VG-Wort Pixel

Jobs nach Kategorien

Zahnarzt: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Zahnarzt: Zahnärztin behandelt eine Patientin
© Syda Productions/Shutterstock
Als Zahnarzt hat man einen abwechslungsreichen Job mit vielfältigen Aufgabenbereichen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Zahnarztes wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Zahnarzt (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Studium

Ausbildungsdauer

 11 Semester

Durchschnittsgehalt

 ca. 4.500 - 5.500 Euro

Einstiegsgehalt

 ca. 3.500 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Zahnarzt

    Als Zahnarzt führt man täglich die verschiedensten Aufgaben aus: Patienten untersuchen und Befunde erheben zählt genauso zum Beruf wie die das Durchführen von Behandlungen, wie etwa:

    • Zahnstein entfernen
    • Karies behandeln
    • Zähne füllen
    • Wurzelbehandlungen
    • Korrektur von Zahnstellungen
    • Zahnersatz
    • Weisheitszähne ziehen

    Generell lässt sich sagen, dass ein Zahnarzt für die Prävention, Diagnose und Therapie von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen verantwortlich ist. Langeweile kommt in diesem Beruf definitiv nicht auf! Im Mittelpunkt steht dabei immer das Wohl des Patienten, denn abgesehen von routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen gehen die meisten Menschen zum Zahnarzt, wenn sie Schmerzen haben. Aus diesem Grund lässt sich der Tagesablauf auch nur selten im Voraus planen, häufig bringen Notfälle den Terminkalender durcheinander. Dennoch haben Zahnärzte relativ geregelte Arbeitszeiten, die sich nach den Öffnungszeiten der Praxis richten.

    Vorteile   Nachteile

    sehr gute Verdienstmöglichkeiten

    lange Ausbildungsdauer

    geregelte Arbeitszeiten

    kostenintensives Studium

    selbstständige Arbeitsweise

    körperlich belastender Beruf

    Wie wird man Zahnarzt?

    Das Studium der Zahnmedizin ist die Voraussetzung, um Zahnarzt zu werden. Für den Studiengang gelten allerdings strenge Zulassungsvoraussetzungen, die je nach Universität leicht variieren. Im Jahr 2018 lag der erforderliche Numerus Clausus in den deutschen Bundesländern zwischen 1,0 und 1,4. Viele Studierende müssen außerdem an einem Auswahlverfahren der Hochschulen teilnehmen, in dem sie ihre Eignung beweisen müssen. Jährlich gibt es etwa viermal so viele Bewerber wie Studienplätze für ein Zahnmedizinstudium, deshalb sind die Auswahlkriterien so streng.

    Studieninteressierte sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass die Abbrecherquote insbesondere in den ersten Semestern sehr hoch ist. Außerdem ist das Studium nicht günstig, für Materialien und Instrumente können Kosten von bis zu 10.000 Euro anfallen.

    Wer einen der begehrten Plätze ergattert hat, muss sich auf eine Regelstudienzeit von elf Semestern einstellen. Das Zahnmedizinstudium ist dabei wie folgt aufgeteilt:

    Vom ersten bis zum fünften Semester findet der vorklinische Teil statt, dessen Inhalte unter anderem Physik, Biologie, Chemie und Anatomie sind. Die Vorklinik endet mit dem Bestehen der zahnärztlichen Vorprüfung, dem Physikum.

    Der klinische Studienabschnitt umfasst das sechste bis zehnte Semester. Darin wird unter anderem Wissen in der Zahnheilkunde, Chirurgie, Radiologie, Kieferorthopädie und Pharmakologie vermittelt. Den Abschluss der Klinik bildet das Staatsexamen. Die zahnärztliche Prüfung findet im elften Semester statt und zieht sich über fünf Monate hin.

    Nach Bestehen des Examens kann man den Antrag auf Approbation, also auf die Zulassung als Zahnarzt, stellen. Die Erlaubnis zur Berufsausübung wird von den zuständigen Behörden des Bundeslandes ausgestellt. Um auch gesetzlich versicherte Patienten behandeln zu dürfen, benötigten Zahnärzte zusätzlich noch eine Kassenzulassung. Dafür müssen mindestens zwei, maximal vier Jahre als Assistenzzahnarzt abgeleistet werden. In dieser Zeit sammeln Zahnärzte praktische Erfahrungen und legen schließlich eine Prüfung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung ab.

