinischen Fachangestellten ist vielfältig und kurzweilig. Die ausgezeichneten kommunikativen Fähigkeiten jeder Arzthelferin sind täglich gefragt, genauso wie eine freundliche und offene Art der Arzthelferinnen auch in stressigen Arbeitssituationen.

    Der Beruf der Arzthelferin hält jede Menge abwechslungsreiche Arbeitserfahrungen bereit, die es täglich zu bewältigen gilt. Jeder Patient, der mit einem individuellen Problem einen Arzt aufsucht, muss mit viel Einfühlungsvermögen von Arzthelferinnen und Arzthelfern aufgenommen und behandelt werden.

    Arzthelferinnen arbeiten jedoch nicht nur in Arztpraxen, sondern auch in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Gesundheitszentren.

    Wer dann noch viel Organisationstalent im Umgang mit Menschen beweist, ist wie gemacht für diesen Beruf. Der Ausbildungsberuf zur Arzthelferin bietet für hilfsbereite Menschen eine gute Möglichkeit eine Karriere im medizinischen Sektor zu begründen, die ein weitreichendes und spannendes Arbeitsfeld umfasst, das jeden Tag neue Herausforderungen bereithält.

    Vorteile   Nachteile

    vielseitige Tätigkeit

     oft stressiger Arbeitsalltag

    viel Menschenkontakt während der Arbeit

     unvorhersehbare Notsituationen     während der Arbeit sind möglich

    befriedigendes Arbeitsumfeld, in dem man Patienten helfen kann

     Patientenschicksale können   psychisch belastend sein

    Wie wird man Arzthelferin?

    Wer Arzthelfer, oder besser medizinischer Fachangestellter, werden will, muss eine dreijährige Berufsausbildung zum Arzthelfer absolvieren. Die meisten Arztpraxen verlangen von ihren Auszubildenden zum Arzthelfer die mittlere Reife. Es ist aber auch durchaus möglich, eine Berufsausbildung zum medizinischen Fachangestellten mit einem guten Hauptschulabschluss zu beginnen.

    Diese Ausbildung ist in der Regel dual, das bedeutet, dass sie zur Hälfte in einer Arztpraxis und zur Hälfte in der Berufsschule stattfindet. Die Ausbildung zum medizinischen Fachangestellten kann bei guten bis sehr gute Leistungen auch von drei Jahren auf zweieinhalb oder zwei Jahre verkürzt werden.

    In der Regel werden innerhalb der Ausbildung zur Arzthelferin drei bis vier Arbeitstage im praktischen Betrieb, also der Arztpraxis, gearbeitet und ein bis zwei Arbeitstage finden dann in der Berufsschule statt, um auch die theoretischen Grundlagen des Berufs zu erlernen.

    Die Inhalte der Ausbildung umfassen, neben einem breiten medizinischen Wissen, auch eine Menge kaufmännische Tätigkeiten, die man im Alltag einer Arztpraxis zur Organisation benötigt. Aufgaben, die in der Ausbildung vermittelt werden, sind unter anderem:

    • Ausbildung in der Assistenz bei ärztlicher Diagnose und Therapie
    • Ausbildung im Umgang mit Arzneimitteln, Impfstoffen und Heil- und Hilfsmitteln
    • Ausbildung zur Praxisorganisation
    • Ausbildung in Verwaltung und Abrechnung
    • Ausbildung in Patientenbetreuung
    • Ausbildung in Prävention und Rehabilitation
    • Ausbildung in Arbeits- und Praxishygiene

    Nach der Hälfte der absolvierten Ausbildung zum medizinischen Fachangestellten steht dann eine Zwischenprüfung an, in der die bisher erlernten Fähigkeiten geprüft werden. Diese Prüfung ist ein schriftlicher Test innerhalb der Ausbildung.

    Die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung zum medizinischen Fachangestellten besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Prüfung zum Abschluss der Ausbildung wird von der Landesärztekammer abgelegt und fragt alle Inhalte der Ausbildung von den Anwärtern zur Arzthelferin ab. Im schriftlichen Teil der Prüfung werden folgende Themen aus der Ausbildung priorisiert:

    • Wirtschafts- und Sozialkunde
    • Praxisorganisation
    • Praxisverwaltung
    • Behandlungsassistenz

    Im praktischen Teil der Prüfung wird von den angehenden medizinischen Fachangestellten verlangt, dass sie den praktischen Arbeitsalltag mit den täglichen Arbeitsaufgaben in einem Prüfungsumfeld simulieren und ihre erlernten Fähigkeiten so unter Beweis stellen. Einige der prüfungsrelevanten Aufgaben können sein:

    • Diagnose- und Therapiemaßnahmen
    • Patientenbetreuung und -beratung
    • Handhabung von medizinischen Geräten
    • Blutabnahme

    Nach Bestehen der Abschlussprüfung kann man dann die Berufsbezeichnung medizinischer Fachangestellter führen und sich auf eine Stelle bewerben, um seine Arbeitserfahrungen aus der Ausbildung zu erweitern und seine Karriere zu beginnen.

