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Drogist Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Drogist: Frau in Drogerie
© Tyler Olson / Shutterstock
Drogisten übernehmen alle Aufgabenbereiche in Drogerien und kennen sich bestens mit den jeweiligen Produkten aus. Alle wichtigen Fakten zu dem Beruf, der Ausbildung und den Aufgabenfeldern erfährst du hier.

Steckbrief: Drogist

Art der Ausbildung.

duale Berufsausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

keine Angaben

Einstiegsgehalt.

2.343 (Tarifvertrag)

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil: Drogist

    Drogisten und Drogistinnen arbeiten in Drogerien oder in entsprechenden Abteilungen in Kaufhäusern. Dabei betreuen sie alle Aufgabenbereiche, die anfallen. Sie sind sowohl für die Warenbestellung und Annahme zuständig, räumen die Waren entsprechend ein und lagern sie, beraten Kunden zu allen Produktbereichen und führen Kassentätigkeiten und Abrechnungen aus.

    Im Speziellen umfassen ihre Tätigkeitsfelder folgende Aufgaben:

    Warenbestellung: Ein Drogist hat den Überblick über den aktuellen Warenbestand. Drogerien bestehen heutzutage nicht mehr nur aus Hygieneartikeln, Kosmetika sowie frei verkäuflichen Arzneimitteln, sondern auch aus Lebensmitteln, Fotoprodukten, Wellness- und Haushaltsartikel sowie Pflanzenschutzmittel und Insektengifte. Bei der Warenbestellung muss ein Drogist gut kalkulieren können und sowohl vorausschauend als auch platzsparend denken. Hierbei muss ein geeigneter Mittelweg gefunden werden, um stets ausreichend Ware vor Ort zu haben und die Lagerverhältnisse vor Ort zu berücksichtigen. Wichtig ist dabei, dass es nicht zu Warenengpässen kommt.

    Auch bei der Warenannahme gibt es einiges zu beachten: Hierbei prüft der Drogist, ob die Ware unversehrt und vollständig eingetroffen ist. Dazukommend steht der Drogist in Kontakt mit dem Lieferanten.

    Anschließend erfolgt das Einräumen und Lagern der Ware. Die Mitarbeiter der Drogerie sind dafür verantwortlich, dass die Ware ansprechend präsentiert und ausgepriesen wird. Dabei agiert der Drogist auch saisonal bezogen. Entsprechend werden auch die Verkaufsräume und Schaufenster gestaltet. Hinzukommend werden Strategien zur Verkaufsförderung geplant und umgesetzt. Der Bestand, der nicht im Laden ausgestellt wird, muss außerdem fachgerecht, platzsparend und sicher im Lager verstaut werden. Eine entsprechende Ordnung ist dabei das essenziell.

    Im Bereich der Kundenberatung muss ein Drogist immer auf den neuesten Stand sein: Er ist zum Beispiel Ansprechpartner sowohl für Schminkfragen und Babyprodukte als auch für Fragen im Fotoservice. Ein guter Drogist kennt sich in den verschiedenen Bereichen bestens aus und berät seine Kunden umfassend.

    Aber auch im täglichen Kassengeschäft muss der Drogeriemitarbeiter einen vollständigen Überblick haben. Er oder sie weiß, wie man eine Scannerkasse bedient, eine Bar- oder Kartenzahlung abwickelt und eine Abrechnung durchführt. Mit dem Kassenabschluss am Ende ermittelt der Drogist die Einnahmen des Tages. Dazu kümmert sich der Drogist um organisatorische Fragen. In leitenden Positionen fallen zudem noch Tätigkeiten im Personalwesen an.

    Vorteile   Nachteile

    Geregelte Arbeitszeiten

      

    Wochenendarbeit möglich

    Abwechslung zwischen kaufmännischen Tätigkeiten und Kundenkontakt

      

    Schichtdienst möglich

    Viel Kontakt mit Menschen

      

    Wie wird man Drogist?

    Die Ausbildung zum Drogisten oder zur Drogistin findet dual statt und dauert drei Jahre. Auszubildende besuchen dabei abwechselnd die Berufsschule und den Ausbildungsbetrieb. Die Berufsschule ist für die Vermittlung des kaufmännischen Wissens zuständig, während die Praxiserfahrung im Ausbildungsbetrieb erfolgt.

