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Erzieherin Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Erzieherin malt gemeinsam mit Kindern
© Robert Kneschke / Shutterstock
Erzieherinnen übernehmen schon für kleinste Kinder wichtige Erziehungsfunktionen und fördern die Entwicklung der Kinder. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf einer Erzieherin wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Erzieherin

Art der Ausbildung.

Schulische Ausbildung

Ausbildungsdauer.

2 Jahre

Durchschnittsgehalt.

2.800 Euro

Einstiegsgehalt.

2.200 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Ein Streit im Sandkasten. Das verzweifelte Grübeln eines Erstklässlers über seine Mathehausaufgabe in der Nachmittagsbetreuung seiner Schule. Ein Jugendlicher mit Downsyndrom, der die Sonne genießt. Hilfesuchende Menschen, die erleichtert in einer Beratungsstelle ankommen und ihr Herz ausschütten können.

    Diese Situationen haben eins gemeinsam. Die Erzieherinnen, die hinter ihnen stehen und welche z.B. in diesen Einsatzbereichen für Erzieher arbeiten:

    • in Kindertagesstätten
    • im Hort/Nachmittagsbetreuung an Schulen
    • in der Jugendhilfe
    • in Krankenhäuser und Betreuungseinrichtungen
    • in Familien- und Suchtberatungsstellen

    Die häufigste Tätigkeit eines Erziehers findet man in Kindertagesstätten oder auch Kinderkrippen, in denen die kleinsten Kinder aufgenommen werden und welche die Eltern in die Hände der Erzieher geben, um sie, während sie arbeiten, bei der Umsetzung des Bildungsauftrags für ihre Kinder zu unterstützen. Kindergärtnerinnen spielen pädagogisch wertvolle Spiele, sorgen für das Mittagessen und den Mittagsschlaf und müssen auch mit den Kindern umgehen können, wenn sie schlecht gelaunt sind. Die Erziehung von bereits einem oder zwei Kindern ist für Eltern stressig, jedoch leisten Erzieher ein vielfaches dessen, denn der Betreuungsschlüssel (die Angabe darüber für wie viele Kinder ein Erwachsener verantwortlich ist) liegt idealerweise bei 7 Kindern unter 6, und sogar bei 3 bei unter 3-jährigen, da die Erzieher sonst leicht überfordert werden können. Durch den Fachkräftemangel ist der Betreuungsschlüssel in den letzten Jahren teilweise massiv überschritten worden und es werden dringend neue Auszubildende gesucht.

    In Grundschulen arbeiten auch oft Erzieher, vor allem in Ganztagsschulen, in denen die Erzieher übernehmen, wenn die Lehrer ihre Stunde beendet haben. Sie bringen die Kinder zum Mittagessen, helfen bei den Hausaufgaben in der Nachmittagsbetreuung, spielen Spiele und leiten Ausflüge. Ebenso wie im Kindergarten nehmen Erzieher in der Grundschule erzieherische Tätigkeiten wahr und fördern die Entwicklung der Kinder. Hier ist auch die Anpassung an das Leben in der Schule eine Aufgabe, die Erziehern gegeben wird und welches sie mit den Kindern besprechen sollten.

    Vorteile   Nachteile

    Abwechslungsreich

    Stressiges, lautes Umfeld

    Gesellschaftlich wertvoll

    Schlechte Vergütung

    Zukunftssicher

     Lange Arbeitstage

    Wie wird man Erzieherin?

    Die Ausbildung zur Erzieherin ist schulisch und wird daher nicht vergütet. Man hat als angehender Erzieher aber die Möglichkeit BAföG zu bekommen, von dem die Hälfte als Darlehen nach der Ausbildung zurückgezahlt werden muss. An die Ausbildung muss ein Praxisjahr angeschlossen werden, währenddessen die Leistung der Schüler immer wieder überprüft wird, um sie dann zur Abschlussprüfung zuzulassen. Hat man die Prüfung geschafft, ist man staatlich anerkannter Erzieher.

    Es gibt verschiedene Ausprägungen mit Erzieherberuf. Eine allgemeine Ausbildung befähigt dazu in Kindertagesstätten und in Nachmittagsbetreuungen nach der Schule zu arbeiten. Eine spezialisierte Ausbildung in den Fachrichtungen Jugend- und Heimerzieher oder Erzieher in sonderpädagogischen Einrichtungen kann man ebenfalls absolvieren oder sich mit Musik- und Theaterpädagogik auseinandersetzen.

