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Fitnesstrainer Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Fitnesstrainer: Fitnesstrainerin unterstützt eine junge Frau beim Dehnen
© dotshock / Shutterstock
Wenn man abnehmen oder einfach fit werden will, können Fitnesstrainer hilfreich sein. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Fitnesstrainers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Fitnesstrainer

Art der Ausbildung.

private Ausbildung

Ausbildungsdauer.

6 - 20 Monate

Durchschnittsgehalt.

1.800 - 4.700 Euro

Einstiegsgehalt.

1.600 - 1.800 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Ich will fit und gesund sein! Doch was bedeutet das für den eigenen Körper? Ist nur Sport die Lösung oder wie erreiche ich meine Ziele? Was kann ich überhaupt erreichen?

    Fitnesstrainer kennen die Antworten auf diese Fragen. Im persönlichen Kontakt finden sie heraus, was für ein Typ vor ihnen steht und welche Bedürfnisse zwischen den Zeilen genannt werden. Fitnesstrainer helfen dabei die unterschiedlichen Ziele zu erkennen:

    • Steigerung der Ausdauer- oder Kraftleistung
    • Rehabilitation nach Krankheit oder Verletzung
    • Gewicht verlieren
    • Prävention
    • Bodybuilding
    • Besonders bei Älteren: Gesundheit erhalten
    • Koordination trainieren

    Fitnesstrainer erarbeiten mit den Kundinnen und Kunden spezielle, individuelle Trainingspläne. Sie begleiten dann den Prozess, indem sie zum Beispiel auf die korrekte Durchführung im Fitnessstudio achten oder selber mittrainieren, zum Beispiel über einen längeren Zeitraum, in Gruppen oder individuell.

    Fitnesstrainer sind keine Menschen, deren Beruf mit dem Erstellen eines Plans aufhört. Das Erreichen seiner eigenen Ziele ist ein Prozess. Mal läuft es gut, mal ruckelt es in der Einstellung der Menschen. Fitnesstrainer begleiten diesen Prozess, oft hautnah. Deshalb ist es grundlegend wichtig, dass Fitnesstrainer ein Gespür für den richtigen Ton haben und wissen, welche Motivationstechniken helfen, damit alle bei der Stange bleiben. Sie können einschätzen, unter welchen Umständen die Höchstleistungen abgerufen werden können und welche Unterstützung der Einzelne in welchen Phasen braucht.

    Die Kommunikation hält den Kunden am Ball, genauso wie Erfolge im Training, welche sich nur mit den besten Methoden erreichen lassen. Fitnesstrainer müssen dafür über einen großen Wissensschatz verfügen. Dieser setzt sich aus unterschiedlichen Bereichen zusammen:

    • Physiognomie
    • Anatomie
    • Sportwissenschaft
    • Bewegungslehre
    • Ernährungswissenschaft

    Dieses Wissen hilft Fitnesstrainern dabei, die richtigen Anwendungen und Übungen zu finden. Dazu werden Fitnesstrainer immer häufiger um Rat in gesundheitlichen Bereichen gefragt.

    Neben einem breiten Wissen über den Körper und Trainingsmethoden ist der Schwerpunkt der Ernährung für Fitnesstrainer immer wichtiger geworden. Sport und Bewegung tragen nicht allein zu einem erfolgreichen Training bei. Die Ernährung hilft dabei. Im Alltag der Fitnesstrainer bedeutet das, den Kunden und Kundinnen mehr als nur einen Trainingsplan an die Hand zu geben. Welche Diät ist die richtige? Was unterstützt die jeweiligen Ziele? Welche Proteine müssen wann gegessen werden? Worauf muss verzichtet und was muss zusätzlich gegessen werden? Auf diese Fragen geht ein Fitnesstrainer auch ein.

