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Bademeister Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Bademeister: Zwei Rettungsschwimmer vor einem Schwimmbad
© wavebreakmedia / Shutterstock
Sie retten Leben und halten das Schwimmbad in Schuss. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Bademeister wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Bademeister

Art der Ausbildung.

duale Ausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 2.600 Euro

Einstiegsgehalt.

 2.000 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Bademeister

    Der Beruf des Bademeisters heißt offiziell Fachangestellter für Bäderbetriebe, umgangssprachlich wird dennoch vom Bademeister gesprochen. Gerne kennt man sie aus Film und Fernsehen, wo sie mit Sonnenbrille bekleidet, gut gebräunt am Strand auf die Badegäste Acht geben und ihnen im Notfall zur Hilfe kommen. Mit oder Sonnenbrille: Bademeister haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, indem sie für die Sicherheit im Badbetrieb sorgen. Dabei spielt es selbstverständlich keine Rolle, ob das in einem Hallenbad oder an einem Strand stattfindet. Sie bewahren die Übersicht, halten den Rettungsring griffbereit und springen im Notfall auch ins Wasser, um jemanden zu retten. Bademeister sind in der Lage Erste Hilfe zu leisten, ergreifen in anderen Sonderfällen auch Maßnahmen wie das Anfordern von Krankenwagen oder Polizei, bei z. B. Verletzungen bzw. Diebstählen.

    Bademeister sorgen dafür, dass die Badeordnung von den Gästen eingehalten wird und greifen bei Fehlverhalten ein. Sie halten die Sprungtürme und Rutschen im Blick und achten auch hier für einen reibungslosen und vor allem sicheren Ablauf.

    Die Aufsicht der Badegäste gehört zu den Haupttätigkeiten, gleichzeitig übernehmen sie weitere verantwortungsvolle Aufgaben. Sie prüfen und reinigen die technischen Anlagen im Badbetrieb und checken und warten zum Beispiel die Pumpen, Heizungen und Wasseraufbereitungsfilter. Zudem achten Bademeister darauf, dass die Wasserqualität stimmt, indem sie Proben entnehmen und die werden wiederum auf Verunreinigungen, Chlorgehalt und pH-Wert überprüft. Reinigungs- und Desinfektionsaufgaben, z. B. in Umkleiden und Duschen, sowie das Instandhalten von Sport- bzw. Spielgeräten zählen ebenfalls zu den Tätigkeiten.

    Damit noch nicht genug: Zu den weiteren möglichen Tätigkeiten zählen Schwimmunterricht zu erteilen sowie Wassersportkurse für Gäste zu geben. Auch das Abnehmen von Schwimmprüfungen kann in das Aufgabenprofil fallen.

    Nicht nur Arbeit im Bad selber, auch Verwaltungsaufgaben gehören zum Berufsbild dazu. Darunter fallen beispielsweise Statistiken anzufertigen oder Betriebsberichte zu schreiben.

    Vorteile   Nachteile

    abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld

      

    Arbeit in Schichten und am Wochenende

    verschiedene Einsatzmöglichkeiten in der Branche

      

    gute körperliche Konstitution ist zwingend erforderlich

    Vielzahl an Weiterbildungs-/Aufstiegsmöglichkeiten

      

    Vergütung während der Ausbildung eher niedrig

    Wie wird man Bademeister?

    Schulische Voraussetzung ist der Abschluss der Realschule, unter Umständen ist der Zugang zur Ausbildung mit einem Hauptschulabschluss möglich. Die Ausbildung zum Bademeister erfolgt über eine duale Lehre, d. h. sie erfolgt zum Teil an der Berufsschule und zum Teil im Ausbildungsbetrieb.

    Die Ausbildungszeit lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch verkürzen. Hat der Azubi zum Beispiel einen berufsbildenden Lehrgang in diese Richtung absolviert, kann er sich diesen ggfs. auf seine Ausbildungszeit anrechnen lassen. Dafür muss der Betrieb jedoch bei der jeweiligen zuständigen Stelle einen Antrag stellen.

