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Radiologe Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Jobprofil Radiologe: Frau hält Röntgenbild in der Hand
© lenetstan / Shutterstock
Ein Radiologe wird täglich mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern konfrontiert. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Radiologen wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Radiologe (m/w/d)

Art der Ausbildung

 Studium

Ausbildungsdauer

 11 Jahre

Durchschnittsgehalt

 ca. 8.500 Euro brutto

Einstiegsgehalt

 ca. 5.500 Euro brutto

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Radiologe

    Als Radiologe oder Facharzt für Radiologie, wie die korrekte Berufsbezeichnung lautet, diagnostiziert und behandelt man Erkrankungen mithilfe elektromagnetischer Strahlen und mechanischer Wellen. Bekannte bildgebende Verfahren sind etwa die Röntgenaufnahme, Ultraschalluntersuchung, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT).

    Radiologen führen diese Verfahren durch, werten die Ergebnisse aus und sprechen Behandlungsempfehlungen aus oder leiten Therapiemaßnahmen ein. Bei den Krankheiten kann es sich zum Beispiel um Knochenbrüche, Gefäßverengungen oder Tumorerkrankungen handeln. Radiologen können sich selbst keine Patienten zuweisen, sie werden ihnen von Hausärzten oder anderen Fachärzten überwiesen.

    Als Radiologe kommuniziert man weniger mit den Patienten selbst als vielmehr mit ihren behandelnden Ärzten und bespricht mit ihnen mögliche Behandlungswege. In der interventionellen Radiologie führen Radiologen auch kleine Eingriffe durch, zum Beispiel bei Gefäßerweiterungen oder -verengungen.

    Vorteile   Nachteile

    sehr gute Verdienstmöglichkeiten

     lange Ausbildungsdauer

    geregelte Arbeitszeiten

     vor allem diagnostisch tätig

    selbstständige Arbeitsweise

     relativ wenig Patientenkontakt

    Wie wird man Radiologe?

    Die Voraussetzung, um Radiologe zu werden, ist der Abschluss eines Medizinstudiums. Der Studiengang ist in Deutschland zulassungsbeschränkt, da es deutlich mehr Bewerber als Studienplätze gibt: Im Wintersemester 2019/2020 gab es 4,4 Bewerber pro Platz.  Der erforderliche Abiturnote lag deshalb zwischen 1,0 und 1,1 oder es waren fünfzehn Wartesemester notwendig. Einige Hochschulen führen als Auswahlverfahren auch einen Medizinertest durch, in dem die Studierenden ihre Eignung beweisen müssen. 

    Die Regelstudiendauer beim Medizinstudium beträgt zwölf Semester und drei Monate und gliedert sich in zwei Abschnitte:

    Im vorklinischen Teil vom ersten bis zum vierten Semester werden unter anderem die Fächer Biologie, Physiologie, Chemie, Physik und Anatomie gelehrt. Die Vorklinik endet mit dem Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, auch als Physikum bekannt.

    Der klinische Studienabschnitt umfasst das fünfte bis zwölfte Semester. Darin wird unter anderem Wissen in der Fächern Allgemeinmedizin, Chirurgie, Dermatologie, Innere Medizin, Neurologie und Pathologie vermittelt. Den Abschluss der Klinik bildet der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Bis zum Ende der Klinik muss auch die Famulatur, ein viermonatiges Praktikum, absolviert werden.

    Im elften Semester beginnt für die Studierenden das Praktische Jahr (PJ), bei dem der Umgang mit den Patienten im Vordergrund steht. Nach einem erfolgreich abgeschlossenem Praktischen Jahr muss noch der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bestanden werden. Die Erlaubnis zur Berufsausübung, die sogenannte Approbation, kann nach dem Studium beantragt werden. 

