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Chemiker Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Chemiker: Chemikerin untersucht ein Reagenzglas mit Chemikalien
© 4 PM production / Shutterstock
Chemiker erforschen, aus welchen Stoffen unsere Welt besteht und wie sich diese bestmöglich einsetzen lassen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Chemikers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Chemiker

Art der Ausbildung.

Studium

Ausbildungsdauer.

3 -5 Jahre

Durchschnittsgehalt.

5.500 Euro

Einstiegsgehalt.

3.700 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil: 

    Naturwissenschaftler genießen im Volksmund einen außerordentlich guten Ruf. Was genau sie aber im Arbeitsalltag alles zu bewältigen haben, wissen die wenigsten Menschen. Eine der wichtigsten Naturwissenschaften für die private Wirtschaft ist die Chemie. Chemiker beschäftigen sich generell mit allen organischen oder anorganischen Verbindungen. Besonders wichtig ist die Chemie für die Pharmaindustrie, die Kosmetik und die Lebensmittelbranche. Chemiker untersuchen die Strukturen, die Zusammensetzung und die Eigenschaften von Stoffen. Das ist für so gut wie alle Produkte wichtig, denn der Endverbraucher muss davon ausgehen können, dass im Einzelhandel erhältliche Waren unbedenklich oder sogar gesundheitsfördernd sind.

    Von der Automobilindustrie bis hin zur Kosmetikindustrie sind Chemiker nicht wegzudenken. Die täglichen Aufgaben eines Chemikers betreffen die Analyse von Zusammensetzungen, Rezepten und Texturen. Das Arbeitsfeld für Chemiker ist sehr weit aufgestellt und betrifft nicht nur Laboruntersuchungen in weißen Kitteln. Für Chemiker ist aber auch ein sehr guter Umgang mit chemischen Anlagen und Apparaturen wichtig, um exakte Ergebnisse zu erhalten, Produkte weiter zu verbessern oder rechtliche Standards einhalten zu können. Anhand von unterschiedlichen Versuchsreihen untersuchen Chemiker den Zustand des jeweiligen Produktes und stellen sicher, dass der Verbraucher keine Gefahr beim Kauf eingeht.

    Im Arbeitsalltag warten auch viele organisatorische Aufgaben auf ausgebildete Chemiker. Denn die täglichen Dokumentationen, Berechnungen und Auswertungen gehören genauso zu den wichtigen Arbeitsabläufen wie die Laboruntersuchungen selbst. Eine gewissenhafte Arbeitsweise des Chemikers stellt hierbei sicher, dass beim Messen, Destillieren und Filtrieren objektive Ergebnisse entstehen, die das Unternehmen in seiner Herstellung weiterbringen. Der Beruf des Chemikers gilt als besonders verantwortungsvoll, da alle Ergebnisse der Untersuchungen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Verbraucher haben können. Der Arbeitsalltag ist also kein eintöniger Büroalltag, sondern bietet eine Vielfalt von unterschiedlichen Aufgaben, für die man ein breites Fachwissen benötigt. Chemiker sind hoch qualifizierte Fachkräfte und sind deswegen in so gut wie allen Unternehmen sehr gefragt.

    Besonders an der Entwicklung von neuen Produkten sind Chemiker maßgeblich beteiligt. Wenn eine Neuheit entsteht, durchläuft diese mehrere Testphasen, bis sie bereit ist, in den Handel zu kommen.

    Vorteile   Nachteile

    Abwechslungsreiches Arbeitsfeld

    Langwierige Ausbildung

    Feste Arbeitszeiten

    Kein Quereinstieg möglich

    Sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

    Täglicher Umgang mit Chemikalien

    Wie wird man Chemiker?

    Wer Chemiker werden möchte, muss Chemie studieren. Das ist an vielen Universitäten möglich. Die Chemie gehört zu den klassischen Naturwissenschaften und erfreut sich, laut Studien-Ranking des Studierendenwerkes Deutschlands, großer Beliebtheit unter den Studienfächern. An manchen Universitäten ist der Zugang zum Studiengang Chemie sogar mit einem Numerus clausus begrenzt. An Universitäten, die keinen Numerus clausus vorschreiben, reicht als Zugangsvoraussetzung in der Regel eine Allgemeine Hochschulreife oder ein Fachabitur.

