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Sozialarbeiter Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Sozialarbeiter: Sozialarbeiterin bei der Arbeit
© Alexander Raths / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Sozialarbeiters wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Sozialarbeiter

Art der Ausbildung.

Studium

Ausbildungsdauer.

6 Semester


Durchschnittsgehalt.

 2.500 Euro

Einstiegsgehalt.

 1.800 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Sozialarbeiter arbeiten mit Menschen, unterstützen sie in Notlagen und beraten, wenn Hilfebedürftige nicht mehr weiterwissen. Oft werden Sozialarbeiter auch Sozialpädagogen genannt. Dies ist nicht ganz richtig. Zwar arbeiten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen beide im Bereich der sozialen Arbeit, jedoch beschränkt sich das Feld des Sozialpädagogen, wie schon der Name deutlich macht, auf die pädagogischen Aspekte der sozialen Arbeit. Ein Sozialarbeiter hingegen ist im Bereich der sozialen Arbeit breiter aufgestellt und nicht auf den pädagogischen Teil spezialisiert, obwohl er auch in diesem Bereich Kenntnisse erworben hat. Die Studienfächer für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik überschneiden sich inhaltlich jedoch an vielen Stellen und vielerorts werden die Begriffe Sozialpädagoge und Sozialarbeiter als Synonyme verwendet. Ein Sozialarbeiter, der in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche arbeitet und als Sozialpädagoge angesprochen wird, wird dies auf jeden Fall nicht als grundsätzlich falsch ansehen.

    Sozialarbeiter beschäftigen sich mit Menschen, deren Leben in Schieflage geraten ist, mit Jugendlichen, die Unterstützung benötigen und unterstützen auch Geflüchtete mit ihrem umfassenden Wissen in sozialen Fragen, kennen sich jedoch auch mit rechtlichen Grundsätzen und Psychologie aus. Sozialarbeiter wissen all ihre Kenntnisse in den (zumeist öffentlichen) Dienst zu stellen.

    Sozialarbeiter helfen bei der Resozialisierung von Häftlingen, bei dem Versuch Drogenabhängigen wieder ins Leben zu helfen und planen Nachmittagskurse für Jugendliche aus bildungsfernen Familien, die ohne soziale Projekte sonst nicht gefördert werden könnten. Dies sind nur einige Beispiele der enormen Bandbreite an Berufsfeldern, die sich Sozialarbeitern und Sozialpädagogen eröffnen.

    Vorteile   Nachteile
    • Krisensicher
      
    • Z.T. schwierige Fälle
    • Vielseitig
      
    • Psychische Belastung
    • Viele Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten
      
    • Anspruchsvolle Tätigkeit

    Wie wird man Sozialarbeiter?

    Sozialarbeiter wird man nach einem erfolgreichen Studienabschluss des Bachelors der Sozialen Arbeit. Meist haben Studienanfänger die Allgemeine Hochschulreife erworben, jedoch kann man sich auch mit dem Fachabitur im Bereich Soziales für die Aufnahme an einer Hochschule oder Universität bewerben. Einige Hochschulen verlangen außerdem noch praktische Vorerfahrung im Bereich der sozialen Arbeit, damit die Bewerber bereits Kenntnisse in diesem Beruf erlangt haben und sich sicher sind, diese auch im Beruf des Sozialarbeiters weiter vertiefen zu wollen. Hierfür eignet sich ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) nach der Schule besonders gut. Es gibt keine allgemeine Regel, über welchen Zeitraum sich diese Erfahrung im Bereich der sozialen Arbeit erstrecken soll, um den Karrierepfad des Sozialarbeiters zu beginnen. Im Zweifelsfall ist dies direkt mit der Universität zu besprechen.

    Bei den verschiedenen Hochschulen gibt es oft Studiengänge, die sich ein wenig von einander unterscheiden. Manche decken einen sehr breiten Lernbereich ab, andere geben bereits früh im Studium die Möglichkeit, sich für berufliche Felder des Sozialarbeiters zu qualifizieren, andere bieten ein eher sozialpädagogisch geprägtes Kursangebot für angehende Sozialpädagogen an. Da die vielen Studiengänge der sozialen Arbeit alle unterschiedlich gestaffelt sind, lohnt es sich, bereits im Voraus die Modulhandbücher und Studienordnungen der verschiedenen Universitäten und Hochschulen durchzugehen, um sich dann für einen Platz oder eine Rangliste der für einen persönlich am geeignetsten erscheinenden Studiengänge für die Tätigkeit als Sozialarbeiter zu erstellen.

    Die Themen, welche im allgemeinen Studium Soziale Arbeit abgehandelt werden, sind unter anderem Kenntnisse, welche einen Sozialarbeiter in seiner Tätigkeit ausmachen, zum Beispiel aus den Bereichen der:

    • Psychologie,
    • Soziologie,
    • Wirtschaft,
    • Rechtswissenschaft,
    • Politik,
    • und der Pädagogik.

