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Neurologe Berufsbild, Gehalt, Karriere

Neurologe: Frau mit Abbildung in den Händen
© Dmytro Zinkevych / Shutterstock
Ein langer Weg, der sich aber auszahlt. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Neurologen wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Neurologe (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Weiterbildung nach Studium

Ausbildungsdauer

 6 + 5 Jahre

Durchschnittsgehalt

 5.956 Euro - 7.649 Euro

Einstiegsgehalt

 5.955 Euro  - 6112 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Neurologe

    Der Begriff Neurologie kann mit der Lehre der Nerven übersetzt werden. Neurologen befassen sich also mit einem interessanten und zugleich komplexen Fach der Medizin. Das zentrale, sowie periphere und vegetative Nervensystem wird in der Neurologie als Organ zur Verarbeitung innerer und äußerer Reize analysiert. Dies umschließt im Falle des zentralen Nervensystems neben dem Rückenmark auch das Gehirn. Zusätzlich zählt auch die Muskulatur zum Gebiet der Neurologie. Als Neurologe und Neurologin werden folglich eine Vielzahl an Krankheitsbildern, sowohl physischer, als auch psychischer Natur, vorgebeugt, erkannt, behandelt und rehabilitiert. Als eine Auswahl von Erkrankungen aus diesem Fachbereich der Medizin, der Neurologie, können folgende genannt werden:

    • Schlaganfälle
    • Hirnblutungen
    • Schädel-Hirn-Trauma
    • Parkinson
    • Multiple Sklerose
    • Hirnhautentzündungen
    • Epilepsie
    • Kopfschmerzen und Migräne
    • Gehirntumore

    Wie in vielen anderen Berufen, ist auch der Arbeitsalltag als Arzt oder Ärztin in der Neurologie geprägt von gewissen Routinen. So beginnt der Morgen in der Regel mit der Visite schon vorhandener Patienten. In Abhängigkeit des Krankenhauses können täglich neue Patienten hinzukommen. Diese müssen vorerst untersucht werden, um ein Krankheitsbild feststellen zu können. In Absprache mit dem jeweiligen Oberarzt oder der Oberärztin, wird schließlich eine Diagnostik angemeldet, also eine Reihe an Untersuchungen, wie beispielsweise EEGs (zur Messung der Hirnaktivität) oder Methoden der Elektrophysiologie (zur Messung von Signalübertragungen im Nervensystem). Die daraus gewonnenen Befunde der neurologischen Untersuchungen werden anschließend ausgewertet und wiederum mit den leitenden Oberärztinnen und Oberärzten der Neurologie und natürlich auch mit den jeweiligen Patienten besprochen. Ziel der Neurologinnen und Neurologen ist es aus den gegebenen Befunden und ihrer Interpretation eine Diagnose der Erkrankung und eine entsprechende Therapie abzuleiten, die der Patientin oder dem Patienten im besten Fall zu einer Genesung verhilft. Speziell in der Weiterbildung im Fachbereich Neurologie werden dabei, unter anderen, folgende Fachkompetenzen erworben:

    • Diagnose
    • Gesundheitsvorsorge
    • Neurologie
    • Neuropathologie
    • Neurophysiologie
    • Patientenbetreuung
    • Therapie

    Fachärztinnen und Fachärzte der Neurologie arbeiten vorwiegend in Facharztpraxen oder in Kliniken. Demnach halten sie sich oft in Untersuchungs- und Behandlungsräumen, Patientenzimmern oder auch in Büros auf. Die Arbeit im Bereich Neurologie kann allerdings auch in Laboren stattfinden, wenn sie beispielsweise an neurologischen Forschungen beteiligt sind. Natürlich werden auch Lehrkräfte der Neurologie gesucht, die folglich in Hörsälen oder Unterrichtsräumen tätig sind.

    Vorteile   Nachteile

    hohes Einstiegsgehalt

     Lange Ausbildungszeit 

    sicheres Berufsfeld

     Psychisch und physisch fordernde Arbeit

    gute Aufstiegsmöglichkeiten

     Lange Schichten / Nachtschichten

    Wie wird man Neurologe?