    Das Studium der Chemie wird meist als Bachelor of Science angeboten und hat eine Regelstudienzeit von sechs bis sieben Semestern. Wer einen noch tieferen Einblick in das Fachgebiet der Chemie gewinnen will oder einen Doktortitel anstrebt, sollte nach dem Bachelor-Abschluss noch ein Master-Studium angehen. Hier werden in vier bis sechs Semestern vertiefte Chemie-Kenntnisse vermittelt und die Studenten werden auf eine akademische Karriere vorbereitet. Der Master of Science kann Absolventen einen Vorteil bei der Jobsuche verschaffen, aber ist auch gleichzeitig Voraussetzung für die Erlangung eines Doktortitels. Wer in Chemie seinen Doktor machen will, sollte ungefähr vier weitere Jahre dafür einplanen.

    Auch Studiengänge, die sich nicht nur mit allgemeiner Chemie befassen, sondern den Fokus auf Teilgebiete der Chemie legen, werden unter Studienanfängern immer beliebter. Alternative Möglichkeiten für ein reines Chemiestudium sind folgende:

    • Technische Chemie
    • Biochemie
    • Chemietechnik
    • Wirtschaftschemie
    • Umweltchemie
    • Lebensmittelchemie

    Die Inhalte des Chemiestudiums sollen Studierende auf das Arbeitsleben als Chemiker vorbereiten und so die wissenschaftlichen Grundlagen für angehende Chemiker deutlich machen. Die Schwerpunkte des Studiums gestalten sich thematisch so:

    • Allgemeine Chemie
    • Mathematik
    • Organische Chemie
    • Anorganische Chemie
    • Physikalische Chemie
    • Empirische Testverfahren
    • Messinstrumente und chemische Anlagen

    Innerhalb des Studiums erfahren Studierende allerdings nicht nur theoretisches Grundlagenwissen der Chemie, sondern müssen auch Pflichtpraktika absolvieren, um bereits in der Ausbildung praktische Berufserfahrungen zu sammeln. Während des Studiums der Chemie entscheiden sich angehende Chemiker bereits für ihr späteres Fachgebiet und können sich dahingehend spezialisieren.

    Am Ende des Chemiestudiums müssen die Studierenden eine wissenschaftliche Bachelor-Arbeit bzw. Masterarbeit verfassen. Wer alle Leistungen des Studiums erbracht und erfolgreich bestanden hat, kann den Titel Chemiker tragen und eine Karriere in der Wissenschaft, Forschung oder der Industrie beginnen.

    Welche Fähigkeiten sollten Chemiker mitbringen?

    Chemiker sind vorwiegend im wissenschaftlichen Bereich tätig und sollten deswegen sehr interessiert an der Forschung sein. Im Arbeitsalltag arbeiten Chemiker in der Regel in Teams zusammen und müssen deswegen Teamfähigkeit und gute kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Gerade in großen Unternehmen kann es in der Forschungsabteilung turbulent zugehen, deswegen sollten Chemiker stressresistent sein.

    Eine schnelle Auffassungsgabe sollte jeder Chemiker mitbringen. Von Nöten ist im Umgang mit Messergebnissen vor allem eine sorgfältige Arbeitsweise. Außerdem wird von vielen Arbeitgebern darauf Wert gelegt, dass Chemiker ein großes Organisationstalent und Liebe zum Detail besitzen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Chemiker?

    Am bekanntesten ist wohl die Arbeit von Chemikern in Forschungsanstalten, Laboren und Instituten. Sehr viele Chemiker arbeiten als Angestellte und übernehmen mit ausreichender Berufserfahrung auch leitende Positionen, wie die eines Projektleiters oder Abteilungsleiters. Chemiker sind als unabhängige Sachverständige oft freiberuflich tätig.

