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Physiotherapeut Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Physiotherapeutin hilft ihrem Patienten bei einer Armübung
© Pixel-Shot / Shutterstock
Physiotherapeuten werden oft "heilende Hände" nachgesagt, doch was steckt dahinter? Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Physiotherapeuten wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Physiotherapeut

Art der Ausbildung.

schulische Ausbildung/ Studium

Ausbildungsdauer.

3 - 4 Jahre

Durchschnittsgehalt.

2.376 Euro

Einstiegsgehalt.

2.250 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Im Zentrum der Arbeit von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten steht die Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung der Beweglichkeit ihrer Patientinnen und Patienten, die beispielsweise durch Krankheit, Verletzung oder Behinderung eingeschränkt ist. Als wahre Allrounder werden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unter anderem sowohl in der Orthopädie als auch der Neurologie oder Psychiatrie benötigt. Zu häufigen Erkrankungen, die durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandelt werden, zählen beispielsweise:

    • Rückenschmerzen
    • Osteoporose
    • Rheuma
    • Schlaganfälle
    • Parkinson
    • Multiple Sklerose
    • Krebserkrankungen
    • Kiefergelenksstörungen / Tinnitus

    Die individuellen Beschwerden der Patientinnen und Patienten werden analysiert und durch spezielle Techniken der physikalischen Therapie behandelt. Nicht immer kann eine Behandlung mit einer Heilung abgeschlossen werden. In solchen Fällen suchen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten nach Ausgleichsmöglichkeiten, um bestehende Schmerzen oder Einschränkungen bestmöglich zu lindern. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten handeln dabei in der Regel nicht isoliert als Einzelpersonen. Häufig stehen sie in engem Kontakt mit Ärztinnen und Ärzten sowie therapeutischen und pflegerischen Fachkräften, mit denen die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ihre Behandlungen unter Rücksichtnahme des gesamten Therapieplans der Patientinnen und Patienten abstimmen. Neben der Behandlung haben Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten auch eine beratende Funktion, beispielsweise wenn es um die Auswahl von Hilfsmitteln und Alltagshilfen geht wie etwa Gehhilfen. Auch wird über das allgemeine Therapiekonzept, den Zweck und die Wirkungsweise der vorgeschlagenen Übungen informiert.

    Grundsätzlich kann zwischen aktiven und passiven Therapieformen unterschieden werden. Die aktive Therapie schließt vor allem Bewegungs- und Atemübungen mit ein, womit Körperfunktionen erhalten oder wiederhergestellt werden sollen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unterstützen ihre Patientinnen und Patienten hier bei der richtigen Durchführung der Bewegungen. Die passive Therapie dient in der Regel als Vorbereitung, beziehungsweise Unterstützung der aktiven Therapie. Ziel ist es, beispielsweise durch Wärme- und Elektrotherapie oder Bindegewebsmassage, die Patientinnen und Patienten zu entspannen und deren Muskulatur zu lockern.

    Zum Alltag der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zählt auch die Arbeit mit Gerätschaften oder Behandlungsmitteln. Diese werden von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten vor der Behandlung auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Dazu zählen zum Beispiel folgende Arbeitsmittel:

    • Arbeitsgeräte mit Widerständen oder Gewichten
    • Massageeinrichtungen
    • Geräte und Materialien für Wärme-, Kälte-, Elektro und Hydrotherapie
    • Bestrahlungsgeräte
    • Fangopackungen

    Alle Untersuchungsergebnisse, Behandlungsziele und Maßnahmen werden von den Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dokumentiert. Diese Informationen werden für behandelnde Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung gestellt. Sie dienen außerdem dazu, den Erfolg der jeweiligen Behandlungen festzustellen.

    Unter Umständen sind Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusätzlich dafür zuständig, die durchgeführten Behandlungen mit den Krankenkassen abzurechnen.

    Vorteile   Nachteile

    Arbeit mit Menschen

    Körperlich anstrengend

    Abwechslungsreich

    Enger Kontakt mit Fremden

    Vielfältige Einsatzbereiche

    Umgang mit schwer kranken Patienten

    Wie wird man Physiotherapeut?

