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Psychologe Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Psychologe: Psychologin berät eine Patientin
© Pressmaster / Shutterstock
Kaum einer kennt die menschliche Psyche so gut wie ein Psychologe. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Psychologe wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Psychologe

Art der Ausbildung.

Studium

Ausbildungsdauer.

3 - 5 Jahre

Durchschnittsgehalt.

5.000 Euro

Einstiegsgehalt.

3.000 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil: 

    Die menschliche Psyche, ein komplexes und leicht durcheinander zu bringendes System, das in den besten Händen bei einem Psychologen ist, wenn mal was nicht läuft.

    Zunächst aber eine kleine Abgrenzung zwischen den oft verwechselten Professionen Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist eine Zusatzausbildung, die nach einem Studium der Psychologie erfolgt und einen Absolventen befähigt, konventionelle Therapien, wie zum Beispiel Gesprächstherapie oder tiefenanalytische Therapien durchzuführen. Wohingegen ein Arzt, der Nervenheilkunde und Psychiatrie studiert hat, ebenfalls kein Psychologe ist. Dieser kann sich aber über die gleiche Extra-Qualifikation zum psychotherapeutischen Psychiater weiterbilden lassen und somit auch diverse Formen der Gesprächstherapie erlernen.

    Ein geschulter Psychologe jedoch hat ein Studium der Psychologie im Bachelor absolviert und ist ohne weitere Fortbildungen zuallererst Wissenschaftler im Bereich der menschlichen Psyche. Im Studium der Psychologie werden verschiedene Bereiche beleuchtet, die dann eine Schwerpunktbildung ermöglichen, welche auf erfolgreiche Gespräche und Verhandlungen, beispielsweise in der Wirtschaftspsychologie, Gesundheits- oder Sportpsychologie hinausläuft.

    Psychologen haben in den meisten Fällen kein Medizin-Studium absolviert (es sei denn oben genannte Ausnahme), sind also keine ausgebildeten Fachärzte und können damit auch keine Medikamente verschreiben. Die Arbeit eines Psychologen bleibt immer auf den Menschen und seine inneren Abläufe, das heißt, seine Psyche, Neigungen und Regungen bezogen. Psychologen befassen sich größtenteils mit dem Erkennen und Diagnostizieren von Störungen des menschlichen Verhaltens.

    Häufig findet man Psychologen in Kliniken, Schulen oder ähnlichen Einrichtungen. Als Psychologe kann man sich dann weiter innerhalb der Psychologie spezialisieren, spezielle Techniken erlernen und diese in Bereichen, wie etwa der Trauma- oder Kinderpsychologie, anwenden. Auch in diesen Bereichen kann man sich über praktische Erfahrung zum Psychotherapeuten in einem gewählten Fachgebiet weiterbilden. In jedem Fall ist dann eine Approbation zu erlangen, um eine eigene psychotherapeutische Praxis zu eröffnen.

    Vorteile   Nachteile

    Gute Bezahlung

    Komplexe, belastende Fälle

    Eine tiefgründige Weltsicht durch das tiefere Verstehen des Menschen

    Viel Heimarbeit

    Abwechslungsreiche Tätigkeiten und viele Entwicklungsmöglichkeiten

    sehr viel Konzentration erforderlich

    Wie wird man Psychologe? 

    Psychologe kann man sich in Deutschland nennen, wenn man erfolgreich ein Bachelor Studium im Bereich Psychologie abgeschlossen hat. Im Studium werden außer den geläufigsten Erklärungsmodellen für menschliches Verhalten auch Grundzüge der Humanmedizin behandelt. Außerdem werden das Erstellen und Deuten von Statistiken, welche für spätere wissenschaftliche Analysen benutzt werden, gelehrt. Vor allem in der Kriminalpsychologie werden Psychologen gerne in beratender Fähigkeit hinzugezogen, um unter anderem die Schuldfähigkeit von Verdächtigen unter Beweis zu stellen.

    Nach einem erfolgreichen Abschluss des Studiums hat ein Psychologe mehrere Entwicklungsmöglichkeiten in u.a.:

    • der Entwicklung von Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen, deren Einleitung und Überwachung
    • der Aus-, Fort- und Weiterbildung im universitären Kontext der Psychologie
    • der Forschung und Lehre der Psychologie
    • der Beratung von Patienten und Angehörigen
    • der Gesundheits- und Versorgungseinrichtungen in denen Psychologen in leitenden Positionen arbeiten
    • in der Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Konzepten, Verfahren und Methoden der Psychologie

    Welche Fähigkeiten sollten Psychologen mitbringen?

