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SAP-Berater Berufsbild, Gehalt, Karriere

SAP-Beraterin: SAP-Beraterin
© Roman Samborskyi / Shutterstock
SAP-Berater kümmern sich um die Einführung von ERP-Softwares in die Unternehmen. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines SAP-Beraters wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung. 

Steckbrief: SAP-Berater (m/w/d)

Art der Ausbildung

Weiterbildung

Ausbildungsdauer

12 Monate 

Einstiegsgehalt

3000 - 4000 Euro 

Durchschnittsgehalt

6074 Euro 

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil: SAP-Berater

    SAP-Berater, auch SAP Consultant genannt, sind die Spezialisten, wenn es um den Einsatz sogenannter ERP-Software (ERP = Enterprise Ressource Planning) von SAP geht. Mit dieser können Geschäftsabläufe effizienter durchgeführt werden. Entsprechend findet ihre Arbeit häufig vor Computerbildschirmen statt.

    SAP-Beraterinnen und SAP-Berater kommen dann ins Spiel, wenn Unternehmen entweder bereits die Software nutzen, allerdings Änderungswünsche haben, oder grundsätzlich daran interessiert sind, mit der Software zu arbeiten. SAP-Beraterinnen und SAP-Beratern klären beispielsweise bei einem grundsätzlichen Interesse erst einmal darüber auf, welche Möglichkeiten die Software bietet. Um diese optimal auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens abstimmen zu können, analysieren SAP-Beraterinnen und SAP-Berater dafür vorab die Geschäftsprozesse des Kunden.

    Auf der Grundlage durchgeführter Analysen werden schließlich entsprechende Unternehmensanwendungen konzipiert und geplant, wie diese in das Unternehmen bestmöglich eingeführt werden können. In einem sogenannten Anforderungskatalog wird dabei in Absprache mit unternehmensinternen Fachbereichen bis ins letzte Detail festgehalten, was die Unternehmensanwendung zu leisten hat und wie die individuellen Geschäftsprozesse in die Software übertragen werden können (= Costumizing).

    Sollen in schon bestehenden Anwendungen oder Teilmodulen Änderungen vorgenommen werden, stehen SAP-Beraterinnen und SAP-Berater mit den zuständigen Mitarbeitern aus den Bereichen Entwicklung und Administration in Kontakt.

    Wurden die geplanten Konzepte entwickelt, mit denen bestehende Anwendungen erweitert oder ganz neue Systeme integriert werden sollen, sind SAP-Beraterinnen und SAP-Berater zudem dafür verantwortlich, diese Lösungen auf ihre Machbarkeit zu prüfen, bevor sie letztendlich umgesetzt werden.

    Bei der Entwicklung spielen natürlich auch die Budgets der Unternehmen eine große Rolle, wenn es darum geht, welche Funktionen in der Software oder in den Teilmodulen implementiert werden sollen. Auf der Grundlage der Analyse aller relevanten Faktoren präsentieren und kommunizieren die SAP-Beraterinnen und SAP-Berater schließlich die Anforderungen, die die Software zu erfüllen hat und welche Umsetzungsmöglichkeiten bestehen.

    Sind alle Hürden in der Planungsphase überwunden, stehen SAP-Beraterinnen und SAP-Berater in engem Kontakt mit den zuständigen Fachbereichen, um die Einführung der neuen oder überarbeiteten Software zu koordinieren und umzusetzen. Dazu zählt beispielsweise auch, dass die SAP-Beraterinnen und SAP-Berater die Mitarbeiter des Kunden über Funktionen der neuen Software in Kenntnis setzen und sie im Umgang damit fachgerecht schulen. Auch langfristig werden SAP-Beraterinnen und SAP-Berater in Unternehmen gebraucht, beispielsweise um die eingesetzten Systeme zu warten und eventuelle Probleme zu beheben, die sich erst im weiteren Produktionsbetrieb herausstellen.