    Wer Radiologe werden möchte, muss nach den zwölf absolvierten Semestern eine Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie durchlaufen, die in der Regel fünf Jahre dauert. Während der Spezialisierung werden unter anderem folgende Inhalte durchgenommen:

    • klinische Grundlagen der Radiologie
    • Strahlenschutz
    • Kontrastmittel
    • Gerätetechnik
    • Magnetresonanztomographie
    • Sonographie
    • Mammographie
    • nuklearmedizinische Verfahren

    Am Ende der Weiterbildung steht die Facharztprüfung, für die der angehende Radiologe eine gewisse Anzahl an selbstständig durchgeführten Untersuchungen nachweisen muss.

    Welche Fähigkeiten sollten Radiologen mitbringen?

    Eine analytische Denkweise und Beobachtungsgenauigkeit sind wichtige Fähigkeiten, die von Radiologen abverlangt werden, damit sie die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren richtig interpretieren und Diagnosen stellen können. Dazu zählt auch, dass sie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen für den Beruf mitbringen müssen.

    Ebenfalls von Vorteil ist eine schnelle Umstellungsfähigkeit, weil sich Radiologen innerhalb kurzer Zeit immer wieder auf neue Patienten und Krankheitsbilder einstellen müssen. Des Weiteren müssen sie ein fundiertes technisches Verständnis aufweisen, um die technischen Anlagen wie CT und MRT bedienen zu können. Im Umgang mit Patienten sind von Radiologen vor allem soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit gefragt, etwa bei der Diagnose schwerer Erkrankungen.

    Weitere wichtige Soft Skills sind:

    • Verantwortungsbewusstsein
    • Sorgfalt
    • Fingergeschick
    • Konzentrationsfähigkeit
    • Entscheidungsstärke

    Arbeitgeber: Wer sucht Radiologen?

    In der Regel sind Radiologen mit einer eigenen Praxis selbstständig oder arbeiten angestellt in Gemeinschaftspraxen und Krankenhäusern. Sie können aber auch in folgenden Branchen tätig sein:

    • Lehrtätigkeit an der Universität (Dozent)
    • medizinische Forschung
    • Pharmaindustrie
    • öffentliches Gesundheitswesen

    Gehalt: Was verdient ein Radiologe?

    Die lange Ausbildungsdauer zahlt sich für Radiologen aus, denn sie zählen mit zu den bestverdienenden Ärzten. Ihr Gehalt ist allerdings abhängig von dem Beschäftigungsverhältnis (angestellt oder selbstständig), ihrer Berufserfahrung sowie Position (Oberarzt, Chefarzt etc.). Durch Weiterbildungen und Spezialisierungen steigt der Verdienst ebenfalls. 

    Als Assistenzarzt kann man mit einem Gehalt von durchschnittlich 4.600 Euro brutto pro Monat rechnen, als Facharzt liegt der monatliche Verdienst schon bei circa 7.000 Euro, auch wenn die Angaben stark variieren. Generell kann man sagen, dass der Verdienst in Kliniken geringer ist als in Facharztpraxen.

    Selbstständige Radiologen verdienen in der Regel noch deutlich mehr, der Reinertrag einer radiologischen Praxis kann monatlich mehr als 70.000 Euro brutto betragen. Allerdings sind in diesen Zahlen nicht die Ausgaben für das teure technische Equipment, Kredite, Steuern oder Übernahmekosten berücksichtigt.

    Einstieg: Aussichten von Radiologen

    Die Berufsaussichten für Fachärzte der Radiologie stehen sehr gut, denn nur zwei Prozent aller Ärzte in Deutschland sind Radiologen, obwohl in den vergangenen Jahren ein deutlicher Anstieg von CT- und MRT-Untersuchungen verzeichnet wurde. Während die Versorgungslage in Städten relativ gut aussieht, gibt es in ländlichen Regionen deutlich weniger radiologische Praxen. Der Trends geht dabei zu Gemeinschaftspraxen, in denen mehrere Ärzte tätig sind.

