VG-Wort Pixel

Jobs nach Kategorien

Pfarrer Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Pfarrer: Evangelischer Pfarrer steht in einer Kirche
© Shift Drive / Shutterstock
Pfarrer müssen nicht nur Gottesdienste abhalten, sondern sind auch seelsorgerisch tätig. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Pfarrers wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Pfarrer (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Studium und Ausbildung

Ausbildungsdauer

 8 bis 10 Jahre

Durchschnittsgehalt

 ca. 4.600 Euro

Einstiegsgehalt

 ca. 3.400 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Pfarrer

    Gottesdienste planen und abhalten, Seelsorge leisten, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen durchführen und eine Pfarrei leiten: Pfarrer haben einen äußerst vielseitigen Beruf, der ihnen aber auch viel abverlangt. Unregelmäßige Arbeitszeiten sowie Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dabei zum Alltag, pro Woche können durchaus bis zu 50 Arbeitsstunden anfallen. Deshalb ist der Beruf als Pfarrer auch in erster Linie eine Berufung: Wer gläubig ist, sich gerne um Menschen kümmert und Organisationstalent aufweist, ist in diesem Job genau richtig.

    Das Spenden der Sakramente zählt dabei genauso zu den Aufgaben eines Pfarrers wie die Vorbereitung der Gemeindemitglieder auf ihre Erstkommunion oder Firmung bzw. Konfirmation. Zusätzlich arbeiten Pfarrer mit sozialen Einrichtungen und Kindergärten, deren Träger die Kirche ist, zusammen und übernehmen für diese verwaltungstechnische Aufgaben wie die Budget- und Personalplanung.

    In der katholischen und evangelischen Kirche existieren unterschiedliche Bedeutungen für die Bezeichnungen Pfarrer, Priester und Pastor. Pastoren gibt es bei beiden Konfessionen, das Wort Pastor bedeutet "Hirte" und ist der Berufstitel für einen Geistlichen im Gemeindedienst. Ein katholischer Pastor ist aber nicht automatisch ein Pfarrer, sondern nur dann, wenn er eine Pfarrgemeinde leitet. Katholische Pfarrer können deshalb auch für mehrere Pastoren verantwortlich sein. In der evangelischen Kirche wird hingegen nicht zwischen den beiden Begriffen unterschieden. Priester gibt es wiederum nur bei den Katholiken, sie werden durch die Priesterweihe in ihr Amt gehoben und erhalten erst dann die Erlaubnis, eine Gemeinde zu führen, also Pfarrer zu werden. Heutzutage werden die drei Begriffe häufig synonym verwendet, während "Pastor" in Norddeutschland geläufiger ist, wird in Süddeutschland eher "Pfarrer" gesagt.

    Vorteile   Nachteile

    abwechslungsreiche Aufgaben

    unregelmäßige Arbeitszeiten

    viel Kontakt mit Menschen

    stressiger Beruf

    gute Gehaltsaussichten

    hohe psychische Belastung

    Wie wird man Pfarrer?

    Voraussetzung, um evangelischer oder katholischer Pfarrer zu werden, ist zunächst der Abschluss eines fünfjährigen Theologiestudiums. Typische Studieninhalte sind Kirchengeschichte, Bibelkunde, Kirchenrecht und Philosophie, zudem müssen im Laufe des Studiums Sprachnachweise in Latein, Hebräisch und Griechisch erbracht werden. Nach der Regelstudienzeit von zehn Semestern schließt sich eine mehrjährige Ausbildung an, die sich je nach Konfession unterschiedlich gestaltet:

    In der katholischen Kirche folgt auf das Studium eine praktische Ausbildung, die zwei bis drei Jahre dauert. Die angehenden Pfarrer besuchen das Priesterseminar und sind bereits in der Gemeinde tätig. Nach einem Jahr werden sie zum Diakon geweiht und dürfen in dieser Funktion bei Eheschließungen assistieren, Taufen und Beerdigungen leiten, die Kommunion spenden und Wortgottesdienste durchführen. In der Regel endet die Ausbildung zum Pfarrer nach zwei Jahren mit der Priesterweihe. Katholischen Priestern ist es dann erlaubt, die Eucharistiefeier durchzuführen und die Sakramente der Krankensalbung und der Buße zu spenden.