    Speziell SAP-Beraterinnen und SAP-Berater wählen besondere Fachgebiete, die bestenfalls auf die eigenen Stärken und Interessen ausgerichtet sind. Als mögliche Tätigkeitsfelder in der SAP-Beratung können folgende genannt werden:

    • Business Enterprise Consulting: Hier werden Markttrends sowie Entwicklungen innerhalb einer Branche und Ziele der jeweiligen Unternehmen bei der Beratung über IT-Strategien mit einbezogen.
    • Costumer Functional Enablement: Um sicherzustellen, dass die eingesetzten Cloud-Lösungen so funktionieren wie gewünscht, überprüfen SAP-Beraterinnen und SAP-Berater dieses Fachbereiches die jeweiligen Systeme.
    • Costumer Technical Enablement: Berater aus diesem Bereich entwickeln nach der Analyse der technischen Anforderungen der Unternehmen individuelle Systemlösungen.
    • Services Account Management: SAP-Beraterinnen und SAP-Berater, die als Services Account Managerin oder Manager tätig sind, pflegen eine möglichst enge Beziehung zum Kunden und sind verantwortlich für Verkäufe, Aufträge sowie Umsätze.

    SAP-Beraterinnen und SAP-Berater kennen die Technologien und Lösungen des IT-Unternehmens SAP, wozu im Kern vor allem die ERP-Software gehört. Diese hat einen modularen Aufbau und wird mittlerweile durch andere Produkte erweitert, die in ihrer Gesamtheit SAP Business Suite genannt werden. Dazu gehören beispielsweise die folgenden Angebote:

    • Enterprise Resource Planing (SAP ERP)
    • Costumer-Relationship-Management (SAP CRM)
    • Supply-Chain-Management (SAP SCM)
    • Branchenlösungen (Industry Solutions, beispielsweise SAP for Banking oder SAP for Retail)

    Die aktuellste Softwarelösung von SAP wird SAP S/4HANA genannt. Sie ist sowohl cloud-basiert als auch lokal und gleichzeitig in unterschiedlichen Umgebungen anwendbar.

    Vorteile als SAP-Berater:

    • Eigenverantwortliches Arbeiten
    • Hohe branchenübergreifende Nachfrage
    • Gute Bezahlung

    Nachteile als SAP-Berater:

    • Viel Flexibilität erforderlich
    • Lange Arbeitstage
    • Kontinuierliche Weiterbildung erforderlich

    SAP-Berater: Der Weg zum Ziel

    Es gibt viele Möglichkeiten, um sich für den Beruf der SAP-Beraterin oder des SAP-Beraters zu qualifizieren. Obwohl es nicht nur einen Weg zum Ziel gibt, sind in der Regel bestimmte Zertifizierungen notwendig, die durch Trainingskurse erlangt werden können. SAP selbst bietet solche Zertifizierungen an, sie finden sich aber auch bei anderen Institutionen. Die "SAP Global Certifications", die die Gesamtheit aller Zertifizierungen über SAP darstellen, unterteilen sich in insgesamt drei unterschiedliche Kategorien:

    • Associate Certification: Damit wird fundamentales Wissen vermittelt, das für die Arbeit als SAP-Beraterin oder SAP-Berater vorausgesetzt wird und ist daher für "Einsteiger" attraktiv, die bis zu drei Jahre Projekterfahrung gesammelt haben.
    • Specialist Certification: Dieses wird aufbauend zur Associate Certification des entsprechenden Beraterprofils angeboten. Hier kann beispielsweise Fachwissen zum Thema "ABAP for SAP HANA" erlangt werden.
    • Professional Certification: Als Voraussetzung Zertifikate dieser Art zu erwerben, müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits Projekterfahrung, weitreichendes Wissen um Geschäftsprozesse sowie ein umfangreiches Verständnis für die SAP-Software nachweisen können. Mit dieser Zertifizierung sollen Beraterinnen und Berater angesprochen werden, die bereits 3 - 7 Jahre an Projekterfahrung vorweisen können.

    Je nachdem für welches Beraterprofil und den entsprechenden Schwerpunkten sich die angehenden SAP-Beraterinnen und SAP-Berater entscheiden, kann in der SAP Consultant Academy zwischen zwei und fünfwöchigen kostenpflichtigen Ausbildungen gewählt werden.

    In Abhängigkeit von den persönlichen Vorlieben können die Ausbildungen in Schulungsräumen, online oder auch in Mischform absolviert werden.