    In den vergangenen Jahren ist vielen erst bewusst geworden, wie wichtig körperliche Fitness ist. Mit diesem neuen Bewusstsein ist auch der Sport- und Fitnessmarkt explodiert. Immer mehr Fitnessstudios eröffnen und manche Sportvereine nehmen sogar keine Mitglieder mehr auf. Der Fitness- und Sportboom führt zu neuen Innovationen und Trends.

    Darüber müssen Fitnesstrainer Bescheid wissen. In diesem Beruf sollte man immer am Puls der Zeit sein. Das heißt natürlich auch, die Trends richtig einordnen zu können. Was wollen die Kundinnen und Kunden? Hilft es ihnen wirklich?

    Nicht nur die verschiedenen Trendsportarten und -diäten verändern sich ständig. Auch das Publikum unterscheidet sich stark. Mittlerweile ist die Hälfte der Deutschen über 50. Die sogenannten Best Ager wollen fit bleiben und stellen einen großen Teil der Kundinnen und Kunden von Fitnesstrainern.

    Vorteile   Nachteile

    Sport ist der Beruf

    Oft Schichtbetrieb oder unregelmäßige Arbeitszeiten

    Viele Arbeitsmöglichkeiten

    Große Gehaltsunterschiede

    Wenig Büroarbeit

    Kein geschützter Beruf

    Wie wird man Fitnesstrainer?

    Der Beruf der Fitnesstrainer ist nicht geschützt. Das bedeutet, dass sich jeder Fitnesstrainer nennen kann und selbstständig als solcher arbeiten kann. Die meisten Fitnessstudios stellen allerdings keine ungelernten Kräfte ein. Auch auf dem freien Markt ist es schwierig, ohne Lizenzen Einzelpersonen von sich zu überzeugen.

    In unterschiedlichen Schulen können Lehrgänge besucht werden, in denen zur A-, B- und C-Lizenz ausgebildet wird. Die sind deutschlandweit anerkannt und bieten die Möglichkeit in jedem Fitnessstudio arbeiten zu können. Die Ausbildungszeit unterscheidet sich von Schule zu Schule. Sie liegt in der Regel zwischen 6 und 20 Monaten.

    Mit Ausbildungen zur A- oder B-Lizenz qualifizieren sich angehende Fitnesstrainer dazu, nicht nur in Fitnessstudios zu arbeiten, sie haben auch die Fähigkeiten, selbstständig als Personaltrainer zu arbeiten. Fitnesstrainer können sich auch weiter qualifizieren und Zusatzausbildungen belegen, zum Beispiel in der Ernährungsberatung oder Entspannungspädagogik.

    Dadurch, dass es keine einheitliche Prüfung gibt, unterscheiden sich die Ausbildungsinhalte auch von Schule zu Schule. Daher sollte sich der Fitnesstrainer vorher über die Schwerpunkte der möglichen Schulen informieren.

    Hauptsächlich beschäftigen sich die zukünftigen Fitnesstrainer in den Ausbildungen mit der Bewegungs- und Trainingslehre, der Physiologie und Anatomie, der Ernährung und Gesundheit. Auf welche Inhalte besondere Schwerpunkte gelegt werden und wie sie vermittelt werden, unterscheidet sich zwischen den Schulen stark.

    Jede Schule ist eine private Einrichtung. Das bedeutet, dass die Lehrgänge bezahlt werden müssen. Für alle drei Lizenzen zusammen fallen in der Regel Kosten von ca. 2.200 Euro an. Wichtig ist es, sich vor der Ausbildung zum Fitnesstrainer genau über die Schule und die Kosten zu informieren. Sind in den Gebühren alle Leistungen, wie Prüfungen, Zwischenprüfungen oder praktische Seminare, abgedeckt? Ist die Lizenz auf Lebenszeit oder muss sie regelmäßig aufgefrischt werden?

    Welche Fähigkeiten sollten Fitnesstrainer mitbringen?