    Um als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut arbeiten zu können, wird in Deutschland eine Ausbildung vorausgesetzt, die über das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) geregelt ist. Neben 2.900 theoretischen Stunden an einer staatlich anerkannten Schule, sind zusätzlich 1.600 Praxisstunden zu absolvieren, um schließlich nach der bestandenen Examensprüfung beruflich (mit entsprechender Berufserlaubnis) durchstarten zu können. Die jeweilige Schule kooperiert entweder mit einer staatlichen Trägerschaft an einem Krankenhaus (schulgeldfrei) oder mit einer privaten Trägerschaft (schulgeldpflichtig).

    Hier kann angemerkt werden, dass eine abgeschlossene Ausbildung als Krankengymnast beziehungsweise Krankengymnastin dazu berechtigt, den Beruf der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten auszuüben, da es sich hier um den Vorläuferberuf handelt.

    Um die Ausbildung beginnen zu können, wird im Vergleich zum Studium in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer zweijährigen Berufsausbildung gefordert. Im KURSNET der Bundesagentur für Arbeit können sich Interessierte über Bildungsangebote für Physiotherapeuten erkundigen.

    Für einen erfolgreichen Start in die Ausbildung können spezielle Kenntnisse in den folgenden Schulfächern hilfreich sein:

    • Biologie (Kenntnisse darüber, wie der Bewegungsapparat des Menschen aufgebaut ist und wie er funktioniert)
    • Sport (bei der Erstellung von Übungsprogrammen sind Kenntnisse darüber, wie sich verschiedene Sportarten auf den menschlichen Organismus auswirken, hilfreich)
    • Deutsch (für die Dokumentation der durchgeführten Behandlungen sollte ein entsprechendes sprachliches Niveau in Wort und Schrift erfüllt werden)

    Im Verlauf der Ausbildung eignen sich die angehenden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten unter anderem die folgenden theoretischen und praktischen Kompetenzen an:

    • Wissen über den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Bewegungsapparates
    • Kenntnisse über Wirkungs- und Anwendungsweise krankengymnastischer Behandlungstechniken
    • Wissen über Techniken der Massagetherapie
    • Spezielle Grundlagen und Anwendungsgebiete der Elektro-, Licht-, Strahlentherapie, Thermotherapie oder beispielsweise der Balneotherapie
    • Wissen über den Aufbau von Blut, Kreislauforganen, Nerven- und Lymphsystem und die Funktionsweise des Zentralnervensystems
    • Wissen über die Entstehung,  den Ablauf und die Erkennung von Krankheiten
    • Wissen über Grundlagen der Prävention und Rehabilitation 

    Die Kenntnisse aus den theoretischen Unterrichtseinheiten, die in einer Berufsfachschule stattfinden, werden die angehenden Spezialistinnen und Spezialisten der Physiotherapie in unterschiedlichen klinisch-praktischen Fächern während der Ausbildung (oftmals in einem Krankenhaus) anwenden. Hierzu zählen beispielsweise

    • Chirurgie,
    • innere Medizin,
    • Orthopädie,
    • Neurologie,
    • Psychiatrie,
    • Pädiatrie
    • sowie Gynäkologie.

    Ergänzend werden Techniken der Physiotherapie unterrichtet, wie zum Beispiel die manuelle Therapie, die medizinische Trainingstherapie oder die manuelle Lymphdrainage. Hinzu kommen Techniken der Neurophysiologie wie etwa Bobath, Vojta oder auch PNF

    Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Prüfung. Diese umfasst einen schriftlichen, mündlichen sowie einen praktischen Teil.

    Im schriftlichen Teil wird Wissen über die folgenden Fächer abgefragt:

    • Berufs-, Gesetzes-, und Staatskunde sowie Psychologie, Pädagogik und Soziologie
    • Physik und Biomechanik sowie Trainingslehre und Bewegungslehre
    • Prävention und Rehabilitation und methodische Anwendung der Physiotherapie in den medizinischen Fachbereichen
    • Wissen über das Gebiet der speziellen Krankheitslehre

    Der mündliche Teil der Prüfung fokussiert sich hingegen auf diese Fächer der Physiotherapie:

    • Anatomie
    • Physiologie
    • Spezielle Krankheitslehre

    Im praktischen Teil der Prüfung werden folgende Themenschwerpunkte abgefragt: 

    • Krankengymnastische Behandlungstechniken und Bewegungserziehung
    • Massagetherapie sowie Elektro-, Licht- und Strahlentherapie und Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie
    • Methodische Anwendung der Physiotherapie in bestimmten medizinischen Fachbereichen

    Nach bestandener Examensprüfung am Ende der Ausbildung und offizieller Berufserlaubnis steht der Arbeit in der Physiotherapie nichts mehr im Wege.