    In der Berufsschule werden unter anderem folgende Inhalte vermittelt:

    • Rechnungswesen
    • Personalwesen
    • Verkaufsabrechnung
    • Inventur
    • Buchführung
    • Kassenberichte
    • Körperpflege
    • Kosmetika
    • Hygiene
    • Parfümerie
    • Freiverkäufliche Arzneimittel
    • Mittel zur Schädlingsbekämpfung
    • Planung von Werbemaßnahmen

    Im Ausbildungsbetrieb setzen die Auszubildenden das erlernte Wissen in die Praxis um:

    • Bestellungen in Auftrag geben
    • Wareneingang überprüfen
    • Waren einlagern
    • Kundenberatung
    • Verkaufspräsentation
    • Kassieren
    • Kassenabschluss durchführen

    Um erfolgreich die Ausbildung zum Drogisten zu beenden, muss eine Zwischenprüfung sowie am Schluss eine Abschlussprüfung abgelegt werden. Mit abgeschlossener Ausbildung ist man nicht nur anerkannter Drogist, sondern erhält auch den sogenannten Sachkundenachweis für freiverkäufliche Arzneimittel.

    Um dich auf eine Ausbildungsstelle als Drogist bewerben zu können, wird normalerweise ein Realschulabschluss vorausgesetzt. Dennoch zeigt sich, dass Auszubildende mit mindestens einem mittleren Bildungsabschluss bevorzugt werden. Unter bestimmten Bedingungen besteht die Möglichkeit, die Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen.

    Welche Fähigkeiten sollte ein Drogist mitbringen?

    • Kundenorientierung: Wenn du Drogist werden möchtest, solltest du ein gutes Verständnis für Service und Kundenzufriedenheit mitbringen.
    • Kommunikative Fähigkeiten, Freundlichkeit, Kontaktbereitschaft und ein selbstsicheres Auftreten sind in dieser Branche sehr wichtig.
    • Teamarbeit: Im Einzelhandel arbeitest du im Team zusammen. Teamarbeit sollte dir also kein Fremdwort sein.
    • Stressresistenz: Die Kasse bedienen, Ware auffüllen, Kunden beraten … manchmal kann es in der Drogerie sehr stressig werden. Trotz verschiedener Aufgaben musst du einen klaren Kopf bewahren. Dabei sind auch organisatorische Fähigkeiten und eine strukturierte Arbeitsweise gefragt. Eventuell musst du entsprechende Aufgaben an Kollegen weiter delegieren. Grundsätzlich ist eine strukturierte Arbeitsweise wichtig.
    • Organisationstalent, Sorgfalt & Verantwortungsbewusstsein: Eine sorgfältige Arbeitsweise und ein hohes Verantwortungsbewusstsein sind sowohl im Rechnungswesen als auch in der Kundenberatung von Bedeutung.
    • Generell sollten Auszubildende als Drogist gute Leistungen in den Fächern Mathe, Deutsch, Wirtschaft, Chemie und Biologie mitbringen.

    Drogist: Wer sucht Drogisten?

    Drogisten und Drogistinnen werden in folgenden Bereichen eingestellt:

    • Drogerien
    • Kaufhäuser oder Supermärkte mit Drogerieabteilung
    • Großhandel für kosmetische Produkte und Körperpflegemittel
    • Großhandel für pharmazeutische Produkte
    • Reformhäuser
    • Fotogeschäfte
    • Parfümerie

    Grundsätzlich werden Drogisten nicht nur für die Verkaufsräume eingestellt, sondern können auch Beschäftigung im Büro oder Lagerraum finden.

    Drogist: Was verdient man?

    Die Höhe deines Einkommens als Drogist ist abhängig von der Größe deines Arbeitgebers, seines Standorts sowie der Berufserfahrung.

    Während der Ausbildung verdienst du laut Berufenet im ersten Ausbildungsjahr bei einer Ausbildung im Drogeriewarenhandel zwischen 810 Euro bis 970 Euro brutto, im zweiten Ausbildungsjahr steigt dein Gehalt auf 875 Euro bis 1.070 Euro brutto an, während im dritten Ausbildungsjahr zwischen 995 Euro bis 1.210 Euro brutto monatlich zu erwarten sind. Die unterschiedliche Vergütung ist von Bundesland zu Bundesland abhängig. Bei einer Ausbildung im Handel ist eine niedrigere Ausbildungsvergütung zu erwarten.

    Nach der Ausbildung liegt das Bruttogehalt eines Drogisten mit einem Tarifvertrag bei 2.343 bis 2.740 Euro, wie Berufenet mit Bezug auf die Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration verweist.

    Einstieg: Aussichten von Drogisten 

    Als Drogist kannst du in verschiedenen Bereichen des Einzelhandels arbeiten. Hauptsächlich werden Drogisten in Drogerien gesucht, aber auch Reformhäuser oder Parfümerien sind potenzielle Arbeitgeber. Daher sind die Chancen, direkt nach der Ausbildung einen Job zu finden, gut.