    Um als Fachärztin oder Facharzt im Bereich Neurologie tätig werden zu können, wird ein Studium der Medizin vorausgesetzt. Dieses wiederum setzt eine Hochschulreife im sehr guten Bereich voraus. Zum Wintersemester ’19/’20 war der NC für Medizin an einem neuen Hoch angelangt und nur zwei Bundesländer (Niedersachsen und Schleswig-Holstein) hatten keinen NC von 1,0. Es gibt allerdings Mittel und Wege diese anspruchsvolle Hürde zum Studium der Medizin zu umgehen, wie etwa durch Wartesemester, einem Studium im Ausland, oder dem Besuch einer Privat-Universität, was leider mit einem erheblichen Kostenaufwand von 6000 € bis 11500 € pro Semester verbunden ist.

    Ist die Annahme an einer Universität für ein Studium der Medizin gelungen, werden insgesamt drei Studienabschnitte durchlaufen, die sich aus der Vorklinik, Klinik und einem praktischen Jahr zusammensetzen und mit dem dreiteiligen Staatsexamen abgeschlossen werden.

    In den zwei Jahren der Vorklinik werden theoretische Grundlagen vermittelt. Doch auch die Praxis kommt in diesem Abschnitt nicht zu kurz, durch ein Pflegepraktikum und eine Ausbildung in erster Hilfe. Die Vorklinik wird schließlich mit dem Physikum, der ersten ärztlichen Prüfung des dreiteiligen Staatsexamens, abgeschlossen. Hier erlangen die Studenten und Studentinnen theoretische Grundlagen in den folgenden Fachbereichen der Medizin:

    • Chemie
    • Biologie
    • Physik
    • Biochemie
    • Anatomie
    • Physiologie
    • medizinische Psychologie / Soziologie

    Im zweiten Abschnitt, der Klinik, ist ein Praktikum zu absolvieren: der sogenannten Famulatur. Hier haben Studenten und Studentinnen der Medizin die Möglichkeit, in drei unterschiedlichen Fachbereichen im Zeitraum von 4 Monaten praktische Erfahrungen zu sammeln. Die einzelnen Praktika können in der Allgemeinmedizin, Chirurgie, oder beispielsweise der Neurologie stattfinden. Als Vorbereitung auf die klinischen Fachrichtungen soll in diesem Abschnitt neben dem praktischen Anteil auch theoretisches Wissen, beispielsweise über Krankheitsbilder und Heilungsmethoden vermittelt werden. Zu weiteren theoretischen Inhalten des klinischen Teils gehören unter anderen:

    • Allgemeinmedizin
    • Anästhesiologie
    • Augenheilkunde
    • Chirurgie
    • Dermatologie
    • Neurologie
    • Orthopädie
    • Unfallchirurgie

    Abgeschlossen wird der klinische Teil mit dem zweiten Examen (ehemals Hammerexamen) nach dem 10. Semester, was die Zweite von insgesamt drei ärztlichen Prüfungen darstellt.

    Im dritten Teil des Studiums der Medizin erhalten die Studentinnen und Studenten in einem praktischen Jahr die Möglichkeit, das theoretische Wissen über Medizin praktisch anzuwenden und Erfahrungen im Umgang mit Patienten, der Arbeit in der Klinik oder der Arztpraxis zu sammeln, um sich intensiver auf den ärztlichen Beruf vorbereiten zu können. Abgeschlossen wird dieser dritte Teil mit einer mündlich-praktischen Prüfung.

    Insgesamt existieren in Deutschland 34 Fachrichtungen der Medizin, aus denen angehende Ärzte nach ihrem 12-semestrigen Studium wählen können. Eine dieser Fachrichtungen ist die Neurologie. Bereits im Medizinstudium ist durch praktische Erfahrung, beispielsweise in der Famulatur oder dem praktischen Jahr, eine erste Berufsorientierung möglich. Dadurch kann die Frage der beruflichen Spezialisierung, beispielsweise in die neurologische Fachrichtung, im besten Falle schon im Verlauf des Studiums der Medizin beantwortet werden.