    Dennoch sollten diese Zertifizierungen nicht als alleiniger Erfolgsgarant gesehen werden. Wichtiger sind zum einen praktische Erfahrungen in der Mitarbeit an Projekten und zum anderen bereits erworbene Kompetenzen sowie der akademische Hintergrund. So haben SAP-Beraterinnen und SAP-Berater meist in den folgenden Fächern ein Studium absolviert:

    • Informatik
    • IT-Management
    • Softwaretechnik
    • Wirtschaftsinformatik
    • Betriebswirtschaftslehre

    Bestenfalls können die angehenden Beraterinnen und Beratern mittels Praktika oder Werkstudentenstellen bereits im Studium Arbeitserfahrung sammeln. Denn hier gilt es, sich schon so früh wie möglich um Arbeitserfahrung zu bemühen.

    Gängig sind in der Branche zudem sogenannte Trainee-Programme, um Berufsanfängern einen fundierten Einstieg in die Branche zu ermöglichen. Auch SAP selbst bietet ein solches Programm an, das sogenannte "SAP CareerStarters Program". Dieses dauert 12 Monate, wird als praxisnah beschrieben und setzt sich unter anderem aus einer 3-monatigen Schulung, Kundenprojekten, Mentoring und Coaching sowie Spezialisierungsmöglichkeiten zusammen.

    Hier besteht die Möglichkeit in der Prozessberatung, Technologieberatung oder auch Strategieberatung einzusteigen. Als Voraussetzung, um Chancen auf einen Platz im Programm von SAP zu haben, wird unter anderem ein sehr gut abgeschlossenes Studium im Bereich IToder Wirtschaftswissenschaften vorausgesetzt.

    Soft Skills: Welche Fähigkeiten sollten SAP-Berater mitbringen?

    SAP-Beraterinnen und SAP-Berater sollten über die ausgeprägte Fähigkeit des analytischen Denkens verfügen. Denn nur so können sie Geschäftsprozesse schnell und korrekt erfassen, um Software-Lösungen zu konzipieren, die den Bedarf des jeweiligen Unternehmens voll abdecken. Da in den wenigsten Projekten die deutsche Sprache ausreicht, sollten SAP-Beraterinnen und SAP-Berater über sehr gute Englischkenntnisse verfügen, um eine funktionierende Kommunikation mit allen Beteiligten zu ermöglichen.

    Da außerdem nicht alle über die gleiche Fachkenntnis und das Fachvokabular der SAP-Beraterinnen und SAP-Berater verfügen, sollten die Consultants ein klares, verständliches Ausdrucksvermögen besitzen und den Wissensstand seines Gesprächspartners in der Kommunikation berücksichtigen.

    Dies ist unter anderem auch bei der Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wichtig. Zudem sollten SAP-Beraterinnen und SAP-Berater dazu in der Lage sein, sorgfältig und strukturiert zu arbeiten, um bei der Dokumentation der Geschäftsprozesse Lücken oder Fehlern vorzubeugen.

     

    Arbeitgeber: Wer sucht SAP-Berater?

    SAP-Beraterinnen und SAP-Berater werden in vielen Branchen gesucht, sei es in der Finanzbranche, Logistik oder auch im Industrie-Sektor. Wohingegen früher tendenziell Großunternehmen mit der Software von SAP gearbeitet haben, ist ein Zuwachs an interessierten mittelständischen Unternehmen zu beobachten, wodurch das mögliche Einsatzfeld der SAP-Beraterinnen und SAP-Berater sich noch weiter vergrößert. Dabei besteht die Möglichkeit, entweder festangestellt in einem Unternehmen zu arbeiten oder auch in die Selbstständigkeit zu gehen, um eventuell eine IT-Unternehmensberatung zu gründen.

    Gehalt: Was verdienen SAP-Berater?

    Das Gehalt von  SAP-Beratern ist innerhalb der IT-Branche im oberen Bereich angesiedelt. So belief sich das durchschnittliche Jahresgehalt von SAP Beraterinnen und SAP Beratern laut Statista im Jahr 2018 auf 72.893 Euro, also einem monatlichen Gehalt von circa 6.074 Euro brutto.

    Wie hoch das Gehalt letztendlich ist, hängt neben dem Arbeitgeber auch von der persönlichen (projektbezogenen) Arbeitserfahrung ab, wodurch der eigene Wert für das Unternehmen gesteigert wird. Senior SAP-Beraterinnen und SAP-Berater können dabei mit einem Einstiegsgehalt zwischen 6.600 Euro und 8.300 Euro brutto rechnen.