    Wer Fitnesstrainer wird, macht sein Hobby zum Beruf. Die eigene Leidenschaft für Sport und Bewegung treibt die meisten an, es an andere zu vermitteln. Begeisterungsfähigkeit, Lust und Neugier im Sport gehören für Fitnesstrainer einfach dazu.

    Für Fitnesstrainer gehört jedoch nicht nur die Leidenschaft zum Sport dazu, auch unterschiedliche Kommunikationskompetenzen sowie pädagogische Fähigkeiten und Einfühlungsvermögen sind wertvoll.

    Damit der Sport einen auch wirklich gesund und fit macht, ist die richtige Haltung und Ausführung bei den Übungen elementar. Fitnesstrainer sind dafür verantwortlich, diese nicht nur richtig zu vermitteln, sondern auch aufmerksam zu beobachten, dass alles korrekt ausgeführt wird.

    Arbeitgeber: Wer sucht Fitnesstrainer?

    Die Hauptarbeitgeber für Fitnesstrainer sind Sport- und Fitnessstudios. Doch auch überall, wo es Fitnessräume, Sporthallen und -plätze gibt, finden Fitnesstrainer einen Job. Zum Beispiel in:

    • Sportvereinen
    • Rehabilitationszentren
    • Hotels und Freizeitzentren

    Aber auch die Selbstständigkeit ist für einige Fitnesstrainer lukrativ. Besonders die höheren Gehälter sind für sie attraktiv. Verlockend sind auch die freie Einteilung der Trainingszeiten und die Möglichkeit, die Klienten frei wählen zu können. Dazu reizt viele an der Freiberuflichkeit auch die längere und intensivere Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden. Andere sind wiederum von der Unsicherheit und zusätzlichen unbezahlten Aufgaben, wie der Akquise oder Marketing, abgeschreckt.

    Gehalt: Was verdient ein Fitnesstrainer?

    So unterschiedlich die Ausbildung und Schwerpunkte von Fitnesstrainer sind, so unterschiedlich ist auch ihre Bezahlung. Festangestellte in einem Fitnessstudio verdienen im Durchschnitt 2.200 Euro brutto im Monat. Freiberuflich bekommen sie hier 10-20 Euro die Stunde.

    Die Spezialisierungen lohnen sich finanziell für Fitnesstrainer sehr. Trainieren sie Gruppen oder sind Athletiktrainer, verdienen sie im Fitnessstudio 2.500 Euro brutto monatlich. Selbstständige Fitnesstrainer können einen Stundenlohn von 20-40 Euro verdienen, Athletiktrainer sogar 50-100 Euro. Bis zu 120 Euro pro Stunde können selbstständige Fitnesstrainer verdienen. Auch in Fitnessstudios sind die Personal Trainer die Bestverdienenden mit einem Gehalt von 2.700 Euro brutto am Ende des Monats. Besonders selbstständige Fitnesstrainer reißen den Gehaltsdurchschnitt nach oben.

    Einstieg: Aussichten von Fitnesstrainern 

    Qualifikation zahlt sich aus. Gut ausgebildete Fitnesstrainer finden oft sehr einfach einen Job. Denn Fitnessstudios existieren viele und alle sind auf der Suche nach guten Fitnesstrainern. Leider zahlen gerade die großen Fitness-Ketten schlecht. Oft nutzen Fitnesstrainer sie als Sprungbretter in die Selbstständigkeit oder als Zwischenstation, um in einem Krankenhaus oder Rehazentrum – beide bezahlen Festangestellte besonders gut – genommen zu werden.

    Bewerbung: Womit punkten Fitnesstrainer?

    Fitnesstrainer überzeugen im Gespräch mit Sportlichkeit und Präsenz. Den Arbeitgebern ist es wichtig, dass Fitnesstrainer Gruppen und Individuen motivieren können und aufgeschlossene Menschen sind. Wer das im Bewerbungsgespräch zeigt, hat gute Chancen.