    Welche Fähigkeiten sollten Zahnärzte mitbringen?

    Konzentrationsfähigkeit und analytisches Denken zählen wohl zu den wichtigsten Eigenschaften, die ein Zahnarzt im alltäglichen Job braucht. Schließlich gilt es, sich innerhalb kurzer Zeit immer wieder auf neue Patienten und Krankheitsbilder einstellen zu können. Auch ein hohes Maß an Stressresistenz ist in diesem Kontext unerlässlich. Zudem sollten Zahnärzte körperlich belastbar sein, da sie häufig in einer gebeugten Haltung behandeln, und Fingergeschick (beziehungsweise Feinmotorik) besitzen.

    Im Umgang mit den Patienten sind vor allem Einfühlungsvermögen und eine vertrauenserweckende Ausstrahlung gefragt. Zahnärzte müssen medizinische Sachverhalte für Laien leicht verständlich erklären, die Sorgen der zu Behandelnden ernst nehmen und auch auf Angstpatienten eingehen.

    Weitere wichtige Soft Skills sind:

    • Verantwortungsbewusstsein
    • Sorgfalt
    • Organisationstalent
    • Kommunikationsstärke
    • psychische und physische Belastbarkeit

    Arbeitgeber: Wer sucht Zahnärzte?

    In der Regel sind Zahnärzte in Gemeinschaftspraxen und zahnmedizinischen Kliniken angestellt oder machen sich mit einer eigenen Praxis selbstständig. Sie können aber auch in folgenden Branchen arbeiten:

    • medizinische Forschung und Lehre
    • Pharmaindustrie
    • Gesundheitsämter
    • Zahnärztekammern
    • Krankenversicherungen

    Gehalt: Was verdient ein Zahnarzt?

    Die lange Ausbildungsdauer zahlt sich aus, denn Zahnmediziner zählen mit zu den bestverdienenden Ärzten. Allerdings ist ihr Gehalt stark abhängig von dem Beschäftigungsverhältnis (angestellt oder selbstständig), ihrer Berufserfahrung, der Branche sowie der Region, in der sie arbeiten. Durch Weiterbildungen und Spezialisierungen steigt der Verdienst ebenfalls.

    Als Assistenzarzt kann man mit einem Gehalt von durchschnittlich 3.500 Euro brutto pro Monat rechnen, zwei Jahre später liegt der monatliche Verdienst schon bei circa 4.500 Euro. Die Gehälter schwanken jedoch stark, weil viele Zahnärzte nicht nur ein Festgehalt beziehen, sondern auch eine Umsatzbeteiligung erhalten. Dadurch ist ein Bruttogehalt von 5.500 Euro keine Seltenheit.

    Selbstständige Zahnärzte verdienen in der Regel noch deutlich mehr, der Reingewinn einer Zahnarztpraxis kann monatlich bei 10.000 Euro brutto und mehr liegen. Allerdings tragen sie auch ein höheres Risiko und müssen alle Kosten für Versicherungen, Mitarbeiter, Equipment usw. tragen.

    Einstieg: Aussichten von Zahnärzten

    Die Berufsaussichten für angehende Zahnmediziner stehen gut. Zwar gibt es aktuell keinen Mangel an Zahnärzten, viele praktizierende Zahnmediziner sind jedoch älter als 50 Jahre und gehen in den kommenden Jahren in Rente. Aus diesem Grund suchen viele Zahnärzte nach Nachfolgern für eine Praxisübernahme. Vor allem in ländlichen Gebieten stehen die Chancen für Berufseinsteiger sehr gut, da hier teilweise bereits eine Versorgungslücke besteht.

    Bewerbung: Womit punkten Zahnärzte?

    Die Bewerbung für einen Job als Zahnarzt sollte einen tabellarischen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Anschreiben beinhalten. Während im Lebenslauf die bisherigen Berufsstationen, erlangte Qualifikationen oder Weiterbildungen stichpunktartig aufgeführt werden, kann man im Anschreiben seine Eignung für die ausgeschriebene Stelle detailliert begründen. Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und darzulegen, warum man sich ausgerechnet auf diesen Job bewirbt und warum man gut in die Praxis oder das Team passt. Pluspunkte erzielt man mit Fähigkeiten, die in der Praxis bisher noch nicht vorhanden sind, wie etwa die Kieferorthopädie.