    Chemiker finden so gut wie in allen Branchen der Industrie ihr Einsatzgebiet. Besonders attraktiv sind Anstellungen bei großen Pharmaunternehmen. Hier helfen Chemiker bei der Entwicklung und Verbesserung von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmittel. Auch in öffentlichen Forschungsinstituten werden Chemiker benötigt. Hier geht es generell um die Forschung für neue Wirkstoffe von Medikamenten, aber auch um die Untersuchung von Krankheitskeimen. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit vielen anderen Bereichen der Naturwissenschaft für Chemiker besonders interessant.

    Folgende Industriezweige bieten für Chemiker ebenfalls vielseitige Einsatzmöglichkeiten:

    • Autoindustrie
    • Kosmetikindustrie
    • Chemische Industrie
    • Farbstoff-Unternehmen
    • Industrie für Kleb- und Dämmstoffe
    • Gartenindustrie
    • Flugzeugbau
    • Baubranche
    • Elektroindustrie

    In der Lehre und Forschung finden Chemiker ebenfalls ihren Einsatz. Als Professoren oder Honorardozenten geben sie ihr breites Fachwissen an angehende Chemiker weiter.

    Gehalt: Was verdient ein Chemiker?

    Das Gehalt eines Chemikers ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Entscheidend sind, neben der Art und Größe des Arbeitgebers, wie viel Berufserfahrung ein Chemiker in seinem Fachbereich sammeln konnte. Besonders bei Berufseinsteigern beeinflusst auch die Art des Abschlusses das Gehalt. Ebenfalls entscheidend ist, in welcher Region Deutschlands man tätig ist.

    Das Einstiegsgehalt für einen studierten Chemiker ist verhältnismäßig hoch. Ein monatliches Bruttogehalt von ca. 3.700 Euro ist für Anfänger bereits realistisch.

    Mit zunehmender Berufserfahrung als Chemiker kann das Gehalt sogar schnell auf ca. 5.800 Euro brutto im Monat steigen. Sollte man dann noch Interesse daran haben, mehr Verantwortung in einer leitenden Position zu übernehmen, ist sogar ein Gehalt von ca. 7.500 Euro brutto für einen gut ausgebildeten Chemiker realistisch.

    Einstieg: Aussichten von Chemikern 

    Chemiker haben sehr gute Aussichten, nach dem Studium einen Job zu finden. Dank des großen Fachkräftemangels, der zurzeit in Deutschland herrscht, suchen Unternehmen händeringend Chemiker aller Fachrichtungen. Laut der Agentur für Arbeit herrscht unter Chemikern eine Arbeitslosenquote von unter 3 Prozent. Die Nachfrage ist massiv und wer auf der Suche nach einem Job als Chemiker ist, hat beste Aussichten, schnell einen zu finden. Die Mehrzahl der Chemiker ist fest angestellt.

    Bewerbung: Womit punkten Chemiker?

    Zu den wichtigsten Unterlagen in der Bewerbungsmappe eines Chemikers zählt ein tabellarischer Lebenslauf, der kurz und prägnant die bisherigen Stationen des Arbeitslebens des Bewerbers beschreibt. Das gibt dem potenziellen Arbeitgeber bereits die Möglichkeit, sich ein erstes Bild von den Fähigkeiten des Bewerbers zu machen. Vor allem die praktischen Berufserfahrungen, die Chemiker durch Praktika oder Jobs gesammelt haben, überzeugen den potenziellen Arbeitgeber. Vom Bewerberfeld kann man sich gut abheben, indem man spezielle Fähigkeiten beschreibt, die man während der Ausbildung erlernt hat.

    Wichtig ist ebenfalls ein persönliches Anschreiben, in dem der Bewerber seine Motivation für die ausgeschriebene Stelle erläutert und deutlich macht, warum er die beste Wahl für die Besetzung der Stelle wäre. Ebenfalls sollte jede sorgfältig zusammengestellte Bewerbungsmappe alle relevanten Zeugnisse und Zusatzqualifikationen enthalten. Auch Fremdsprachenkenntnisse beeindrucken den zukünftigen Arbeitgeber, vor allem, wenn man sich auf eine Stelle in einem international tätigen Unternehmen bewirbt.

