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Reiseleiter Berufsbild, Gehalt, Karriere

Reiseleiter: Reiseleiterin bei der Arbeit
© CHALITSA HONGTONG / Shutterstock
Reiseleiter sind das Bindeglied zwischen Reiseveranstalter, Reiseziel und Reisenden. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Reiseleiters wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung. 

Steckbrief: Reiseleiter (m/w/d)

Art der Ausbildung

Hochschulstudium (nicht Fachgebunden)
Meistens Quereinstieg

Ausbildungsdauer

Regelstudienzeit

Einstiegsgehalt

80-100 Euro Tagessatz

Durchschnittsgehalt

bis zu 250 Euro Tagessatz/2.300-2.900 Euro monatlich

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: Reiseleiter 

    Menschen wunderschöne Ecken dieser Welt präsentieren. Arbeiten, wo andere Urlaub machen und dabei einen Beruf ausüben, der extrem abwechslungsreich sein kann: das gehört zum Berufsprofil eines Reiseleiters.

    Reiseleiter und Reiseleiterinnen kümmern sich darum, dass die Gruppe, die sie betreuen, einen reibungslosen, unvergesslichen Urlaub erlebt. Sie haben einen Beruf, den sie zwischen einem Wochenende und zehn Monaten im Jahr ausüben können. Dabei sind sie in der Regel als Selbstständige von Reiseunternehmen mit der Leitung beauftragt.

    Der Beruf der Reiseleiter und der Reiseleiterin ist auch ein beliebter Nebenjob für Studierende während den Semesterferien oder für Menschen, die Freude daran haben, einige Male im Jahr für Gruppen einen schönen Urlaub zu gestalten. Reiseleiter und Reiseleiterinnen, die mehr arbeiten, können sich mit dem Beruf einen komfortablen Lebensstandard ermöglichen.

    Im Groben können zwei Reiseleitungstypen ausgemacht werden: Die Standort-Reiseleitung und die Rundreiseleitung. Erstere arbeiten in Hotels und kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf für Pauschalreisende. Sie repräsentieren den Reiseveranstalter, holen die Reisenden vom Flughafen ab und vermitteln Ausflüge, Autovermietungen etc.

    Die meisten Reiseleiter arbeiten in der Rundreiseleitung. Sie leiten die Reise mit einer Gruppe vom Beginn bis zu Abreise. Das Wichtigste für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist dabei, das Land und die Region kennenzulernen. Die Aufgaben der Reiseleiter umfassen dabei:

    • Gästebetreuung
    • Organisation der Reise
    • Erstellen und einhalten des Programms
    • Führungen

    Solche Ausflüge führen Reiseleiter immer wieder an neue Orte mit unterschiedlichen Gruppen und verschiedenen Ansprüchen. Um ein hohes Niveau und Expertise zu haben, sind die meisten Reiseleiter und Reiseleiterinnen allerdings auf bestimmte Reiseformen spezialisiert. Das sind dann zum Beispiel Studienreisen, Wanderreisen oder Erlebnis- und Abenteuerreisen.

    Die meisten Gäste, die diese Reiseangebote wahrnehmen, sind Menschen, die genug Zeit und Geld haben und einen anderen Anspruch an Urlaube mitbringen – sie wollen nicht nur am Strand liegen. Reiseleiter und Reiseleiterinnen haben während der Urlaube die Aufgabe, den individuellen Bedürfnissen der Gruppe gerecht zu werden. Sie müssen ein Gespür für die körperliche und inhaltliche Intensität haben und diese gegebenenfalls anpassen. 

    Darum müssen sie sich vom Sonnenaufgang bis spät nach dem Abendessen um ihre Gäste kümmern. Als Reiseleitung zu arbeiten heißt auch, zehrende Arbeitsphasen zu haben. Und dabei stehen sie unter der ständigen Beobachtung der Gruppenmitglieder.

    Abschalten und Zeit für sich haben – das ist auf den Reisen nahezu unmöglich. Reiseleiter und Reiseleiterinnen müssen deshalb stressresistente und belastbare Personen sein. Nur so können sie sich täglich um den reibungslosen Ablauf kümmern und der Gruppe mit Humor und Charme einen schönen Urlaub schenken.

    Eine der Kernaufgaben für Reiseleiter und Reiseleiterinnen ist dabei nicht nur die Kommunikation mit der Gruppe, sondern auch die mit der lokalen Bevölkerung. Dafür müssen sie mindestens Englisch fließend beherrschen. In spanisch- und französischsprachigen Ländern wird meistens auch das erwartet.