    Zahnärzte sollten jedoch auch auf ihre Soft Skills eingehen und beispielsweise die Freude am Umgang mit Patienten betonen. Mit einer Mischung aus medizinischer Qualifikation und sozialer Kompetenz hat man gute Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

    Karriere: Aufstiegschancen für Zahnärzte?

    Zahnärzten stehen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten offen. Dazu zählt zum Beispiel der akademische Titel "Doktor der Zahnmedizin" (Dr. med. dent.), den man durch die Abgabe einer Dissertation erhält. Viele angehenden Zahnärzte schreiben schon während ihres Studiums an ihrer Doktorarbeit, da man sich seine Zeit (beispielsweise in den Semesterferien) noch relativ frei einteilen kann und nicht im stressigen Arbeitsalltag steckt. Natürlich besteht keine Pflicht zur Promotion, dennoch haben etwa 50 bis 60 Prozent aller Zahnmediziner einen Doktortitel.

    Doch auch mithilfe von Spezialisierungen und Weiterbildungen kann man die Karriereleiter als Zahnarzt aufsteigen. Um Fachzahnarzt zu werden, muss man beispielsweise eine Ausbildung von vier Jahren in einem der folgenden Bereiche absolvieren:

    • Fachzahnarzt für Kieferorthopädie
    • Fachzahnarzt für Oralchirurgie
    • Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (zusätzliches Medizinstudium erforderlich)
    • Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen

    Zudem besteht eine generelle Fortbildungspflicht für Zahnärzte, um auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu bleiben. Wenn keine entsprechenden Nachweise über die Fortbildungen erbracht werden, kann dem Zahnarzt die Zulassung entzogen werden.

    Zahnärzte können sich auch mittels eines Aufbaustudiums spezialisieren, mögliche Masterstudiengänge sind zum Beispiel Kinder- und Alterszahnheilkunde, ästhetische Zahnheilkunde, Implantologie oder Paradontologie.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Zahnarztes entwickelt?

    Zahnärzte gibt es bereits seit dem fünften Jahrhundert, jedoch hat sich das Berufsbild grundlegend verändert. Während der Beruf früher häufig von Laien (zum Beispiel Friseuren) ausgeübt wurde, müssen Zahnärzte heutzutage eine langwierige Ausbildung durchlaufen und ein umfassendes medizinisches Wissen nachweisen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts kann man Zahnmedizin studieren, seit 1919 können Zahnmediziner promovieren.

    Die Zukunftsaussichten für den Beruf des Zahnarztes stehen gut. Zahngesundheit ist vielen Menschen äußerst wichtig, aber auch die Zahnkosmetik, also die optische Verschönerung von Zähnen durch Zahnaufhellung oder -korrektur, gewinnt an Bedeutung. Durch die immer älter werdende Bevölkerung werden zudem zunehmend Prothesen und Gebisse benötigt.

    Aufgrund des fortlaufenden medizinischen Fortschritts müssen sich Zahnärzte ständig fortbilden, um bei neuen Behandlungsverfahren oder Technologien nicht den Anschluss zu verpassen.

    Zahnärztinnen: Welche Chancen haben Frauen?

    Angaben des Statistikportals statista zufolge ist die überwiegende Zahl der Zahnmedizinstudenten weiblich: Im Wintersemester 2018/2019 waren knapp 65 Prozent der Studierenden weiblich. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, sodass immer mehr Frauen als Zahnärztinnen tätig sind.

    Ein Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass junge Frauen ihr Abitur mit besseren Noten bestehen als ihre männlichen Mitschüler und mit einem guten Numerus Clausus leichter einen Studienplatz erhalten. Zahnärztinnen schätzen an ihrem Job vor allem den Kontakt zu Menschen und die Kommunikation mit den Patienten. Wer als angestellte Zahnärztin oder in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, kann Beruf und Familie häufig gut miteinander vereinbaren, zum Beispiel durch Teilzeitmodelle.

    Ähnliche Berufe wie Zahnarzt:

    Kieferchirurg/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Zahntechniker/in

    Quellen:

    berufenet.arbeitsagentur.de, studycheck.de, zahniportal.de


    Mehr zum Thema