VG-Wort Pixel

Jobs nach Kategorien

Postbote Berufsbild, Gehalt, Karriere

Postbote: Postbotin steigt ins Auto
© Vytautas Kielaitis / Shutterstock
Postboten sind viel unterwegs und treffen täglich auf Menschen, denen sie ihre Post oder auch Pakete zustellen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Postboten wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Postbote (m/w/d)

Art der Ausbildung

dual

Ausbildungsdauer:

2 Jahre

Einstiegsgehalt

2100 Euro

Durchschnittsgehalt

2600 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Postbote

    Der umgangssprachlich als Postbote bezeichneter Beruf, heißt offiziell "Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen".

    Die Arbeit eines Postboten bzw. einer Postbotin beginnt mit der Vorsortierung und der Verladung der zuzustellenden Sendungen. Hierbei handelt es sich meist um Briefe, die nach Namen und Adressen sortiert in der Fahrradtaschen des Postboten landen, damit sie mit einem Griff zur Hand sind, wenn die Briefkästen befüllt werden. Auch für die Zustellung von Päckchen und Paketen sind die Boten zuständig. Hierbei ist die strategische Verteilung von Paketen und anderen Zustellungen im Ladebereich des Zustellfahrzeugs sehr wichtig, um die Effizienz zu erhöhen. Jeder Bote und jede Botin ist darüber hinaus selbst für eine produktive und ökologisch sinnvolle Zustellroute verantwortlich.

    Nach der maschinellen Vorsortierung müssen Postboten und Postbotinnen auch für die Feinsortierung nach Straßen und Hausnummern und die Beladung des Zustellfahrzeugs sorgen. Auch eine sorgfältige Dokumentation von Unterlagen über die verschiedenen Frachtgüter ist erforderlich.

    Anschließend können sich die Zusteller auf den Weg zu den Kunden machen. Postboten und Postbotinnen müssen sich mit den Bestimmungen der verschiedenen Versandartenauskennen und diese ordnungsgemäß anwenden. Außerdem müssen Briefkästen, die sich auf der Route befinden, geleert werden. Diese Sendungen müssen natürlich separat im Speditionswagen oder in der Fahrradtaschen gelagert werden, um dann im Briefverteilzentrum auf die Reise geschickt zu werden.

    Die Versandarten der verschiedenen Frachtstücke werfen jeden Tag neue Möglichkeiten und Fragen auf: Handelt es sich beispielsweise um eine Büchersendung, kann der Postbote diese ohne Unterschrift in den Briefkasten legen. Gibt es eine Lieferungsanweisung, die eine Zustellung an eine Packstation erfordert? Und was ist zu tun, wenn ein Adressat nicht zu Hause ist?

    Das Vorgehen in diesen Fällen ist von Speditionsunternehmen zu Speditionsunternehmen ganz unterschiedlich. Bei manchen werden erneute Zustellungsversuche unternommen. Bis das Paket an den Empfänger gelangt, muss der Postbote dafür sorgen, dass der Inhalt gut geschützt ist. Auch muss er wissen, was im Versicherungsfall zu tun ist, wenn ein Päckchen sein Ziel tatsächlich einmal nicht erreichen sollte.

    Postboten und Postbotinnen sind nicht nur mit der Zustellung beschäftigt. Man findet sie auch in Post- oder Paketfilialen. Dort beantworten sie Fragen hinterm Schalter, beraten Kunden zu Versandarten, nehmen Lieferungen an und händigen Pakete und Päckchen und andere Sendungen aus.

    Sie werden auch in speziellen Sammelstellen eingesetzt, wenn Briefe oder Päckchen nicht zugestellt werden konnten, um festzustellen, woher sie kommen und sie im besten Fall doch noch an den richtigen Adressaten oder an den Absender zurückgeben zu können.

    Vorteile als Postbote:

    • zukunftssichere Tätigkeit
    • sehr gute Aussichten eingestellt bzw. aus der Ausbildung übernommen zu werden

    Nachteile als Postbote:

    • Arbeit im Freien – bei jeder Jahreszeit
    • körperlich anstrengende Tätigkeit
    • wenig Aufstiegsmöglichkeiten

    Wie wird man Postbote?

