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Fliesenleger: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Handwerkerin verlegt Fliesen
© Shutterstock
Fliesen sind nicht nur ein praktischer Bodenbelag, sondern auch eine eigene Kunst für sich. Sie zu verlegen ist ein eigenes Handwerk. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Fliesenlegers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Fliesenleger

Art der Ausbildung.

Duale Ausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

2.900 - 3.100 Euro

Einstiegsgehalt.

700 - 1.400 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Praktisch und dekorativ sind Fliesen quasi überall zu finden. Ob im Badezimmer, an Fassaden, in der Küche oder in Schwimmbädern, Fliesen sehen nicht nur gut aus, sie schützen Wände auch vor Feuchtigkeit und sind leicht zu pflegende, robuste Bodenbeläge. Die kleinen Platten richtig verlegen und bearbeiten zu können, umfassen die Leistungen im Handwerk des Fliesenlegers und der Fliesenlegerin.

    Aber was genau bedeutet das? Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ist die offizielle Berufsbezeichnung. Unter Fliesenleger, Fliesenlegerin, weiß aber jeder, was gemeint ist. Fliesen zu verlegen ist, in der Planung, in drei Arbeitsschritte zu unterteilen.

    Zuerst wird es grob. Klassisch mit einem Hammer und Meißel, oft aber auch mit einem Bohrhammer, schlagen Fliesenleger und -legerinnen die alten Platten ab. Dann folgt der wichtigste Teil der Arbeit: das gleichmäßige Verputzen der Wand. Nur eine gleichmäßig verputzte Wand, führt zu einem perfekten Ergebnis, in dem alle Fliesen gleichmäßig an der Wand sind. Für den Boden gilt das Gleiche. Der Estrich ist die ebene Schicht, auf der die Fliesen für den Boden verlegt werden. Jetzt geht es an den Teil, den der Name Fliesenleger, -legerinnen, ankündigt: die Platten verlegen. Erst werden die Fliesen gleichmäßig, mit Spezialkleber für Fliesen, an der Wand oder auf dem Boden befestigt. Dann geht es ans Verfugen. Hier wissen Fliesenleger und -legerinnen, welche Fugenmasse für die Fliesen in der Küche, dem Bad oder der Fassade benutzt werden soll.

    Doch nicht nur Fliesen aus Natur und Kunststein werden verlegt. Fliesenleger und -legerinnen verkleiden Wände, Böden und Fassaden mit den richtigen Fliesen auch in Verwendung anderer Baustoffe. Zum Beispiel aus Keramik, Naturstein oder Glas.

    Fliesenleger und -legerinnen haben ein breites Wissen über verschiedene Putze oder Muster in denen Fliesen verlegt werden. Dazu wissen Fliesenleger und -legerinnen genau über die Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen an der Baustelle Bescheid und können durch ihre Planung verlässlich sein.

    Welchen Kälte-, Wärme- oder Dämmschutz benutze ich? Wie viele Fliesen werden benötigt? Wie bearbeite ich die einzelnen Fliesen, damit sie an ihren Platz passt oder Löcher durch sie hindurch gehen? Auf all diese Fragen wissen Fliesenleger und -legerinnen die perfekte Antwort.

    Die Leistungen und Kompetenzen von Fliesenlegern und -legerinnen umfassen auch:

    • Gestalterische Aspekte der Fliesen
    • Grundlagen im Dämmen
    • Bad und Küche mit Fliesen gestalten
    • Sauberkeits- und Hygieneaspekte
    • Einrichtung und Planung einer Baustelle
    • Materialkalkulation
    • Wissen über Baustoffe aller Art, wie z. B. Naturstein, Keramik und Glas
    • Fliesen an runde Flächen, wie Säulen und Bögen, anbringen
    • Umgang mit großformatigen Platten und Fliesen

    Auch das Fahren auf Montage ist für Fliesenleger und -legerinnen üblich. Das bedeutet, dass sie über einen längeren Zeitraum, mehrere Tage oder Wochen, auf einer größeren Baustelle außerhalb arbeiten.

    Vorteile   Nachteile

    Klassischer Handwerksberuf

      

    Viel Arbeit auf den Knien, also körperlich anstrengend

    In der Ausbildung besser vergütet, als vergleichbare

      

    Fliesen sind teuer - wenn mal was kaputt geht

    Handarbeit

      

    Staubbelastung

    Wie wird man Fliesenleger?

    Um Fliesenleger oder -legerin zu werden, muss in der Regel ein Hauptschulabschluss in der Tasche sein. Mit diesem geht es dann in eine Ausbildung, die zur Hälfte auf Baustellen und zur anderen in der Berufsschule (ein bis zwei Tage) stattfindet. Auf der Baustelle werden dann konkret Mörtel angerührt und nach technischen Skizzen die richtig zugeschnittenen Platten und Fliesen verlegt.