    Für evangelische Theologie-Absolventen beginnt nach dem Studium das Vikariat. Dabei handelt es sich um eine etwa zweijährige, praxisorientiert Ausbildungszeit, die dem Referendariat ähnelt. Der angehende Pfarrer übernimmt bereits Gemeindeaufgaben, um auf seinen späteren Beruf vorbereitet zu werden. Am Ende des Vikariats wird das Zweite Kirchliche Examen absolviert. Im Anschluss durchlaufen die Pfarrerinnen und Pfarrer einen Probedienst, der in der Regel 24 Monate dauert. In dieser Zeit werden ihre Fähigkeiten und ihre Eignung für den Beruf erneut geprüft, erst danach können sie sich auf eine Pfarrstelle bewerben.

    Welche Fähigkeiten sollten Pfarrer mitbringen?

    Die wohl wichtigste Eigenschaft für einen Pfarrer ist die Kommunikationsstärke. Sei es bei der Predigt im Gottesdienst oder im Seelsorgegespräch, Pfarrer müssen immer die richtigen Worte finden und ihre Botschaft überzeugend herüberbringen. Außerdem sollte man in dem Beruf kontaktfreudig sein und den Umgang mit Menschen schätzen. Pfarrer sind nicht nur die ersten Ansprechpartner für die Probleme ihrer Gemeindemitglieder, sondern haben in Kindergärten oder Schulen auch mit jungen Menschen zu tun und müssen sich auf die verschiedenen Situationen einlassen können.

    Flexibilität ist genauso essentiell für den Beruf wie ein hohes Maß an Stressresistenz: Trauerfälle sind nicht vorhersehbar und insbesondere an kirchlichen Feiertagen ist das Arbeitspensum für Pfarrer sehr groß. In diesem Zusammenhang spielt auch die psychische Belastbarkeit eine Rolle, denn Pfarrer werden mit vielen Schicksalsschlägen konfrontiert, auf die sie zwar empathisch, aber auch mit einer professionellen Distanz reagieren müssen.

    Weitere wichtige Soft Skills sind:

    • Einfühlungsvermögen
    • Verantwortungsbewusstsein
    • strukturiertes Arbeiten
    • Organisationstalent

    Arbeitgeber: Wer sucht Pfarrer?

    Pfarrer können in verschiedenen Berufsfeldern arbeiten:

    • in Kirchengemeinden
    • in kirchlichen Institutionen
    • in Schulen als Religionslehrer
    • in Hochschulen als Theologieprofessoren
    • in Krankenhäusern oder Gefängnissen als Seelsorger

    Es gibt auch Berufspfarrer bei der Polizei, dem Militär oder in wirtschaftlichen Betrieben.

    Gehalt: Was verdient ein Pfarrer?

    Pfarrer werden nach dem Beamtentarif bezahlt, ihr Gehalt variiert jedoch, je nachdem in welchem Bundesland und welcher Gemeinde sie tätig sind. Pfarrer gehören zur Besoldungsgruppe A13 und können in der Stufe 1 mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 3.400 Euro brutto im Monat rechnen. Mit zunehmender Berufserfahrung ist automatisch der Aufstieg in die Besoldungsgruppe A14 möglich, in der das Bruttomonatsgehalt bis zu 4.800 Euro betragen kann.

    Pfarrer sind in ihren Gemeinden außerdem unbefristet angestellt und erhalten sowohl Urlaubs- als auch Weihnachtsgeld. Wenn sie verheiratet sind und Kinder haben, fällt das Gehalt entsprechend höher aus. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Pfarrer in Städten etwas besser verdienen als in kleinen Gemeinden auf dem Land.

    Einstieg: Aussichten von Pfarrern

    Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche in Deutschland klagen über Nachwuchssorgen. Die Zahl der Theologiestudenten geht stetig zurück, gleichzeitig gehen viele Pfarrer in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Die Einstiegschancen von jungen Pfarrern stehen also sehr gut. In der katholischen Kirche ist vor allem das Zölibat für viele Männer ein Hinderungsgrund, Pfarrer zu werden. Doch auch in der evangelischen Kirche herrscht Priestermangel, unter anderem aufgrund der intensiven Arbeitszeiten, die die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben erschweren. Theologie-Absolventen können sich deshalb über sehr günstige Berufsperspektiven freuen.