    Postbote wird man über eine zweijährige Ausbildung in der Industrie und im Handelsbereich. Schulische Voraussetzungen gibt es rechtlich gesehen keine, in der Praxis beginnen die Ausbildung meist Schulabgänger mit einem mittleren Bildungsabschluss oder einem Hauptschulabschluss. Die Ausbildung ist dual organisiert und läuft im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule ab.

    Eine gute Grundlage für die Ausbildung und den späteren Berufsalltag bilden die Schulfächer Mathematik und Deutsch. Denn Kassenabschlüsse, mündliche Beratung und Verkaufsgespräche erfordern Kenntnisse in genau diesen Bereichen. Postboten und Postbotinnen sollten ebenfalls eine gute körperliche Verfassung und Kondition mitbringen, denn Pakete und Briefe müssen bei jedem Wetter zugestellt werden und gerade Pakete sind häufig keine Leichtgewichte.

    Angehende Postboten lernen ebenso, was zu beachten ist, wenn Gefahrengüter versendet werden, oder was verschiedene Siegel (beispielsweise vom Zoll) auf verschiedenen Frachtgütern bedeuten.

    Sie erfahren außerdem alles über die verschiedenen Versandarten und wie sie diese in ihrem beruflichen Alltag zu behandeln haben. Bei einer Bestellung per Nachname, muss der Postbote sich zum Beispiel bewusst darüber sein, dass er den gesamten Warenbetrag in Empfang nehmen muss, bevor er dem Kunden das Päckchen aushändigen darf. Ebenso muss er die verschiedenen Arten des Einschreibens kennen und seit einiger Zeit auch digital übertragen, wenn ein persönlich vom Empfänger anzunehmendes Einschreiben ausgehändigt wurde.

    Außerdem will der Umgang mit Packstationen, die immer beliebter werden, gelernt werden. Postboten und Postbotinnen müssen außerdem wissen, was zu tun ist, wenn die Kunden nicht erreichbar waren.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollte ein Postbote mitbringen?

    Besonders wichtig für Zusteller und Zustellerinnen ist Einsatzbereitschaft, denn sie sind während ihrer Tätigkeit stets gefordert. Eine sorgfältige Arbeitsweise und selbstständiges Denken sind vor allem bei der Sortierung und der Erstellung von Transportrouten gefragt. Ebenso ist Flexibilität wichtig, denn an einem Tag tragen sie Sendungen aus und stehen am nächsten hinter dem Schalter und händigen Päckchen aus. Oder sie beraten Kunden zur richtigen Versandart ihrer Sendungen.

    Eine Kunden- und Serviceorientierung sollte mit einem freundlichen und kompetenten Auftreten verbunden werden, denn der Postbote repräsentiert seinen Arbeitgeber hinter dem Schalter. Wie in jedem Beruf im Dienstleistungssektor kommt es bei Speditionen und Frachtanbietern auf die Kundenzufriedenheit an. Gerade bei der Arbeit im Zustellungsdienst ist andauernde Aufmerksamkeit und Achtsamkeit im Straßenverkehr (auf dem Radweg wie auf der Straße) gefragt.

     

    Arbeitgeber: Wer sucht Postboten?

    Postboten und Postbotinnen werden bei Speditionen, Logistikunternehmen, Brief- und Postdiensten sowie Express- und Kurierdienstleistern angestellt. Die größten Arbeitgeber in diesem Bereich sind sicherlich die Deutsche Post AG und – angeschlossen an diese – die DHL Group. Auch die Speditionsdienste von Amazon werden immer relevanter, denn seit einiger Zeit übernimmt Amazon die Lieferungen selbst. Oft werden in diesen Bereichen Hilfsarbeiter eingestellt, die keine Ausbildung gemacht haben und daher suchen die Unternehmen verzweifelt nach gut ausgebildeten Fachkräften für die Laufbahn des Postboten.

    Gehalt: Was verdienen Postboten?

