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Immobilienmakler Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Immobilienmakler: Immobilienmaklerin zeigt einem interessierten Pärchen ein Haus
© Monkey Business Images / Shutterstock
Für ihre Kunden finden Immobilienmakler Traumhäuser und -wohnungen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Immobilienmaklers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Immobilienmakler

Art der Ausbildung.

Staatlich anerkannte Ausbildung; Studium; Immobilienfachwirt bei der IHK

Ausbildungsdauer.

3 - 5 Jahre

Durchschnittsgehalt.

2.500 - 6.000 Euro

Einstiegsgehalt.

2.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Mit der eigenen Begeisterung für Architektur, Wohntrends und Kommunikation Geld verdienen? Menschen in ihr neues Zuhause führen und dabei die eigenen Kunden glücklich machen? Immobilienmakler und -maklerinnen machen genau das. Sie bringen Wohnungsbesitzerinnen und Hausverwaltungen mit zukünftigen Käuferinnen und Mietern zusammen. Und das nicht nur bei Eigentümern im privaten Wohnungsmarkt. Immobilienmakler und  -maklerinnen sind auch die ersten Ansprechpersonen für Unternehmen. Kommt ein Abschluss zustande, verdienen Immobilienmakler und -maklerinnen eine Provision.

    Zwischen Penthäusern, Office-Immobilie und Hausbooten kennen sich Immobilienmakler- und -maklerinnen nicht nur aus, ihre Analysen sind die Basis dafür, dass sie an die richtige Person zum angemessenen Preis verkauft wird. Die Fähigkeiten und Talente sind daher breit gefächert. Von Verkaufs- und Kommunikationsgeschick über Zuverlässigkeit bis zu fundiertem Wissen über Baustoffe. Immobilienmakler- und -maklerinnen sind der Mittelpunkt von Verhandlungen mit oft sehr hohen Summen. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind daher ebenso wichtig, wie ein klares, durchsetzungsstarkes Auftreten.

    In einer Branche, in der mit viel Geld gearbeitet wird und riesige Gehälter an der Spitze der Karriereleiter winken, gibt es auch einige schwarze Schafe. Gerade die sind aber oft überrascht, dass der Beruf einerseits keine Garantie auf das große Geld ist und andererseits ein großes Know-how über den Markt, die Immobilien und der Akquise von Kundinnen und Kunden erwartet. Diese Verlässlichkeit ist es, die erfahrene Immobilienmakler und -maklerinnen unersetzlich macht.

    Durch Treffen mit Hausverwaltungen, Eigentümern und potenziellen Käuferinnen und Käufern findet der Beruf des Immobilienmaklers häufig abseits des Schreibtischs statt. Dieser Abwechslungsreichtum führt allerdings auch dazu, dass Immobilienmakler und -maklerinnen häufig dann arbeiten müssen, wenn Privatkunden zu Besichtigungen kommen können. Das heißt, in den Abendstunden und auch am Wochenende.

    Der persönliche Kontakt zu allen macht den Beruf nicht nur spannender, er macht ihn auch unersetzlich. Denn Menschen suchen nach Immobilienmaklern und -maklerinnen, weil sie ihnen vertrauen können, dass ihr Geld richtig angelegt und ihre neue Immobilie die bestmögliche ist.

    Vorteile   Nachteile

    Abwechslungsreicher Beruf

    Termindruck und Arbeitszeiten am Wochenende

    Große Verdienstmöglichkeiten

    Hohe Gehaltsspanne

    Zukunftssicher

    Ärger mit Kundinnen und Kunden

    Wie wird man Immobilienmakler?

    In Deutschland kann jede Person Immobilienmakler- oder -maklerin werden. Zumindest wenn sie sich die behördliche Erlaubnis dafür einholen. Hier steht einem nur ein begangenes Delikt in den vergangen fünf Jahren im Weg, wie z.B. Erpressung, Diebstahl und Geldwäsche.

    Einige Immobilienmakler und -maklerinnen sind als Quereinsteigende in den Beruf getreten und haben sich so ihre Existenz aufgebaut. Das zu erreichen benötigt eine Menge Ehrgeiz, Fleiß und Standfestigkeit. Mit der Weiterbildung zum Immobilienfachwirt, zur Immobilienfachwirtin, können Menschen, die schon in der Immobilienwirtschaft tätig sind, eine wichtige Qualifikation erwerben. Berufsbegleitend durchgeführt wird die Fortbildung zum Makler, zur Maklerin bei der Industrie und Handelskammer (IHK) geprüft. Absolvierte Immobilienmakler und -maklerinnen erwerben nicht nur wichtige Kenntnisse, sie qualifizieren sich auch für gehobene Aufgaben, auch ohne absolviertes Studium.

