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Bauleiter Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Bauleiter: Bauleiterin mit Schutzhelm auf der Baustelle
© bernatets photo / Shutterstock
Ohne Bauleiter würde auf Baustellen schnell Chaos ausbrechen, denn er übernimmt wichtige Koordinationsaufgaben. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Bauleiters wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Bauleiter

Art der Ausbildung.

Studium/ Weiterbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

4.000 Euro

Einstiegsgehalt.

3.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Bauleiter sorgen dafür, dass auf einer Baustelle alles rund läuft. Sie erstellen Baupläne, fordern Lieferungen an, überwachen die Fortschritte am Bau und jeder Bauleiter hat auch immer einen Notfallplan in petto, falls der Bau in Verzug gerät.

    Ebenfalls gehört es zum Tätigkeitsbereich eines Bauleiters, sich an den Bauplan, welcher im Vorfeld mit den Architekten, den Bauherren oder anderen Auftraggebern besprochen wurde, zu halten. Das bedeutet, dass ein Bauleiter natürlich auch häufig auf der Baustelle anwesend sein muss, um die Mitarbeiter anzuleiten, ihnen Tätigkeiten zuzuteilen und diese dann zu beurteilen. Zudem muss der Bauleiter dafür Sorge tragen, dass die Mitarbeiter sich keinen unnötigen Risiken aussetzen. Daher muss er auch die rechtlichen Grundlagen des Arbeitsschutzes im Sinne der Einhaltung von Pausen und Arbeitszeiten, aber auch dem sicherem Arbeiten mit Schutzvorrichtungen und dem richtigen Gebrauch von Maschinen, anwenden können. Im Notfall muss der Bauleiter auch korrigierend einwirken, wenn ein Gerät nicht sachgemäß verwendet wird oder ein Mitarbeiter auf der Baustelle durch zu viel Sorglosigkeit auffällt.

    Während des gesamten Bauprozesses führt der Bauleiter auch immer wieder die Qualitätsprüfung und Vermessungsprüfung der Ausführung der Arbeiten durch.

    Für eine Baustelle gibt es oft bestimmte Baugenehmigungen, welche von der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erlassen werden und die der Bauleiter kennen muss. Zudem muss er auch dafür sorgen, dass diese in vollem Umfang ausgenutzt wird, jedoch nicht missachtet wird. Ebenso führt der Bauleiter ein Bautagebuch, in dem der Fortschritt der Baustelle stets für Bauherren und Architekten ersichtlich ist.

    Es gibt auch spezialisierte Posten im Bereich der Tätigkeit eines Bauleiters, zum Beispiel einen Bauleiter, der sich um die Überprüfung der elektrischen Anlagen kümmert, oder einen übergeordneten Bauleiter für etwas größere Bauprojekte, der für die gesamte Baustelle verantwortlich ist. Hier arbeitet dann ein ganzes Team von Bauleitern zusammen, bei dem dann jeder für einen speziellen Bereich verantwortlich ist.

    Ist der Bauvorgang abgeschlossen, endet die Tätigkeit des Bauleiters noch nicht. Er und die Baustelle müssen nach Abschluss aller Maßnahmen einer ordnungsgemäßen Prüfung standhalten, damit das Bauprojekt, welches der Bauleiter betreut hat, als abgenommen gilt. Der Bauleiter fungiert sozusagen als Bindeglied zwischen den Planern und den Ausführenden und muss mit beiden Ebenen arbeiten können, um eine reibungslose Abwicklung des Bauprojekts zu gewährleisten.

    Der Bauleiter hat daher nicht nur auf der Baustelle, sondern auch im Büro viel zu tun. Kosten- und Leistungsrechnungen sowie Kostenkalkulation und Kontrolle gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie auch das Lesen und Umsetzen von architektonischen und elektrotechnischen Plänen. Zum Punkt Kostenkontrolle gehört auch die gründliche Recherche und der Vergleich von Material- und Dienstleistungspreisen durch den Bauleiter, damit am Ende der beauftragte Handwerker, aber auch der Bauherr mit dem Ergebnis und den Kosten zufrieden sind.

    Vorteile   Nachteile

    Verantwortungsvolle Tätigkeit

      

    Abhängig von der wirtschaftlichen Lage der Baubranche

    Viele verschiedene Aufgaben

    Kann sehr stressig werden, wenn die Bauplanung in Verzug kommt

    Zukunftssicherer Beruf, denn die Baubranche wird es immer geben

      

    Häufig werden Überstunden gemacht

    Wie wird man Bauleiter?