    In der Ausbildung werden neben allgemeinen Fächern wie Ethik, Deutsch und Sozialkunde auch Pädagogik und Fähigkeiten gelehrt, Kinder und Jugendliche in ihrer motorischen und kognitiven Entwicklung zu unterstützen. Auch will es gelernt sein, sich mit Eltern zu unterhalten und sie über die Fortschritte ihrer Kinder zu unterrichten oder sie auch auf Verhaltensauffälligkeiten anzusprechen. Weiterhin lernen Erzieher in der Ausbildung

    • die rechtlichen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit kennen
    • wie man sich und seine Kollegen organisieren sollte
    • und wie sie Kindern gesundes Essen am eigenen positiven Beispiel beibringen können.

    Welche Fähigkeiten sollten Erzieherinnen mitbringen?

    Erzieherinnen sollten belastbar sein und sehr viel Geduld mitbringen. Stresssituationen und ein lautes Arbeitsumfeld sollte ihnen nicht zusetzen können. Außerhalb der Kindertagesstätten sollten Erzieher auch darauf eingestellt sein, mit Menschen in Notsituationen zu arbeiten, wie zum Beispiel in der Familien- oder Jugendhilfe. Schwierige Jugendliche suchen sich gerne ein Ventil, um ihren Frust abzulassen und wenn die Erzieher gerade greifbar sind, kann es mitunter auch sie treffen. Dies sollte sich nicht zu Herzen genommen werden, denn meistens hat dies nicht mit der eigenen Person zu tun, sondern eher mit der generellen Unzufriedenheit des Jugendlichen.

    Weitere wichtige Soft Skills sind:

    • Einfühlungsvermögen
    • Durchsetzungsvermögen
    • Problemlösendes Denken
    • Kreativität
    • Verantwortungsbewusstsein

    Arbeitgeber: Wer sucht Erzieherinnen?

    Zumeist suchen staatliche Träger von Kindertagesstätten, aber auch private Kitavereine brauchen ständig Erzieher, auch gerne schon während der Ausbildung. Auch an Grundschulen sind Erzieher für die Hortbetreuung/Nachmittagsbetreuung gefragt. Durch ihre pädagogische Ausbildung werden Erzieher heute auch in verschiedenen anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Wohnheimen für beeinträchtigte Jugendliche oder auch in der Betreuung von Flüchtlingen und ihren Kindern gesucht. Da Pädagogik nach Immanuel Kant eine Anleitung zur Mündigkeit und Selbstbestimmung ist, ist dies eine mögliche Erklärung für die Erweiterung der pädagogischen Tätigkeit von Erziehern auch im Erwachsenenbereich. Nicht nur in der Flüchtlingsbetreuung, sondern auch in der Sucht- und Familienhilfe werden Erzieher für eine Betreuung der gesamten Familie gesucht.

    Gehalt: Was verdient eine Erzieherin?

    Das Gehalt von Erzieherinnen ist im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst geregelt und ist eher im unteren Bereich der Gehälter anzusiedeln. Im praktischen Jahr verdienen angehende Erzieherinnen nur 1.400 Euro brutto monatlich, nach Abschluss der Ausbildung erhöht sich das Gehalt auf 2.200 bis 2.400 Euro. Die höchste Lohnklasse erreichen Erzieher nach einigen Jahren Berufspraxis, sodass ein Top Verdienst von 3.300 Euro zu erwarten ist.

    Viele private Träger sind jedoch nicht an diese Tariflöhne gebunden und zahlen daher untertariflich. Hier muss schon im Vorfeld mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber Rücksprache wegen der Gehaltsvorstellungen gehalten werden.

    Politisch gesehen wird sich in nächster Zeit etwas an den Tarifverträgen ändern müssen, da Erzieher im öffentlichen Dienst immer gebraucht werden und auch dementsprechend besser bezahlt werden sollten. Der Handlungsbedarf für diesen so wichtigen Beruf ist auch in den Plenarsälen der Regierungen angekommen und es ist zu hoffen, dass dem bald Rechnung getragen wird.

    Einstieg: Aussichten von Erzieherinnen 

    Seit 2013 besteht nicht nur ein Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern im letzten Jahr vor der Einschulung, wie es zuvor rechtlich geregelt war, sondern für jedes Kind, was zu einem starken Ausbau der Kindertagesstätten und Krippen geführt hat. 93 Prozent aller Kinder haben heute einen Kitaplatz und dementsprechend sind die Stellen als Erzieherin zu besetzen, denn der Bedarf besteht. Einstiegschancen in den Beruf sind also überdurchschnittlich gut.

    Es empfiehlt sich heute mehr denn je den praktischen Teil der Ausbildung zur Erzieherin in einer Einrichtung, die den Fokus besonders auf sonderpädagogische Maßnahmen, also die besonderen Wert auf Inklusion von Kindern mit körperlichen oder geistigen Defiziten legt, zu absolvieren. Sonderpädagogisch vorgebildete Erzieher haben die besten Aussichten, überall einen Job zu finden.