    Eine Voraussetzung für den Beginn der Weiterbildung im Fachbereich der Neurologie ist die Approbation, die mit dem erfolgreichen Abschluss des dritten Examens im Medizinstudium erworben wird und womit der ärztliche Beruf nach den Richtlinien der Bundesärzteverordnung ausgeübt werden darf. Innerhalb von durchschnittlich fünf weiteren Jahren, oder 60 Monaten, (die Dauer ist abhängig von Bestimmungen der jeweiligen Landesärztekammer), werden Interessenten und Interessentinnen der Fachrichtung Neurologie meistens in einer Klinik mit neurologischer Ausrichtung als Assistenzärzte zu zukünftigen Expertinnen und Experten der Neurologie weitergebildet.

    Wichtig ist hierbei, dass die jeweilige Klinik mit neurologischer Ausrichtung eine Ermächtigung besitzt eine solche Weiterbildung im Fachbereich Neurologie Durchführung zu können. Auf der Website der Ärztekammer des jeweiligen Bundeslandes kann, neben vielen anderen nützlichen Informationen, auch nach Institutionen gesucht werden, die zur Weiterbildung in der Neurologie befugt sind. Ist diese Bedingung erfüllt, steht einer Bewerbung für die Weiterbildung im Fachbereich Neurologie nichts mehr im Wege. Um den Arbeitsalltag als Neurologin oder Neurologe erfolgreich zu meistern, werden spezielle Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten vermittelt, die in der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (S. 215) für jede Fachrichtung, und so auch für die Neurologie, festgelegt sind. Dabei beinhaltet die Weiterbildung mit neurologischer Ausrichtung folgende Pflichtfächer:

    • Stationäre neurologische Patientenversorgung (24 Monate)
    • Intensivmedizinische Versorgung neurologischer Patienten (6 Monate)
    • Psychiatrie, Psychotherapie (12 Monate)

    Zusätzlich können bis zu 12 Monate der Weiterbildung in anderen Fachbereichen, wie etwa der Allgemeinmedizin, Neurochirurgie oder auch Neuroradiologie verbracht und angerechnet werden. Maximal 24 Monate können zudem im ambulanten Bereich absolviert werden.

    Fachärzte der Neurologie benötigen eine Vielzahl an besonderen Kompetenzen zur adäquaten Behandlung von Erkrankungen. Im Folgenden sollen als Überblick einige Beispiele genannt werden:

    • Wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung
    • Erstellung von Rehabilitationsplänen
    • Neurologische Anamneseerhebung und Untersuchung
    • Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
    • Teilnahme an interdisziplinären Teambesprechungen
    • Erstversorgung neurologischer Notfälle, wie z.B. neurovaskuläre Notfälle inklusive intrakranieller Blutungen oder eines Schlaganfalls einschließlich systemischer Lyse
    • Diagnostik und Erstversorgung von Schädel-Hirn-Traumata, traumatischen Rückenmarksverletzungen
    • Anwendung diagnostischer Verfahren wie z.B. Elektroenzephalographien
    • Praktiken der neurologischen Intensivmedizin wie z.B. der Hinrödemtherapie oder der Durchführung von Intubationen
    • Einschätzung der Prognose bei atoxischer Hirnschädigung und residuellen Defektsyndromen
    • Angehörigengespräche bei irreversiblem Hirnfunktionsausfall
    • Neuro- und Psychopharmakotherapie bei neuropsychologischen Störungen
    • Diagnostik und Therapie geriatrischer Krankheitsbilder
    • Diagnostik und Therapie infektiöser Erkrankungen, wie z.B. der septischen Enzephalopathie
    • Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen im Fachbereich Neurologie
    • Diagnostik und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson

    Während der Weiterbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin der Neurologie findet eine genaue Dokumentation der durchgeführten Tätigkeiten im sogenannten Logbuch statt. Dieses ist eine Voraussetzung, um am Ende der Weiterbildung zur Neurologin oder zum Neurologen zur Facharztprüfung zugelassen zu werden. Dabei handelt es sich um eine mündliche Prüfung, in der der sogenannte Facharztstandard festgestellt werden soll. Das Prüfungskomitee, bestehend aus Fachärztinnen oder Fachärzten der Neurologie, bewertet die Leistung des Prüflings aus dem Fachbereich Neurologie schließlich mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“. Ist diese Prüfung erfolgreich abgelegt, erhält die jeweilige Fachärztin oder der jeweilige Facharzt sein Facharztdiplom, eine Facharzturkunde, womit diese oder dieser als Fachärztin oder Facharzt der Neurologie gesetzlich versicherte Patienten behandeln darf.