    Empathie wird in der Psychologie großgeschrieben, denn ein Psychologe, der sich nicht in Menschen hineinversetzen kann, ist in diesem Beruf fehl am Platz und kann allenfalls klinisch psychologisch die Regungen von menschlichen Gehirnen unter Laborbedingungen untersuchen. Ein Psychologe muss Verständnis zeigen können, seine gewonnenen Erkenntnisse in der Interaktion mit dem Patienten nutzen, um eine Diagnose zu erstellen. Deswegen muss er auch eine hohe soziale Intelligenz besitzen, um Psychologie anwenden zu können. Um wieder den Kriminalpsychologen als Beispiel heranzuziehen, muss dieser z. B. erkennen können, wenn ein Verdächtiger lügt und die körperlichen Anzeichen, aber auch die Auswertung eines Lügendetektortests in nicht eindeutigen Fällen, zu deuten wissen.

    Auch Belastbarkeit ist ein wichtiger Gesichtspunkt, den man als Psychologe dringend benötigt, denn man wird mit Menschen und Schicksalen konfrontiert, muss oft differenzieren und analysieren, welche Störungen tatsächlich vorliegen oder ob manche Symptome vielleicht auf den ersten Blick eines aussagen, im Zusammenhang betrachtet aber ein anderes Krankheitsbild zeigen. Analytisch, sachlich und distanziert muss eine objektive Betrachtung vorgenommen werden. All dies muss ein Psychologe mit abgeschlossenem Studium leisten können.

    Des Weiteren ist die Gesprächsführung auch eine wichtige Eigenschaft, welche auch im Psychologiestudium erlernt wird, die Psychologen beherrschen müssen. Die Gespräche werden zur Diagnostik geführt und daher ist es wichtig, dass der Psychologe die wichtigen Themen in einer Unterhaltung aufgreift und bei Abweichungen vom Thema, wieder zum gewünschten Punkt zurückführt.

    Außerdem ist die Ausstrahlung von Selbstsicherheit immer ein Zeichen von Kompetenz, doch gerade als Psychologe auch extrem wichtig, da man eine Autorität verkörpert, jedoch ebenso einfühlend und mit großer Menschenkenntnis vorgehen muss.

    Arbeitgeber: Wer sucht Psychologen?

    Psychologen werden in den unterschiedlichsten Bereichen gesucht, da Menschenkenntnis und ein tieferes Verstehen der menschlichen Psychologie und Handlungsweisen in jeglicher Branche hilfreich sein kann.

    Aber nicht nur im klinischen Bereich stehen zahlreiche Arbeitsfelder offen, Anstellung finden Psychologen auch:

    • Bei Hochschulen und Forschungseinrichtungen
    • Bei Organisationen des Gesundheitswesens
    • In Beratungseinrichtungen
    • In der Personal- und Organisationsentwicklung
    • Im Marketing und in der Werbung
    • In der Medienbranche
    • Bei Umwelt- oder Verkehrsorganisationen
    • Bei Personal- und Unternehmensberatungen
    • Im Strafvollzug
    • In Kinderheimen

    Gehalt: Was verdient ein Psychologe?

    Psychologen verdienen sehr gut. Im öffentlichen Dienst sind die Gehälter gestaffelt und erhöhen sich bereits im zweiten Arbeitsjahr erheblich. Mit einem Master-Abschluss des Studiums der Psychologie würde man auf jeden Fall bereits im ersten Jahr in eine höhere Gehaltsklasse eingestuft. Bessere Gehaltsaussichten gibt es nach wie vor in der Privatwirtschaft. In der Wissenschaft und Forschung erzielen Psychologen das höchste Gehalt.

    Schade ist, dass gerade im sozialen Bereich die Löhne für Psychologen am niedrigsten sind. In diesem Bereich sollten Bewerber auf jeden Fall auch einen humanitären Zug verspüren und sich im Klaren sein, dass sie nicht so vergütet werden, wie andere Absolventen.

    Gesundheitswesen und Schulen liegen im mittleren Gehaltsbereich.

    Einstieg: Aussichten von Psychologen 

    Experten für Psychologie werden in allen ihren Ausprägungen immer gefragt sein, jedoch sollte man sich bereits bei der Schwerpunktwahl im Studium umschauen, welchen Tätigkeitsbereich man anstrebt. Ein breit gefächertes Wissen im psychologischen Bereich ist ein perfekter Einstieg ins Berufsleben.

    Bewerbung: Womit punkten Psychologen?