    Doch auch in der Schule ist die Ausbildung sehr praxisorientiert. Fliesenleger und -legerinnen lernen in den Übungswerkstätten der Schule zum Beispiel:

    • Herstellen von Bauteilen aus Beton und Stahlbeton
    • Einrichten, Sichern und Räumen von Baustellen
    • Herstellen von Putzen, Stuck und Estrichen
    • Herstellen von Fugenmasse für unterschiedliche Fliesen
    • Herstellen von Belägen in besonderen Bereichen, wie Schwimmbädern und Terrassen
    • Planung
    • Qualitätssicherung
    • Einbauen von Dämmstoffen
    • Verlegen von Fliesen

    Nach drei Jahren wird die Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger in der Regel abgeschlossen. Drei Jahre Berufserfahrung später kann dann der Meistertitel angestrebt werden.

    Welche Fähigkeiten sollten Fliesenleger mitbringen?

    Fliesenleger und -legerinnen benötigen ein gutes Auge für Genauigkeit. Es ist grundlegend in diesem Beruf sorgfältig und präzise zu arbeiten. Denn Fliesen sind teuer und jeder Fehler produziert Kosten. Neben der Genauigkeit braucht es auch ein Auge für Farben und Form. Kundinnen und Kunden suchen oft auch ästhetische Beratung bei ihrer Auswahl. Sie fragen ihren Fliesenleger oder ihre Fliesenlegerin dann gerne, welche Fliesen gewählt werden und wie hoch sie verlegt sein sollen.

    Oft kommen Fliesenleger und -legerinnen in Situationen, Kunden oder anderen am Bau zu erklären, wie es am Ende aussehen wird. Dabei hilft ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen.

    Fliesenleger und -legerinnen wissen genau, wie Mörtel und Putz zusammengesetzt sind und haben ein grundlegendes Verständnis von Physik und Chemie. Mit praktischem Geschick, einer guten Koordination zwischen Auge und Hand und Wissen über unterschiedliche Baustoffe, haben angehende Fliesenleger und -legerinnen perfekte Voraussetzungen, um erfolgreich im Beruf zu arbeiten.

    Der bringt einen als Fliesenleger oder -legerin aber auch dazu, oft auf verschiedenen Baustellen zu arbeiten. Diese sind nicht immer in der direkten Nachbarschaft. Daher ist es gut, flexibel in verschiedenen Orten und Städten im Umkreis arbeiten zu können.

    Um der Arbeit auf der Baustelle gerecht zu werden, ist eine gute körperliche Konstitution wichtig. Denn oft arbeiten Fliesenleger und -legerinnen auf dem Boden oder müssen schwer heben. Dafür müssen Fliesenleger und -legerinnen sich Haltungen antrainieren, die rückenschonend sind. 

    Arbeitgeber: Wer sucht Fliesenleger?

    Üblicherweise sind Fliesenleger und -legerinnen in klein- und mittelständigen Betrieben angestellt. Deren Vorgesetzte ziehen dann Aufträge an Land, auf deren Baustellen sie dann ihre angestellten Fliesenleger einsetzen.

    Nach einer abgeschlossenen Meisterausbildung können sich Fliesenleger und -legerinnen auch selbstständig machen und ihre eigene Existenz aufbauen.

    Gehalt: Was verdienen Fliesenleger?

    Das Gehalt von Fliesenlegern und -legerinnen steigt im Laufe ihrer Karriere deutlich. Fängt es nach der Lehre oft im Bereich etwas über der 2.000 Euro Marke an, kann es mit jahrelanger Berufserfahrung und cleverem Management bis zu 4.000 Euro monatlich betragen. In der Lehre staffelt sich das Gehalt von ca. 700 Euro im ersten Lehrjahr zu ca. 1.400 Euro im dritten. Die Gehälter für Fliesenleger und -legerinnen in der Ausbildung sind tarifvertraglich geregelt und unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland leicht.

    Einstieg: Aussichten von Fliesenlegern 

    Überall im Handwerk werden Lehrlinge und Berufseinsteiger und -einsteigerinnen gesucht. Seit Jahren beklagen Handwerksbetriebe, dass ihnen Unmengen an Aufträgen durch die Lappen gehen, weil sie keine Fachkräfte finden. Nicht anders ist es auch für Fliesenleger und -legerinnen. Ein einfacher Blick in die lokalen Stellenanzeigen zeigt viele Ausbildungsmöglichkeiten als Fliesenleger oder -legerin, auf die man sich bewerben kann. Wer Interesse an dem Beruf hat, kann auch unverbindlich nach einem Probearbeiten fragen und sich auf diese Art und Weise empfehlen. Oder es gibt jemanden im Bekanntenkreis, der als Fliesenleger arbeitet und einen mitnehmen kann.