    Ein leichterer Einstieg ist die staatlich anerkannte Ausbildung zum Immobilienkaufmann, zur Immobilienkauffrau. Preise, Kosten und Budgets planen und berechnen lernen sind hier ebenso zentraler Bestandteil der Ausbildung, wie juristische Grundlagen, Verhandlungsstrategien und alles rund um die Immobilie zu erlernen.

    Daneben entwickeln auszubildende Immobilienmakler und -maklerinnen ein Gefühl für die lokalen Begebenheiten und Immobilien-Trends. Dazu haben sie Gelegenheit, die gängigen Umgangsformen kennenzulernen und dabei ein Netzwerk zu knüpfen.

    Dieses Netzwerk ist grundlegend, um Eigentümer und Eigentümerinnen kennenzulernen, die einen beauftragen. Denn ohne Aufträge können Maklerinnen und Makler auch keine Immobilie vermitteln.

    Welche Fähigkeiten sollten Immobilienmakler mitbringen?

    Immobilienmakler und -maklerinnen hantieren oft mit großen Summen. Sie beraten Menschen, die z. B. aus finanzieller Not, schnell ihre Immobilie verkaufen müssen oder wickeln den Verkauf großer Investitionen ab. Dafür braucht es einen kühlen Kopf, großes Verhandlungsgeschick und vor allem eine sorgfältige Arbeitsweise. Diese zeigt Verlässlichkeit. Und diese Immobilienmakler und -maklerinnen werden dann gerne weiterempfohlen und ernten Vertrauen von ihren Kunden.

    Das Kundengespräch ist der Beginn jeder verkauften Immobilie. Hier sind Sicherheit, Improvisationsfähigkeit und Schlagfertigkeit gefragt: 

    • Mit wem habe ich es zu tun?
    • Sprechen wir die gleiche Sprache?
    • Welche Vorzüge muss ich meinem Gegenüber vermitteln?

    Schnell auf dieses eingehen zu können, ist dabei genauso wichtig, wie die Besichtigung zu gestalten. Die schönsten Räume zuerst für den Wow-Effekt, den Preis erst spät verraten und den Fokus auf die für den Kunden wichtigen Attribute setzen, sind da nur der Anfang. Hier ist die Schnittstelle aus Marketing und Beratung, in der sich Immobilienmakler und -maklerinnen bewegen.

    Selbstständig als Immobilienmakler oder -maklerin zu arbeiten heißt auch, mit kaufmännischem Geschick und einem strukturierten Mindset gesegnet zu sein. Denn gerade hier ist Planung und Organisation gefragt, um mögliche Phasen ohne Abschluss überbrücken zu können. Selbstständig sein heißt auch, den Ehrgeiz zu haben, konstant alles zu geben. Dazu trifft man in der Branche häufig auf Konflikte mit Kunden und Käufern, für die Durchsetzungsstärke und ein guter Schutzschirm hilfreich sind.

    Arbeitgeber: Wer sucht Immobilienmakler?

    Die Selbstständigkeit ist die häufigste Form, als Immobilienmakler oder -maklerin zu arbeiten. Als Maklerin oder Makler arbeiten einige aber auch in größeren Maklerbüros oder für Banken (wie Volksbanken oder Sparkassen), die mit Immobilien handeln. Ein kleiner Teil der Immobilienmakler arbeitet für (ausländische) Investoren oder Fonds. Sie verkaufen Immobilien in deren Auftrag.

    Durch ihre Qualifikation sind Immobilienmakler und -maklerinnen auch in anderen Berufen rund ums Bauen und Wohnen geeignet. So zum Beispiel in Gebäudeverwaltungen, Bau- und Grundstücksgesellschaften oder Wohnungsbaugenossenschaften. Andere Immobilienmakler und -maklerinnen arbeiten in der öffentlichen Verwaltung (beispielsweise bei Liegenschaftsämtern oder den Bauverwaltungen).

    Gehalt: Was verdient ein Immobilienmakler?

