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Schreiner: Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Schreinerin bearbeitet ein Stück Holz.
© Shutterstock
Schreiner sind Meister im Umgang mit Holz. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Schreiners wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Schreiner

Art der Ausbildung.

Duale Berufsausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

2.100 Euro

Einstiegsgehalt.

1.400 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:

    Der Beruf des Schreiners, oder auch Tischlers, ist uralt und sehr traditionsreich. Das Schreinerhandwerk verbindet, wie kaum ein anderes, kunstfertige Handarbeit mit einem zeitlosen Handwerk. Der Schreiner fertigt aus Holz die unterschiedlichsten Möbelstücke an, die zur Innenausstattung gehören. Von kunstvoll gestalteten Einzelstücken bis zum Standard-Küchenschrank, ist für den Schreiner alles möglich. Von der Idee bis hin zum fertigen Möbelstück liegt die Gestaltung alleine in der Hand des Schreiners.

    Nach den Vorstellungen des Betriebs oder der Kunden fertigt ein Schreiner alles an, was im Haushalt an Möbelstücken gebraucht wird und achtet dabei darauf, dass die Holzmöbel bestens verarbeitet und möglichst langlebig sind. Ein Schreiner steht mit seiner Berufserfahrung Kunden auch beratend zur Seite, um die richtigen Maße, das richtige Material und das perfekte Design für den Kunden zu finden.

    Das Schreinerhandwerk verlangt dem Schreiner eine exakte Arbeitsweise sowie eine kreative Ader ab. Wenn es sich um ein maßgefertigtes Möbelstück handelt, kann sich ein Schreiner keine Fehler erlauben, wenn es darum geht, den Kunden zufrieden zu stellen.

    Wer Schreiner werden will, muss also nicht nur Liebe zum Detail und Genauigkeit mitbringen, sondern auch handwerklich geschickt sein. Denn Schreinerei bedeutet nicht nur Handarbeit, sondern auch den täglichen Umgang mit Maschinen, die zum Schreinerhandwerk gehören.

    Die abwechslungsreiche Arbeit eines Schreiners findet zu einem großen Teil in der Werkstatt statt. Der Schreiner kann aber auch auf Baustellen oder anderen großen Bauprojekten seinen Platz finden. Von allen Handwerkern müssen besonders Schreiner eine kreative Ader und einen Sinn für individuelle Problemlösungen mitbringen, denn jede Maßanfertigung ist ein Einzelstück und bedarf besonderer Planungssorgfalt und einer makellosen Durchführung durch den Schreiner.

    Neben einem großen handwerklichen Talent muss ein Schreiner auch über eine Begabung im mathematischen Bereich verfügen, denn bereits in der Planung von Möbelstücken, müssen durch den Schreiner maßstabsgetreue Zeichnungen angefertigt und Maße festgelegt werden.

    Nach der dreijährigen Berufsausbildung zum Schreiner stehen einem jede Menge Türen im Handwerk offen. Je nachdem ob das Interessenfeld des Schreiners eher im Design und der Ausführung von exklusiven Einzelstücken liegt, oder in der Fertigung von praktischen Möbelstücken, die in möglichst viele Haushalte passen.

    Vorteile   Nachteile

    Kreative, abwechslungsreiche Handarbeit innerhalb des Handwerks

    Harte körperliche Arbeit als Schreiner

    Das Schreinerhandwerk bietet eine stabile Existenzgrundlage

    Hohes Verletzungsrisiko bei der Arbeit als Schreiner

    Viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten innerhalb des Schreinerhandwerks

    Vergütung während der Ausbildung eher niedrig als Schreiner

    Wie wird man Schreiner?

    Alle, die sich für eine Berufsausbildung zum Schreiner interessieren, sollten mindestens einen Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife haben. Die duale Ausbildung zum Schreiner dauert 3 Jahre und wird zu gleichen Teilen in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb absolviert. So können Auszubildende zum Schreiner von Beginn der Ausbildung an theoretischen und praktische Arbeitserfahrungen als Schreiner sammeln.

    Wer Schreiner werden will, sollte sich direkt bei einem Schreinerunternehmen bewerben, um in das Handwerk einzusteigen und eine Berufsausbildung als Schreiner zu beginnen.