    Bewerbung: Womit punkten Erzieherinnen?

    Wer sich auf eine Ausbildung zum Erzieher bewirbt, punktet mit guten musischen und sprachlichen Kenntnissen (auch in Fremdsprachen wie Türkisch oder Polnisch), denn in der Erzieherin-Ausbildung werden Kinderlieder pädagogisch bearbeitet, aber auch Kinderbücher, welche den Kindern vorgetragen werden und diesen einen Lerneffekt bringen sollen. Natürlich ist es ebenfalls ein Vorteil, bereits das Schulfach Pädagogik oder Erziehungswissenschaften belegt zu haben, welches an einigen sozialwissenschaftlich aufgestellten Gymnasien der Bundesrepublik möglich ist.

    Gerade in der Arbeit mit Kindern mit Migrationshintergrund sind mehrsprachliche Erzieherinnen im Vorteil. Freude am Basteln und Werkeln sollte definitiv im Anschreiben für eine Ausbildungsstelle, jedoch auch in späteren Berufsbewerbungen, Eingang finden. Außerdem sollte die bevorzugte pädagogische Methode der Erzieherin (sofern vorhanden) bereits in der Bewerbung stehen, um sehen zu können ob sich z.B. ein von Montessori geprägter Erziehungsstil in der gewählten Einrichtung umsetzen lässt.

    Karriere: Aufstiegschance für Erzieherinnen?

    Als ausgebildete Erzieherin hat man die Möglichkeit, ein Bachelorstudium in Sozialwissenschaften oder Sozialpädagogik zu absolvieren. Als Erzieherin kann man sich auch noch zum

    • Jugend- und Heimerzieher
    • und Sonderpädagoge weiterbilden lassen.

    Oder von vorneherein eine Ausbildung zur Erzieherin in diesen Bereichen anstreben. Auch gibt es kaufmännische Weiterbildungen zum Fachwirt für Erziehungswesen oder Organisation und Führung.

    Als Studienfächer nach einer Erzieherin Ausbildung bieten sich

    • pädagogische Psychologie,
    • Waldorfpädagogik,
    • soziale Arbeit,
    • Erziehungs- und Bildungswissenschaft
    • und Psychologie an.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld der Erzieherin entwickelt?

    Die historischen Ursprünge des Erzieherin-Berufes liegen im 18. Jahrhundert, als adlige Familien ihre gelehrten Töchter, denen sie kein Vermögen und dementsprechend Heiratsfähigkeit mitgeben konnten, bei anderen Familien unterbrachten, um deren Kinder für sie zu erziehen. Jedoch war es auch in arbeitenden Familien während der Industrialisierung notwendig geworden, Kinderschwestern bei den Betrieben einzustellen, da die Mütter verstärkt auch anfingen in den Fabriken und Bergwerken zu arbeiten.

    Heutzutage hat sich der Erzieherin-Beruf jedoch noch weiter verändert und schon die staatliche Ausbildung der 90er Jahre ist heute weitgehend überholt. Erzieherinnen bekommen heute ein viel breiteres Spektrum in der Ausbildung gelehrt als noch vor 30 Jahren. Obwohl Kindergartenpädagogik und die damit verbundene Arbeit immer noch den Mehranteil der arbeitenden Erzieherinnen ausmacht, wird auch vermehrt Inklusion bereits im Kindergarten betrieben – daher wird Sonderpädagogik immer wichtiger. Erzieherinnen komplettieren auch die Bildung von Grundschülern, fungieren als Kinderdorferzieher oder arbeiten in Hilfseinrichtungen, in denen sie oft sozialpädagogische Aufgaben übernehmen. Auch Heilerzieher und Erzieher in Kinderheimen sind heute mehr gefragt denn je.

    Erzieherinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Erziehung?

    Erzieherin ist ein klassischer Frauenberuf, da die Kindererziehung auch traditionell oft nur den Frauen vorbehalten war. Dies ist auch immer noch so, auch wenn verstärkt nach männlichen Erziehern gesucht wird, ist der Anteil der Frauen in der Erziehung weiterhin extrem hoch. Auf ca. 600.000 Frauen kamen laut dem Statistischen Bundesamt im März 2019 nur ca. 40.000 männliche Erzieher.

    Ähnliche Berufe wie Erzieherin:

    Sozialpädagoge, Sonderpädagoge, Heilerzieher/Heilpädagoge, Sozialarbeiter, Motopäde, Logopäde, Ergotherapeut, Frühförderer

    Quellen:

    Erzieherin-Ausbildung, Ausbildung.de, Azubiyo, Berufenet, Destatis, Statista, Kindergartenpädagogik, Deutscher Bildungsserver


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