    Neben einer Ausbildung kann alternativ ein Studium absolviert werden, um sich für den Beruf der Physiotherapeutin oder des Physiotherapeuten zu qualifizieren. Auf der Website der Bundesagentur für Arbeit sind Informationen zu den jeweiligen Studiengängen nachlesbar. 

    Da das Studium wie auch die Ausbildung gleichwertig zur Arbeit in der Physiotherapie qualifizieren sollen, sind die vermittelten Inhalte in beiden Bildungswegen mit großen Überschneidungen verbunden. Ein großer Unterschied zur Ausbildung besteht jedoch schon bei den Zugangsvoraussetzungen. Da es sich hier um ein Studium handelt, wird in der Regel eine Hochschulreife vorausgesetzt. Die durchschnittliche Studiendauer beträgt derzeit 6 - 9 Semester und beläuft sich auf eine ähnlich lange Zeit wie die äquivalente Ausbildung. Einen Unterschied zur Ausbildung stellt wiederum die Voraussetzung der eigenverantwortlichen Planung und Organisation dar. Zwar wird durch den Studienaufbau der Rahmen des Studiums vorgegeben, aber um die vorgegebenen Studienzeiten, inklusive der Abgabetermine, einzuhalten, ist eine entsprechend hohe Selbstdisziplin erforderlich.

    Bundesweit sind laut der Bundesagentur für Arbeit 47 Studienangebote im Bereich der Physiotherapie verfügbar. Mit teilweise unterschiedlichen Bezeichnungen werden sie unter anderem folgendermaßen genannt:

    • International Physiotherapy (Bachelor)
    • Physiotherapie -Angewandte Therapiewissenschaften (Bachelor)
    • Physiotherapie - Technik und Therapie (Bachelor)
    • Physiotherapie und Ergotherapie (Bachelor)
    • Therapie- und Gesundheitsmanagement (Bachelor)

    Unter anderem sind im Studium folgende Module wiederzufinden:

    • Einführung in die wissenschaftliche Physiotherapie
    • Empirische Sozialforschung
    • Grundlagen der Medizin
    • Kommunikation
    • Physiktherapeutische Kernkompetenzen
    • Psychosoziale Grundlagen
    • Public Health

    In Abhängigkeit davon, an welcher Hochschule das Studium absolviert wird, kommen noch Praktika (beispielsweise in einer Klinik oder Praxis) verpflichtend hinzu. Schon im Bachelor ist in vielen Studiengängen eine Spezialisierung möglich, zum Beispiel in der Orthopädie, Neurologie oder auch der Pädiatrie.

    Grundsätzlich ist der Praxisanteil in den Bachelor-Studiengängen geringer als in der Ausbildung, zugunsten eines erhöhten Theorieanteils. Dies kann gegebenenfalls durch Praktika im Studium kompensiert werden. Falls während des Studiums ein intensiverer Praxisbezug erwünscht ist, kommen als Kompromiss zwischen Studium und Ausbildung eventuell sogenannte ausbildungsintegrierte Studiengänge in Frage. In diesen kann ein Studium der Physiotherapie mit einer Ausbildung zur Physiotherapeutin oder zum Physiotherapeuten kombiniert werden. Informationen dazu sind auf der Seite des Bundesinstituts für Berufsbildung (bibb) zu finden.

    Im Studium sind unter anderem Forschungsinteressierte gut aufgehoben, die sich langfristig vorstellen können bestehende Methoden der Physiotherapie zu analysieren und zu optimieren. Auf diesem Weg ist eine Beteiligung am lückenlosen Wissenstransfer für nachfolgende Generationen möglich. In puncto Karriere bieten sich in der Forschung entsprechende Vorteile. So können mithilfe eines Masters und gegebenenfalls einer Promotion, Türen zur universitären Forschung und Lehre geöffnet werden. Ob sich ein Studium oder eine Ausbildung letztendlich mehr für den Geldbeutel rentiert, kann pauschal nicht gesagt werden, da unterschiedlichste Faktoren wie Unternehmensgröße, Arbeitsort oder Berufserfahrung für eine Beurteilung mit einbezogen werden müssten.