    Welche Fähigkeiten sollten Arzthelferinnen mitbringen?

    Arzthelferinnen, Arzthelfer oder medizinische Fachangestellte sitzen täglich an der Schnittstelle zwischen Arzt und Patienten. Deswegen ist es dringend erforderlich, dass sie jederzeit eine freundliche und offene Art an den Tag legen. Eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit ist in diesem Job das A und O. Da die Schicksale der Patienten manchmal nicht einfach sind, wird auch viel Empathie und Fingerspitzengefühl von Nöten sein, wenn man eine Karriere als medizinischer Fachangestellter anstrebt.

    Natürlich darf eine Affinität zum medizinischen Bereich nicht fehlen. Wer also kein Blut sehen kann, sollte lieber nicht den Berufsweg als Arzthelferin wählen. Stressresistenz ist im täglichen Berufsleben eines medizinischen Fachangestellten genauso wichtig wie eine Vorliebe für organisatorische Aufgaben. Wer alle diese Skills besitzt, kann sich schon auf eine Karriere als medizinische Fachangestellte freuen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Arzthelferinnen?

    Üblicherweise finden Arzthelferinnen ihren Arbeitsplatz in einer Arztpraxis. Hier sind Empfangsbereich, der Behandlungsraum und das Wartezimmer die Wirkungsbereiche. Allerdings kann man mit einer Qualifikation zum medizinischen Fachangestellten auch eine Anstellung in einem Krankenhaus oder einem Alten- und Pflegeheim finden.

    Da medizinische Fachangestellte über ein breites medizinisches und kaufmännisches Wissen im Gesundheitsbereich verfügen, können sie auch beispielsweise im Gesundheitsamt als Gutachter für Krankenkassen oder einem öffentlichen medizinischen Dienst angestellt sein. All diese Berufe werden in der Regel in einer Festanstellung ausgeübt.

    Auch als Ausbilder für die nächste Generation an medizinischen Fachangestellten kann man eine Anstellung finden, wenn man bereits viel Berufserfahrung gesammelt hat.

    Gehalt: Was verdient eine Arzthelferin?

    Wie in jedem anderen Beruf auch sind die Faktoren, die das Gehalt einer Arzthelferin bestimmen, vielfältig. Neben der bereits gesammelten Berufserfahrung kommt es auf die Art des Arbeitgebers, die Größe der Praxis und das Bundesland an, in dem man eine Anstellung findet.

    Generell lässt sich jedoch sagen, dass das Gehalt während der Ausbildung zum medizinischen Fachangestellten mit jedem Ausbildungsjahr zunimmt. So verdient eine angehende Arzthelferin oder ein Arzthelfer im ersten Ausbildungsjahr zum Beispiel 700 Euro monatlich brutto, im zweiten Ausbildungsjahr bereits ca. 740 Euro und im dritten dann ungefähr 790 Euro.

    Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung kann die Tätigkeit einer medizinischen Fachangestellten dann schon ca. 2.200 Euro brutto monatlich bringen. Das ist als Einstiegsgehalt üblich. Mit zunehmender Berufserfahrung ist sogar ein monatliches Gehalt von bis zu 2.700 Euro realistisch. Wer an Weiterbildungen teilnimmt, hat auch eine gute Chance auf eine weitere Gehaltserhöhung.

    Das Gehalt für medizinisches Fachpersonal ist darüber hinaus auch in einem Tarifvertrag festgelegt und kann bei der Bundesärztekammer eingesehen werden.

    Einstieg: Aussichten von Arzthelferinnen

    Arzthelfer haben sehr gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Der Bedarf an medizinischem Fachpersonal wächst stetig und das schon seit Jahren. Der Durchschnitt der Bevölkerung wird in Deutschland immer älter und verlangt deswegen auch nach einer ausgiebigen medizinischen Versorgung. Ein gegenläufiger Trend ist nicht abzusehen. Eher kann man davon ausgehen, dass in Zukunft noch mehr Arzthelferinnen und Arzthelfer gebraucht werden.

    Die Arbeitslosenquote unter Arzthelferinnen liegt in Deutschland zurzeit bei 2,6 Prozent und sinkt seit dem Jahr 2013 stetig. 

    Bewerbung: Womit punkten Arzthelferinnen?