    Vorteile als Reiseleiter:

    • Abwechslungsreich
    • Arbeiten an Urlaubsorten
    • Viel Kontakt mit Menschen

    Nachteile als Reiseleiter:

    • Intensive, lange Arbeitszeiten
    • Oft von Familie getrennt
    • Hohe Belastung

    Reiseleiter: Der Weg zum Ziel

    Die Berufsbezeichnung ist in Deutschland keine geschützte. Das heißt, dass sich alle Reiseleiter nennen können. Das macht den Beruf auch so attraktiv für Quereinsteiger. Sobald diese nachweisen können, dass sie die von den Reiseveranstaltern gesuchten Fähigkeiten, z.B. Sprach- und Ortskenntnisse, mitbringen, können sie den Beruf ausüben.

    Von den meisten Reiseleitern wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium erwartet. Die Fachrichtung ist dabei nicht entscheidend, ein Fokus auf Tourismus ist jedoch hilfreich.

    Der Großteil wird allerdings ‚on the Job‘ gelernt, also während den ersten Reisen. Vor jeder Saison bieten die meisten Reiseveranstalter Lehrgänge an, in denen die wichtigsten Informationen vermittelt werden. Dazu müssen Erste-Hilfe-Zertifikate nachgewiesen werden.

    Neben dem klassischen Quereinstieg gibt es auch einige Lehrgänge, die Reiseleiter und Reiseleiterinnen ausbilden. Sie dauern in der Regel zwischen sechs und neun Monaten und vermitteln die Grundlagen in der Führung von Gruppen und der Organisation von Reisen. In manchen Bundesländern kann bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Prüfung zur Reiseleitung absolviert werden.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollte ein Reiseleiter mitbringen?

    Von Reiseleitern werden ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten erwartet. Zum einen als Repräsentant oder Repräsentantin des Reiseveranstalters und zum anderen in der Kommunikation mit der Gruppe sowie mit der lokalen Bevölkerung. Hierzu werden Offenheit und Empathie vorausgesetzt, aber auch Fremdsprachenkenntnisse und Humor.

    Ohne gute Nerven kommt allerdings kein Reiseleiter und keine Reiseleiterin aus. Auch wenn es innerhalb der Gruppe persönliche Diskrepanzen gibt, müssen sie der Gruppe einen schönen Urlaub gestalten. Auch die Arbeitszeiten und Situationen vor Ort können intensiv und stressig sein. Dabei einen kühlen Kopf bewahren zu können und trotzdem organisiert und positiv zu bleiben, ist eine der Kernkompetenzen der Reiseleiter.

    Zusätzlich wird von Reiseleitern und Reiseleiterinnen erwartet, dass sie Menschen gut führen können, begeisterungsfähig sind und Kompetenzen in der Konfliktbearbeitung haben.

     

    Reiseleiter: Wer braucht sie? 

    In der Tourismusbranche gibt es eine Vielzahl an möglichen Arbeitgebern. Im Kern werden Reiseleiter und Reiseleiterinnen immer da gesucht, wo Urlaube angeboten werden. Sie werden von fast allen Reiseveranstaltern gebucht. Diese reichen von Pauschalreiseanbietern über Kreuzfahrtschiffe bis hin zu kleinen Nischenangeboten.

    Die meisten Auftraggeber sind jedoch Anbieter unterschiedlicher Rundreiseformate. Diese werden mit einer mindestens einjährigen Vorlaufzeit geplant, weshalb Reiseleiter und Reiseleiterinnen oft Anfang des Jahres über ihren Terminkalender Bescheid wissen.

    Gehalt: Was verdienen Reiseleiter?

    Die vielen verschiedenen Arbeitgeber zahlen oft sehr unterschiedliche Löhne. Das liegt einerseits an den ausgeschriebenen Stellen, aber auch an dem uneinheitlichen Berufsbild.

    Reiseleitungen, die weniger anspruchsvoll sind und vermehrt als Nebenjob ausgeführt werden, sind dabei eher im unteren Bereich angesiedelt mit Tagessätzen zwischen 80 und 100 Euro brutto. Reiseleiter müssen hier zum Beispiel auch weniger organisieren als bei anderen.

    Je nach Qualifikation, Erfahrung und Reiseveranstalter verdienen Reiseleiter bis zu 250 Euro brutto pro Stunde. Sind Reiseleiter festangestellt, können sie mit einem Monatsgehalt zwischen 2.300 und 2.900 Euro brutto rechnen.