    Bewerbung: Womit punkten Pfarrer?

    Wer sich auf eine offene Stelle als Pfarrer in einer Gemeinde bewerben will, sollte seine bisherigen Stationen im Lebenslauf detailliert aufführen und auch angeben, mit welchen Aufgaben man bereits vertraut ist. Im Anschreiben punktet man dann vor allem mit seinen Soft Skills: Pfarrer sollten erklären können, warum sie in die Gemeinde passen und welche Motivation dahintersteckt. Schließlich kommt es letztendlich darauf an, dass die Gemeindemitglieder ihrem Pastor vertrauen können und die Chemie stimmt.

    Wird man zum Vorstellungsgespräch eingeladen, sollte man sich auf folgende Fragen einstellen:

    • Warum sind Sie Pfarrer geworden?
    • Inwiefern können Sie als Pfarrer die Gemeinde bereichern?
    • Welche Gestaltungsideen bringen Sie für die Gemeinde mit?

    Wer hier selbstsichere und überzeugende Antworten liefern kann, wird im Bewerbungsprozess gute Chancen haben.

    Karriere: Aufstiegschancen für Pfarrer?

    In der katholischen Kirche bieten sich Pfarrern zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten. Die Hierarchie setzt sich dabei wie folgt zusammen:

    • Diakon
    • Pfarrer
    • Dekan
    • Weihbischof
    • Bischof
    • Erzbischof
    • Kardinal
    • Papst

    Allerdings steigt man nicht einfach automatisch von Jahr zu Jahr in ein höheres Amt auf. Wer in der katholischen Kirche Karriere machen und als Pfarrer aufsteigen will, muss sich durch besondere Leistungen hervortun. Für das Bischofsamt wird häufig ein Doktortitel vorausgesetzt, zudem sind ein fester Glaube und Frömmigkeit natürlich unabdingbar. Wenn man den Willen besitzt, sind die Aufstiegschancen jedoch durchaus gegeben.

    Anders sieht es in der evangelischen Kirche aus. Nach ihrer Auffassung sind alle Gläubigen gleich, sodass es nur ein geistliches Amt und keine Hierarchiestufen gibt. Man kann aber selbstverständlich an Weiterbildungen teilnehmen, Sonderpfarrämter übernehmen oder verschiedenen Gremien beitreten.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Pfarrers entwickelt?

    Das Berufsbild des Pfarrers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Während die Kirche früher einen hohen Stellenwert innerhalb der Gesellschaft eingenommen hat, schwindet ihre Bedeutung mehr und mehr. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche verzeichnen in Deutschland einen zunehmenden Mitgliederschwund. Für viele Menschen ist die Institution Kirche nicht mehr zeitgemäß, Missbrauchsfälle sowie die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen haben zu vielen Kirchenaustritten geführt.

    Diese Entwicklung betrifft auch den Beruf des Pfarrers: Da viele Pfarrgemeinden zusammengelegt werden, wird der Bedarf an Theologen langfristig sinken oder ihr Aufgabenspektrum sich verlagern. Das Abhalten von Gottesdiensten wird zukünftig vielleicht keine so große Rolle mehr einnehmen, während die Seelsorge und der persönliche Austausch mit den Gemeindemitgliedern an Bedeutung zunehmen werden.

    Pfarrerinnen: Welche Chancen haben Frauen?

    Frauen werden in der katholischen Kirche nach wie vor diskriminiert, es herrscht keine Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. So können nur Männer zum Priester ausgebildet werden, Frauen dürfen maximal Hilfstätigkeiten, zum Beispiel als Pastoralreferentin, ausüben. Zwar gibt es Aktionen seitens der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) für mehr Gleichberechtigung, doch bisher hat sich in dieser Hinsicht nichts getan.   

    Ein anderes Bild zeigt sich in der evangelischen Kirche: Pfarrerinnen machen hier einen Anteil von knapp 40 Prozent aus und sind ihren männlichen Kollegen in allen Aufgaben gleichgestellt.

    Ähnliche Berufe wie Pfarrer:

    Pastoralreferent/in, Gemeindereferent/in, Diakon, Mönch/Nonne, Religionslehrer/in, Kirchenmusiker/in

    Quellen:

    berufenet.arbeitsagentur.de, karrieresprung.de, karista.de


    Mehr zum Thema