    Welche Fähigkeiten sollten Physiotherapeuten mitbringen?

    Für einen erfolgreichen Behandlungsverlauf sind Patientinnen und Patienten zur aktiven Mitarbeit aufgerufen. Auch außerhalb der Praxis der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, ob im Beruf oder der Freizeit, muss das Bewegungsverhalten verändert werden. Neben einer guten Beobachtungsgabe und viel Geduld brauchen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten daher Überzeugungskraft, um die Bedeutung der aktiven Mitarbeit der Patientinnen und Patienten wirksam vermitteln zu können. Kommunikationsfähigkeit ist in der Physiotherapie aus diesem Grund als eine Schlüsselkompetenz zu sehen.

    Oftmals tragen Patientinnen und Patienten Ängste und Sorgen in sich, die eine Behandlung erschweren können. In der Physiotherapie ist es daher von großer Bedeutung mit Einfühlungsvermögen und Vorsicht zu arbeiten, um eine angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen zu können, in der sich die Patientinnen und Patienten wohlfühlen. Darüber hinaus ist in der Physiotherapie, beispielsweise bei Massagen sowie bei Wärme-, Kälte-, oder Elektroanwendungen, eine besondere Geschicklichkeit und eine gute Auge-Hand-Koordination gefragt.

    Arbeitgeber: Wer sucht Physiotherapeuten?

    Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten vorwiegend in den folgenden Bereichen:

    • Krankenhäuser / Kliniken
    • Physiktherapeutische Praxen
    • Facharztpraxen
    • Altenheime
    • Einrichtungen zur Eingliederung und Pflege von Menschen mit Behinderung
    • Rehabilitationszentren
    • Wellnesshotels
    • Sportstätten

    Gehalt: Was verdient ein Physiotherapeut?

    Lange wurde in der Ausbildung zur Physiotherapeutin oder zum Physiotherapeuten leider gar kein Gehalt gezahlt. Dies änderte sich glücklicherweise zum 1.1.2019, nachdem von der Gewerkschaft Verdi eine tarifvertragliche Regelung durchgesetzt wurde. Dadurch können zumindest all jene, die ihre Ausbildung in kommunalen Krankenhäusern oder landeseigenen Universitätskliniken absolvieren mit folgender Vergütung rechnen:

    • 1. Ausbildungsjahr: 925 Euro
    • 2. Ausbildungsjahr: 1.025 Euro
    • 3. Ausbildungsjahr: 1.122 Euro

    Leider bezieht nur ein Bruchteil aller Auszubildenden der Physiotherapie so ein Gehalt. Auch wenn kein Gehalt gezahlt werden sollte, gibt es bei Erfüllung spezifischer Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Förderung gemäß des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BaföG) zu beziehen. Weiterführende Informationen dazu sind zum Beispiel auf der Seite der Arbeitsagentur nachzulesen. Die Möglichkeit Bafög zu beziehen, besteht natürlich ebenfalls für alle Studierenden, die die entsprechenden Bedingungen dafür erfüllen.

    Grundsätzlich hängt das spätere Gehalt von unterschiedlichen Faktoren wie etwa Tarifverträge, Region, Position oder auch Arbeitserfahrung ab. Speziell die Region hat einen maßgeblichen Einfluss auf das Gehalt. Während laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit in Bayern ein Durchschnittsgehalt von 2.485 Euro brutto gezahlt wird, liegt es im benachbarten Sachsen bei 1.959 Euro brutto. Trotzdem sind mit entsprechender Arbeitserfahrung und Position Gehälter von über 3.000 Euro brutto möglich.