    An dieser Stelle soll noch angemerkt werden, dass es nicht zwingend nötig ist eine Doktorarbeit anzufertigen, um als Arzt oder Ärztin auch im Fachbereich Neurologie arbeiten zu dürfen. Trotzdem entscheidet sich ein Großteil der Absolventinnen und Absolventen dafür. Dies kann unter anderem daran liegen, dass gesellschaftlich noch immer die Meinung weit verbreitet sei zur Ausübung des Arztberufes sei eine Dissertation notwendig. Ein „Dr. med.“ vor dem Namen erweckt daher bei vielen Patientinnen und Patienten ein zusätzliches Vertrauen in die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, obschon ein Staatsexamen, beziehungsweise ein Facharztdiplom im neurologischen Fachbereich schon ausreichend ist.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollten Neurologen mitbringen?

    Die ärztlichen Berufe, inklusive des Fachbereiches Neurologie, erfordern ein hohes Maß an sozialen Fähigkeiten, unter anderem da oftmals ein täglicher Kontakt zu Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen sowie Kolleginnen und Kollegen besteht. Um einen kleinen Überblick darüber zu bekommen welche Fähigkeiten das mit einschließt, gibt es einige in den folgenden Stichpunkten nachzulesen:

    • Da es vor allem im Krankenhausalltag oftmals zu personellen Engpässen kommen kann, etwa durch Krankheitsfälle oder genereller Unterbesetzung, ist eine hohe Leistungs- und Einsatzbereitschaft gefragt und damit die Bereitschaft auch mal eine zusätzliche Nachtschicht als Ärztin oder Arzt im neurologischen Fachbereich zu übernehmen.
    • Auch ein Arzt ist nicht fehlerfrei. Doch um im neurologischen Fachbereich arbeiten zu können, um beispielsweise Muskel- und Nervenfunktionen oder die Hirnströme exakt zu messen, wird für ein korrektes Arbeiten eine besondere Sorgfalt im Job vorausgesetzt.
    • Oftmals ist ein schnelles Handeln gefragt, etwa bei akuten neurologischen Notfällen, beispielsweise bei einem Schlaganfall-Patienten. In diesem Fall werden eine ausgeprägte Entscheidungsfähigkeit und Stressresistenz von den Ärztinnen und Ärzten des Fachbereiches Neurologie gefordert. 
    • Beim Umgang mit Patienten ist ein zugewandtes Verhalten erforderlich und gleichzeitig sollte eine professionelle Distanz gewahrt werden, was eine besondere psychische Stabilität voraussetzt.
    • Medizinischer Fachjargon trifft bei vielen Patientinnen und Patienten auf taube Ohren, weshalb eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit vonnöten ist, um auch komplexere neurologische Diagnosen und Behandlungen allgemein verständlich erklären zu können.
    • Hinzu kommen noch weitere Fähigkeiten, wie etwa Beherrschtheit / Selbstkontrolle, Selbstsicherheit, Einfühlungsvermögen, sowie Durchsetzungsvermögen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Neurologen?

    Neurologinnen und Neurologen sind vorwiegend im Gesundheitswesen tätig. Dazu gehören Krankenhäuser, beispielsweise neurologische Fachkliniken, Hochschulkliniken oder auch Rehabilitationszentren. Ebenso zählen Facharztpraxen für Neurologie, oder auch medizinische Versorgungszentren mit neurologischer Ausrichtung zu möglichen Arbeitsorten. Darüber hinaus ist allerdings auch die Beschäftigung in der medizinischen Forschung in den Bereichen Natur-, Ingenieur-, Agrarwissenschaft und Medizin und die Lehre an Universitäten, Berufsakademien, Fachakademien oder auch Schulen des Gesundheitswesens möglich.

    Gehalt: Was verdient ein Neurologe?