    Einstiegschancen: Aussichten von Reiseleitern  

    Die wenigsten Reiseleiter und Reiseleiterinnen sind bei einem Reiseveranstalter festangestellt. Sie arbeiten als Selbstständige für unterschiedliche Anbieter. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, nicht in die Scheinselbstständigkeit zu rutschen, wenn sie beispielsweise nur Aufträge von einem Unternehmen bekommen.

    Der Tourismus ist eine weiterhin wachsende Branche, in der es immer wieder neue Reisetrends und Möglichkeiten gibt. Diese Entwicklungen geben auch vielen Interessierten die Möglichkeit, Aufträge als Reiseleiter zu bekommen.

    Bewerbung: Womit punkten Reiseleiter?

    Für Reiseleiter und Reiseleiterinnen ist es am wichtigsten, im Gespräch zu glänzen. Nur wer hier gefestigt, humorvoll und verlässlich auftritt, dem wird auch zugetraut, eine Reisegruppe im Ausland führen zu können.

    Reiseveranstalter und Reiseleiterinnen achten aber nicht nur auf die Soft Skills. Haben angehende Reiseleiter und Reiseleiterinnen zum Beispiel ein Studium mit Tourismusbezug, ein Auslandsaufenthalt in dem Land oder eine Weiterbildung absolviert, haben sie bessere Aussichten auf die Stelle.

    Punkten können die Bewerber auch mit besonderen Fähigkeiten, mit denen sie auf den Reisen überzeugen können. Dazu gehören Fremdsprachen, aber auch ein ausgeprägtes Kulturwissen. Verschiedene Sportarten werden ebenfalls gerne gesehen. Manche Sportarten wie Wandern oder Radfahren qualifizieren die angehenden Reiseleiter für speziellere Reisen.

    Karriere: Entwicklungs- und Aufstiegschancen als Reiseleiter 

    Die unterschiedlichen Reiseveranstaltenden bieten in der Regel viele verschiedene Reisen an. Diese müssen von Reiseleitern und Reiseleiterinnen durchgeführt und organisiert werden. Möchten Reiseleiter und Reiseleiterinnen in ihrem Unternehmen aufsteigen, können sie die Koordination und Planung im Büro übernehmen.

    Viele wählen den Beruf allerdings nicht, weil sie eine Karriere anstreben, sondern die abwechslungsreiche Arbeit an Urlaubsorten lieben.

    Reiseleiterinnen: Chancen für Frauen in der Reiseleitung

    Oft sehen sich Frauen mit Vorurteilen konfrontiert, dass sie nicht das Durchsetzungsvermögen für den Beruf haben. Grundsätzlich werden in der Tourismusbranche noch häufiger Männer als Frauen eingestellt – was sich in Zukunft hoffentlich ausgleichen wird.

    Für Frauen und Männer gilt, dass der Beruf kein familienfreundlicher Job ist. Arbeiten Reiseleiter und Reiseleiterinnen in Vollzeit, bedeutet das im Jahr ca. 200 Tage mit verschiedenen Reisegruppen im Ausland zu verbringen. Die langen Arbeitstage machen den Kontakt zu der Familie nicht leichter. Mit einem Kleinkind kann der Beruf in den seltensten Fällen ausgeübt werden.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld von Reiseleitern  entwickelt?

    Reisetrends sind im stetigen Wandel. Die Reiseleiter und Reiseleiterinnen müssen immer andere Schwerpunkte setzen zu können. Seit einigen Jahren geht der Trend beispielsweise zu mehr lokalen Erlebnissen, diesen sollten Reiseleiter in der Gestaltung der Reisen miteinbeziehen.

    Dazu wird auch in der Tourismusbranche das Thema Nachhaltigkeit immer größer. Die Nachfragen nach ökologischen Reisen nehmen zu und eröffnen neue Angebotsmöglichkeiten.

    Ähnliche Berufe wie Reiseleiter: 

    • Fremdenführerin oder -führer
    • Reisehelfer oder Reisehelferin für Menschen mit Behinderung
    • Kaufleute für Tourismus und Freizeit
    • Tourismuskaufleute für Privat- und Geschäftsreisen
    • Touristikassistent/in
    • Assistentin oder Assistent im Bereich Hotelmanagement

    Quellen:

    trekksoft.com, aachener-zeitung.de, taz.de, planet-beruf.de, dgvn.de, zeit.de, gehalt.de, reiseleiter.com, spiegel.de, berufenet.arbeitsagentur.de


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