    Bauleiter haben meist ein Studium im Bereich Bauingenieurswesen oder Architektur absolviert und benötigen noch zusätzlich einiges an Berufserfahrung, bevor sie zum Bauleiter aufsteigen können. Ebenfalls kann man sich nach einer Weiterbildung im Bereich der Bautechnik für den Beruf des Bauleiters entscheiden.

    Entscheidet man sich für denWeg, eine Ausbildung zu machen, sollte in jedem Fall eine Meisterlehre oder eine technische Weiterbildung in dem Bereich angestrebt werden, die natürlich mit dem Baubetrieb zusammenhängen sollte, bevor man den Weg zum Bauleiter beschreiten kann.

    Der Werdegang eines jeden Bauleiters ist verschieden, jedoch ist allen gemein, dass sie eine fachliche Ausbildung oder ein Studium im Baubetrieb absolviert haben.

    Wichtige Kenntnisse für einen Bauleiter sind:

    • Personalmanagement
    • Vermessungstechnik
    • Kosten- und Leistungsrechnung
    • Rechnungsprüfung
    • Führen eines Bautagebuchs
    • Erstellen von Zeit- und Ablaufplänen
    • Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften
    • Recherche über Material- und Dienstleistungskosten
    • Kostenvoranschläge und Nachberechnungen
    • Bauliche Statik, Bauinformatik und Haustechnik
    • Ausschreibungen, Vergabe und Leistungsbeschreibungen

    Welche Fähigkeiten sollten Bauleiter mitbringen?

    Bauleiter sollten verantwortungsbewusst sein, denn sie sind für alle Maßnahmen auf der Baustelle und für die Qualitätssicherung des geplanten Gebäudes zuständig. Dies gilt auch für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und Baupläne.

    Bauleiter sollten auch auf alle Arten von Menschen zugehen können, denn sie müssen nicht nur mit Architekten Gespräche führen, sondern auch mit Hilfsarbeitern auf der Baustelle, und diese auch zur Arbeit motivieren können. Oft herrscht auf der Baustelle eine Hierarchie, da die meisten Arbeiter dem Bauleiter unterstellt sind und sich dieser Rangordnung auch bewusst sind. Dies darf dem Bauleiter jedoch nicht zu schaffen machen, denn er muss sich dem Rangunterschied auf der Baustelle ebenfalls bewusst sein, aber auch in der Lage sein, jedem Mitarbeiter seine eigene wichtige Rolle auf der Baustelle zuzuordnen. Alle müssen an einem Strang ziehen und dann sollte es keine Rolle spielen, wer Aufträge erteilt oder sie ausführt, denn der Bauleiter sollte für ein produktives, kollegiales Arbeitsumfeld sorgen können. Ein Bauleiter muss dementsprechendes Durchsetzungsvermögen haben und souverän gegenüber seinen Mitarbeitern auftreten können.

    Wenn sich ein Bauprojekt verzögert, muss der Bauleiter auch flexibel sein und damit rechnen, Überstunden zu machen. Zudem sollte er auch eine gewisse Resistenz gegenüber Stress haben, wenn er seine Notfallpläne einleiten muss, um das Bauprojekt trotz Verzögerungen in den Abläufen noch rechtzeitig für die Übergabe fertig zu bekommen. Analytische Fähigkeiten und eine klare Übersicht über alle Vorgänge, welche der Bauleiter veranlasst hat, helfen in diesem Sektor extrem weiter, sodass oftmals mögliche Verzögerungen bereits im Vorfeld vermieden werden können.

    Arbeitgeber: Wer sucht Bauleiter?

    Bauleiter arbeiten in Bauunternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros. Sie werden aber auch im Garten- und Landschaftsbau beschäftigt. Hier beschäftigen sich Bauleiter weniger mit der Errichtung von Häusern, sondern mit der Planung der Bepflanzung von Grünanlagen. Bauleiter werden oft von öffentlichen Trägern eingesetzt, wenn Großprojekte des Bundes oder der Länder zu überwachen sind. Hierbei ist der Bauleiter meist sehr engen Kostenkalkulationen und politischem Druck ausgesetzt, wenn ein Projekt für die öffentliche Nutzung schnell und effizient fertig gestellt werden soll. Wer sich eine Laufbahn in der Trägerschaft des öffentlichen Interesses vorstellen kann, sollte sich dieser Aspekte der Tätigkeit eines Bauleiters bewusst sein.

    Gehalt: Was verdient ein Bauleiter?