    Im Verlauf der circa fünf Jahre der Weiterbildungszeit wird mit zunehmender Kompetenz und Verantwortung auch das Gehalt angepasst. Das Gehalt von Neurologinnen und Neurologen kann leider nicht pauschal bestimmt werden, da es von verschiedenen Faktoren abhängt, unter anderem davon ob beispielsweise in Universitätskliniken oder kommunalen Krankenhäusern gearbeitet wird. Während das Gehalt bei Letzteren laut dem Tarifvertrag der VKA im ersten Jahr bei 4512,45 € brutto liegt, verdient eine Assistenzärztin oder ein Assistenzarzt mit neurologischer Ausrichtung an einer Universitätsklinik laut dem Tarifvertrag des TDL im ersten Jahr 4631,23 € brutto pro Monat. Auch das spätere Einstiegsgehalt mit Facharzttitel der Neurologie ist in Universitätskliniken höher, als in kommunalen Krankenhäusern. In Abhängigkeit davon, welche Stellung erreicht wird, was wiederum davon abhängig bist, welche Zertifikate, Zusatzausbildungen erworben wurden und wie viel Arbeitserfahrung vorzuweisen ist, kann beispielsweise als Chefarzt der Neurologie ein monatliches Gehalt von bis zu 22.000 € erzielt werden. Spitzengehälter dieser Größenordnung stellen jedoch eher die Ausnahme dar, da sie innerhalb der Klinik einen sehr hohen Anteil an Privatpatienten und damit verbundenen hohen Einnahmen voraussetzen.

    Einstieg: Aussichten von Neurologen 

    Mit dem Erhalt des Facharztdiploms der Neurologie ist eine lange und anspruchsvolle Ausbildung im neurologischen Fachbereich abgeschlossen, die mit einer hohen fachlichen Kompetenz einhergeht. Belohnt wird der viele Fleiß während des Studiums der Medizin und der Weiterbildung im Fachbereich der Neurologie mit einem sicheren Arbeitsfeld und einer überdurchschnittlich guten Bezahlung. Mit unserer alternden Gesellschaft steigt auch gleichzeitig die Zahl an Patientinnen und Patienten mit Schlaganfällen, Demenzen und anderen neurodegenerativen Erkrankungen und somit auch die Bedeutung ihrer professionellen Behandlung durch Fachärztinnen und Fachärzte der Neurologie. Die am  schnellsten wachsende Fachrichtung der Medizin ist somit eine wichtige Säule, vor allem im Bezug auf die Altersmedizin, wovon zwei Drittel der Diagnosen neurologisch und psychiatrisch eingeordnet werden können.

    Bewerbung: Womit punkten Neurologen?

    Um mit der Bewerbung für eine Stelle im Fachbereich Neurologie zu überzeugen, sind natürlich gewisse Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehören neben einem erfolgreich abgeschlossenen Medizinstudium und einer Weiterbildung zum Facharzt oder zur Fachärztin für Neurologie besondere Fähigkeiten, die im Motivationsschreiben hervorgehoben werden sollten. Hinzu kommt natürlich ein Lebenslauf, der über den bisherigen beruflichen und akademischen Werdegang im Bereich Medizin und Neurologie informiert. Speziell bei der Bewerbung für eine Stelle als Facharzt mit neurologischem Schwerpunkt sollte unbedingt eine Kopie des Facharztdiploms, der Approbationsurkunde, sowie des Examenszeugnisses beigelegt werden. Besonders das Examenszeugnis ist für den zukünftigen Arbeitgeber interessant, denn darin ist die Gesamtnote enthalten. Promovierte Neurologinnen und Neurologen sollten zusätzlich ihre Promotionsurkunde mitschicken. Mittlerweile ist es an vielen Kliniken möglich, Bewerbungen online einzureichen, ansonsten sollten alle Unterlagen, zusammen mit einem ausführlichen Anschreiben, gebündelt in einer Mappe verschickt werden.

    Karriere: Aufstiegschance für Neurologen?

