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Biochemiker Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Biochemiker: Frau im Labor
© Dragana Gordic / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Biochemikers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Biochemiker

Art der Ausbildung.

Studium

Ausbildungsdauer.

3-5 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 44.600 Euro

Einstiegsgehalt.

 ca. 3.000 Euro

Das Berufsprofil: Biochemiker

Biologische Partikel und Moleküle sind das tägliche Handwerkszeug der Biochemiker. Ihr Augenmerk liegt unter anderem in der Entdeckung chemischer Veränderungen.

Als Biochemiker kannst du zu einem im Bereich der Forschung und Lehre tätig sein. Dabei gibt es folgende Themenfelder zu bearbeiten:

  • Biosynthese
  • Antikörper
  • Zelltypen
  • Prozesse in der Zelle
  • Zellaufbau
  • Mutation von Stoffen
  • Abbau von Medikamenten und Chemikalien
  • Strukturanalyse

Die Biochemie selbst lässt sich in verschiedene Teilbereiche einteilen:

  • Gentechnologie
  • Bionik
  • Klinische Biochemie

Biochemiker können spezielle Forschungsprojekte initiieren und verfolgen. Die Ergebnisse können sie später in einschlägigen Fachzeitschriften publizieren. Zudem kümmern sie sich in der Lehre um den Nachwuchs und halten Vorträge auf Messen und Veranstaltungen.

In der freien Wirtschaft arbeiten Biochemiker vor allem in der Produktion sowie im Vertrieb. Sie können an der Entwicklung neuer oder bereits bestehender Produkte mitwirken und diese mit Faktoren wie Nachhaltigkeit oder Qualität optimieren.

Für den Vertrieb werden Biochemiker oft als Referenten eingesetzt, die zum Beispiel Ärzten Studien zu neuen Medikamenten vorstellen oder im Austausch mit Apotheken stehen.

Vorteile   Nachteile

Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte zu setzen

Work-Life-Balance manchmal unausgewogen

Abwechslungsreich

  

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

  

Wie wird man Biochemiker?

Der Weg zum Biochemiker ist klar gezeichnet. Das Studium der Biochemie beschreibt diesen. Dabei stehen folgende Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Mathe
  • Physik
  • Chemie
  • Wissenschaftliche und methodische Grundlagen
  • Mechanismen der enzymatischen Katalyse
  • Eigenschaften und Funktion von Membranen
  • Stoffwechsel
  • Molekulare Maschinen für Zelltransport und Bewegung
  • Biosynthese
  • Funktion von Proteinen und Nukleinsäuren

Damit du dich nicht in der Theorie verlierst, sieht das Studium auch praktische Phasen und Laboreinheiten vor. Das Studium ist grundsätzlich in einen dreijährigen Bachelor und einen zweijährigen Master eingeteilt.

Der Master ist zwar keine Pflicht, doch gerade in einem naturwissenschaftlichen Fach wie der Biochemie wird der Master von potentiellen Arbeitgebern überwiegend erwartet. Im Master kannst du dich auf einen Schwerpunkt spezialisieren:

  • Biophysik
  • Strukturbiologie
  • Zellulare Biochemie
  • Membranproteinforschung

Die Studienabschlüsse der Biochemie heißen Bachelor of Science bzw. Master of Science. Im Anschluss besteht natürlich die Möglichkeit, eine Promotion anzustreben und den Doktortitel zu erwerben.

Welche Fähigkeiten sollte ein Biochemiker mitbringen?

Biochemiker arbeiten in Teams und festen Hierarchien. Demzufolge spielen die sogenannten Soft-Skills in diesem Feld eine große Rolle. Wer in der Forschung arbeitet, benötigt viel Durchhaltevermögen, Konzentration und eine hohe Detailversessenheit.

In der Lehre sind dagegen auch pädagogische Fähigkeiten nicht zu unterschätzen. Um die Studenten zu erreichen, reicht es nicht, mit gutem Fachwissen zu überzeugen. Die Inhalte müssen didaktisch sinnvoll und anschaulich vorgetragen werden. Es gilt, dass Fach der Biochemie mit Überzeugung und Freude darzulegen. Dafür ist eine natürliche Autorität ebenfalls wichtig.

Biochemiker arbeiten zudem in Projekten oft eng mit Kollegen, Vorgesetzten oder auch externen Partnern und Kunden zusammen. Ein hohes Maß an sozialer Intelligenz, Empathie sowie Team-Work ist daher wie in den meisten Berufen auch für Biochemiker Grundvoraussetzung.

Arbeitgeber: Wer sucht Biochemiker?

Wie du bereits erfahren hast, können Biochemiker sowohl in der Wirtschaft als auch in der Forschung und Lehre arbeiten. Die Einsatzmöglichkeiten sind absolut vielseitig und abwechslungsreich:

  • Hochschulen und Forschungsinstitute
  • Kliniken
  • Medizinische Labore
  • Pharmazie
  • Chemische Labore
  • Umweltämter
  • Ämter zur Lebensmittelüberwachung/Lebensmittelhygiene
  • Biotechnologische Industrie

Gehalt: Was verdienen Biochemiker?

In Anbetracht der unterschiedlichsten Tätigkeiten, denen Biochemiker nachgehen können, schwankt auch die Gehaltsspanne in diesem Berufsfeld extrem. Die meisten Biochemiker verdienen zwischen 30.000 Euro und 60.000 Euro im Jahr. Jedoch sind auch Spitzengehälter von über 100.000 Euro möglich, insbesondere bei einer Tätigkeit mit vertrieblichen Aspekten.