    Radiologe: Womit punkten sie bei der Bewerbung?

    Die Bewerbung für eine Stelle als Radiologe sollte einen tabellarischen Lebenslauf und ein aussagekräftiges Anschreiben beinhalten. Während im Lebenslauf die bisherigen Berufsstationen, erlangte Qualifikationen oder Weiterbildungen stichpunktartig aufgeführt werden, kann man im Anschreiben seine Eignung für die ausgeschriebene Stelle detailliert begründen. Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und darzulegen, warum man sich ausgerechnet auf diesen Job bewirbt und warum man gut in die Klinik, die Praxis oder das Team passt. 

    Natürlich sollten auch für den Beruf wichtige Soft Skills in der Bewerbung erwähnt werden Mit einer Kombination aus medizinischer Qualifikation und sozialer Kompetenz hat man gute Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. 

    Radiologe: Aufstiegschancen für Radiologen?

    Für Radiologen gibt es diverse Spezialisierungsmöglichkeiten, zum Beispiel im Bereich der Kinderradiologie und Neuroradiologie. Die Ausbildungen dauern zwischen zwei und drei Jahren und werden in der Regel an Universitätskliniken oder größeren Krankenhäusern erlangt.

    Die interventionelle Radiologie stellt ein noch relativ neues Teilgebiet der Radiologie dar. Dabei führt der Radiologe selbst therapeutische Eingriffe mithilfe von Ultraschall, MRT oder CT durch.

    Der Radiologie sehr ähnliche Fachgebiete sind die Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Wenn man in diesen Berufsfeldern tätig sein möchte, muss man dafür eine eigene Facharztausbildung abschließen. 

    Ärzte unterliegen einer Fortbildungspflicht, das bedeutet, dass sie eine bestimmte Anzahl an Fortbildungen nachweisen müssen. Radiologen können diese beispielsweise in den Bereichen Mammographie, technische Entwicklung oder Strahlenschutz absolvieren.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Radiologen entwickelt?

    Die Röntgenstrahlung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt und unterliegt seitdem einer fortlaufenden Weiterentwicklung, insbesondere aufgrund des technischen und medizinischen Fortschritts. So wird die Strahlendosis kontinuierlich verringert und die digitale Aufzeichnung des Röntgenbildes ist mittlerweile Standard.

    Dementsprechend hat sich auch das Berufsbild des Radiologen verändert. Die Ärzte müssen sich heutzutage ein tiefgreifendes technisches Verständnis aneignen und sich stetig fortbilden, um bei neuen Technologien nicht den Anschluss zu verpassen. 

    Die Zukunftsaussichten für Radiologen stehen gut, da aufgrund der steigenden Lebenserwartung auch ein erhöhter medizinischer Versorgungsbedarf besteht. Die Radiologie spielt eine zentrale Rolle bei der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken.

    Radiologinnen: Welche Chancen haben Frauen?

    Obwohl etwa zwei Drittel aller Medizinstudenten weiblich sind, ist die Radiologie noch eine Männerdomäne. Gründe dafür könnten sein, dass die Radiologie als eher technischer Bereich angesehen wird, in dem man weniger Patientenkontakt hat.

    Angehende Radiologinnen sollten sich von den Statistiken jedoch nicht abschrecken lassen: In Zeiten des Fachkräftemangels haben sie beste Chancen, eine Anstellung in der Radiologie zu finden. In Kliniken kann sich die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben aufgrund der Schichtarbeitszeiten etwas schwieriger gestalten, in Praxen sind Arbeitszeiten hingegen geregelt und es werden auch Teilzeitmodelle angeboten.

    Ähnliche Berufe wie Radiologe:

    Facharzt für Strahlentherapie, Facharzt für Nuklearmedizin, Medizinisch-technische/r Röntgenassistent/in (MTRA)

    Quellen:

    arbeitsagentur.de, radiologie.de, studycheck.de, praktischarzt.de


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