    Hat die Bewerbungsmappe den Arbeitgeber überzeugt, werden die Bewerber zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Hier hat man dann die Möglichkeit, sich vom Rest des Bewerberfelds persönlich abzuheben und mit einer offenen und freundlichen Art zu überzeugen.

    Karriere: Aufstiegschance für Chemiker?

    Wer als hoch qualifizierter Chemiker noch die Karriereleiter erklimmen will, sollte sich so gut wie möglich spezialisieren. Chemiker sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Die Chancen für Chemiker im Berufsleben steigen sogar noch mehr, wenn man sich zutraut, mehr Verantwortung im Job zu übernehmen. Wer dazu bereit ist, Managementaufgaben und Personalverantwortung zu übernehmen, hat beste Karten eine erfolgreiche Karriere zu begründen.

    Gerade in der Wissenschaft und Forschung ist es wichtig, stets über die neusten Erkenntnisse in seinem Forschungsgebiet Bescheid zu wissen. Deswegen sollten auch Chemiker in führenden Positionen nie die Neugier verlieren, um immer gut informiert in ihrem Fachgebiet tätig zu sein.

    Fachbereiche, in denen sich Chemiker spezialisieren können, sind beispielsweise:

    • Biochemie
    • Umwelttechnik
    • Pharmakologie
    • Lebensmitteltechnik
    • Chemietechnik
    • Biotechnologie

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Chemikers entwickelt?

    Seit dem Jahr 2012 steigen die Zahlen der versicherungspflichtig angestellten Chemiker laut Statista stetig an. Der Bedarf an Fachpersonal ist sehr groß und nicht alle ausgeschriebenen Stellen für Chemiker können zurzeit besetzt werden. Da Chemiker ein sehr breites Feld von Arbeitsmöglichkeiten abdecken, können sie in so gut wie jedem Industriezweig tätig sein.

    Die Entwicklung von neuen Medikamenten oder gar der Herstellung von neuen Werkstoffen, vor dem Hintergrund der Krise in der Umweltpolitik, lassen auch die Perspektiven für Chemiker in einem sehr guten Licht erscheinen. In Zukunft wird die Nachfrage an Chemikern vermutlich noch steigen. Momentan ist also eine gute Zeit, um ein Chemiestudium zu beginnen.

    Chemikerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Chemie?

    In den letzten zehn Jahren hat sich in den Naturwissenschaften und speziell in der Chemie viel geändert. Waren vor zehn Jahren gerade mal 20 Prozent der Studienanfänger im Fach Chemie weiblich, sind die Geschlechter heute laut dem Arbeitskreis Chancengleichheit in der Chemie gleich verteilt. Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Karriere als Chemikerin. Nur langsam jedoch entwickelt sich die Chemiebranche auch in Richtung Gleichheit. Das merkt man vor allem an den Führungspositionen im Chemie-Sektor - bis heute lassen sich hier so gut wie keine Frauen finden.

    Grund dafür, dass Frauen in leitenden Positionen innerhalb der Chemiebranche weiterhin unterrepräsentiert sind, ist laut der Gesellschaft Deutscher Chemiker vor allem die strukturelle Benachteiligung von Frauen in Führungspositionen. Immer mehr Unternehmen wollen das aber ändern und mehr Frauen als Chemikerinnen für diverse Aufgaben gewinnen. Besonders wichtig ist hierfür, dass eine Unternehmenskultur geschaffen wird, die unterschiedliche Arbeitszeitmodelle unterstützt. So haben Frauen die Möglichkeit, Karriere und Familie gut miteinander zu vereinen.

    Ähnliche Berufe wie Chemiker:

    Ingenieur für Chemietechnik, Ingenieur für Pharmatechnik, Biochemiker, Apotheker

    Quellen:

    Gesellschaft Deutscher Chemiker, Statista, Zeit.de


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