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Tierarzt Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Tierarzt: Tierärztin untersucht eine Katze
© Africa Studio/Shutterstock
Als Tierarzt wird es nie langweilig, weil man sich immer auf neue Tiere und Krankheitsbilder einlassen muss. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Tierarztes wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Tierarzt (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Studium

Ausbildungsdauer

 11 Semester

Durchschnittsgehalt

 ca. 3.200 Euro

Einstiegsgehalt

 ca. 2.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Tierarzt

    Als Tierarzt oder Veterinärmediziner, wie der Beruf auch genannt wird, diagnostiziert und behandelt man in erster Linie Erkrankungen bei Tieren. Dazu zählen beispielsweise Infektionen, Wunden oder Knochenbrüche, die mithilfe von Medikamenten oder chirurgischer Eingriffe behandelt werden.

    Das Berufsbild ist aber weitaus vielfältiger: Die Gesundheitsvorsorge spielt ebenfalls eine große Rolle, so verabreichen Tierärzte beispielsweise Impfungen und Wurmkuren, um das Ausbrechen von Krankheiten zu verhindern. Auch die Durchführung von Kastrationen und Sterilisationen zählt zum Berufsalltag. Insbesondere bei großen Tieren wie Pferden und Kühen stehen Tierärzte bei den Geburten unterstützend zur Seite. Auf der anderen Seite müssen Tierärzte auch mit dem Tod umgehen können, wenn etwa alte und unheilbar kranke Tiere eingeschläfert werden müssen.

    Veterinärmediziner können sich auf unterschiedliche Tierrassen spezialisieren, so behandeln einige nur Kleintiere wie Hunde, Katzen, Nager, Vögel oder Reptilien, während sich andere Tierärzte um Groß- und Nutztiere wie Pferde, Rinder und Schweine kümmern. Die Arbeitsorte von Tierärzten sind in der Regel Praxen und Tierkliniken, Nutztiere müssen in der Regel aber in ihren Ställen behandelt werden, sodass Veterinäre in der Landwirtschaft viel unterwegs sind.

    Tierärzte können auch in den Bereichen der Tierseuchenbekämpfung und Lebensmittelüberwachung beim Veterinäramt arbeiten, wo sie vor allem Betriebe, die tierische Lebensmittel verarbeiten, auf die Einhaltung von Tierschutz- und Hygienemaßnahmen untersuchen. Alternativ besteht die Möglichkeit, als Tierarzt in einem Labor zu arbeiten. In dieser Funktion analysiert man verschiedenste Gewebeproben und diagnostiziert Krankheiten, wie zum Beispiel Tumore.

    Zusammengefasst gehören folgende Aufgaben zum Tierarzt-Beruf:

    • Tiere untersuchen und Diagnosen stellen
    • Erkrankungen bei Tieren behandeln
    • Impfungen
    • operative Eingriffe durchführen
    • Geburtshilfe
    • tierische Lebensmittel kontrollieren

    Die Work-Life-Balance für Tierärzte fällt in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich aus. Während Not- und Wochenenddienste in Tierarztpraxen und -kliniken obligatorisch sind, kann man in Laboren und Behörden mit geregelten Arbeitszeiten rechnen.

    Vorteile   Nachteile

    abwechslungsreiches Aufgabenspektrum

    unregelmäßige Arbeitszeiten

    selbstständiges Arbeiten

    vergleichsweise geringes Gehalt

    Wie wird man Tierarzt?

    Wer Tierarzt oder Tierärztin werden möchte, muss das Studium der Tiermedizin abschließen. Der Studiengang wird in Deutschland an nur fünf Hochschulen angeboten und zwar in Berlin, Gießen, Hannover, Leipzig und München. Da es deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt, ist der Studiengang zulassungsbeschränkt. Dies bedeutet, dass man entweder eine sehr gute Abiturnote haben oder sich auf zehn Wartesemester einstellen muss. Einige Hochschulen führen als Auswahlverfahren auch einen Test für medizinische Studiengänge durch, in dem die Studieninteressierten ihre Eignung beweisen müssen.

