VG-Wort Pixel

Dermatologe Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Dermatologe: Hautärztin mit Lupe
© Dmytro Zinkevych / Shutterstock
Vorsorgebehandlungen, OPs durchführen und Verwaltungsaufgaben – Dermatologen haben ein breites Aufgabenspektrum. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Dermatologen wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Dermatologe

Art der Ausbildung.

Studium

Ausbildungsdauer.

11 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 5.800 Euro

Einstiegsgehalt.

 4.600 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Dermatologe

    Akne, Ausschläge oder Warzen: Die Haut ist das größte Organ und wenn es mal in Not gerät, ist der Gang zum Dermatologen die richtige Wahl.

    Dieser diagnostiziert und behandelt verschiedene Beschwerden, wie:

    • Allergien
    • Geschlechtskrankheiten
    • Neurodermitis und Psoriasis
    • Tumorerkrankungen

    Um Beschwerden auf den Grund zu gehen, greift der Dermatologen auf verschiedene Methoden zurück:

    • Allergietests
    • Hautproben
    • Abstriche
    • Haaranalyse
    • Blutuntersuchungen

    Je nach Erkrankung therapiert der Dermatologe, umgangssprachlich meist Hautarzt genannt, anders, z. B. mit Medikamenten (wie Antibiotika), Bäder oder Strahlenbehandlungen. Diagnostiziert der Dermatologe Krebs, wird dieser in einer selbst durchgeführten Operation entfernt. Zudem entscheidet der Arzt über die weitere Behandlung und Nachsorge. Auch Hauttransplantationen können von Hautärzten durchgeführt werden.

    Der behandelt nicht nur Krankheiten, sondern führt auch Vorsorgeuntersuchungen durch. Dazu zählt etwa das Hautkrebs-Screening, bei der der Arzt die Haut des Patienten von Kopf bis Fuß unter die Lupe nimmt und sich dabei die Muttermale und andere Hauterscheinungen genau ansieht. Aufnahmen von Malen, die auffällig, aber noch nicht besorgniserregend sind, werden digital gespeichert, sodass sich Veränderungen über einen längeren Zeitraum nachvollziehen lassen. Findet der Dermatologe eine Stelle abklärungsbedürftig, entnimmt dieser eine Probe. Im Labor wird dann untersucht, ob es sich wirklich um Krebszellen handelt. Eine frühzeitige Erkennung von Hautkrebs steigert die Chancen einer erfolgreichen Behandlung.

    Neben der Arbeit am Patienten fallen verschiedene Verwaltungs- und Organisationsaufgaben an, die sich je nach Arbeitsort unterscheiden. Das kann in Krankenhäusern z. B. das Koordinieren von Visiten oder die Verlegung von Patienten sein oder in einer (eigenen) Praxis das Abrechnen von ärztlichen Leistungen.

    Vorteile   Nachteile

    sehr guter Verdienst

      

    möglicherweise Schichtarbeit in Krankenhäusern

    breites Aufgabenspektrum

      

    lange Ausbildungszeit

    Arbeit mit Menschen

      

    Wie wird man Dermatologe?

    Um den Beruf des Dermatologen zu ergreifen ist ein Medizinstudium und eine Facharztausbildung Voraussetzung. Das Medizinstudium umfasst mindestens 12 Semester und teilt sich in drei Teile:

    • Vorklinik
    • Klinik
    • Praktisches Jahr

    Im ersten im vorklinischen Teil des Studiums wird nach vier Semestern der 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (umgangssprachlich Staatsexamen) durchgeführt. Nach erfolgreichem Bestehen kann der Studierende den klinischen Abschnitt des Studiums absolvieren, der sechs Semester beträgt und wiederum mit dem 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung endet. Das praktische Jahr (PJ) schließt sich an und dauert zwei Semester. Dort durchläuft der Studierende die drei Bereiche Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach. Das PJ schließt mit dem dritten und letzten Teil der Prüfung ab. Neben dem praktischen Jahr gehören auch andere praktische Tätigkeiten zum Studium, wie bspw. eine Ausbildung in Erster Hilfe und die Famulatur (vorgeschriebenes Praktikum) von insgesamt vier Monaten.

    Anschließend erfolgt die Facharztweiterbildung, die ebenfalls noch mal fünf Jahre in Anspruch nimmt. Die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten erfolgt als Assistenzarzt z. B. in einer Universitätsklinik, einer Arztpraxis oder einer anderen Einrichtung, die ausbildet. Die Arbeit wird vergütet. Am Ende steht zu guter Letzt die Facharztprüfung an.

    Welche Fähigkeiten sollten Dermatologen mitbringen?

    Als Dermatologe ist es wichtig, gerne mit Menschen zu arbeiten und vor allem: keinerlei Berührungsängste zu haben! Häufig kommen Menschen mit Schmerzen oder anderen belastenden Beschwerden ins Krankenhaus oder in eine Praxis und wollen mit ihren Problemen ernst genommen werden. Daher gehören Empathie und Geduld zu den Eigenschaften, die ein Hautarzt für einen gelungenen Umgang mit Patienten mitbringen sollte. Über diese Soft Skills sollte ein Dermatologe noch verfügen:

    • Kommunikationsfähigkeit
    • Selbstständigkeit
    • Sorgfältigkeit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Belastungsfähigkeit
    • Flexibilität

    Arbeitgeber: Wer sucht Dermatologen?