    Grundsätzlich geht der Beruf des Neurologen oder der Neurologin mit einer stetigen Weiterbildung einher, wie es in jedem ärztlichen Beruf der Fall ist. So sind Ärztinnen und Ärzte dazu verpflichtet, in einem Zeitraum von 5 Jahren mindestens 250 Fortbildungspunkte (CME-Punkte) zu sammeln. Diese können unter anderem in Form von Kongressen, Fortbildungen oder etwa Publikationen aus dem Themenbereich Medizin erlangt werden. Fachärzte und Fachärztinnen, beispielsweise aus dem Fachbereich Neurologie, müssen zudem darauf achten, dass 150 dieser 250 Punkte fachspezifisch und damit aus dem neurologischen Fachbereich sind. Daher macht es Sinn, spezielle Kongresse, Symposien und Fortbildungsveranstaltungen des medizinischen Fachbereiches zu besuchen, die beispielsweise im Fachbereich Neurologie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zu finden sind.

    Neben der obligatorischen kontinuierlichen Fortbildung, um stets auf dem neuesten Stand der Forschung zu sein, besteht nach der neurologischen Facharztausbildung die Möglichkeit, durch eine weitere 6-jährige Ausbildung zur Neurochirurgin, beziehungsweise zum Neurochirurgen, als Operateur tätig zu werden. Diese zusätzliche Qualifikation erhöht die Chance, zum Oberarzt, oder sogar Chefarzt aufzusteigen und geht natürlich mit einer erheblichen Gehaltssteigerung einher. Neben der vorgestellten Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt der Neurologie, die mit einem entsprechenden Titel belohnt werden, gibt es die Möglichkeit sogenannter Zusatzweiterbildungen im Anschluss an die neurologische Facharztausbildung. Diese umschließen die Bereiche Akkupunktur, Geriatrie, Psychiatrie, Notfallmedizin, Sportmedizin, Intensivmedizin oder beispielsweise in Sozialmedizin.

    Neurologinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Neurologie?

    Während früher vorwiegend männliche Ärzte der Neurologie sich um Krankheiten rundum des Themas Nervensystem gekümmert haben, machen mittlerweile auch Neurologinnen einen erheblichen Anteil dieser ärztlichen Fachkräfte im neurologischen Bereich aus. So lag etwa der Anteil an weiblichen Absolventen des Fachbereichs Neurologie im Jahr 2014 bei über 60 Prozent. Eine deutliche Steigerung, wenn bedacht wird, dass der Anteil an weiblichen Fachkräften der Neurologie im Jahr 1993 bei nur 27 Prozent lag. Noch immer sind Frauen in der Neurologie in der Minderheit, doch dies kann sich vielleicht schon bald ändern. Dabei beschränkt sich das Interesse von Frauen nicht allein auf die Neurologie, auch in den anderen Fachbereichen der Medizin ist die Zunahme von Absolventinnen zu beobachten.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Neurologen entwickelt?

    Im 19. Jahrhundert wurde das Fundament moderner Neurologie gelegt. Seit dieser Zeit hat sich viel an diesem spezifischen Berufsbild der Medizin verändert, vor allem durch technische Innovationen im neurologischen Bereich bedingt, wie etwa des Elektroenzephalographen (EEG), womit fortan Gehirne von Patientinnen und Patienten ohne einen Messerschnitt untersucht werden konnten. Hinzu kommen innovative Erforschungen des Neocortex oder die Entwicklung neuer 3D-Mikroskopiertechniken, die einem erheblichen Erkenntnisgewinn für die Neurologie bedeuten. Und das war nur eine kleine Auswahl an Beispielen an wichtigen Entwicklungen aus dem neurologischen Fachbereich. Der Beruf der Neurologin oder Neurologen unterliegt einem ständigen Wandel, bedingt durch kontinuierlich erscheinende neue Forschungsergebnisse aus dem Fachbereich Neurologie, an die sich die Fachärztinnen und Fachärzte der Neurologie in ihrem beruflichen Handeln anzupassen haben. Flexibilität und Lernbereitschaft sind wichtige Schlüsselqualifikationen, die in diesem Berufsbild eine große Bedeutung haben, sowohl schon in der Vergangenheit, aktuell, als auch im Laufe zukünftiger Entwicklungen im Fachbereich der Neurologie.

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    Fachärztin oder Facharzt der Fachrichtung…

    • Psychiatrie und Psychotherapie
    • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    • Kinder- und Jugendpsychiatrie

    Quellen:

    bundesaerztekammer.de, berufenet.arbeitsagentur.de, hochschulstart.de


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