    Zur Ausbildung als Schreiner gehören unterschiedlichste Themen, die im Arbeitsalltag notwendig sind:

    • Gestalten und Konstruieren
    • technisches Zeichnen
    • Werkstoffkunde
    • Mathematik
    • Physik
    • Chemie
    • Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen eines Schreiners
    • Be- und Verarbeiten von Holz, Holzwerk- und anderen Werkstoffen
    • Einrichten, Bedienen und Instandhaltung von Werkzeugen, Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen eines Schreiners
    • Herstellung von Holzteilen
    • Behandeln und Veredeln von Oberflächen
    • Holzschutzmaßnahmen
    • Montage- und Demontagearbeiten
    • Qualitätssicherung
    • Kundenservice
    • Arbeitsschutz
    • Arbeits- und Tarifrecht

    Schon während der Ausbildung stehen die praktische Arbeit und die Aneignung von handwerklichen Fähigkeiten im Fokus eines Schreiners. Neben der Theorie in der Berufsschule können Auszubildende zum Schreiner in ihrem Ausbildungsbetrieb schon an Werkstücken arbeiten, den Umgang mit Maschinen lernen und die ersten Berührungen mit Kunden und deren Wünschen haben. Durch das Modell der dualen Ausbildung haben Auszubildende zum Schreiner auch nicht nur einen Ansprechpartner in der Berufsschule, sondern auch im Ausbildungsbetrieb selbst.

    Das bereitet die angehenden Schreiner schon auf den späteren Arbeitsalltag vor und bietet jede Menge Vorteile gegenüber einer rein theoretischen Ausbildung, wie in der Schule.

    Die Ausbildung zum Schreiner endet mit der Gesellenprüfung. Hier wird theoretisches Wissen genauso abgefragt, wie bereits vorhandene praktische Erfahrungen als Schreiner, in Form eines Gesellenwerkstücks, das durch die Prüfer bewertet wird. Wer die Prüfung erfolgreich besteht, darf sich offiziell Schreiner nennen und seine Arbeit als Schreiner beginnen. Wer sich als Schreiner selbstständig machen will, muss allerdings erst noch einen Meisterlehrgang absolvieren.

    Welche Fähigkeiten sollten Schreiner mitbringen?

    Schreiner müssen zwischen den Vorstellungen der Kunden und der realistischen Umsetzung eines Möbelstücks vermitteln können. Eine offene und kommunikative Art im Umgang mit Kunden und Kollegen ist daher für einen Schreiner unverzichtbar. Wer als Schreiner arbeitet, braucht auch ohne Frage, neben jeder Menge handwerklichem Geschick, auch ein hohes Maß an Kreativität in der Erstellung und der Umsetzung von Werkstücken, wie Holzmöbeln.

    Neben einer Begabung in den naturwissenschaftlichen Fächern, wie Mathematik und Physik, ist für einen Schreiner auch ein Gespür für praktische, individuelle Problemlösungen im Arbeitsalltag unverzichtbar.

    Viele der Planungsarbeiten eines Schreiners werden mit technischen Zeichnungsprogrammen am PC realisiert. Schreiner müssen daher auch Sicherheit im Umgang mit Computern und unterschiedlichen Konstruktionsprogrammen zeigen. Der Beruf des Schreiners ist nichtsdestotrotz ein Handwerksberuf und dementsprechend auch von Zeit zu Zeit körperlich anstrengend, dem sollte man sich als Schreiner gewachsen fühlen.

    Arbeitgeber: Wer sucht Schreiner?

    Schreiner haben viele unterschiedliche Möglichkeiten ihren Beruf auszuüben. Die meisten Schreinergesellen arbeiten als Angestellte und übernehmen Auftragsarbeiten für ihren Arbeitgeber und dessen Kunden. Mögliche Jobmöglichkeiten für Schreiner sind beispielsweise:

    • Schreinereien
    • Möbelhäuser
    • Hersteller von Holzkonstruktionsteilen
    • Hersteller von Holzwaren
    • Designunternehmen
    • Innenarchitekturbüros

    Auch eine freiberufliche Tätigkeit mit einer eigenen Schreinerei ist für einen Schreiner möglich, wenn der Schreiner zuvor einen entsprechenden Meisterlehrgang absolviert. Danach kann ein eigenes Unternehmen gegründet werden.

