VG-Wort Pixel

Jobs nach Kategorien

Bauzeichner Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Bauzeichner: Bauzeichnerin bei der Arbeit
© Elitprod / Shutterstock
Wer Straßen, Brücken oder Gebäude errichten will, braucht spezielle Vorgaben. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Bauzeichners wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Bauzeichner (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Berufsausbildung

Ausbildungsdauer

 3 Jahre

Durchschnittsgehalt

 ca. 2.200 Euro

Einstiegsgehalt

 ca. 1.800 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Bauzeichner 

    Ein kunstvoll errichtetes Bauwerk entsteht mit der Hilfe vieler Hände, aber wer genau für die Planung eines solchen verantwortlich ist, sieht man nicht immer auf den ersten Blick. Die aufregendsten Ideen von Architekten sind nämlich wenig wert ohne die technische Umsetzung durch Bauzeichner.

    Die Realisierung eines Bauprojekts hängt maßgeblich von der sorgfältigen Planung, Gestaltung und Umsetzung von Bauzeichnern ab. Die Aufgabe eines Bauzeichners ist es, die Inspirationen von Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren maßstabsgerecht und realistisch umzusetzen und so den Bauprozess eines Gebäudes, einer Straße oder einer Brücke in die Tat umzusetzen.

    Der Ausbildungsberuf des Bauzeichners ist ein nicht zu unterschätzender Beruf, der zum Gelingen eines jeden Bauprojektes beiträgt. Mithilfe von unterschiedlichster Konstruktionssoftware und einem breiten praktischen und theoretischen Wissen erstellen Bauzeichner detaillierte Bauzeichnungen, die Architektenskizzen mit den präzisen Berechnungen von Ingenieuren verbinden.

    Bauzeichner sind ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für jedes Bauvorhaben, da Bauzeichner als Schnittstelle zwischen der Planungsebene und der Bauleitung vermitteln und durch gründliche Absprachen einen reibungslosen Ablauf in der Entstehung eines neuen Bauwerks gewährleisten. Dabei müssen Bauzeichner mit einer Menge unterschiedlichster Daten arbeiten und eine Vielzahl von Faktoren beachten, die einen Neubau unter Umständen schwierig oder gar unmöglich gestalten könnten.

    Für Bauzeichner gilt es wirtschaftliche Vorgaben genauso zu beachten wie statische Besonderheiten und Vorgaben der Bauherren. Der Beruf des Bauzeichners fußt, neben einer Ader für Genauigkeit, auch auf der Einhaltung von Zeitplänen, Budgets und einem großen mathematischen Wissen.

    Neben der Planung eines Bauwerks sind Bauzeichner auch für die Beurteilung der verwendeten Baumaterialien verantwortlich und müssen deswegen ständig in Absprache mit allen Beteiligten stehen. Die Kalkulation der entstehenden Kosten müssen von einem Bauzeichner genauso im Auge behalten werden wie die akkuraten Abmessungen jedes einzelnen Winkels des zu errichtenden Gebäudes.

    Der Einsatz eines Bauzeichners im Planungsbüro ist also genauso wichtig wie der Einsatz auf der Baustelle selbst, denn auch hier kommen Bauzeichner zum Einsatz, um den Fortschritt eines Bauprojekts zu beurteilen und sicher zu stellen, dass der Bau nach Zeitplan verläuft. Das Einsatzgebiet eines Bauzeichners ist breit gefächert und kann im Hoch- und Tiefbau über den Ingenieursbau bis hin zum Garten- und Landschaftsbau reichen.

    Vorteile   Nachteile

    verantwortungsvoller Beruf für Organisationstalente

     kein Quereinstieg als   Bauzeichner möglich

    geregelte Arbeitszeiten als Bauzeichner

     stressiger Berufsalltag als   Bauzeichner

    abwechslungsreicher Aufgabenbereich für Bauzeichner

     wenig Möglichkeiten der     Bauzeichner für Kreativität

    Kontakt mit unterschiedlichen Berufsgruppen als Bauzeichner

    Wie wird man Bauzeichner?

    Um Bauzeichner zu werden, muss man eine anerkannte Berufsausbildung zum Bauzeichner absolvieren. Die Ausbildung ist staatlich geregelt und dauert drei Jahre. Die Berufsausbildung zum Bauzeichner ist dual, das bedeutet, dass Auszubildende zur Hälfte in der Berufsschule und zur Hälfte im Ausbildungsbetrieb geschult werden. Wer Bauzeichner werden will, sollte im besten Fall einen mittleren Schulabschluss mitbringen.