    Die Schwerpunkte der einzelnen Universitäten oder Möglichkeiten, sich selbst einen Schwerpunkt zu bilden, muss jeder angehende Sozialarbeiter und Sozialpädagoge für sich persönlich ergründen.

    Ebenfalls Bestandteil eines Studiums der sozialen Arbeit sind Kurse, die Wissen über Gesprächsführung und Rhetorik vermitteln, denn in jedem Bereich der Arbeit als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge muss man mit den Hilfesuchenden in einen Dialog treten, um helfen zu können. Oftmals, besonders im Bereich der Suchttherapie, darf man als Sozialarbeiter auch nicht müde werden, wenn die Therapie um mehrere Schritte zurückgeworfen wird und mit der Unterstützung praktisch von vorne begonnen werden muss.

    Welche Fähigkeiten sollten Sozialarbeiter mitbringen?

    Eine hohe Frustrationstoleranz und psychische Belastbarkeit sind extrem wichtig für die Arbeit als Sozialarbeiter, denn im Kontakt mit kranken oder bedürftigen Menschen gibt es immer die Möglichkeit von Rückfällen, dass Hilfsversuche nicht angenommen werden oder auch, dass Fälle den Sozialarbeiter auch in seiner Freizeit nicht loslassen. Damit muss gerechnet werden, jedoch auch die Fähigkeit vorhanden sein, die Arbeit als Sozialarbeiter nicht allzu nah an sich heranzulassen.

    Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis sind ebenfalls Fähigkeiten, welche die Arbeit als Sozialarbeiter fordert, damit man sich in die persönliche Lage der Hilfebedürftigen hineinversetzen kann, selbst wenn deren Lebenssituation komplett anders ist als die eigene. Ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein ist ebenso wichtig wie Toleranz im Umgang mit den Schützlingen eines Sozialarbeiters. Ob diese sich selbst in Not gebracht haben oder durch andere in Not geraten sind, darf für einen Sozialarbeiter keine Rolle spielen. Sozialarbeiter sind da, um zu helfen und zu beraten.

    Arbeitgeber: Wer sucht Sozialarbeiter?

    Sozialarbeiter arbeiten meist im öffentlichen Dienst. Darunter fallen:

    • Kindertagesstätten,
    • Suchtberatungen,
    • Behinderteneinrichtungen,
    • Jugend- und Sozialämter,
    • die Jugendhilfe,
    • der Strafvollzug,
    • die Flüchtlingsberatung
    • die Obdachlosenhilfe.

    Das Studium der sozialen Arbeit befähigt Sozialarbeiter jedoch auch in den privatwirtschaftlichen Bereich zu gehen, in dem Sozialarbeiter durch ihre im Studium erworbenen wirtschaftlichen Kenntnisse auch im Management oder der Personalverwaltung zu finden sind.

    Gehalt: Was verdient ein Sozialarbeiter?

    Das Gehalt von Sozialarbeitern wird nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst geregelt und beläuft sich zum Einstieg ins Berufsleben auf 1.800 Euro brutto monatlich. Mit einigen Jahren Berufserfahrung als Sozialarbeiter lässt sich ein durchschnittliches Gehalt von 2.500 Euro brutto monatlich festsetzen. Für nähere Informationen zum Gehalt eines Sozialarbeiters kann auch der Tarifvertrag über den öffentlichen Dienst zurate gezogen werden. Sozialarbeiter und Sozialpädagogen arbeiten aber auch bei privaten Trägern oder der Privatwirtschaft, welche nicht an die öffentlich-rechtlichen Tarifverträge gebunden sind. In diesen Fällen kann das Gehalt höher oder niedriger als der Tariflohn ausfallen.

    Einstieg: Aussichten von Sozialarbeitern

    Die Aussichten von Sozialarbeitern sind überdurchschnittlich gut. Dies ist durch die Tatsache bedingt, dass Sozialarbeiter während ihres Studiums viele verschiedene Wissensbereiche kennenlernen und in diversen Einrichtungen eingesetzt werden können. Erste Erfahrung durch Praktika oder Freiwilligendienst erhöht die Chancen von Sozialarbeitern auf direkten Berufseinstieg nach dem Studienabschluss noch mehr.  

    Bewerbung: Womit punkten Sozialarbeitern?

    Angehende Sozialarbeiter punkten mit einem abgeschlossenen Studium in sozialer Arbeit oder Sozialpädagogik und ersten beruflichen Erfahrungen oder auch Schwerpunktsetzung in der Wahl der universitären Laufbahn. Da Selbstreflexion eine wichtige Qualität ist, die Sozialarbeiter benötigen, ist es gut im Anschreiben zu erwähnen, welche Soft Skills man mitbringt und während des Studiums und der beruflichen Erfahrung bereits erweitern und verfeinern konnte.

    Bei einer Bewerbung des Sozialarbeiters in einer Jugendhilfeeinrichtung ist es zudem wichtig zu erwähnen, weshalb man sich gerade für diese Einrichtung, oder auch diesen Bereich der sozialen Arbeit entschieden hat. Sei es, weil man in einem Jugendzentrum ein FSJ gemacht hat oder vertiefende Kurse in Pädagogik gemacht hat. Das die Motivation im Anschreiben erkennbar ist, ist ein Punkt, der die Bewerbung des Sozialarbeiters aus der Masse hervorhebt.

