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Fahrradmonteur: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Fahrradmonteur: Frau repariert ein Fahrrad
© Thomas Andreas / Shutterstock
Als Fahrradmonteur ist Abwechslung im Job garantiert. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Fahrradmonteurs wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Fahrradmonteur (m/w/d)

Art der Ausbildung dual
Ausbildungsdauer 2 Jahre
Durchschnittsgehalt ca. 2.700 Euro brutto
Einstiegsgehalt ca. 1.800 Euro brutto
    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Fahrradmonteur

    Montieren, reparieren, beraten: Der Beruf des Fahrradmonteurs ist äußerst abwechslungsreich. Neben der Arbeit in der Werkstatt können Fahrradmonteure auch im Büro oder – wenn zum Betrieb ein Ladengeschäft gehört – im Verkaufsraum eingesetzt werden, wo sie direkten Kundenkontakt haben. In erster Linie sind sie aber dafür zuständig, Reparaturen an Fahrrädern vorzunehmen oder neue Modelle zusammenzubauen. Außerdem setzten sie Kundenwünsche um und rüsten deren Räder beispielsweise mit Zusatzteilen aus. Das Warten von Fahrrädern zählt ebenfalls zum Aufgabenprofil des Fahrradmonteurs, hierbei wird sichergestellt, dass das Gefährt verkehrssicher ist und keine Mängel aufweist.

    Beim Kundenservice liegt das Augenmerk auf der fachlichen Beratung, um den Kunden die Kaufentscheidung zu erleichtern. Der Fahrradmonteur sollte die Vor- und Nachteile der einzelnen Modelle kennen und die spezifischen Anforderungen des Kunden – wie etwa ergonomische Anpassungen – berücksichtigen. Fahrradmonteure geben auch Tipps für die Auswahl des passenden Zubehörs oder für die Behandlung des Bikes und sind damit Experten für alle Angelegenheiten rund ums Rad.

    Als Fahrradmonteur ist man also vielseitig aufgestellt, dies bedeutet jedoch auch, dass man für den Beruf eine Reihe an Fertigkeiten mitbringen sollte. Für die Wartung und Reparatur von Fahrrädern ist handwerkliches Geschick gefragt: Der Umgang mit Werkzeugen, Mess- und Prüfgeräten gehört zum Arbeitsalltag, manchmal müssen Ersatzteile auch selbst hergestellt werden. Wer gerne hämmert, feilt, bohrt, poliert oder schleift, für den könnte die Ausbildung zum Fahrradmonteur genau das Richtige sein.

    Zusätzlich ist ein fundiertes fachliches Know-how gefragt: Fahrradmonteure kennen sich mit Bikes jeder Art aus – egal ob Holland-, Trekking-, Renn- oder Liegerad, ob Mountain- oder E-Bike. Um bei den verschiedenen Technologien auf dem neuesten Stand zu bleiben und keine Trends zu verpassen, sollte man die Entwicklungen auf dem Markt stets aufmerksam verfolgen.

    Vorteile   Nachteile
    abwechslungsreiche Aufgaben körperlich anstrengende Arbeit
    viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten oft muss auch samstags gearbeitet werden
    gute Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen Gehalt während der Ausbildung eher niedrig

    Wie wird man Fahrradmonteur?

    Alle, die sich für eine Berufsausbildung zum Fahrradmonteur interessieren, sollten mindestens über einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss verfügen. Die duale Ausbildung zum Fahrradmonteur dauert zwei Jahre und wird zu gleichen Teilen in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb absolviert. So können Auszubildende von Beginn an theoretische und praktische Arbeitserfahrungen als Fahrradmonteur sammeln. Der Berufsschulunterricht kann entweder als Blockunterricht oder an ein bis zwei Tagen pro Woche stattfinden.

    Auf dem Lehrplan zur Ausbildung als Fahrradmonteur stehen unter anderem folgende Themen:

    • Bedienung, Wartung und Prüfung von Fahrrädern
    • Montage und Demontage von Bauteilen und Systemen
    • Instandsetzung von Fahrradbauteilen
    • maschinelles und manuelles Bearbeiten von Fahrradtechnik
    • Planung von Arbeitsabläufen
    • Qualitätssicherung
    • Systemprüfung und -messung
    • Kundenservice und -kommunikation
    • Bereitstellung von Waren
    • Umweltschutz
    • Arbeitsschutz
    • Arbeits- und Tarifrecht

    Schon während der Ausbildung stehen die praktische Arbeit und die Aneignung von handwerklichen Fähigkeiten im Fokus eines Fahrradmonteurs. Neben der Theorie in der Berufsschule können Auszubildende zum Fahrradmonteur in ihrem Ausbildungsbetrieb schon kleine Reparaturen durchführen und durch erste Berührungspunkte mit Kunden lernen, was es beim Umgang mit ihnen zu beachten gilt. Zu Beginn des zweiten Lehrjahres müssen die Auszubildenden eine Zwischenprüfung ablegen.