    Die Ausbildung zum Bauzeichner kann mit drei unterschiedlichen Schwerpunkten absolviert werden:

    • Architektur
    • Tiefbau
    • Ingenieurbau

    Je nach Schwerpunkt werden die Inhalte der Berufsausbildung zum Bauzeichner festgelegt. Wer sich als Bauzeichner-Auszubildender auf den Schwerpunkt Ingenieurbau festlegt, wird mit Konstruktionszeichnungen und statischen Berechnungen betraut. Das Anfertigen von Positionsplänen und das Erstellen von Rohbauzeichnungen stehen hier besonders im Vordergrund.

    Wer sich für Architektur interessiert, lernt in diesem Fachbereich das Planen von Bauten und die Umsetzung von Architektenskizzen. Ebenso wird das Planen und Messen für Ausschreibungen vermittelt. Genauso lernen die angehenden Bauzeichner die Abrechnungsverfahren für Kunden und Subunternehmer.

    Auszubildende mit dem Schwerpunkt Tiefbau vertiefen ihre Kenntnisse besonders im Planen von Straßen, aber auch im Garten- und Landschaftsbau. Dazu gehört beispielsweise die Planung von Rohrnetzplänen und die Erstellung von Bepflanzungsplänen.

    Nach der Hälfte der Berufsausbildung zum Bauzeichner muss eine Zwischenprüfung abgelegt werden. In der Abschlussprüfung, am Ende der Ausbildung werden dann in einem theoretischen und einem praxisbezogenen Teil die Lerninhalte abgefragt.

    Innerhalb der Ausbildung überschneiden sich die Inhalte der einzelnen Fachgebiete zum Bauzeichner zwangsläufig, um einen allgemeinen fachlichen Wissensstand sicherzustellen. Themen der Ausbildung zum Bauzeichner sind beispielsweise:

    • Planung von Bauabläufen
    • Konstruktion mit unterschiedlichen Baustoffen
    • Umgang mit CAD-Programmen
    • Qualitätssicherung
    • Konstruktion von Grundrissen
    • Baurechtliche Vorgaben

    Der theoretische Teil der Abschlussprüfung für Bauzeichner deckt für Bauzeichner mit Architektur-Schwerpunkt folgendes ab:

    • Baueingabe
    • Rohbau
    • Ausbau

    Auszubildende im Bereich Ingenieurbau werden schriftlich in diesen Themen geprüft:

    • Massivbau
    • Tragwerke
    • Stahl- und Holzbau

    Auszubildende im Fachbereich Tiefbau müssen Fragen zu folgenden Ausbildungsinhalten beantworten:

    • Straßenbau
    • Landschaftsbau
    • Ver- und Entsorgung

    Nach der bestandenen Prüfung zum Bauzeichner vor der Industrie- und Handelskammer, ist man berechtigt, den Titel Bauzeichner zu tragen und in diesem Fachbereich zu arbeiten.

    Welche Fähigkeiten sollten Bauzeichner mitbringen?

    Bauzeichner müssen im Berufsalltag vor allem eins beweisen: Organisationstalent. Das Vermitteln zwischen Architekten, Ingenieuren und der Bauleitung verlangt von Bauzeichnern täglich sehr gute kommunikative Fähigkeiten. Wer auch bei der Realisierung von großen Bauprojekten den Überblick behält und dabei auch noch stressresistent ist, ist als Bauzeichner bestens geeignet.

    Der Umgang mit Computern und der dazugehörigen Konstruktionssoftware ist für Bauzeichner genauso wichtig wie ein breites theoretisches Wissen im Bereich der Mathematik und Physik. Statik-Kenntnisse sind bei Bauzeichnern besonders gefragt. Die sorgfältige Planung und Umsetzung eines Bauprojekts darf neben aller Genauigkeit auch nicht die soziale Ader vermissen lassen, denn Bauzeichner müssen gut im Team arbeiten können, um Projekte zeitgerecht und wirtschaftlich zufriedenstellend zu realisieren.

    Nicht nur technische Details müssen von Bauzeichnern beachtet werden, auch ein angemessener Zeit- und Finanzplan liegt in der Verantwortung des Bauzeichners.

    Arbeitgeber: Wer sucht Bauzeichner?

