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Barkeeper Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Barkeeper: Cocktail
© Maksym Fesenko / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Barkeepers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Barkeeper

Art der Ausbildung.

Weiterbildung

Ausbildungsdauer.

3 Wochen bis 3 Monate

Durchschnittsgehalt.

 3.000 Euro

Einstiegsgehalt.

 1.600 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Wer weiß, dass ein Daiquiri kein peruanischer Singvogel, eine Virgin Mary nicht nur die Mutter Jesu ist, und für wen die erste Frage beim Martini nicht ‚geschüttelt oder gerührt?‘, sondern ‚Gin oder Wodka?‘ ist, der eignet sich perfekt für die Arbeit als Barkeeper.

    Barkeeper kennen die gängigsten und beliebtesten Cocktailrezepte, wandeln diese nach Wunsch ab, und erfinden auch eigene Kreationen, welche sie auch im Rahmen von Veranstaltungen von Jurys und Kennern prämieren lassen können.

    Zu der Arbeit als Barkeeper gehört aber auch, sich um die Bar und ihren Inhalt zu kümmern, Zutaten im Blick zu haben und nachzubestellen, wenn diese knapp werden. Da Barkeeper mit Lebensmitteln hantieren, ist auch die Einhaltung der Hygienevorschriften eine tägliche Aufgabe, mit der sich Bartender konfrontiert sehen.

    Außer Cocktails bereiten sie auch Heißgetränke zu und kennen sich auch mit der Herstellung der gängigstenKaffeespezialitäten aus, denn auch diese können an der Bar geordert werden. Das Aufgabengebiet eines Baristas ist deshalb aus keiner Ausbildung zum Barkeeper wegzudenken.

    Ob ein Barmixer wie in schwarz-weißen Hollywood Klassikern ein therapeutisches Ohr für seine Kunden hat, bleibt jedem selbst überlassen. In jedem Fall aber sollte man nicht auf den Mund gefallen sein, um Kunden, die weniger entscheidungsfreudig sind, zur Getränkewahl beraten können und auch die Bar und die Tätigkeit als Barkeeper für die Kunden zum Erlebnis zu machen. Da fliegt schon mal der Cocktailshaker durch die Luft und wird kunstvoll wieder aufgefangen. Inwieweit man sich auf solche Kunststücke spezialisiert, bleibt aber ebenfalls jedem Bartender selbst überlassen.

    Wie in jedem Beruf, der mit der Gastronomie zu tun hat, ist in erster Linie eine gleichbleibende Qualität der Produkte und des Getränks an sich am wichtigsten. Sie garantiert, dass Kunden immer wieder gerne an der Bar sitzen.

    Vorteile   Nachteile
    • kreative, abwechslungsreiche Tätigkeit
      
    • dann zu arbeiten, wenn andere feiern
    • viel Kontakt mit Menschen
    • das Vorurteil, dass Barkeeper ihre eigenen besten Kunden sind
      
    • Trinkgeld
      
    • stehende Tätigkeit

    Wie wird man Barkeeper?

    Die Weiterbildung zum Barkeeper kann man nach erfolgreichem Abschluss und mit einschlägiger Berufserfahrung in einem gastronomisch orientierten Lehrberuf beginnen. Zumeist ist die Weiterbildung an einer privaten Schule berufsbegleitend oder in Vollzeit möglich. Ein möglicher Zugangsberuf für die Weiterbildung zum Barkeeper ist der des Restaurantfachmanns oder Hotelfachmanns, aber jeder andere Beruf in der Gastronomiebranche bietet sich ebenfalls an. Eine Vorausbildung zum Lebensmitteltechniker, welcher sich in einem industriellen Kontext mit Rezepten und den Abläufen der Getränkeherstellung beschäftigt, ist ebenfalls ein möglicher Zugangsberuf für diese Laufbahn.

    Tendenziell ist keine Ausbildung vorgeschrieben, um den Lehrgang zum Barmixer zu beginnen, jedoch ist es mit gastronomischem Vorwissen wahrscheinlicher, die Ausbildung zu bestehen. Der Barkeeper Lehrgang, als Zusatz zur gastronomischen Ausbildung, wird auch von potentiellen Arbeitgebern sehr gern gesehen.