    Bauleiter verdienen in der Regel sehr gut, da sie mindestens eine abgeschlossene Ausbildung, eine technische Weiterbildung oder sogar ein Studium absolviert haben. Dazu arbeiten Bauleiter in leitender und verantwortungsvoller Tätigkeit, welches sich ebenfalls auf das Gehalt auswirkt. In der Regel lässt sich das Einstiegsgehalt von Bauleitern bei 3.500 brutto im Monat festsetzen, das mit mehr Berufserfahrung auf 4.000 Euro und mehr gesteigert werden kann.

    Einstieg: Aussichten von Bauleitern 

    Die Einstiegschancen von Bauleitern sind sehr gut, denn in den letzten Jahren gab es immer mehr Bauprojekte, jedoch kaum genug qualifizierte Bauleiter, um alles abzudecken. Die Arbeitslosenquote der Bauleiter liegt nach statistischen Informationen der Bundesagentur für Arbeit bei nur 1,9 Prozent, ein unterdurchschnittlicher Wert, der rosige Zukunftsaussichten verspricht. Die Studentenzahlen im Bereich Bauingenieurwesen sind gestiegen. Jedoch ist das Studium oft so breit gefächert, dass auch in Zukunft nicht mit einem Überschuss an Bauleitern zu rechnen ist, da viele Bauingenieure auch andere Tätigkeitswege einschlagen.

    Bewerbung: Womit punkten Bauleiter?

    In einer Bewerbung auf eine Stelle als Bauleiter spielt die berufliche Erfahrung natürlich eine wichtige Rolle. Oftmals wird auch vorausgesetzt, dass ein Bauleiter einen Führerschein der Klasse B gemacht hat. Das ist jedenfalls hilfreich, um auch Baustellen zu besuchen, die mit dem Öffentlichen Nahverkehr eventuell nicht allzu gut zu erreichen sind. Häufig wird vom Arbeitgeber aber ein Firmenwagen gestellt, damit der Bauleiter stets mobil unterwegs sein kann.

    Karriere: Aufstiegschance für Bauleiter?

    Als Bauleiter hat man bereits einige Sprossen auf der Karriereleiter im Bereich Bautechnik erklommen und arbeitet in leitender Tätigkeit mit viel Verantwortung für die Mitarbeiter und das Bau-Ergebnis. Bauleiter, welche über eine Ausbildung und eine Weiterbildung zum Techniker Bauleiter geworden sind, haben natürlich noch die Möglichkeit, Bauingenieurwesen oder einen ähnlichen Studiengang zusätzlich zu belegen. Hat ein Bauleiter bereits ein Studium absolviert und möchte sich aber dennoch weiterbilden, kann er sich noch für einen bestimmten Schwerpunkt qualifizieren. Dies ist über zusätzliche Studien in folgenden Bereichen möglich:

    • Baumanagement
    • Baubetriebswirtschaft
    • Architektur
    • Denkmalpflege oder
    • technisches Gebäudemanagement/Facility Management

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Bauleiters entwickelt?

    Die Baubranche boomt und somit auch der Tätigkeitsbereich der Bauleiter, auch aufgrund des mittlerweile überall in Deutschland angekommenen Wohnungsmangels. Auf längere Sicht wird viel gebaut werden müssen, daher wird es in absehbarer Zeit keinen Mangel an Einsatzmöglichkeiten für Bauleiter geben. Laut einer Studie der Agentur für Arbeit werden so viele Stellen für Bauleiter wie schon lange nicht mehr ausgeschrieben. Eine Tendenz, die noch weiter steigt und in der sich ein Fachkräfteengpass für das Arbeitsfeld Bauleiter zeigt, der jedoch durch die gestiegenen Studentenzahlen im Bereich Bauingenieurwesen auch in Zukunft gut abgedeckt sein sollte.

    Bauleiterinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Bauleitung?

    Frauen in der Branche der Bauleiter sind in der Minderheit. Laut Statistiken der Bundesagentur für Arbeit von 2018 stellten Frauen nur 17 Prozent der Bauleiter. Die Zahl der Studentinnen im Bereich der Bauingenieurswissenschaften haben sich in den letzten 10 Jahren jedoch zum Positiven entwickelt, sodass mittlerweile 28 Prozent der Studierenden in diesem Bereich weiblich sind. In der Zukunft sollte es in der Branche darum gehen, diese Absolventinnen auch für die Tätigkeit als Bauleiter zu gewinnen.

    Ähnliche Berufe wie Bauleiter:

    Architekt, Techniker für Bautechnik, Bauingenieur

    Quellen:

    TÜV Rheinland Akademie, Berufenet, Ulmato, Mystipendium


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