    Das Betätigungsfeld von Bauzeichnern ist weitreichend und bietet viele Möglichkeiten. Von einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst profitieren viele Bauzeichner nicht nur finanziell, sondern auch im Bezug auf Berufserfahrungen. In vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes haben Bauzeichner die Möglichkeit, ihre Fachkenntnisse einzubringen und an der Stadtplanung mitzuwirken. Mögliche Arbeitgeber für Bauzeichner im öffentlichen Dienst können diese sein:

    • Bauämter
    • Bauträger
    • Grünflächenamt
    • Verkehrsbetriebe

    Aber auch in der Privatwirtschaft finden Bauzeichner ein großes Betätigungsfeld. Viele Architekten- und Ingenieurbüros stellen Bauzeichner ein, um eigene Projekte zu realisieren. Auch Hersteller von Fertigbauteilen haben Verwendung für die Dienste von Bauzeichnern. Nicht zuletzt haben auch Baufirmen einen großen Bedarf an Bauzeichnern, um Bauprojekte voranzutreiben und von der Planung bis zur Umsetzung alle Leistungen für ihre Kunden bereitzustellen.

    Für die Lehre und Ausbildung sind Ausbilder ebenfalls unverzichtbar, die ihre fachlichen Kenntnisse an die nächste Generation von Bauzeichnern weitergeben.

    Gehalt: Was verdient ein Bauzeichner?

    Das Gehalt als Bauzeichner ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben der bereits erlangten Berufserfahrung, sind auch die Art der Anstellung und die Größe des Betriebs entscheidend. Das Gehalt für Bauzeichner variiert auch von Bundesland zu Bundesland.

    Auszubildende zum Bauzeichner können sich über eine lukrative Ausbildungsvergütung freuen. Im ersten Ausbildungsjahr erwartet die angehenden Bauzeichner ein monatliches Gehalt von ca. 700 Euro brutto. Im zweiten Ausbildungsjahr steigert sich die Vergütung dann schon auf ca. 900 Euro und im letzten Lehrjahr kann mit einem Gehalt von ca. 1.000 Euro gerechnet werden.

    Nach der abgeschlossenen Berufsausbildung liegt das durchschnittliche Gehalt eines Bauzeichners bei ungefähr 2.200 Euro. Mit zunehmender Berufserfahrung kann die Vergütung dann in den nächsten Berufsjahren noch steigen. Weiterbildungen steigern ebenfalls die Chancen auf eine Gehaltserhöhung für Bauzeichner, die ihr Fachwissen noch mehr erweitern wollen.

    Einstieg: Aussichten von Bauzeichnern

    Die Berufschancen für Bauzeichner stehen bis heute gut. Viele Bauprojekte, gerade in Großstädten, werden durch EU-Finanzierung gestützt und die Nachfrage an Fachpersonal im Bauwesen ist dementsprechend hoch. Kein Bauprojekt wird ohne ausführliche Planungsphase realisiert und Bauzeichner sind dafür unabdingbar.

    Gerade, weil der Umgang mit den hochentwickelten CAD-Programmen Fachpersonal wie Bauzeichner bedarf, stehen auch die Chancen für Berufseinsteiger gut auf dem Arbeitsmarkt. Je spezialisierter ein Bauzeichner ist, desto besser stehen seine Chancen auf eine aussichtsreiche Karriere im Bauwesen.

    Bewerbung: Womit punkten Bauzeichner?

    Wer Bauzeichner werden will, sollte sein Organisationstalent schon bei den Bewerbungsunterlagen unter Beweis stellen. Eine ansprechend und sorgfältig zusammengestellte Bewerbungsmappe zeigt dem potentiellen Arbeitgeber bereits, welche Liebe zum Detail man an den Tag legt. Um eine gute Chance auf ein Bewerbungsgespräch zu bekommen, sollte ein Bauzeichner einen Lebenslauf einreichen, der die unterschiedlichen Stationen der eigenen Ausbildung deutlich macht.

    Potenzielle Arbeitgeber lassen sich besonders von bereits gesammelten Arbeitserfahrungen im eigenen Berufsfeld beeindrucken. Bauzeichner punkten hier vor allem, wenn sie bereits Praktika oder Nebenjobs absolviert haben, in denen sie sich mit fachlicher Materie auseinandergesetzt haben. Kenntnisse wie der fachgerechte Umgang mit unterschiedlichen Messinstrumenten und die geschickte Handhabung einschlägiger Konstruktionssoftware kann hier für Bewerber den entscheidenden Vorteil bringen, wenn es um eine Festanstellung als Bauzeichner geht. 