    Der Beruf des Barkeepers ist international aufgestellt, weshalb Fremdsprachenkenntnisse - vor allem in Englisch und Französisch - nicht nur in der Material- und Getränkekunde gelehrt werden, sondern auch in der Ausbildung einen wichtigen Stellenwert haben. Hier zeigt sich wieder, dass eine frühere Ausbildung als Hotelfachmann oder Restaurantkaufmann eine gute Grundlage für die Tätigkeit als Barkeeper ist, denn während der Ausbildung für diese Berufe stehen Fremdsprachen auf dem Lehrplan.

    Ebenso wird die Möglichkeit eines berufsschulischen Austausches in ein Land der Wahl gegeben. Gerade bei der Arbeit in Hotels werden sich Bartender immer wieder mit vielen Nationalitäten konfrontiert sehen. Eine gute Basis in Englisch und wahlweise in anderen Fremdsprachen sind enorm hilfreich für den Kundenservice.

    Mit einem Abschluss als internationaler Barkeeper ist es auch möglich, in anderen Ländern zu arbeiten und dort Erfahrung im Beruf zu sammeln.

    Die Ausbildung dauert entweder drei Wochen in Vollzeit oder bis zu drei Monate in Teilzeit. Meist wird der Lehrgang zum Barkeeper berufsbegleitend absolviert. Für Hotel- bzw. Restaurantfachmänner und -frauen werden auch teilweise die Schulungsgebühren für die Weiterbildung zum Barmixer vom Arbeitgeber übernommen, um die Angestellten zu fördern und personalwirtschaftlich an den Betrieb zu binden.

    In der Weiterbildung zum Barkeeper werden folgende Themen behandelt:

    • Waren- und Getränkekunde
    • Lagerung, Warenannahme, Tagesabschlüsse erstellen
    • Techniken des Getränkemixens
    • Auswahl der richtigen Gläser
    • Herstellung von Garnitur
    • Gästeberatung und Verkauf
    • Fingerfertigkeiten und Showeinlagen beim Herstellen von Getränken
    • Grundzüge der Barista Tätigkeit, soweit sie für Bartender relevant sind

    Ebenso werden Hygienevorschriften gelehrt, Grundzüge des persönlichen Auftretens, Small Talk und persönliches Erscheinungsbild des Barkeepers und deren Wirkung besprochen.

    An einigen privaten Schulen ist es möglich, eine Prüfung vor der IHK abzulegen, und sich dann „geprüfte/r Barmixer/in“ nennen zu können. Die Berufsbezeichnung des Barmixers ist (ebenso wie die des Baristas) bisher noch nicht geregelt oder geschützt, daher kann man sich auch ohne einschlägige Ausbildung Barmixer/in nennen oder als solche/r arbeiten, jedoch ist es immer von Vorteil sich weiterzubilden.

    Durch ein Zertifikat oder eine Prüfung vor den IHK steigen die Chancen, eine berufliche Tätigkeit als Barkeeper aufzunehmen. Wenn die Weiterbildung berufsbegleitend absolviert wird, wird der Arbeitgeber auch vorzugsweise einen geprüften Barkeeper an seiner Bar einsetzen, als andere Kräfte der gastronomischen Branche.

    Welche Fähigkeiten sollten Barkeeper mitbringen?

    Ein Barkeeper sollte vor allem kontaktfreudig sein und viel Leidenschaft für die Gastronomie und den Kundenservice mitbringen. Auch sollten man neuen Ideen und Wünschen der Kunden gegenüber immer aufgeschlossen sein. Ebenfalls sollte in der Tätigkeit des Bartenders Frustrationstoleranz nicht fehlen, gerade im Umgang mit einem anspruchsvollen Gast, der Cocktail um Cocktail zurückgehen lässt.