    Viele treibt der Traum vom großen Geld in den Beruf der Immobilienmakler oder -maklerinnen. Die Realität ist oft härter als erwartet. Die Komplexität der Tätigkeit ist für einige dann genau so überraschend, wie die Tatsache, dass man nicht sofort die dicken Fische an Land zieht und mit spannenden Kundinnen und Kunden zusammenarbeitet. Das führt dazu, dass gerade angehende Immobilienmakler und -maklerinnen Monate ohne Zahlungseingang haben und wieder andere Monate, in denen es gut läuft. Das liegt auch an der Gehaltsstruktur für Immobilienmakler und -maklerinnen. Ihr Einkommen ist lediglich die Provision beim Vermitteln eines Objekts.

    Beim Verkaufen sind das 3-5 Prozent vom Preis der Immobilie, beim erfolgreichen Vermieten in der Regel zwei Kaltmieten. Ein für 300.000 Euro verkauftes Haus bringt dem Makler, der Maklerin beispielsweise eine Courtage von 9.000-15.000 Euro. Diese Einnahmen sind allerdings nicht planbar. Dazu werden davon Steuern und Versicherungen abgezogen. Hat ein Immobilienmakler, eine -maklerin, den Auftrag, ein Haus zu verkaufen, bekommen diese die Provision erst nach dem tatsächlichen Verkauf. Dies kann oft ein längerer Prozess sein. Zusätzlich fällt für Maklerinnen und Makler unbezahlte Arbeit dafür an, diverse Besichtigungen durchzuführen und die Anzeigen und Bewerbungen zu verwalten.

    Die finanzielle Realität der Branche ist die, dass es viele Immobilienmakler und -maklerinnen schwer haben, Folgeaufträge an Land zu ziehen, während die etablierten im Oberklasse- und Luxussegment Monatsgehälter über der 6.000 Euro Marke erzielen.

    Der Tarif, nach dem Immobilienmakler und -maklerinnen bei Wohnungsbaugenossenschaften bezahlt werden, liegt bei rund 3.400 Euro monatlich. An diesem orientieren sich auch Maklerbüros bei ihren Angestellten. Wichtig ist bei diesen, dass hier die Immobilienmakler und -maklerinnen fest angestellt sind und dadurch ein monatliches Gehalt bekommen. Sie erhalten dann in der Regel Abschlussprämien für jede Immobilie, die sie vermitteln.

    Einstieg: Aussichten von Immobilienmaklern 

    Ähnlich wie bei den Gehältern sind die Karriereaussichten für Immobilienmakler und -maklerinnen individuell sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist der Markt sehr hart umkämpft. Wer das Gefühl hat, die nötigen Tugenden zu besitzen, sich auf dem Markt behaupten zu können, Ahnung von der Materie hat und im besten Fall erste Kontakte, dem steht eine finanziell attraktive Karriere als Immobilienmakler und -maklerin bevor.

    Dieser Weg muss aber nicht mit Anfang 20 eingeschlagen werden. Um sich an die lokalen und branchenüblichen Abläufe zu gewöhnen und langsam sein Handwerkszeug zu lernen und ein Netzwerk aufzubauen, ist der Weg über etablierte Maklerbüros sehr hilfreich. Sie vermitteln Erfahrungswerte, die in der Selbstständigkeit als Makler oder Maklerin Gold wert sein werden.

    Branchenweit gilt, dass Häuser verkauft werden, seit es sie gibt. Das wird sich auch in der Zukunft nicht ändern. Und im Gegensatz zu vielen anderen Dienstleistungssektoren ist die Digitalisierung auch keine Gefahr für den Immobilienmakler, die -maklerin. Sie verändert zwar seit Jahren die Akquise und vor allem die Kontaktaufnahme auf dem Käufer- und Mietermarkt, wird den Beruf allerdings nicht ersetzen können. Dafür ist die Expertise der Immobilienmakler und -maklerinnen zu groß und das Bedürfnis von Eigentümern und Kundinnen nach echten Menschen beim Hauskauf zu wichtig.

    Bewerbung: Womit punkten Immobilienmakler?

    In erster Linie punkten Immobilienmakler und -maklerinnen durch ihr Auftreten. Kleidung, Haltung, Sprache und zwischenmenschliche Kompetenzen sind ihr Aushängeschild. Nur so kann das Vertrauen erweckt werden, dass Käufer und Mieter von Wohnungen und Immobilien suchen. Selbstständige Immobilienmakler und -maklerinnen sind in ständiger Akquise. Das bedeutet, dass sie immer wieder andere Eigentümer und neue potenzielle Kundinnen und Kunden kennenlernen. In diesem Bewerbungsprozess ist es wichtig, auch nach dem richtungsweisenden ersten Eindruck zu zeigen, dass sie kaufmännisch denken können und ihre Materie, den Immobilienmarkt, verstehen.