    Bewerbung: Womit punkten Fliesenleger?

    Ein fehlerfreies Bewerbungsschreiben ist bei jedem Arbeitgeber Pflicht. Wichtig ist es gerade beim Lebenslauf, alles zu benennen, was Nähe zu dem Beruf des Fliesenlegers, der Fliesenlegerin ausdrückt. Hat man in der Vergangenheit ein handwerkliches Praktikum gemacht oder ist man vielleicht als Aushilfe in einem Betrieb im Bekanntenkreis tätig gewesen?

    Auch ein Führerschein ist ein Pluspunkt, um in Zukunft die anderen Fliesenleger und Materialien zur Baustelle bringen zu können.

    Im Vorstellungsgespräch gilt es dann souverän und selbstsicher zu zeigen, dass man ein praktisch denkender Mensch ist, der verlässlich Leistungen bringen wird. Denn nur wer ordentlich auftritt, dem wird abgenommen, auch ordentlich als Fliesenleger oder -legerin zu arbeiten.

    Karriere: Aufstiegschance für Fliesenleger?

    Die Karriere des Fliesenlegers, der Fliesenlegerin kann unterschiedliche Richtungen nehmen. Über die Weiterbildung zum Techniker/Polier, kann man sich auf der Baustelle oder im Betrieb hocharbeiten und zum Bindeglied zwischen Bauleitung und Mitarbeitern werden. Hier werden Fliesenleger und -lergerin mehr in die Planung involviert und besser bezahlt.

    Wie in vielen anderen Handwerksberufen, kann man auch als Fliesenleger auf Wanderschaft, die Walz, gehen. Die ist traditionell dazu da, Lebenserfahrung zu sammeln und in verschiedenen Orten Neues zu lernen und zu arbeiten.

    Wer es künstlerischer mag, kann zum Beispiel in der renommiertesten Mosaikschule der Welt in Italien lernen. Welche Fliesen und Baustoffe benutzen sie und wie kann man sich künstlerisch mit Fliesen ausdrücken? Hier lernen Fliesenleger und -legerinnen ganz andere Leistungen kennen.

    Der Meister ist zwar keine Pflicht mehr, um sich selbstständig zu machen, hilft allerdings dabei, den eigenen Betrieb bestmöglich zu managen. Mit ihm erhalten Fliesenleger und -legerinnen kaufmännische und personalwirtschaftliche Kenntnisse zu den komplexeren Fachkenntnissen.

    Wer sich als sehr ambitioniert sieht, kann berufsbegleitend die Hochschulreife nachholen und, mit der Ausbildung zum Fliesenleger im Gepäck, ein Studium im Bauingenieurswesen an einer Fachhochschule anstreben. Dieses ermöglicht Gehälter bis zu 8.000 Euro und deutlich mehr Verantwortung auf der Baustelle und in der Planung zu haben.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Fliesenlegers entwickelt?

    Seit 2012 wird im Handwerk händeringend nach Fachkräften gesucht. So auch bei Fliesenlegern und -legerinnen. Auch wenn der Bauboom nachlassen wird, der Fachkräftemangel wird wahrscheinlich bleiben. Denn auch in Zukunft werden neu verflieste Badezimmer, Küchen und Gebäude benötigt. Und automatisiert werden können die Leistungen der Fliesenleger und -legerinnen noch lange nicht. Deshalb gilt auch heute das Handwerk der Fliesenleger und -legerinnen als ein zukunftsfähiges. 

    Fliesenlegerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Fliesenleger-Branche?

    Über fast jedem Handwerk schwebt das Vorurteil, ein reiner Männerberuf zu sein. So auch bei Fliesenlegern und -legerinnen. Wer das oft genug wiederholt kommt auch gar nicht darauf, dass Frauen Fliesenlegerinnen werden können. Viele sehen sich dann konfrontiert mit Fragen, wie es denn als Frau auf dem Bau ist und denken, dass sie da keine Chance haben. Doch das stimmt nicht. Frauen, die entgegen den Vorurteilen, Fliesenlegerinnen geworden sind, sprechen über das Glück ihrer Berufswahl und die Anerkennung, die sie dafür von allen Seiten erhalten.

    Ähnliche Berufe wie Fliesenleger:

    • Bodenleger
    • Raumausstatter
    • Zimmerer
    • Bauingenieur
    • Maurer
    • Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer

    Quellen:

    Fachverband Fliesen, Stein Magazin, Bauberufe, Berufenet


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