    Einstiegschancen: Aussichten von SAP-Beratern

    Speziell für Expertinnen und Experten (wie SAP Consultants) stellt die IT-Branche ein überaus aussichtsreiches Feld dar. In der dazugehörigen Berufsgruppe herrscht derzeit eine Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent. Eine zurzeit ungebremste Nachfrage an Fachkräften wie SAP-Beraterinnen und SAP-Beratern lässt daher optimistisch auf die zukünftigen Arbeitslosenzahlen in den kommenden Jahren blicken. Die guten Bedingungen dieser Berufsgruppe werden auch in den Beschäftigungszahlen sichtbar. Allein zwischen 2016 und 2018 stieg die Gesamtzahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 72.221 um 22,2 Prozent auf 88.256 an.

    Bewerbung: Womit punkten SAP-Berater?

    SAP-Beraterinnen und SAP-Berater sind hochqualifizierte Fachkräfte, die den Ansprüchen einer sich stetig weiterentwickelnden Branche gerecht werden müssen. Daher ist es umso wichtiger, im Motivationsschreiben und Lebenslauf mit eben diesen erforderlichen Kompetenzen und Fähigkeiten zu überzeugen.

    Der Beruf des SAP-Beraters ist nicht geschützt, weshalb erworbene Zertifikate genau so Erwähnung finden sollten wie vergangene Projekterfahrungen, um damit im zukünftigen Arbeitgeber Vertrauen zu wecken. Neben den erlangten Qualifikationen sollte zudem auf die sozialen Fähigkeiten eingegangen werden, da SAP-Beraterinnen und SA- Berater beispielsweise viel im Team arbeiten.

    Karriere: Entwicklungs- und Aufstiegschancen als SAP-Berater

    Generell gilt in der Branche von SAP-Beraterinnen und SAP-Beratern: mit zunehmender Projekterfahrung und erworbenem Fachwissen, beispielsweise auch über den Erwerb spezieller Zertifikate, kann die Karriere maßgeblich angekurbelt werden. Mit zunehmender Verantwortung können sich dadurch Möglichkeiten als Projektleiterin oder Projektleiter, Senior Beraterin oder Senior Berater und sogar als Partnerin oder Partner eines Unternehmens ergeben.

    SAP-Beraterinnen: Chancen für Frauen in der SAP-Beratung

    Der Anteil an Frauen in der Berufsgruppe der SAP-Beraterinnen und SAP-Berater ist verhältnismäßig gering. 2018 lag ihr Anteil bei 19,3 Prozent. Ein paradoxer Zustand, wenn bedacht wird, dass der Beruf des Programmierens in den Anfängen des 20. Jahrhunderts vorwiegend von Frauen ausgeübt wurde.

    Doch trotz dieses großen Ungleichgewichts von Männern und Frauen in dieser Berufsgruppe fällt eine positive Entwicklung auf: die Zahl an Frauen steigt derzeit rasant, allein zwischen 2016 und 2018 um über 30 Prozent. Bestärkt werden kann diese Entwicklung durch besondere Unterstützung im Bildungssektor. So bietet beispielsweise die HTW in Berlin seit 2009 einen Studiengang für Informatik und Wirtschaft exklusiv für Frauen an, wodurch langfristig der Zuwachs an Frauen in der IT-Branche und somit auch in der SAP-Beratung positiv beeinflusst werden kann.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld von SAP-Beratern entwickelt?

    Als SAP-Beraterin oder SAP-Berater stehtdie Software eines Unternehmens im Mittelpunkt, das mit weltweit 437.000 Kunden und insgesamt 200 Millionen Cloud-Abonnenten aufwarten kann und sich durch neue Technologien im Bereich des maschinellen Lernens, dem Internet, gut durchdachten Analysenerfahren sowie einer verstärkten Ausrichtung auf Cloud Computing stetig weiterentwickelt.

    Nicht ohne Grund hat sich ein Beruf herausgebildet, der sich speziell auf die von SAP entwickelte Software fokussiert. Damit Unternehmen, die mit der Software von SAP arbeiten, auch weiterhin die technischen Möglichkeiten in ihrer vollen Komplexität begreifen und anwenden können, werden auch in Zukunft SAP-Beraterinnen und SAP-Berater einen wichtigen Platz in der IT-Welt einnehmen.

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    Quellen:

    sap.com, berufenet.arbeitsagentur.de, statista.com


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