    Karriere: Aufstiegschance für Sozialarbeiter?

    Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Studiums der Sozialen Arbeit muss der Weg eines Sozialarbeiters nicht zu Ende sein. Es gibt viele Möglichkeiten sich während der Tätigkeit als Sozialarbeiter in bestimmten Bereichen zu spezialisieren oder aber auch Möglichkeiten des Aufbaustudiums u.a.:

    • Soziale Arbeit (Master)
    • Sozialmanagement
    • Coaching, Beratung, Supervision
    • Tanz- und Bewegungstherapie
    • Psychosoziale Beratung und Therapie
    • Psychotherapie

    Auch nach dem Studium gibt es berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, u.a.:

    • Psychosozialer Prozessbegleiter
    • Sozialtherapeut
    • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

    Da Sozialarbeiter während ihres Studiums meist ein relativ breites Wissensspektrum abdecken, können sie sich in ihrer beruflichen Zukunft auch in den verschiedenen Bereichen weiter einarbeiten. Der Psychosoziale Prozessbegleiter zum Beispiel, muss auf vertiefende juristische Kenntnisse zurückgreifen können, welche natürlich auch Bestandteil der Weiterbildung sind. Präferenzen für bestimmte Bereiche der sozialen Arbeit bilden sich manchmal erst nach ein paar Jahren Berufspraxis als Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge, in denen man sich bei einigen Tätigkeiten vertiefende Kenntnisse und den Wunsch nach Weiterbildung für das Fachgebiet aneignet.

    Sozialarbeiterinnen: Welche Chancen haben Frauen in der sozialen Arbeit?

    Seit der Beruf der Sozialarbeiter sich vor ca. 100 Jahren begründet hat, ist er von Frauen dominiert, zählt also zu den klassischen Frauenberufen. In den 1920er Jahren gab es noch spezialisierte Schulen an denen nur Frauen die soziale Arbeit und die Tätigkeit der Sozialarbeiter erlernten. Die neu entstandenen Berufe in Bereich der Pädagogik und sozialen Arbeit wurden primär den Frauen zugeschrieben, denn diese Tätigkeiten galten als fürsorglich und sehr nahe an den erzieherischen Tätigkeiten einer Hausfrau und Mutter. Daher galten Frauen als bestens für diese Arbeit geeignet. Männer lehnten den Beruf eher ab, denn er ließ sich nicht an Erfolgsquoten messen oder durch statistisches Wachstum gliedern.

    Noch heute sind ca. 80 % der derzeit immatrikulierten Studenten der Fachrichtungen Soziale Arbeit und Sozialpädagogik Frauen. In den Führungspositionen und planenden Tätigkeiten im Bereich der sozialen Arbeit entsteht jedoch heute ein anderes Bild, weil dort viele männliche Kollegen anzutreffen sind. Dies muss jedoch kein Trend bleiben, denn die Geschlechterrollen lösen sich in dem Bereich sozialer Arbeit zunehmend von der Starrheit des letzten Jahrhunderts. Männer engagieren sich heute ebenfalls in der sozialen Arbeit, als Frühförderer oder als Betreuer und Mentoren von Jugendgruppen im Tätigkeitsbereich der Sozialarbeiter.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Sozialarbeiters entwickelt?

    Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat sich Deutschland immer mehr dem Aufbau eines sozialstaatlichen Systems verschrieben, ein Aufschwung von dem auch Sozialarbeiter und Sozialpädagogen immens profitiert haben.

    Gerade im Bereich der Flüchtlingshilfe werden verstärkt Sozialarbeiter eingesetzt, um zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten, aber auch um bei der Integration und der Bewältigung bei Problemen in diesem Bereich unterstützend tätig zu werden. Dieser Trend wird sich sicherlich noch eine Weile fortsetzen, da die bewaffneten Konflikte der Krisenregionen immer wieder aufflammen und immer mehr Flüchtende diese Länder verlassen wollen und dann in den Ländern, in die sie kommen Sozialarbeiter benötigen.

    Doch nicht nur die Flüchtlingshilfe stellt einen großen Aufgabenbereich dar, in dem sich Sozialarbeiter finden lassen. Schon immer war die Kinder- und Jugendhilfe ein wichtiger Standpfeiler der sozialen Arbeit und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Ebenso geht die Armutsschere zwischen arm und reich immer weiter auf, weshalb die Gesellschaft im 21. Jahrhundert so viele Sozialarbeiter und Sozialpädagogen Arbeit beschert, wie nie zuvor.

    Ähnliche Berufe wie Sozialarbeiter:

    Sozialpädagoge

    Erzieher

    Sozialassistent

    Quellen:

    gesundheit-studieren.com, sozialarbeiter.eu, ulmato.de, berufnet.arbeitsagentur.de, paritaetjob.de


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