VG-Wort Pixel

Lektor Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Lektor: Frau sitzt lächelnd am Laptop
© Jacob Lund / Shutterstock
Lektoren betreuen Buchprojekte vom Manuskript bis zum Druck. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Lektors wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Lektor

Art der Ausbildung.

Volontariat

Ausbildungsdauer.

1 - 2 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 2.900 Euro

Einstiegsgehalt.

 2.200 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil: Lektor

    Den ganzen Tag Manuskripte lesen? Nicht ganz. Manuskripte lesen gehört zwar zu den Hauptaufgaben eines Lektors. Doch hinter dem Berufsbild verbirgt sich noch viel mehr. Als Lektor ist man auch eine Art Projektmanager, denn dieser begleitet ein Manuskript bis zum Druck als fertiges Buch.

    Spannende Manuskripte entdecken, die Verlagsleitung davon überzeugen, Lizenzen sichern, Redigieren und Korrigieren von Texten – die Kerntätigkeiten in diesem Beruf sind umfangreich. Häufig bekommen Lektoren unaufgefordert Manuskripte zugesandt, die sie ebenfalls lesen, aber sie arbeiten auch mit Literaturagenten zusammen, die bereits eine Vorauswahl getroffen haben. Doch bevor ein vielversprechendes Buch-Projekt angegangen werden kann, erstellt der Lektor ein Gutachten darüber. Dieses erhält dann die entsprechende Programmleitung oder die Verlagsleitung – denn ein Lektor entscheidet nicht alleine, ob ein Buch in den Druck geht oder nicht.

    Die Manuskripte brauchen eine spannende Handlung, starke Charaktere und ein gewisses Sprachniveau, um für einen Verlag überhaupt interessant zu sein. Auch Sachbücher sollten richtig aufgebaut sein und den Lesern die wichtigsten Fragen beantworten. Als Lektor muss man eine gute Auffassungsgabe haben und Texte schnell erfassen können.

    Einige Texte werden auch auf Übersetzungsmöglichkeiten in andere Sprachen geprüft.  Zusätzlich werden saisonale Bedingungen berücksichtigt als auch das hauseigene Verlagsprogramm. Denn wer über ein umfangreiches Fantasy-Portfolio verfügt, ist vielleicht nicht der optimale Verlagspartner für Kriminalromane.

    Schafft es ein Autor mit seinem Werk Lektor und Leitung zu überzeugen, geht es an die Vertragsverhandlungen. Damit werden alle Rahmenbedingungen, also auch das Honorar für den Autoren, festgelegt. Bevor es später in den Druck geht, redigiert und korrigiert der Lektor das Manuskript in enger Zusammenarbeit mit dem Schriftstelle. Lektoren nehmen nicht einfach irgendwelche Änderungen vor und bearbeiten Texte wie es ihnen passt, sondern geben dem Schriftsteller Vorschläge und Tipps an die Hand.

    Zudem beraten Lektoren hinsichtlich des Layouts, wirken aber auch bei der Marketingstrategie und der Öffentlichkeitsarbeit mit. So verfassen Lektoren beispielsweise Pressemitteilungen oder Texte für den Online-Auftritt des Verlags.

    Für Verlage sind Buchmessen äußerst wichtig, als Lektor sind diese ebenfalls interessant: zum Kontakte knüpfen, aber auch um den Verlag mit seinem Programm zu vertreten.

    Vorteile   Nachteile

    Umfangreiches und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld

      

    Viel Druck durch Abgabefristen

    Eigenverantwortliches Arbeiten

      

    Arbeitsmarktaussichten eher schlecht

    Arbeit in Anstellung oder Selbstständigkeit möglich

      

    Wie wird man Lektor?

    Lektor ist kein klassischer Ausbildungsberuf und gelingt häufig über einen Quereinstieg. Mögliche Zugänge sind über eine Ausbildung im Buchhandel oder ein abgeschlossenes Studium wie Germanistik oder Buchwissenschaft. Verlage bieten häufig als Einstieg ein Volontariat an, das 12 bis 24 Monate lang dauern kann. Dort sollen alle nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden. Dabei legen die Verlage den Ablauf und die Inhalte selber fest, da sie nicht durch eine Ausbildungsordnung wie bei dualen Ausbildungen festgelegt sind.

    Inhalte des Volontariats können sein:

    • Manuskripte lesen und begutachten
    • Beobachtung von Trends (evtl. auch im digitalen Markt)
    • Kosten kalkulieren
    • Texte jeglicher Art verfassen
    • Autorenbetreuung
    • Mitorganisation von Veranstaltungen

    Hilfreich für den Einstieg für das Volontariat sind Erfahrungen in dem Bereich, beispielsweise durch Praktika.

    Welche Fähigkeiten sollten Lektoren mitbringen?

    Für die Arbeit im Lektorat ist eine eigenständige und zielorientierte Arbeitsweise wichtig. Auch Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und Organisationstalent sollten Lektoren mitbringen. Da auch Deadlines zum Alltag gehören, sind Belastbarkeit und Flexibilität eine gute Voraussetzung für den Job. Derjenige sollte außerdem in der Lage sein, Vertrauen zu schaffen und ein seriöses und sicheres Auftreten besitzen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Lektoren?