    Da Psychologie eine Wissenschaft ist, in der immer neue Erkenntnisse geliefert werden, ist das Lernen nach einem Psychologiestudium nicht vorbei. Weiterbildungen stehen bei den meisten Psychologen auf dem Plan und sie sind ein wichtiger Punkt, um sich im Bewerbungsverfahren von anderen abzuheben. Das Anschreiben für eine Stelle sollte auf jeden Fall die persönliche Motivation enthalten, weshalb man sich z. B. gerade für den Kinder- und Jugendbereich der Psychologie interessiert und, dass man auch bereits eingängige Erfahrung in diesem Bereich während des Studiums sammeln konnte.

    Karriere: Aufstiegschance für Psychologen?

    Binnen der ersten fünf Jahre nach dem Studium sind in allen Bereichen der Arbeit als Psychologe einschlägige Gehaltserhöhungen vorgesehen, welche mit mehr Erfahrung einhergehen. Diese sind im Sozialwesen aufgrund des etwas niedrigeren Einstiegsgehalts auch etwas überschaubarer und entwickeln sich nicht so wie bei erfahreneren Psychologen in anderen Bereichen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung können Psychologen auch in leitende Positionen befördert werden und sollten spätestens dann Erfahrung im Management von Personal gesammelt haben.

    Der nach wie vor häufigste Weg den Psychologen einschlagen, ist der eines Master Studiums der Psychologie mit anschließender Psychotherapeuten Ausbildung und Selbstständigkeit, mit der ein bis zu 6.000 Euro hoher monatlicher Verdienst einhergeht.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Psychologen entwickelt?

    Psychologen sind und bleiben gefragt und können eine Arbeitslosenquote verzeichnen, die noch unter dem Durchschnitt der anderen akademischen Berufe liegt und somit weiterhin eine sichere Berufswahl vertreten.

    Hat man sich einmal auf ein Spezialgebiet im Studium der Psychologie festgelegt, ist es sinnvoll, dieses weiterhin zu verfolgen, da man ansonsten für allgemeine Stellen als Psychologe zu spezialisiert sein könnte. Vor allem bei einem Wechsel von der Wissenschaft in die Wirtschaft ist dies ein Faktor, den man berücksichtigen sollte, da Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen nicht immer adäquat vergütet werden können.

    Die Einsatzgebiete von Psychologen sind äußerst vielfältig und haben sich, besonders durch die Wirtschaftspsychologie, extrem erweitert. Generell kann gesagt werden, überall wo mit Menschen gearbeitet wird, werden auch speziell auf die Bedürfnisse der Branche abgestimmte Psychologen benötigt. Dies ist eine Entwicklung, die sich wahrscheinlich auch noch weiter verstärken wird, da der moderne Mensch sich immer weiterentwickelt und auch immer weiter Unterstützung und Beratung im Bereich der Psychologie brauchen wird, um sein Potenzial voll entfalten zu können.

    Psychologinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Psychologie?

    Bis 1950 lag die Gesamtanzahl der promovierenden Frauen im Bereich Psychologie bei unter 100. Ein Trend, der spätestens seit der Jahrtausendwende umgekehrt wurde. Immer mehr Frauen setzen sich auch in der Psychologie durch und auch bahnbrechende neue Entwicklungen in der Wissenschaft werden heute von Frauen gemacht. Dies ist ein Trend, der zur Zeit der freud’schen Psychologie noch undenkbar gewesen wäre, in welcher Frauen nur mehr dem Reich der Gelüste zugeschrieben waren, ohne dass Wissenschaftlerinnen vorhanden gewesen wären, welche dem Vorurteil entgegenwirken könnten. Heute liegt der Frauenanteil im Psychologiestudium weit höher als der Anteil der Männer, nämlich bei 75 Prozent.

    Auch ist eine weibliche Behandlerin meist beliebter als ihr männlicher Kollege, obwohl dieser nach wie vor allein durch das Mann-Sein Autorität verkörpert, welche die Frau sich in den Augen der Patienten erst noch verdienen muss, auch wenn sie als einfühlsamer und gründlicher gilt.

    Dass der Anteil der Frauen im Psychologiestudium mittlerweile so hoch ist, kommt ebenfalls eher den Männern zupass, da diese, allein dadurch, dass sie in der Minderheit sind, oft schneller einen Job nach dem Psychologiestudium bekommen als ihre weiblichen Kolleginnen, von denen es viele mit ähnlich guten Leistungen, jedoch potenziell einfach mehr gibt.

    Ähnliche Berufe wie Psychologe:

    Psychotherapeut

    Quellen:

    Absolventa, Berufenet


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