    Inhalte der Ausbildung sind unter anderem:

    • Beaufsichtigung des Badbetriebes
    • Betreuen von Gästen
    • Schwimmen
    • Rettungsmaßnahmen
    • technischer Betriebsablauf
    • Physik
    • Chemie
    • Verwaltungs- und Vertragsrecht für Bäderbetriebe
    • Grundlagen Betriebswirtschaftslehre
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Gesundheitslehre
    • Schwimmlehre

    In der dualen Ausbildung haben die Auszubildenden so die Chance, in der Berufsschule die nötigen theoretischen Kenntnisse vermittelt zu bekommen und lernt im Ausbildungsbetrieb die praktische Arbeit kennen, wie das Durchführen von Erster Hilfe oder das Pflegen und Warten der Einrichtungen.

    In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet mit der Abschlussprüfung gegen Ende des dritten Lehrjahres. Diese besteht aus einem mündlichen und einem schriftlichen Part.

    Welche Fähigkeiten sollten Bademeister mitbringen?

    Als Bademeister ist es sehr wichtig, gerne mit Menschen zu arbeiten, denn ohne die ist ein Badebetrieb kaum möglich. Auch ein gewisses handwerkliches Geschick sollte ein Bademeister mitbringen. Über diese Soft Skills sollte ein Fachangestellter für Bäderbetriebe noch verfügen:

    • Kommunikationsfähigkeit
    • Technisches und chemisches Verständnis
    • Gute Umgangsformen
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Beobachtungsgenauigkeit
    • Organisationsfähigkeit

    In diesem Beruf sollte man dazu in der Lage sein, sich schnell umstellen und handeln zu können und ein gelungenes Beaufsichtigen von Badegästen zu gewährleisten. Dazu gehört ein sehr gutes Konzentrationsvermögen, aber auch Körperbeherrschung (z. B. bei Rettungsmaßnahmen).

    Schwimmunterricht oder Wassersportkurse erfordern zudem ein gewisses pädagogisches Gespür, um den Teilnehmern die Fähigkeiten und Übungen geschickt zu vermitteln.

    Arbeitgeber: Wer sucht Bademeister?

    Bademeister kennt man vor allem aus dem Hallen- und Freibad. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig:

    • in öffentlichen und privaten Frei- und Hallenbädern
    • in Erlebnisbädern
    • in Wellnessoasen
    • in Strandbädern
    • in Fitnesszentren
    • in Rehabilitationskliniken

    Gehalt: Was verdient ein Bademeister?

    Wie viel ein Bademeister monatlich verdient, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehört, in welchem Bundesland der Beruf ausgeübt wird, die Größe des Unternehmens, in dem man tätig ist und mit den Jahren auch die bisher gesammelte Berufserfahrung und Verantwortlichkeiten.

    Ausbildungen werden generell eher gering vergütet, da ist die Lehre zum Bademeister keine Ausnahme. Abhängig von der Region, der Art und der Größe des Ausbildungsbetriebes kann ein Bademeister-Azubi im ersten Lehrjahr zwischen 620 und 815 Euro bekommen. Im zweiten Lehrjahr dann zwischen 675 und 930 Euro, im letzten Jahr dann 775 bis 1065 Euro. Bei einem kommunalen Arbeitgeber mit Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) liegt die Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr schon bei 1.018 Euro liegen, 1.068 Euro im zweiten und 1.114 Euro im dritten und letzten Jahr.

    Mit Beendigung der Ausbildung steigt selbstverständlich auch das Gehalt. Das Einstiegsgehalt beträgt – abhängig von verschiedenen Faktoren – zwischen 2.000 und2.500 Euro. Das Gehalt steigert sich im Laufe der Jahre und kann sich durch Weiterbildungen noch erhöhen. Mit einem Vertrag im öffentlichen Dienst liegt der Verdienst bei zwischen 2.749 und 3.046 Euro, je nach Bundesland und Verantwortlichkeiten.

    Einstieg: Aussichten von Bademeister 

    Der Fachkräftemangel ist mittlerweile auch dort angekommen, schätzungsweise fehlen mehrere Tausend Bademeister. Auf der anderen Seite sind Erlebnis- und Wellnessbäder stark im Trend. Doch die Bezahlung und die Arbeit im Schicht- und Wochenenddienst machen den Job für viele unattraktiv.