    Um zum Gespräch eingeladen zu werden, hilft eine Bewerbung, die Begeisterung und Verbundenheit zum Sport zeigt. Von Ehrenämtern zu Vereinsmitgliedschaften ist jeder Sportbezug willkommen. In einem Berufsfeld, in dem sich alle Fitnesstrainer nennen können, sind Lizenzen besonders wichtig. Die abgeschlossenen A-, B- und C-Lizenzen sollten genauso der Bewerbung beiliegen wie mögliche Zusatzausbildungen.

    Karriere: Aufstiegschance für Fitnesstrainer?

    Wie wir schon schon unter dem Punkt „Gehalt“ gesehen haben, gibt es unterschiedliche Fitnesstrainer, die sehr unterschiedlich bezahlt werden. Klassische Aufstiegschancen, wie in anderen Berufen, gibt es hier nicht. Mit verschiedenen Qualifikationen können Fitnesstrainer sich auf unterschiedliche Bereiche spezialisieren. Besonders in der Selbstständigkeit können Fitnesstrainer so spezifische Nischen belegen und sich als Athletiktrainer, Gruppentrainer oder Personal Trainer qualifizieren. Die vielen inhaltlichen Spezialisierungsmöglichkeiten reichen dann von Ernährung über Entspannung bis hin zur Gesundheit.

    Weitere Aufstiegsmöglichkeiten als Fitnesstrainer sind durch Ausbildungen und Studiengänge möglich. Hier kann beispielsweise die Ausbildung zum Fitnesskaufmann oder die Weiterbildung zum Fitnessfachwirt angestrebt werden. An einer Universität oder Fachhochschule kann zum Beispiel Sportmanagement oder Gesundheitsförderung studiert werden.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Fitnesstrainers entwickelt?

    Der Fitnessboom hat Fitnesstrainern viele neue Möglichkeiten eröffnet. So zum Beispiel in den vielen Fitnessstudios, die neu eröffnet haben. Aber auch die verschiedenen neuen und wissenschaftlichen Trends bieten Fitnesstrainern die Möglichkeit, sich anders zu spezialisieren und weiterzubilden.

    Aber auch für selbstständige Fitnesstrainer hat sich in den vergangen fünfzehn Jahren extrem viel verändert. Das Internet bietet eine geeignete Plattform, um für die eigenen Leistungen zu werben, ob über klassische Anzeigen oder über Soziale Medien. Hier hat sich ein riesiger Bereich zum Thema Fitness entwickelt, der genutzt werden kann. Aber auch Apps, die Fitnessangebote haben, können als Plattformen genutzt werden, um Kundinnen und Kunden zu gewinnen.

    Fitnesstrainerinnen: Welche Chancen haben Frauen im Fitnesstraining?

    Als Fitnesstrainerin verdienen Frauen oft weniger als die Männer. Im Durchschnitt liegt das Gehalt bei Frauen bei 1.800 Euro brutto im Monat, während Männer ca. 1.900 Euro brutto verdienen. Als Hauptgrund wird dafür oft die Teilzeitarbeit genannt. Fitnessstudios bieten oft problemlos die Arbeit in Teilzeit an. Allerdings sind sie in der Regel in Schichtarbeit organisiert. Wie familienfreundlich die Arbeit als Fitnesstrainerin gestaltet wird, ist von Studio zu Studio unterschiedlich. Die Möglichkeit, den Beruf in Selbstständigkeit auszuüben, bietet Menschen mit Kindern viele Chancen, die Arbeitszeiten familienfreundlich zu gestalten.

    Ähnliche Berufe wie Fitnesstrainer:

    Sportkaufmann, Physiotherapeut, Masseur, Sportlehrer, Chiropraktiker, Ernährungs- und Fitnessberater, Sportfachmann, Kaufmann Tourismus und Freizeit, Veranstaltungskaufmann

    Quellen:

    fitnesstrainer-ausbildung.net, fitnesstrainerausbildung.info, ernaehrungsberater.net, Berufenet, YouTube


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