    Hier sind die Auftragslage und die Zielgruppenausrichtung dann für den Erfolg des Unternehmens entscheidend. Die eigene Unternehmensgründung kann viel Freiheit und Handlungsspielraum mit sich bringen, muss sich aber auch im wirtschaftlichen Sinne lohnen und stellt daher auch ein gewisses Risiko dar.

    Natürlich bedarf es auch in der Aus- und Weiterbildung Schreiner, um angehende Schreiner auszubilden, zum Beispiel in den Industrie- und Handelskammern.

    Gehalt: Was verdient ein Schreiner?

    Das monatliche Gehalt eines Schreiners hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehört, in welchem Bundesland der Beruf des Schreiners ausgeübt wird, die Größe des Unternehmens, in dem man tätig ist und die bisher gesammelte Berufserfahrung.

    Die Ausbildungsvergütung für angehende Schreiner ist leider noch recht dürftig. Hier bewahrheitet sich, dass Lehrjahre auch für Schreiner keine Herrenjahre sind.

    • Im ersten Ausbildungsjahr zum Schreiner verdient man lediglich ca. 590 Euro monatlich.
    • Dafür steigt das Bruttogehalt im zweiten Lehrjahr als Schreiner-Auszubildender schon um 100 Euro auf 690 Euro brutto im Monat an.
    • Im letzten Lehrjahr zum Schreiner wird man dann mit rund 820 Euro im Monat vergütet.

    Nach dem Abschluss der Ausbildung sieht das Gehalt eines Schreiners schon viel besser aus, denn man kann als Einstiegsgehalt mindestens 1.400 Euro brutto im Monat erwarten. Mit ansteigender Berufserfahrung als Schreiner kann das Gehalt eines Schreiners schnell auf 2.100 Euro ansteigen.

    Angestellte Schreiner sind oft durch einen allgemeinen Tarifvertrag für Handwerker abgesichert und können deswegen finanzielle Sicherheit in der Festanstellung erwarten.

    Mit einem Meisterabschluss kommt nicht nur mehr wirtschaftliche und personelle Verantwortung auf einen zu, wenn man seinen eigenen Betrieb führt, sondern auch ein höheres monatliches Gehalt. Ca. 3.600 Euro brutto im Monat sind für einen Schreinermeister realistisch.

    Einstieg: Aussichten von Schreinern 

    Obwohl die Massenproduktion die Herstellung von Holzmöbeln automatisiert hat, ist der Bedarf an Schreinern nach wie vor groß. Der Fachkräftemangel ist nämlich auch im Schreinerhandwerk zu spüren. Neben der Massenware ist die Nachfrage nach Einzelstücken und Maßanfertigungen unverändert hoch, dort ist auch das Potenzial für Schreiner, die Berufseinsteiger sind, besonders hoch.

    Das Handwerk des Schreiners genießt in Deutschland nach wie vor großes Ansehen und den sprichwörtlichen goldenen Boden dürfen zukünftige Schreiner als Chance in den Berufseinstieg begreifen. Die Chancen nach der Ausbildung zum Schreiner übernommen zu werden, sind laut Industrie- und Handelskammer (IHK) nämlich sehr gut.

    Bewerbung: Womit punkten Schreiner?

    Wer seine Berufsausbildung als Schreiner erfolgreich abgeschlossen hat und auf der Suche nach der ersten Anstellung im Handwerk ist, sollte bei seiner Bewerbung für eine ausgeschriebene Stelle einige Dinge beachten, um Erfolg zu haben und im Handwerk Fuß zu fassen. Im ersten Schritt sollten die Bewerbungsunterlagen für einen Job als Schreiner mit großer Sorgfalt erstellt werden. Neben einem Lebenslauf und Zeugnissen sollte auch ein individuelles Anschreiben verfasst werden, das klar macht, aus welcher Motivation heraus man sich auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt und warum man selbst die richtige Wahl wäre.

    Hilfreich für eine erfolgreiche Bewerbung könnte auch ein Portfolio mit Fotos von bereit angefertigten Werkstücken sein, um dem zukünftigen Arbeitgeber schon einmal einen Einblick in die fachlichen Fähigkeiten des Bewerbers zu gewähren.

    Bei einem persönlichen Bewerbungsgespräch kann der Bewerber als Schreiner dann seine menschlichen Stärken persönlich beim potenziellen Arbeitgeber unter Beweis stellen. Mit einer offenen und freundlichen Art kann man hier immer punkten.

    Karriere: Aufstiegschance für Schreiner?