    Während der Ausbildung erhalten Postboten und Postbotinnen im ersten Lehrjahr 750 Euro brutto pro Monat, was sich im zweiten Jahr auf 900 bis 1050 Euro brutto steigert. Postboten verdienen beim Einstieg in den Beruf 2100 Euro brutto pro Monat. Ein Wert, der sich mit einigen Jahren Berufspraxis auf bis zu 2600 Euro brutto monatlich steigern lässt. Generell gesehen kann ein größeres Unternehmen höhere Löhne zahlen als ein alternativer Zusteller, der sich auf dem Speditionsmarkt häufig noch etablieren muss.

    Einstiegschancen: Aussichten von Postboten

    Die Aussichten sind sehr gut. In der Branche der Briefträger und Paketzusteller werden verstärkt neue, gut ausgebildete Kräfte gesucht. Die mittelfristigen Aussichten von Postboten und Postbotinnen sind ebenfalls als rosig zu bezeichnen, denn der Trend zum Onlineshopping und die Lieferung der bestellten Waren wird sich in Zukunft sicherlich noch verstärken. Somit sind Postboten und Postbotinnen gefragter, denn je zuvor.

    Bewerbung: Womit punkten Postboten?

    Postboten sind nicht nur auf dem Fahrrad unterwegs, sondern häufig auch mit Speditionslieferwagen auf Achse. Deswegen wird ein Führerschein der Klasse B meist für die Ausbildung vorausgesetzt (bei Jugendlichen unter 18 Jahren sollte der Führerschein während der Ausbildung erworben werden) und dies sollte auf jeden Fall in der Bewerbung Erwähnung finden. Abgesehen von einer abgeschlossenen Ausbildung, punkten Postboten auch mit der Auflistung ihrer erworbenen Kenntnisse und ihrer Motivation, den Beruf des Postboten auszuführen.

    Karriere: Entwicklungs-/ Aufstiegschancen als Postbote

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich weitere Kenntnisse anzueignen. Zum einen werden Lehrgänge mit den Schwerpunkten Spedition, Ladungssicherung, Kundenkommunikation und Expresslieferungen angeboten. Zum anderen gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten, die verstärkt auf die Kundenbetreuung eingehen, auf leitende Positionen vorbereiten oder in denen die Berechtigung erteilt wird , neue Postboten auszubilden.

    Postbotinnen: Chancen für Frauen bei der Post

    Die Anzahl der Frauen, die als Zustellerin arbeiten, ist eher gering. Häufig sind Frauen als radelnde Postbotinnen mit Briefen unterwegs – als Speditionszustellerinnen findet man sie eher selten. Der körperliche Aspekt der Arbeit und die oft ausgedehnten, kräftezehrenden Touren, schrecken manche Frauen ab. Wobei hier jedoch unterschieden werden muss: Die Arbeit als Bote für Briefzustellungen und hinter dem Schalter zur Kundenberatung werden auch von Unternehmensseite her eher mit Frauen besetzt, während Männer verstärkt die Paketdienste übernehmen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld von Postboten entwickelt?

    In Zeiten des stetig wachsenden Onlinehandels wird der Beruf des Postboten immer digitaler. Kunden können per GPS-Tracking nachvollziehen, wann der Postbote bei ihnen vor der Tür steht, oder erfahren in Echtzeit, wo ihr Päckchen abgegeben wurde, wenn sie es nicht mehr rechtzeitig nach Hause geschafft haben.

    Obwohl die Anzahl der verschickten Briefe heutzutage durch E-Mails rückläufig ist, hat die Branche trotzdem gute Zukunftsaussichten. Denn im gleichen Maße wie der Schriftverkehr digitalisiert wurde, wurde auch der Handel und der Einkauf immer mehr in den Onlinebereich verlegt. Die Zukunft der Postboten liegt im Bereich der Paketzustellungen des Onlinehandels. Ein Bedarf, der kaum noch gedeckt werden kann. Daher werden dringend neue Fachkräfte gesucht.

    Ähnliche Berufe wie Postbote:

    • Logistiker
    • Speditionsfahrer

    Quellen:

    azubiyo.de, berufenet.arbeitsagentur.de


    Mehr zum Thema