    Ein Jahr später endet die Ausbildung zum Fahrradmonteur mit der Gesellenprüfung, bei der sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen abgefragt wird. Der schriftliche Teil umfasst die Bereiche Fahrradtechnik, Instandhaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Im praktischen Teil müssen Aufgaben rund um den Aufbau und das Instandsetzen von Fahrrädern gelöst werden.

    Welche Fähigkeiten sollten Fahrradmonteure mitbringen?

    Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis zählen zu den Eigenschaften, die ein Fahrradmonteur unbedingt mitbringen sollte. Außerdem ist eine zuverlässige und sorgfältige Arbeitsweise unerlässlich, damit neu gefertigte Bauteile den technischen Anforderungen entsprechen und kein Sicherheitsrisiko darstellen.

    Fahrradmonteure müssen lösungsorientiert arbeiten, um Fehler schnell identifizieren und beheben zu können. Zudem sollten sie körperlich belastbar sein und kein Problem damit haben, eventuell aus samstags arbeiten zu müssen.

    Im Umgang mit Kunden ist ein freundliches Auftreten zwingend notwendig, im Handel sollten Fahrradmonteure stets kundenorientiert arbeiten. Zu guter Letzt sollte man ein gewisses Maß an Leidenschaft für den Beruf mitbringen, damit man in puncto Trends immer auf dem neuesten Stand bleibt und Kunden auch aus eigener Erfahrung heraus beraten kann.

    Arbeitgeber: Wer sucht Fahrradmonteure?

    Fahrradmonteure haben unterschiedliche Möglichkeiten, ihren Beruf auszuüben. Die meisten Gesellen arbeiten als Angestellte und übernehmen Montage- und Reparaturaufgaben. Mögliche Arbeitsorte für Fahrradmonteure sind beispielsweise:

    • Fahrradwerkstätten
    • Betriebe mit Fahrradmontur und -reparatur
    • Fahrradhandel
    • Fahrradzubehörhandel

    Auch eine freiberufliche Tätigkeit mit einem eigenen Reparaturbetrieb oder einem Einzelhandelsbetrieb ist für Fahrradmonteure möglich. Allerdings gilt es zu beachten, dass man für einen eigenen Werkstattbetrieb einen Meistertitel benötigt.

    Gehalt: Was verdient ein Fahrradmonteur?

    Das Gehalt eines Fahrradmonteurs ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Dazu zählt, in welchem Bundesland der Beruf ausgeübt wird, die Größe des Unternehmens, in dem man tätig ist, und die bisher gesammelte Berufserfahrung.

    Die Ausbildungsvergütung variiert je nachdem, ob man im Handwerk, im Handel oder in der Industrie tätig ist. Im ersten Ausbildungsjahr liegt das monatliche Bruttogehalt für angehende Fahrradmonteure im Zweiradmechanikerhandwerk zwischen 530 bis 600 Euro, während man im Einzelhandel mit 705 bis 850 Euro rechnen kann und in der Metall- und Elektroindustrie sogar 976 bis 1.047 Euro gezahlt werden. Im zweiten Lehrjahr steigt das Gehalt im Handwerk auf bis zu 700 Euro an, im Handel wird man mit bis zu 955 Euro im Monat vergütet und in der Industrie kann man bis zu 1.100 Euro verdienen. Die Angaben schwanken jedoch von Bundesland zu Bundesland.

    Fahrradmonteure können mit einem Einstiegsgehalt von circa 1.800 Euro brutto im Monat rechnen. Mit zunehmender Berufserfahrung kann das Gehalt auf 2.700 Euro ansteigen. Wer sich noch zum Zweiradmechatroniker weiterbildet oder seinen Meister macht, verdient entsprechend mehr Geld: Freiberufliche Fahrradmonteure mit Meistertitel können mit einem Bruttomonatsgehalt von bis zu 4.000 Euro rechnen.

    Einstieg: Aussichten von Fahrradmonteuren 

    Die Berufsaussichten für Fahrradmonteure stehen gut. Aufgrund des steigenden Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung nimmt die Nachfrage an Fahrrädern kontinuierlich zu. Auch der Radsport erfreut sich immer größerer Beliebtheit, was sich zum Beispiel an den zunehmenden Verkaufszahlen von Mountainbikes und Rennrädern zeigt.

    Zudem liegt im Bereich der E-Bikes großes Potenzial, sie bildeten in den letzten Jahren das stärkste Wachstumssegment im Fahrradhandel. Als Fahrradmonteur kann es sich deshalb lohnen, sich auf E-Bikes zu spezialisieren, denn ihre Wartung und Reparatur erfordert technisches Fachwissen.

    Bewerbung: Womit punkten Fahrradmonteure?

    Wie bei fast allen dualen Ausbildungen, sollte man sich direkt bei einem Unternehmen aus der Branche bewerben, um eine Berufsausbildung als Fahrradmonteur zu beginnen. Wer gerade erst aus der Schule kommt, kann natürlich noch nicht viel Berufserfahrung aufweisen. Punkten kann man jedoch mit Praktika oder Nebenjobs, die man bereits absolviert hat. Außerdem erwecken gute Noten in den Fächern Mathematik und Physik sowie Technik oder Werken einen positiven Eindruck bei dem potenziellen Arbeitgeber. Angehende Auszubildende können auch ihre Hobbys in der Bewerbung angeben, um beispielsweise zu zeigen, dass das Fahrradfahren eine Leidenschaft von ihnen ist.