    Dermatologen haben die Möglichkeit in verschiedenen Bereichen eine Anstellung zu bekommen:

    • Krankenhäuser
    • Rehabilitationskliniken
    • Gesundheitszentren
    • Facharztpraxen

    Statt in einer Fachpraxis angestellt zu sein, kann der Hausarzt auch eine eigene Praxis eröffnen, eine bereits bestehende übernehmen oder sich an einer beteiligen. Alternativ besteht noch die Option eine Beschäftigung in Lehre und Forschung zu ergattern.

    Gehalt: Was verdient ein Dermatologe?

    Wie hoch das Gehalt eines Dermatologen ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie Betriebsgröße, Bundesland und Tarifverträge. Dabei regeln verschiedene Tarifverträge die Gehälter von Assistenzarzt bis Oberarzt. Universitätskliniken, kommunale oder private Krankenhäuser haben alle eigene Tarifverträge. Das Grundentgelt für einen Facharzt liegt beim "Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände" (TV-Ärzte/VKA) für die Entgeltgruppe II bei etwa 6000 Euro und steigert sich nach zwölfjähriger Tätigkeit auf etwa 7.800 Euro.

    Eine Einzelpraxis nimmt im Schnitt 441.000 Euro im Jahr ein, davon bleiben nach Aufwendungen etwa 227.000 Euro als Reinertrag übrig. Davon lässt sich jedoch noch nicht das Gehalt ableiten, da eventuell noch andere Kosten, wie etwa für die Praxisübernahme oder für neue Geräte, abzuziehen sind.

    Einstieg: Aussichten von Dermatologen 

    Dermatologen können wählen zwischen einer Anstellung in einer Praxis, einem Klinikum, Krankenhaus oder Gesundheitszentrum oder einer eigenen Praxis bzw. einer Beteiligung an einer solchen. Wer eine eigene Praxis eröffnen möchte, sollte sich gut vorbereiten. Dazu gehören einen Businessplan erstellen, erforderliche Genehmigungen einholen, Finanzierung ermöglichen, Versicherungen abschließen und irgendwann auch Personal einzustellen.

    Bewerbung: Womit punkten Dermatologen?

    Fachliche Voraussetzung für den Job werden mit Studium und Facharztweiterbildung erworben. Außerdem erhöhen weitere persönliche Kompetenzen die Chancen auf einen Job:

    • Kommunikationsstärke
    • Teamfähigkeit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Einsatzbereitschaft
    • Selbstständigkeit
    • Flexibilität

    Karriere: Aufstiegschance für Dermatologen

    Als Hautarzt kann man sich auf verschiedene Themengebiete spezialisieren:

    • Phlebologie (Erkennen und Behandeln von Gefäßerkrankungen)
    • Dermatohistologie (Mikroskopische Untersuchungen von Hautproben)
    • Allergologie (Diagnose und Therapie von Allergien)
    • Venerologie (Diagnose und Therapie von Geschlechtskrankheiten)

    Mögliche Aufstiegschancen sind die zum (leitenden) Oberarzt und darauffolgend zum Chefarzt. Ein Oberarzt übernimmt Führungsaufgaben in seiner Abteilung, untersteht dabei aber dem Chefarzt. Zu den Aufgaben gehören u. a. Visiten durchführen und das Ausbilden von Assistenzärzten. Um überhaupt Oberarzt zu werden, sind jedoch meist mehrere Jahre Berufserfahrung nötig. Ein Chefarzt übernimmt die fachliche und disziplinarische Verantwortung für eine Klinik, das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Management und weniger auf den medizinischen Tätigkeiten.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Dermatologen entwickelt?

    Das Berufsbild verändert sich wie in anderen Jobs auch durch die Digitalisierung, hinzu kommt, dass viele Ärzte ihre Praxen im Stadtgebiet eröffnen. So sind gerade in Städten Hautarztpraxen flächendeckend vertreten. Doch lange Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt sind auch in der Dermatologie keine Seltenheit. Das bewog den Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) dazu, ein (kostenpflichtiges) Telemedizinangebot zu starten. Dort können Menschen mit Hautproblemen eine erste fachärztliche Einschätzung erhalten, ohne dafür eine Praxis aufsuchen zu müssen. Dabei handelt es sich zwar nicht um eine endgültige Diagnose, überbrückt aber lange Wartezeiten bis zum Termin – wenn dieser dann überhaupt noch notwendig ist.

    Dermatologin: Welche Chancen haben Frauen in Dermatologie?

    Der Frauenanteil in der Dermatologie übersteigt den Männeranteil leicht mit 57 zu 43 Prozent. Und der Trend scheint nicht abzuflachen: So legten 74 Prozent Frauen und entsprechend 26 Prozent Männer die Facharztprüfung in diesem Gebiet ab (2018). Die Chancen für Dermatologinnen stehen in diesem Bereich sehr gut.

    Ähnliche Berufe wie Dermatologe:

    Allgemeinmediziner

    Quellen:

    study-in-germany-de, Entgeltatlas Arbeitsagentur, healthrelations.de, praktischarzt.de, bvdd.de


    Mehr zum Thema