    Wer nach dem bestandenen Schulabschluss eine Berufsausbildung als medizinischer Fachangestellter beginnen will oder nach der Berufsausbildung auf der Suche nach der ersten richtigen Anstellung ist, sollte mit sorgsam zusammengestellten Bewerbungsunterlagen beginnen. Diese sind nämlich das Aushängeschild für die eigenen Fähigkeiten und sollten bereits die fachliche Kompetenz und das eigene Organisationstalent widerspiegeln.

    Neben einem Lebenslauf sollten die Bewerbungsunterlagen für medizinische Fachangestellte auch ein Anschreiben enthalten, das die eigene Motivation für den Beruf erklärt und deutlich macht, warum man nicht nur fachlich, sondern auch menschlich für die Ausübung des Berufs geeignet ist.

    Auch Zeugnisse und Zusatzqualifikationen dürfen bei den Bewerbungsunterlagen nicht fehlen. Für den beruflichen Weg als medizinischer Fachangestellter sollte man dann im persönlichen Bewerbungsgespräch beweisen, dass Empathie und ein freundliches, gepflegtes Auftreten genauso zu den eigenen Stärken zählen wie eine stressresistente Persönlichkeit. Man sollte sich im Voraus auch darüber Gedanken machen, ob man auch mit den teils schweren Schicksalen der Patienten umgehen kann und sich über die eigene psychische und physische Belastbarkeit im Klaren sein.

    Karriere: Aufstiegschance für Arzthelferinnen?

    Für Arzthelferinnen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die eigene Karriere mit Fort- und Weiterbildung voranzutreiben. Besonders beliebt sind dabei Fortbildungen im Behandlungsbereich. Hier bietet sich das Fortbildungscurriculum mit dem Namen Ambulantes Operieren an. Dort lernen medizinische Fachangestellte alles, was es über ambulante Operationen zu wissen und zu beachten gilt. Teile der Fortbildung sind:

    • Operationstechnische Assistenz bei ambulanten Eingriffen
    • Vor- und Nachbereitung ambulanter Eingriffe
    • Instrumentenaufbereitung und Sterilisation
    • Psychosoziale Betreuung der Patienten
    • Planung und Organisation ambulanter Eingriffe

    Auch Fachhochschulen bieten weitergehende Lehrgänge und Studienmöglichkeiten für medizinische Fachangestellte an, die Arzthelferinnen mit dem Abschluss dazu befähigen, eine Führungsposition innerhalb einer Arztpraxis zu bekleiden. Entsprechende Weiterbildungen sind:

    • Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt
    • Spezialisierung auf ein Fachgebiet innerhalb des Berufsbildes, wie Hygienemaßnahmen oder Rechnungswesen
    • Studium, wie Healthcare Management oder Medizin

    Arzthelferin: Welche Chancen haben Frauen als medizinische Fachangestellte?

    Der Beruf der Arzthelferin ist eine klare Frauendomäne. Bis heute sind 98 Prozent aller medizinischen Fachangestellten Frauen. Die Chancen als Frau den Beruf der medizinischen Fachangestellten auszuüben sind also sehr gut.

    Die verantwortungsvolle Aufgabe vertrauensvoll mit den Patienten umzugehen, scheint bis heute noch fest in Frauenhand zu liegen und vorerst auch dort zu bleiben. Für eine Karriere als Arzthelferin steht Frauen also nichts im Weg.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld der Arzthelferin entwickelt?

    Seit dem Jahr 2013 steigen nicht nur die Beschäftigungszahlen im medizinischen Sektor, von rund 515.000 auf 566.000 Beschäftigte, sondern auch der Bedarf steigt weiterhin ununterbrochen. Das zeigt auch die Arbeitslosenquote unter medizinischen Fachangestellten, die mit 2,6 Prozent verschwindend gering ist.

    Die Kombination aus einem immer weiterwachsenden Fachkräftemangel und des steigenden Durchschnittsalters in Deutschland macht den Beruf der medizinischen Fachangestellten zu einem sehr gefragten. Die Aussichten für Berufseinsteiger sind bestens und der Trend scheint sich weiterhin zu verstärken.

    Wegen der guten medizinischen Versorgung in Deutschland werden die Patienten immer älter und ältere Patienten verlangen nach einer guten medizinischen Versorgung. Der Beruf der medizinischen Fachangestellten wird sich also weiterhin großer Beliebtheit erfreuen und eine gute Möglichkeit sein, eine erfolgreiche Karriere zu beginnen.

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    Krankenschwester, Zahnarzthelferin, Physiotherapeut, Pharmazeutisch-technische Assistentin

    Quellen:

    berufe-lexikon.de, praktischarzt.de, vmf-online.de, statista.com


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