    Nach der bestandenen Gesellenprüfung besteht der Arbeitsalltag eines Schreiners vor allem daraus, mit verschiedenen Werkzeugen zu arbeiten und auf Kundenwunsch die unterschiedlichsten Möbelstücke anzufertigen. Für Schreiner, die mehr wollen, stehen diverse Weiterbildungsangebote zur Verfügung.

    Um die Karriereleiter als Schreiner weiter hinauf zu steigen, gibt es drei unterschiedliche Fortbildungen, die sich ein Schreiner auf Wunsch auch für eine Meisterprüfung anrechnen lassen kann:

    • geprüfter Kundenberater
    • geprüfter Fertigungsplaner
    • geprüfter Fachbauleiter

    Eine weitere Form der Weiterbildung ist für Schreiner der Besuch der Fachschule zur Führungskraft des Handwerks. Hier kann man als Schreiner die Kenntnisse erwerben, um zum staatlich geprüften Techniker für Holztechnik oder zum staatlich geprüften Techniker für Raumgestaltung und Innenausbau weitergebildet zu werden.

    Für viele Handwerker, so auch für Schreiner, ist der Meisterbrief eine gute Möglichkeit, um sich nach mehreren Jahren Berufserfahrung fachlich und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Danach hat man als Schreinermeister auch die Möglichkeit sich mit einem eigenen Betrieb selbstständig zu machen.

    Weitere Spezialisierungen, die man als Schreiner in Betracht ziehen kann, sind:

    • Weiterbildung zum Restaurator
    • Fachhochschulstudium Innenarchitektur
    • Fachhochschulstudium Architektur
    • Designer
    • Ingenieur für Holz- und Kunststofftechnik
    • Diplom Holzwirt
    • Diplom Ingenieur Designer

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Schreiners entwickelt?

    Immer schon wurde das Handwerk gut angesehen und wertgeschätzt. Die alte Binsenweisheit, dass Handwerk immer auf goldenen Boden fällt, stimmt aber zurzeit für Schreiner in Deutschland tatsächlich. Denn für Schreiner herrscht seit einigen Jahren schon Hochkonjunktur und die Auftragslage für Schreinerbetriebe ist ausgezeichnet.

    Laut des Tischler-Schreiner-Verbands Deutschlands erzielen selbst Kleinbetriebe mit unter 5 Mitarbeitern überdurchschnittlich gute betriebswirtschaftliche Gewinne, da die Nachfrage nicht nachlässt. Obwohl das Jahr 2014 als absolutes Spitzenjahr für Schreiner gewertet wurde, geht der Fachverband davon aus, dass die sehr gute wirtschaftliche Lage für Schreinerbetriebe weiterhin das hohe Niveau halten kann.

    Ein gegenläufiger Trend ist nicht zu erkennen. Das sind nicht nur gute Nachrichten für Schreinergesellen, sondern besonders auch für Berufseinsteiger, die auf der Suche nach einem Beruf mit Zukunft sind.

    Schreinerinnen: Welche Chancen haben Frauen in der Schreinerei?

    Wie in vielen Stellen im Handwerk sind auch im Schreinerberuf Frauen bis heute stark unterrepräsentiert. In ganz Deutschland liegt der Frauenanteil in der Ausbildung zur Schreinerin bei 11 Prozent. Bei der Meisterprüfung sind es sogar nur noch 5 Prozent Frauen.

    Das Schreinern ist also nach wie vor eine Männerdomäne. Das liegt aber nicht daran, dass Frauen sich nicht für diesen handwerklichen Beruf interessieren, sondern eher daran, dass die Entwicklung für Frauen im Handwerk nur langsam voranschreitet.

    Der Beruf der Schreinerin kann für Frauen, die sich der physischen Belastung im Arbeitsalltag bewusst sind, durchaus attraktiv sein. Gerade wegen des in Deutschland momentan vorherrschenden Fachkräftemangels haben Frauen gute Chancen auf eine Karriere als Schreinerin, wenn sie neben einem guten technischen Verständnis auch Kreativität und vor allem Durchsetzungsvermögen mitbringen.

    Ähnliche Berufe wie Schreiner:

    Bootsbauer, Fahrzeuglackierer, Metall- und Glockengießer, Flechtwerkgestalter

    Quellen:

    Tischler-Schreiner.de, Statista, Berufenet, Handwerk.de


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