    Da Barkeeper oft nach Empfehlungen gefragt werden, ist eine gewisse Menschenkenntnis auch von Vorteil. Wenn ein Gast bereits zwei verschiedene Drinks bestellt hat und nach etwas Neuem fragt, ist der Verstand des Bartenders gefragt, etwas zu empfehlen, das dem Gast schmecken könnte.

    Freundlichkeit und Serviceorientierung ist in jedem gastronomischen Beruf sehr wichtig. Barkeeper sind hiervon keine Ausnahme. Auch wenn ein Barkeeper mal einen schlechten Tag hat, darf er diesen nicht in den Schankraum mitnehmen, denn das verbreitet eine schlechte Stimmung und sorgt dafür, dass die Gäste nicht wiederkommen. In der Branche der Gastronomen wird häufig davon gesprochen, am Arbeitsplatz auch Schauspieler zu sein. Ohne Zweifel ist ein Überspielen von eigenen Emotionen und Problemen im Beruf des Barkeepers an der Tageordnung, viel lässt sich aber auch durch ein freundliches und zuvorkommendes Auftreten erreichen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Barkeeper?

    Barkeeper arbeiten in erster Linie in der Gastronomie zum Beispiel in Bars oder Kneipen. Auch Restaurants mit Barausschank oder Cafés beschäftigen Barmixer. Darüber hinaus gibt es viele Barkeeper, die in Hotels, Pensionen, Diskotheken oder Clubs arbeiten. Prinzipiell ist in jedem Gastronomie- und Hotelbetrieb ein Barkeeper beschäftigt.

    Abseits dieser doch relativ naheliegenden Arbeitsumfelder kann man als Bartender auch an ausgefallenen Orten einen Job finden, auf einem Kreuzfahrtschiff beispielsweise. Hier kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und neben der Arbeit noch die Welt entdecken. Genauso exklusiv ist es wahrscheinlich, wenn man einen Job bei einer Luxus-Airline ergattern kann. Diese betreiben oft für ihre besten Kunden exklusive Bars am Flughafen. Auch einige Flugzeuge in der gehobenen Preisklasse, wie der Airbus A380, haben sogar eine Bar an Bord.

    Gehalt: Was verdient ein Barkeeper?

    Die Vergütung der Arbeit als Bartender fällt unterschiedlich aus. Wer eine gastronomische Ausbildung absolviert hat, bevor er die Weiterbildung zum Barkeeper gemacht hat, verdient in der Regel bereits am Anfang der Tätigkeit als Barkeeper mehr als die Kollegen ohne gastronomische Vorerfahrung. Es lässt sich ein Einstiegsgehalt von durchschnittlich 1.600 Euro brutto im Monat feststellen. Mit mehr Berufserfahrung, und wenn von einem Barkeeper noch andere Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen seiner Tätigkeit wahrgenommen werden, steigert sich das Gehalt auf durchschnittlich 3.000 Euro brutto im Monat. Trinkgelder sind hier nicht miteingerechnet.

    Einstieg: Aussichten von Barkeepern

    Im gesamten Gastronomiebereich werden Arbeitskräfte gesucht, davon ist der Beruf des Barkeepers nicht ausgenommen. Die Einstiegschancen in die Tätigkeit als Barkeeper sind überdurchschnittlich gut. Da der Beruf kein offizieller Ausbildungsberuf ist, kann praktisch jeder in einer Bar als Bartender anfangen und so als Quereinsteiger Berufserfahrung sammeln, um anschließend die Weiterbildungsprüfung bei der IHK in Angriff zu nehmen. Mit dieser Qualifikation und zusätzlicher Berufserfahrung stehen einem als Barkeeper quasi alle Türen offen. 

    Bewerbung: Womit punkten Barkeeper?

    In der Bewerbung punkten Barkeeper und Barkeeperinnen neben einer abgeschlossenen Ausbildung in der Gastronomie (oder anderen einschlägigen Berufen) und dem Lehrgang zum Barkeeper. Ebenso benötigen sie eine Gesundheitskarte zum hygienischen Umgang mit Lebensmitteln, welche vom Gesundheitsamt ausgestellt wird und meist nicht Bestandteil der Ausbildung ist, sondern von jedem angehenden Barkeeper selbst finanziert werden muss.