    In einem persönlichen Anschreiben stellen Bauzeichner dann unter Beweis, was sie zu einer guten Wahl für die ausgeschriebene Stelle macht. Über die eigene Motivation sollte ebenso kurz berichtet werden sowie über die Gehaltsvorstellungen, die man sich von der Stelle verspricht. Ebenfalls kann ein Portfolio vorbereitet werden, das einige Arbeitsproben enthält und einen kleinen Einblick in die bisherigen Arbeitserfahrungen gibt. Auch Zeugnisse und Zusatzqualifikationen sollten bei einer Bewerbung zum Bauzeichner nicht fehlen. Wer sich in einem international operierenden Unternehmen als Bauzeichner bewirbt, sollte auch entsprechende Fremdsprachenkenntnisse vorweisen können.

    Bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch hat der Bewerber auf die Stelle zum Bauzeichner dann die Möglichkeit mit seiner sozialen Kompetenz zu glänzen. Wer dann noch mit seiner offenen und freundlichen Art punktet, dem steht einer Karriere als Bauzeichner nichts mehr im Wege.

    Karriere: Aufstiegschance für Bauzeichner?

    Das breite Arbeitsfeld eines Bauzeichners kann durch eine Reihe von Weiterbildungen sogar noch erweitert werden. Gleichzeitig können Bauzeichner so ihre Karriere mit vertieften Fachkenntnissen vorantreiben.

    Eine Möglichkeit der Weiterbildung für Bauzeichner besteht darin, zum geprüften Techniker zu werden. Durch diese Weiterbildung erwirbt man die Berechtigung die Bauleitung für Bauprojekte zu übernehmen. Wer mehr Verantwortung und die Leitung von Personal übernehmen will, kann sich innerhalb von zwei Jahren zum geprüften Techniker weiterbilden lassen. Die Weiterbildung ist auch in Teilzeit möglich, dauert dann aber insgesamt vier Jahre.

    Eine weitere Möglichkeit Führungsverantwortung als Bauzeichner im Bauwesen zu übernehmen, ist eine Weiterbildung zum technischen Fachwirt. Hier lernt man neben weiteren technischen Fachkenntnissen auch vertiefende kaufmännische Fähigkeiten.

    Ein Studium der Architektur oder des Bauingenieurwesens bietet sich ebenfalls an für Bauzeichner mit Hochschulreife.

    Bauzeichnerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Baubranche?

    Obwohl technische Berufe, wie der des Bauzeichners, in dem Ruf stehen eine Männerdomäne zu sein, ist die Mehrzahl der Bauzeichner weiblich. Bereits in den 90er Jahren waren in diesem Bereich fast 60 Prozent der Arbeitnehmer Frauen. Vor allem Frauen mit technischer Begabung beschließen, den Beruf der Bauzeichnerin zu ergreifen.

    Eine Großzahl der Stellen für Bauzeichnerinnen sind in Festanstellung und bieten daher eine finanziellen Sicherheit. Zudem ist es an vielen Stellen im öffentlichen Dienst und auch in der Privatwirtschaft möglich, eine Teilzeitstelle zu erhalten.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Bauzeichners entwickelt?

    Der Bedarf an Fachpersonal im Bauwesen ist zurzeit sehr hoch. Viele Bauprojekte, vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten, lassen auch Bauzeichner auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Noch kurz nach der Wiedervereinigung war die Arbeitslosigkeit unter Bauzeichnern ungewöhnlich hoch, doch inzwischen ist der Bedarf an Bauzeichnern wieder so hoch, dass dringend Nachwuchs gesucht wird.

    Die Auftragslage für große Baufirmen und Ingenieur- und Architektenbüros ist ebenfalls gut. Verkehrsbetriebe stellen vermehrt Bauzeichner ein, da die Infrastruktur innerhalb Europas immer weiter ausgebaut wird.

    Die weiteren Aussichten auf dem Arbeitsmarkt für Bauzeichner sind gut, denn Bauförderungen durch EU-Gelder ermöglichen auch in den nächsten Jahren weiterhin ein Florieren der Baubranche. Neue Techniken, wie energieeffizientes Bauen, werden auch zukünftig Bauzeichner erforderlich machen.

    Ähnliche Berufe wie Bauzeichner:

    Vermessungstechniker, Anlagenmechaniker, Technischer Systemplaner, Technischer Modellbauer

    Quellen:

    statista.com, berufenet.arbeitsagentur.de, handwerk.de, ihk-berlin.de


    Mehr zum Thema