    Lektoren können in die Selbstständigkeit gehen oder in eine Anstellung. Klassische Arbeitgeber sind:

    • Verlage
    • Lektorate
    • Verlagsagenturen

    Gehalt: Was verdient ein Lektor?

    Der Verdienst hängt stark von Betriebsgröße, Berufserfahrung, Region und Verantwortung ab. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2.200 Euro brutto. Das Durchschnittsgehalt fällt mit 2.900 Euro brutto höher aus. Ein Lektor mit Berufserfahrung kann mit der Zeit durchaus auch 3.500 Euro brutto im Monat verdienen.  

    Auch das Volontariat wird vergütet und liegt je nach Unternehmen zwischen 1.000 und 1.800 Euro brutto im Monat.

    Als selbstständiger Lektor variiert der Verdienst je nach Auftragslage. Das eigene Honorar wird mit den Auftraggebern verhandelt. Wer viele Projekte für sich gewinnen kann bzw. diese sehr gut bezahlt sind, fällt das Einkommen entsprechend höher aus, als bei wenigen und generell schlechter bezahlten Aufträgen.

    Einstieg: Aussichten von Lektoren 

    Durch die Digitalisierung erlebt auch das Verlagswesen gerade einen Umbruch. Nicht nur Taschen- und Hardcoverbücher finden ihre Leser, auch mehr und mehr eBooks locken Lesende an. Außerdem ändert sich auch der Umgang von Autoren mit ihren Werken, so veröffentlichen sie beispielsweise eigene Literatur auf Plattformen selbst, ohne einen Vertrag mit einem Verlag abgeschlossen zu haben. Verlage besetzen Stellen nicht neu oder streichen sogar welche, die Aussicht auf eine Festanstellung ist nicht rosig, aber auch nicht unmöglich. Viele Lektoren wählen dann den Weg der Selbstständigkeit, bei der sie sich gegen eine Menge anderer Lektoren behaupten müssen.   

    Bewerbung: Womit punkten Lektoren?

    Rechtschreibfehler sollten sowieso, aber erst recht bei Lektoren, ein No-Go sein. Von daher ist es immer ratsam, Anschreiben und Lebenslauf noch von einer dritten Person gegenlesen zu lassen.

    Die Bewerbung sollte auf das Stellenangebot zugeschnitten sein und die wichtigsten Kompetenzen, die für diese Stelle relevant sind, enthalten. Wer auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert ist, sollte das auf keinen Fall verschweigen.

    Wichtige Kompetenzen für Lektoren sind u. a.:

    • Kalkulation
    • Autorenakquisition
    • Projektmanagement
    • Urheber- und Vertragsrecht
    • Marketing
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Layout

    Karriere: Aufstiegschance für Lektoren?

    In diesem Beruf kann man sich auf verschiedene Gebiete spezialisieren:

    • Der Schwerpunkt des Wissenschaftslektors liegt dabei auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen, meist ist man auf einen Fachbereich festgelegt.
    • Ein Werbelektor korrigiert alle möglichen Arten von Texten: von Anzeigen über Kataloge bis Kampagnen. Wichtig sind fundierte Kenntnisse im Marketing erforderlich.
    • Der Kinderbuchlektor weiß, worauf es beim altersgerechten Schreiben ankommt, was Kinder begeistert und ihre Fantasie beflügelt.

    Auf der Karriereleiter kann der Lektor die Stufe Programmleiter oder Cheflektor erklimmen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Lektors entwickelt?

    Das Aufgabenfeld des Lektors hat sich mit der Zeit erweitert. Neben inhaltlicher und sprachlicher Korrektur der Texte, übernimmt der Lektor heute das gesamte Projektmanagement vom ersten Entwurf bis zum Druck des kompletten Buches. Öffentlichkeitsarbeit, Marketing sowie die Trends und Entwicklungen am digitalen Markt zu beobachten, fallen ebenfalls in den Bereich des Lektors. Auch die Umbrüche in den Verlagen führen dazu, dass Lektoren in die Selbstständigkeit gehen und nicht mehr klassischer Weise angestellt sind.

    Lektorin: Welche Chancen haben Frauen im Lektorat?

    Etwa zwei Drittel der Lektoratsstellen in Verlagen sind von Frauen besetzt. Der Frauenanteil überwiegt in diesem Bereich also stark. Ein gutes Netzwerk in dieser Branche ist von Vorteil, da Jobs als Lektor nur im geringen Umfang verfügbar sind. Dennoch ist die Work-Life-Balance in diesem Beruf gut und auch die Vereinbarkeit mit der Familie ist gegeben, Schichtdienst oder Wochenendarbeit gehören da in der Regel nicht zum Job.

    Ähnliche Berufe wie Lektor:

    Buchhändler, Medienkaufleute Digital und Print, Redakteur

    Quellen:

    TU Chemnitz, Studycheck, Berufenet, Stepstone.de, Deutschlandfunkkultur.de


    Mehr zum Thema