    Unabhängig davon, ob es sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder eine Festanstellung handelt, sollte die Bewerbungsmappe immer sorgfältig zusammengestellt werden. Neben dem Lebenslauf und Zeugnissen darf auch ein individuelles Anschreiben nicht fehlen. Darin kann der Bewerber seine Motivation für den Beruf deutlich zum Ausdruck bringen und detailliert auf seine Stärken eingehen, um den Arbeitgeber von sich zu überzeugen.

    Wird man dann in die nächste Runde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, gilt es, den potenziellen Arbeitgeber persönlich zu überzeugen. Durch gezielte Fragen oder Aufgaben wird versucht, die Eignung des Bewerbers zu ermitteln. Dabei kann man häufig nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit einer offenen und freundlichen Art punkten – für den Arbeitgeber ist es schließlich auch wichtig, dass man gut ins Team passt.

    Karriere: Aufstiegschancen für Fahrradmonteure?

    Wenn man sich nach der bestandenen Prüfung zum Fahrradmonteur weiterbilden möchte, kann man noch eine eineinhalbjährige Ausbildung als Zweiradmechatroniker mit der Fachrichtung Fahrradtechnik anschließen. Darin wird das Fachwissen vertieft, man kann im Beruf mehr Verantwortung übernehmen und entsprechend auch mehr Geld verdienen.

    Wer mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen, muss die Weiterbildung zum Zweiradmechatronikermeister absolvieren. Während der zweieinhalb Jahre dauernden Ausbildung wird unter anderem tiefergreifendes technisches Fachwissen vermittelt, man lernt aber auch, wie man einen eigenen Betrieb führt, Auszubildende anleitet und mit Mitarbeitern umgeht.

    Eine weitere Form der Weiterbildung für Fahrradmonteure ist die Anerkennung als Fahrradsachverständiger. In diesem Beruf müssen Unfälle mit Fahrrädern rekonstruiert und Gutachten erstellt werden, um die Verantwortlichkeit zu klären – schließlich können sowohl Fahrfehler als auch minderwertiges Material oder die falsche Montage zu einem Unfall führen. Fahrradsachverständige müssen deshalb ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und eine langjährige Berufserfahrung nachweisen. Die IHK prüft die Eignung als Sachverständiger und stellt dann die Bemächtigung aus.

    Wer die Karriereleiter noch weiter nach oben klettern will, kann ein Studium in Erwägung ziehen. Voraussetzung dafür sind entweder das Fachabitur oder ein Meistertitel. Für Zweiradmechatroniker bieten sich beispielsweise die Studiengänge Fahrzeugtechnik oder Maschinenbau an. Das Bachelorstudium dauert drei Jahre, für einen Master muss man in der Regel drei Semester einplanen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Fahrradmonteurs entwickelt?

    Aufgrund der zunehmenden Technisierung von Fahrrädern und der verstärkten Nachfrage nach E-Bikes hat sich der Beruf des Fahrradmonteurs in den letzten Jahren stark verändert. Deshalb wurde 2014 auch die Ausbildung zum Zweiradmechaniker modernisiert: Die Berufsbezeichnung lautet nun Zweiradmechatroniker Fahrrichtung Fahrradtechnik und in der Ausbildung wird mehr technisches Wissen vermittelt als es früher der Fall war. So werden beispielsweise neue Antriebskonzepte wie Hybrid- und Elektroantriebe sowie neue Reparatur- und Diagnosemethoden berücksichtigt.

    Laut Bundesagentur für Arbeit stehen die Chancen, eine Beschäftigung zu finden, sehr gut, denn die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verläuft positiv. Da nicht davon auszugehen ist, dass der Trend hin zu einem gesünderen und klimafreundlichen Lebensstil abnehmen wird, hat der Beruf als Fahrradmonteur eine aussichtsreiche Zukunft.

    Fahrradmonteurinnen: Welche Chancen haben Frauen?

    Den Beruf des Fahrradmonteurs können auch Frauen problemlos ausüben. Zwar ist der Großteil der Auszubildenden männlich, doch die Branche wünscht sich ­– gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ­– mehr weiblichen Nachwuchs.

    Frauen sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass man als Fahrradmonteurin physisch belastbar sein muss, denn Fahrräder und Einzelteile können teilweise sehr schwer sein. Wer aber eine solide körperliche Fitness mitbringt, wird damit keine Probleme haben. Neben einem guten technischen Verständnis sollten Fahrradmonteurinnen auch Durchsetzungskraft besitzen, um sich in dem männerdominierten Beruf behaupten zu können.

    Ähnliche Berufe wie Fahrradmonteur:

    Zweiradmechatroniker, Zweiradmechatroniker Fachrichtung Motorradtechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Fachkraft für Metalltechnik

    Quellen:

    handwerk.de, arbeitsagentur.de, karrieresprung.de, azubi.de


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