    Bewerbung: Womit punkten Drogisten?

    Als Drogist punktest du mit einer aussagekräftigen Bewerbung mit einem Bewerbungsschreiben, in dem du sowohl deine kaufmännischen Fähigkeiten als auch deine fachlichen Fähigkeiten sowie deine Soft Skills herausstellst. Zudem gehören zu einer vollständigen Bewerbung Lebenslauf und Zeugnisse.

    Dazu kannst du deinen zukünftigen Arbeitgeber noch mit folgenden Eigenschaften überzeugen:

    • Grundsätzlich solltest du ein eloquentes Auftreten haben, da du viel mit Kunden Kontakt haben wirst.
    • Eine hohe Serviceorientiertheit zeichnet dich in diesem Beruf aus. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, eine ausgeprägte Merkfähigkeit zu besitzen, da du Kunden umfassend zu Produkten beraten wirst.
    • Auch eine konzentrierte Arbeitsweise, eine hohe Teamfähigkeit und mathematisches Verständnis sind für diesen Beruf essenziell. Zusätzlich punktest du, wenn du Kreativität mitbringst und eine gute Wahrnehmungsgabe besitzt.

    Karriere: Aufstiegschance für Drogisten?

    Als ausgebildeter Drogist kannst du eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt machen. Mit dieser Weiterbildung bist du befähigt, eine Filiale zu leiten oder als Verkaufsleiter zu arbeiten. Das erfordert ein hohes Maß an Verantwortung, Managementqualitäten und umfassende Kenntnisse in der Betriebswirtschaft.

    Mit entsprechenden Zugangsvoraussetzungen kannst du an deine Ausbildung ein Studium anknüpfen. Thematisch bieten sich folgende Studiengänge an:

    • Gesundheitswesen
    • Pharmazie
    • Betriebswirtschaftslehre

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Drogisten entwickelt?

    Drogerien sind historisch betrachtet wohl auf die mittelalterlichen Arzneimittelhandlungen zurückzuführen. Damals durften aber nur Apotheker und Gewürzkrämer entsprechende Waren wie Gewürze oder Arzneimittel verkaufen. Die Heil- und auch Giftkräuter waren zudem den Apotheken vorbehalten.

    Erst im zweiten Abschnitt des 19. Jahrhunderts wurden Drogerien populär, die mit einer kaiserlichen Verordnung auch Kräuter als Arzneidrogen verkaufen durften. Damals waren Drogisten noch dafür zuständig, aus diversen Zutaten Zahncreme, Hautcreme, Backpulver oder auch Kräutermischung etc. selbst zu mischen. Mit Aufkommen der Fotografie erhielt später auch diese Branche Einzug in Drogerien. Teilweise waren Artikel wie Damenbinden oder Kondome auch nur in Drogerien erhältlich und sogar Treibstoff wurde in diesen Geschäften verkauft, bevor es Tankstellen gab.

    Ab den 1070er Jahren wichen die Drogerie-Fachgeschäfte jedoch den weitaus größeren Drogeriemärkten, die mit niedrigeren Preisen lockten. Dazukommend spezialisierten sich die Drogerien in unterschiedliche Richtungen, zum Beispiel in Richtung Reformsortiment. Einzelne Drogerie-Fachgeschäfte sind mittlerweile so gut wie gar nicht mehr vorhanden, während sich große Drogeriemarkt-Ketten wie dm-Drogerie, Rossmann, Budnikowsky oder Müller breitgemacht haben. Von 1880 bis 1979 wurden Drogisten noch an der Deutschen Drogisten-Akademie in Braunschweig ausgebildet. Heute ist die Ausbildung im Berufsausbildungsgesetz geregelt und wird mit einer Prüfung vor der IHK beendet.

    Drogistinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Drogerie?

    Im Jahr 2018 befanden sich laut Statistischem Bundesamt 3175 Personen in einer Ausbildung zum Drogisten, worunter 2934 weiblich waren. In der Branche sind Frauen also äußerst stark präsentiert. Aber obwohl die Kundschaft und auch die Mitarbeiter in Drogerien überwiegend weiblich sind, sind nur wenige Frauen in den Vorständen von Drogerie-Ketten zu finden – ein Umstand, der Veränderung bedarf!

    Ähnliche Berufe wie Drogist:

    Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Handelsfachwirt/in, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel

    Quellen:

    Berufenet, Ausbildung.de, Planet-Beruf.de, Azubiyo.de, Destatis, Karrieresprung.de


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