    Die Regelstudiendauer beim Veterinärmedizinstudium beträgt elf Semester und gliedert sich in folgende Abschnitte:

    Das vorklinische Studium findet vom ersten bis zum vierten Semester statt, darin werden unter anderem die Fächer Physik, Chemie, Zoologie und Botanik (Vorphysikum), aber auch Anatomie, Histologie, Physiologie, Biochemie, Tierzucht und Genetik (Physikum) gelehrt.

    Der klinische Studienabschnitt umfasst das fünfte bis elfte Semester. Darin wird unter anderem Wissen in der Fächern Tierhaltung, Tierschutz, Tierernährung, Pharmakologie, Lebensmittelkunde, Innere Medizin und Chirurgie vermittelt. Einige Universitäten gliedern den Studienaufbau auch nach Tierarten. Im Verlauf des Studiums müssen zudem eine Reihe von Praktika absolviert werden. Am Ende steht das Staatsexamen, nach dessen Bestehen man die Approbation als Tierarzt erhält.

    Welche Fähigkeiten sollten Tierärzte mitbringen?

    Die Kernkompetenzen, die ein Tierarzt mitbringen sollte, sind eine analytische Denkweise und eine schnelle Auffassungsgabe. Im Berufsalltag müssen Tierärzte innerhalb kurzer Zeit zwischen ihren tierischen Patienten umschalten und sich auf neue Tierarten und Krankheitsbilder einlassen können. Zudem ist eine gewisse körperliche Belastbarkeit erforderlich, insbesondere wenn man sich auf größere Tiere spezialisiert hat.

    Tierärzte sollten auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfreude aufweisen, da sie nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Menschen zu tun haben und den Besitzern manchmal schlechte Nachrichten, etwa bei der Diagnose von unheilbaren Krankheiten, überbringen müssen.

    Weitere wichtige Soft Skills sind:

    • Verantwortungsbewusstsein
    • Stressresistenz
    • Sorgfalt
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Geduld

    Arbeitgeber: Wer sucht Tierärzte?

    In der Regel sind Tierärzte mit einer eigenen Kleintier- oder Großtierpraxis selbstständig oder arbeiten angestellt in einer Praxis oder Tierklinik. Sie können aber auch in folgenden Branchen tätig sein:

    • öffentliches Veterinärwesen
    • Forschung und Lehre
    • freie Wirtschaft (z. B. Pharmaindustrie)
    • Zoos und Wildparks

    Gehalt: Was verdient ein Tierarzt?

    Im Vergleich zu anderen akademischen Berufen im Medizinbereich fällt das Gehalt von Tierärzten durchschnittlich niedriger aus, auch wenn der Verdienst stark schwanken kann und verschiedenen Faktoren abhängig ist. Niedergelassene Tierärzte verdienen im Schnitt mehr Geld als ihre angestellten Kollegen, im öffentlichen Dienst und der Industrie fällt das Gehalt ebenfalls höher aus. Außerdem ist der Verdienst natürlich abhängig von der Berufserfahrung und der Fachrichtung.  

    Das Einstiegsgehalt als angestellter Tierarzt in einer Praxis liegt bei circa 2.500 Euro brutto monatlich, wobei man in Nutztierpraxen durchschnittlich besser verdient als in Kleintierpraxen. Als selbstständiger Veterinär kommt es darauf an, wie wirtschaftlich man seine Praxis leitet, weil man dann auch die Kosten für Mitarbeiter, Equipment oder Miete tragen muss.

    Tierärzte in Veterinärämtern oder der freien Wirtschaft können in etwa mit einem Gehalt zwischen 3.000 und 4.000 Euro brutto pro Monat rechnen.

    Einstieg: Aussichten von Tierärzten

    Die Anzahl der Haustiere in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – ein Trend, der sich auch positiv auf die Berufsaussichten von Tierärzten auswirkt, schließlich müssen all diese Tiere medizinisch versorgt werden. Die Arbeitslosenquote in der Berufsgruppe ist vergleichsweise gering und hat eine abnehmende Tendenz. Auch Nutztierärzte sind stark gefragt, da sich verhältnismäßig wenige Veterinäre für diese Fachrichtung entscheiden.