    Wer in dem Berufsbild jedoch seinen Traumjob gefunden hat, hat also gute Chancen einen Job zu finden, denn Bademeister werden gesucht. Weiterbildung oder ein anschließendes Studium hilft dabei Führungskraft zu werden und so auch sein Gehalt zu erhöhen.

    Bewerbung: Womit punkten Bademeister?

    Nach der Ausbildung gilt es, einen potenziellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Lebenslauf, alle Zeugnisse und auch ein Anschreiben sollten bei der Bewerbung nicht fehlen. Dort kann der ausgebildete Fachangestellte für Bäderbetriebe mit seiner Ausbildung und seinen Fähigkeiten punkten. Denn mit Skills wie einem hohen Verantwortungsbewusstsein, technischem Verständnis, guten Umgangsformen und einer gehörigen Portion Motivation kann der Bewerber auf sich aufmerksam machen.

    Bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch kann der Bewerber dann seine Stärken beim Arbeitgeber – am besten mit eigenen Beispielen aus der Praxis – unter Beweis stellen. Mit einer aufgeschlossenen und freundlichen Art lässt sich hier viel gewinnen.

    Karriere: Aufstiegschance für Bademeister?

    Fachangestellte für Bäderbetriebe können sich durch Weiterbildung oder Studium weiterentwickeln und sich dadurch Aufstiegschancen sichern:

    • Weiterbildung als Meister für Bäderbetriebe
    • Studium des Sportmanagements oder – ökonomie
    • Studium des Gesundheitssportes
    • Studium des Technischen Gebäudemanagements

    Als geprüfter Meister für Bäderbetriebe ist dieser berechtigt Fach- und Führungsaufgaben zu übernehmen, d. h. neben verwaltenden Aufgaben führen sie Mitarbeiter und leiten Auszubildende an.

    Wer Sportaktivitäten organisieren oder vermarkten möchte, ist mit einem Studium des Sportmanagements gut beraten. Zu den Aufgaben zählen nicht nur die Planung, Leitung und Durchführung von Events, sondern auch das Entwickeln von Sportangeboten.

    Mit einem Studium des Gesundheitssports öffnen sich Tätigkeitsfelder wie Gesundheitsberatung, nichtärztliche Behandlung oder Sportunterricht.

    Ein Studium im Facility-Management bzw. des technischen Gebäudemanagements konzentriert sich nicht auf den sportlichen Aspekt. Stattdessen stehen Tätigkeiten wie beispielsweise die optimale Immobilienbewirtschaftung oder die Planung von Gebäuden und Anlagen im Mittelpunkt.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Bademeister entwickelt?

    Ausgebildete Bademeister sind für die Sicherheit und Ordnung im Schwimmbad zuständig – ohne sie können die Bäder ihren Betrieb nicht aufrechterhalten. Angepasste Öffnungszeiten oder auch Schließungen sind die Folge. Nach Schätzungen des Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister Peter Harzheim fehlen etwa 2.500 Fachkräfte bundesweit, eine Änderung ist derzeit nicht absehbar. Der demografische Wandel als auch unattraktive Arbeitsbedingungen machen dem Berufsfeld zu schaffen. Außerdem entscheiden sich immer mehr junge Leute für ein Studium, statt eine Ausbildung zu absolvieren.

    Bademeisterin: Welche Chancen haben Frauen in der Branche?

    2018 wurden 18 von 51 Ausbildungsverträgen mit Frauen geschlossen – der Männeranteil ist in dem Beruf eindeutig höher. Ungeachtet dessen, stehen die Chancen für Frauen als sehr gut für diese Tätigkeit. Einige Betriebe wünschen sich sogar mehr Bewerbungen von Frauen. Wer also die entsprechenden Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringt, hat gute Chancen einen Job als Bademeisterin zu finden.

    Ähnliche Berufe wie Bademeister:

    Masseur, medizinischer Bademeister, Rettungsschwimmer, Saunameister, Badewärter, Haustechniker, Fachkraft für Abwassertechnik

    Quellen:

    Berufenet Arbeitsagentur, BIBB.de, haz.de


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