    Einstieg: Aussichten von Physiotherapeuten 

    In der Berufsgruppe der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten herrscht seit Jahren eine überdurchschnittlich gute Arbeitslage. Allein zwischen 2008 und 2018 ist die Zahl an gemeldeten Stellen ohne Zeitarbeit in dieser Berufsgruppe von 2.130 auf 8.223 angestiegen und die Zahl der Arbeitslosen von 7.709 auf 3.438 gefallen. Derzeit kommen auf 100 gemeldete Stellen 30 Arbeitslose – ein klares Indiz für einen Fachkräftemangel. Angehende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sollten nach dem Abschluss ihrer Ausbildung daher nicht lange auf einen Arbeitsplatz warten müssen.

    Bewerbung: Womit punkten Physiotherapeuten?

    Sowohl in der digitalen als auch analogen Bewerbungsmappe sollte sich ein Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben befinden, mit dem die besondere Eignung für den Beruf als Physiotherapeut oder Physiotherapeutin untermauert werden kann. Der Berufsalltag in der Physiotherapie ist vor allem durch eine Konstante geprägt: der Arbeit mit Menschen. Dies sollte den Bewerberinnen und Bewerbern natürlich Freude bereiten. Neben der Begründung für die charakterliche Eignung im Motivationsschreiben sollte auch im Lebenslauf die besondere Qualifikation für den Beruf hervorgehen, beispielsweise unter Erwähnung besonderer Zusatzqualifikationen wie etwa Zertifikatsweiterbildungen für die Therapie. 

    Karriere: Aufstiegschance für Physiotherapeuten?

    Mit zunehmender Erfahrung wächst in der Regel nicht allein das Gehalt von Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, sondern auch die Chance auf Führungspositionen. Diese können noch weiter erhöht werden, etwa über Weiterbildungen. Möglich wäre eine Prüfung zur Fachwirtin oder zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder auch ein weiterführendes Studium. Mit entsprechenden Qualifikationen winken Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten auf diese Weise Führungspositionen im Therapiebereich von Kliniken oder auch in physiotherapeutischen und orthopädischen Praxen.

    Darüber hinaus gibt es natürlich die Möglichkeit, sich im Anschluss an die Ausbildung und nach dreijähriger Berufserfahrung selbstständig zu machen. Die Basis dafür bildet oftmals eine Weiterbildung in bestimmten Therapieformen wie etwa

    • der Osteopathie,
    • Manualtherapie
    • oder auch der Lymphterapie.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Physiotherapeuten entwickelt?

    1994 stellte einen Wendepunkt in der Berufsgeschichte der Physiotherapie dar. In diesem Jahr wurde der Vorläuferberuf Krankengymnast beziehungsweise Krankengymnastin aufgehoben und durch die Verabschiedung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes, die noch heute gültige Berufsbezeichnung, festgeschrieben. Heute ist die Physiotherapie ein wichtiges Standbein des Gesundheitswesens und in nahezu allen medizinischen Fachbereichen involviert. Entsprechend begehrt sind auch fähige Fachkräfte, was durch die bundesweite Arbeitslosenquote von 0,8 Prozent belegt werden kann (Stand 2019). Um Patientinnen und Patienten stets nach aktuellen Standards behandeln zu können, sind Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zu einer regelmäßigen Weiterbildung verpflichtet. Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf der Mensch-Roboter-Interaktion liegen. Ob über mobile Exoskelette oder roboterassistiertes Armtraining: Neue technische Innovationen werden die Arbeit in der Physiotherapie nachhaltig verändern.

    Physiotherapeutinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Physiotherapie?

    Mit einem Blick auf die jüngsten Statistiken wird schnell eines klar: Mit einem mehr als 80-prozentigen Anteil machen Frauen den Großteil aller Beschäftigten in der Physiotherapie aus. Diese Zahl ist ohne Frage beachtlich, dennoch scheint keine Sättigung in Sicht zu sein. Allein zwischen 2014 und 2018 stieg die Zahl an Physiotherapeutinnen um circa 6 Prozent an. Eine Erklärung für dieses Verhältnis zugunsten der Frauen im Beruf der Physiotherapie lässt sich nicht eindeutig formulieren.

    Ähnliche Berufe wie Physiotherapeut:

    Masseur/ medizinischer Bademeister, staatlich geprüfter Gymnastiklehrer, staatlich geprüfter Sportlehrer 

    Quellen:

    Deutscher Verband für Physiotherapie, Niedersächsisches Kulturministerium - Rahmenrichtlinien für die Ausbildung in der Physiotherapie, Berufenet


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