    Durch die zunehmende Internationalisierung des Immobilienmarkts, sind Fremdsprachenkenntnisse, vor allem ein verhandlungssicheres Englisch ein großer Pluspunkt für angehende Immobilienmakler und -maklerinnen. Ausgewiesenes ‚Business English‘ macht Bewerberinnen und Bewerber noch attraktiver.

    Karriere: Aufstiegschance für Immobilienmakler?

    In einer Branche, in der die meisten Immobilienmakler und -maklerinnen selbstständig arbeiten, sind zwei Entwicklungsstufen auszumachen. Die eine ist die der konstanten Aufträge. Beispielsweise in der Vermittlung von Wohnungen im Auftrag von großen Hausverwaltungen.

    Neben dem Erzielen verlässlicher Kunden sind die Wachstumsmöglichkeiten in Geld zu messen. Das bedeutet, dass je hochklassiger die Wohnung oder Immobilie ist, mehr verdient wird. Diese Kundinnen und Kunden zu gewinnen benötigt Ausdauer, Talent und Glück.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Immobilienmaklers entwickelt?

    Seit Jahren boomt der Immobilienmarkt in Deutschland. Nach der Wirtschaftskrise haben niedrige Zinsen und die Suche nach Investitionen in Materielles den aktuellen Immobilienboom ausgelöst. Durch das Wachstum, besonders in den großen Städten, hat sich der Markt stark verändert. Die Preise sind andere geworden, die Konkurrenz größer und die Kundinnen und Kunden internationaler. Denn nicht nur Einzelpersonen, die ihr Erspartes sicher angelegen möchten und damit dem Kind vielleicht die eigene Wohnung ermöglichen, investieren. Auch große Fonds und internationale Anleger und Anlegerinnen sind heiß auf die Gewinne aus dem deutschen Immobilienmarkt.

    Diese Entwicklungen spiegeln sich natürlich in der Realität von Immobilienmaklern und -maklerinnen wider. In den großen Innenstädten sind internationale Kunden und Käuferinnen Alltag geworden. Auch die zu erzielenden Kauf- und Mietpreise sind explodiert. Das macht sich direkt auf dem Konto der Immobilienmakler und -maklerinnen bemerkbar.

    Doch der Markt ist nicht nur von wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig, sondern wird auch von Wohntrends beeinflusst. Hier sind Makro- und Miniwohnungen in den vergangenen Jahren immer attraktivere Immobilien geworden. Zum einen, weil vielen Singlehaushalten beste Lagen wichtiger, als großer Wohnraum, sind. Zum anderen, weil die Quadratmeterpreise höher sind, als bei größeren Wohnungen. Das bedeutet natürlich auch mehr Gewinn für Immobilienmakler und -maklerinnen.

    Wie sich Trends entwickeln und ob die aktuellen Immobilienpreise das Ergebnis von Spekulation sind oder realistisch, wird von Immobilienexpertinnen und -experten viel diskutiert.

    Immobilienmaklerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Immobilienbranche?

    Immobilienmakler sind meist Männer. Der eingetragene Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft hat in einer Umfrage 2016 festgestellt, dass gerade die Möglichkeit für Frauen in Führungspositionen zu kommen schwierig bis unmöglich ist. Viele beklagten, dass die Kultur in der Immobilienwirtschaft Frauen weniger Karrieremöglichkeiten bietet, als männlichen Immobilienmaklern.

    Auch sexistisches Verhalten ist im Kontakt mit vielen Kunden und Käufern zu beobachten. Zum Beispiel in Form von herablassenden Kommentaren bei gemeinsamen Besichtigungen. Gerade, wenn sie sich zu zweit in einer Immobilie aufhalten erfahren Maklerinnen öfter grenzwertige Situationen.

    Ähnliche Berufe wie Immobilienmakler:

    Verwaltung von Immobilienfonds, Immobiliensachverständiger, Wirtschaftsingenieur, Architekt, Städteplaner, Bank- und Versicherungskaufmann

    Quellen:

    Immofrauen.de, Immobilienmakler.com, Weiterbilung-Fachwirt.de, Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration; Selbstständig.de, Capital, Abi.de, Berufenet


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