Folgende Kriterien wirken sich auf das Gehalt aus:

  • Studienabschluss
  • Berufserfahrung
  • Karriere in Forschung oder Wirtschaft
  • Unternehmen
  • Region
  • Branche
  • Personal- und Führungsverantwortung
  • Weitere Qualifikationen

Folgende Daten gibt die Quelle karista.de als Brutto-Jahresgehalt im Durchschnitt an:

  • Einsteiger in der Forschung: 34.800 Euro
  • Einstieger in der Industrie: 42.000 Euro
  • Einsteiger mit Doktortitel: 38.400 Euro
  • Mit Berufserfahrung (5 Jahre): über 42.000 Euro
  • Mit Berufserfahrung (über 20 Jahre): mehr als 66.000 Euro

Laut "gehalt.de" gibt es zwischen den Bundesländern auch große Unterschiede. Während das Durchschnittsgehalt in Thüringen mit 38.500 Euro den hintersten Platz belegt, wird in Bayern (50.000 Euro) sowie Baden-Württemberg (51.600 Euro) am besten verdient.

Einstieg: Aussichten von Biochemikern

Durch die Vielzahl an potenziellen Arbeitgebern haben gut ausgebildete Biochemiker gute Chancen, schnell einen attraktiven Job zu bekommen. Wobei die Jobs in der Industrie deutlich in der Mehrzahl sind, da Stellen an Universitäten knapper und damit umkämpfter sind.

Bewerbung: Womit punkten Biochemiker?

Biochemiker punkten in erster Linie mit einer fachlich sehr guten Qualifikation. Das Studium spielt dabei natürlich eine Hauptrolle. Masterabsolventen werden gegenüber Bachelorabsolventen bevorzugt.

Berufserfahrung beziehungsweise praktische Kenntnisse sind für die Arbeit als Biochemiker unerlässlich. Schon im Studium solltest du dich daher über die Praxissemester und ggf. eigenen Praktika um ausreichend Berufspraxis kümmern. So kannst du vielleicht schon einen Fuß in die Tür eines Unternehmens bekommen. Oder du schreibst deine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen und bekommst so weitere wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt.

Insgesamt sollten Biochemiker folgende Skills mitbringen, um schnell eine Stelle zu bekommen:

  • Studium
  • Erste Praxiserfahrungen
  • Ausgezeichnete Kenntnisse in Mathe, Physik und Chemie
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Strukturierte und selbstständige Arbeitsweise
  • Hohe Motivation und Belastbarkeit

Karriere: Aufstiegschance für Biochemiker?

Da der Beruf des Biochemikers so viele unterschiedliche Jobs bietet, kann auch die Karriere höchst individuell ausfallen. Wer zum Beispiel als Pharmareferent startet, kann sich über gute Leistungen und ein Faible für Kundenkontakt zum Produkt Manager entwickeln.

Hohe Aufstiegschancen bestehen auch im Vertrieb. Wer fachlich und vertrieblich geschickt ist, der kann sich gerade im Verkauf von medizinischen Produkten oder Geräten hervortun und ggf. hohe Provisionen bekommen.

Gerade im Außendienst im Kontakt mit Ärzten, Apotheken und weiteren medizinischen Institutionen bestehen viele Entwicklungsmöglichkeiten. In Kombination mit einer Führungsverantwortung können Biochemiker ihre Karriere deutlich vorantreiben.

Als Biochemiker in der Industrie solltest du dich jedoch darauf einstellen, einen großen Anteil des Tages im Büro oder im Kontakt mit potenziellen Kunden zu stehen, statt im Labor zu forschen. Frage dich also, wie dein perfekter Arbeitsalltag aussehen sollte und welche Branche und Position am besten dazu passt.

Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Biochemikers entwickelt?

Die Möglichkeiten der Spezialisierung haben sich für Biochemiker in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgedehnt. Es gibt eine Vielzahl an Instituten und Laboren, die permanent auf der Suche nach guten Fachkräften sind.

In der Industrie ist der Aspekt der Umweltverträglichkeit in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt. Auch Pharmaunternehmen müssen sich den Erwartungen der Konsumenten mehr und mehr anpassen, sodass für Biochemiker neue Möglichkeiten in der Optimierung und Gestaltung von Medikamenten und anderen Mitteln bestehen.

Biochemikerinnen: Welche Chancen haben Frauen als Biochemiker?

In der Biochemie liegt ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis vor. Je nach Branche und Stelle kann natürlich ein Männer- oder auch Frauenüberschuss vorhanden sein. Wenn man sich jedoch die Absolventenzahlen anschaut, dann sind Männer und Frauen nahezu gleichauf.

Der Beruf als Biochemikerin ist daher für viele Frauen besonders interessant, da er, neben dem ausgeglichenen Verhältnis, attraktive Herausforderungen mit einem guten Gehalt verbindet. Jedoch ist der Job durchaus arbeitsintensiv und eine 40 oder gar 50 Stundenwoche keine Seltenheit. Auf eine Stelle entfallen zudem im Schnitt etwa 3 Bewerber. Die Chancen, Karriere zu machen sind also definitiv gegeben.

Ähnliche Berufe wie Biochemiker:

  • Biomediziner
  • Biotechniker
  • Bioanalytiker
  • Industrielle Biotechnologie

Quellen:

  • academics.de
  • ulmato.de
  • bcp.fu-berlin.de

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