    Ebenso ist es von Vorteil, seine Leidenschaft für die Kreation von Getränken und die Serviceorientierung im Anschreiben einer Bewerbung als Barkeeper zu erwähnen.

    Karriere: Aufstiegschance für Barkeeper?

    Mit einer abgeschlossenen Weiterbildung als Barkeeper muss die Ausbildung im Bereich der Gastronomie nicht zu Ende sein. Mit einer zusätzlichen Weiterbildung können Barkeeper sich zu Barchefs qualifizieren, die sich noch mehr um die Qualitätssicherung, das Personalwesen und den Bestand in der Bar kümmern. Durch diese leitende Tätigkeit sind es oft die Barchefs, die sich nach einigen Jahren Berufspraxis und der Ansammlung von Kapital mit ihrer eigenen gastronomischen Einrichtung selbstständig machen. Natürlich gibt es auch Barkeeper ohne die Qualifikation als Barchef, die sich früher oder später selbstständig machen.

    Mit der Ausbildung zum Hotelfachmann oder -frau steht Bartendern wiederum im Anschluss auch die Weiterbildung zum Hotelmeister offen. In diesem Beruf bewegt man sich ebenfalls im Hotel- und Gastgewerbe, übt leitende Tätigkeiten aus und ist qualifiziert, ein eigenes Hotel oder ähnliches zu eröffnen. Der Hotelmeister ist oft an der Geschäfts- und Personalführung des Hotels, in dem er arbeitet, beteiligt und übernimmt die Ablaufpläne von Großveranstaltungen zum Beispiel bei Staatsempfängen oder Hochzeitsfeiern, die im Haus veranstaltet werden.

    Ebenso ist es Barkeepern möglich eine weitere Ausbildung zum Eventmanager zu machen, um selbst Großveranstaltungen abhalten zu können, oder einen Catering- und Eventservice in selbstständiger Tätigkeit zu leiten.

    Weitere mögliche Weiterbildungen für Barkeeper sind:

    • Gastronom
    • Betriebswirt (im Bereich Restaurant oder Hotel)
    • Fachwirt (im Bereich Restaurant oder Hotel)

    Barkeeperinnen: Welche Chancen haben Frauen an der Bar?

    Weibliche Barmixer sind eher eine Seltenheit, die Branche ist männlich dominiert. Ein Grund dafür sind die Arbeitszeiten, die eher unvereinbar mit der Planung einer Familie sind. Der Beruf des Barkeepers ist zudem von Vorurteilen geprägt, die durch Filme und Medien entstanden und den Barkeeper oft als Charmeur und Frauenheld darstellten.

    Jedoch muss das Geschlecht kein Hinderungsgrund sein, die Laufbahn als Barkeeperin einzuschlagen. Vielmehr kommt es hier auf das sprichwörtliche dicke Fell an, ebenso wie auf die Leidenschaft zur Gastronomie.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Barkeepers entwickelt?

    Barkeeper gelten heute allgemein nicht mehr als ihre eigenen besten Kunden, denn es ist bekannt, dass Barkeeping ein Beruf wie jeder andere ist. Einladungen zum fröhlichen Miteinandertrinken werden von Barkeepern gerne abgelehnt, denn sie bewahren sich ein professionelles Auftreten, wozu auch gehört, im Berufsleben nüchtern zu sein.

    Auch das eher schmuddelige Kneipendasein hat sich durch die Professionalität des Barkeepers geändert. Die Sterne-Gastronomie und die Nachfrage nach qualitativen und regionalen Produkten hat auch in der Bar und die Arbeit der Barkeeper Einzug gehalten.

    Ähnliche Berufe wie Barkeeper:

    Hotelfachmann
    Restaurantfachmann
    Sommelier
    Barkellner

    Quellen:

    berufnet.arbeitsgentur.de, welt.de, azubiyo.de, mystipendium.de, zeit.de


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