    Bewerbung: Womit punkten Tierärzte?

    Die Bewerbung für eine Stelle als Tierarzt sollte einen tabellarischen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Anschreiben beinhalten. Während im Lebenslauf die bisherigen Berufsstationen, erlangte Qualifikationen oder Weiterbildungen stichpunktartig aufgeführt werden, kann man im Anschreiben seine Eignung für die ausgeschriebene Stelle detailliert begründen. Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und darzulegen, warum man sich ausgerechnet auf diesen Job bewirbt und warum man gut in die Klinik, die Praxis oder das Team passt. Tierärzte punkten vor allem mit Spezialisierungen und Kompetenzen, die aktuell noch nicht abgedeckt werden.

    Natürlich sollten auch für den Beruf wichtige Soft Skills in der Bewerbung erwähnt werden, wie eine gute psychische und physische Belastbarkeit. Mit einer Kombination aus medizinischer Qualifikation und sozialer Kompetenz hat man gute Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

    Karriere: Aufstiegschancen für Tierärzte?

    Die naheliegendste Vertiefung der Fachkenntnisse für Tierärzte ist die Promotion. Nach der Abgabe einer wissenschaftlichen Arbeit dürfen Tierärzte als Namenszusatz den Titel Dr. med. vet. tragen.

    Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Fachtierarzt zu absolvieren. Die Spezialisierung kann entweder auf einem medizinischen Fachgebiet (Innere Medizin, Chirurgie) oder nach Tiergruppen (Kleintiere, Reptilien, Pferde) erfolgen.

    Eine europäische Spezialistenausbildung in der Veterinärmedizin stellt das Diplomate of the European College dar. Für die Aufnahme gelten diverse Zulassungskriterien, außerdem muss während der Spezialisierung eine wissenschaftliche Arbeit in einem Fachjournal veröffentlicht und eine Prüfung abgelegt werden. In Deutschland hat man jedoch keine Berechtigung, nach Erhalt des Diplomate den entsprechenden Facharzttitel zu führen.

    Veterinärmediziner unterliegen der Pflicht zur tierärztlichen Weiterbildung, was in Deutschland bedeutet, dass sie innerhalb von drei Jahren 60 Stunden an Fortbildung absolvieren müssen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Tierarztes entwickelt?

    Tierärzte haben sich früher fast ausschließlich um die Behandlung kranker Tiere gekümmert, heute hat sich das Berufsbild deutlich erweitert. In der Veterinärmedizin liegt der Fokus beispielsweise vermehrt auf der Seuchenvermeidung und der Lebensmittelhygiene, da die Mastbetriebe immer größer werden und sich Krankheiten schneller verbreiten können.

    Auch der bürokratische Aufwand ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Aufgrund der stetigen Fortschritte in Medizin und Technik lernen Tierärzte ihr Leben lang dazu um müssen nicht die Befürchtung haben, dass in ihrem Beruf Langeweile aufkommt.

    Tierärztinnen: Welche Chancen haben Frauen?

    Während der Tierarztberuf lange Zeit eine Männerdomäne war, liegt der Anteil der angehenden Tierärztinnen im Veterinärmedizinstudium heute bei 92 Prozent. Ein Grund für diese hohe Quote liegt darin, dass der Studiengang zulassungsbeschränkt ist und Schülerinnen ihr Abitur durchschnittlich mit besseren Noten abschließen als männliche Abiturienten.

    Einer Statistik der Bundestierärztekammer zufolge ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Tierärztinnen aber nach wie vor ein Problem, insbesondere in Nutztierpraxen. Um einen Mangel an Tierärzten in ländlichen Gebieten zu verhindern, wird sich die Branche in Zukunft umstrukturieren und familienfreundlicher aufstellen müssen.

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    Tiermedizinische/r Fachangestellte/r, Tierpfleger/in, Tierheilpraktiker/in

    Quellen:

    beruftierarzt.de.de, berufenet.arbeitsagentur.de, studycheck.de


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