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Sozialpädagoge Berufsbild, Gehalt, Karriere

Sozialpädagoge: Sozialpädagogin stellt sich vor.
© DGLimages / Shutterstock
Ein Sozialpädagoge hilft Menschen in den unterschiedlichsten Lebenslagen, beispielsweise in Familienzentren oder in der Drogenhilfe. Hier erfährst du alles, was du über den Beruf des Sozialpädagogen wissen musst — von der Bewerbung bis hin zu Einsatzmöglichkeiten.

Steckbrief: Sozialpädagoge

Art der Ausbildung.

Ausbildung an der (Fach-)Hochschule, Universität

Ausbildungsdauer.

3 bis 4 Jahre

Durchschnittsgehalt.

keine Angaben 

Einstiegsgehalt.

2.995 Euro (als Sozialarbeiter nach Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes)

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  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
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  •  

    Das Berufsprofil:Sozialpädagoge

    Das Berufsbild eines Sozialpädagogen ist äußerst vielseitig: Es reicht von Stellen in der Verwaltung bis hin zum Einsatzort in der Drogenberatung. Dabei geht es grundlegend immer darum, Menschen in verschiedenen Lebenslagen zu unterstützen und ihnen Hilfe zu bieten. Das Spektrum umfasst die Arbeit mit kleineren Kindern über Jugendliche, Erwachsene oder Senioren bis hin zur Familienhilfe und der Arbeit mit Menschen mitBehinderung. Dabei wird der Sozialpädagoge in verschiedenen Problemfeldern tätig: So zum Beispiel in der Drogenhilfe oder in Obdachlosenunterkünften. Generell arbeiten Sozialpädagogen in Familienzentren, Kindertagesstätten oder auch in Fachbehörden oder Bezirksämtern. Hier übernehmen sie zum Beispiel auch organisatorische, planerische oder überwachende Aufgaben. Durch die breit gefächerten Einsatzgebiete besitzt ein Sozialpädagoge oder eine Sozialpädagogin vielfältige Berufsaussichten, die in den unterschiedlichsten Sektoren angesiedelt sein können.

    Grundsätzlich beschäftigt sich die Sozialpädagogik mit der Erziehung und Bildung von Menschen sowie der Stärkung ihrer Eigenverantwortlichkeit, in jeglicher Situation mit Problemen umgehen zu können. Ein weiteres Aufgabengebiet eines Sozialpädagogen ist sicherzustellen, dass gegen gesellschaftliche Benachteiligung vorgegangen wird und dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

    Durch die unterschiedlichen Aufgabenfelder kann der Arbeitsalltag eines Sozialpädagogen sehr unterschiedlich aussehen: Während die einen mit Obdachlosen arbeiten, erledigen die anderen eher administrative Aufgaben. Die Tätigkeitsfelder reichen von der Beratung und Unterstützung bis hin zur 1 zu 1 Betreuung. Der Kontakt mit Behörden und Ämtern kann dabei auch zum täglichen Geschäft gehören. Administrative Aufgaben sind dabei unumgänglich, da die Arbeit stets dokumentiert wird, um eine nachhaltige Betreuung zu gewährleisten.

    Vorteile   Nachteile

    Abwechslungsreicher Beruf

    starke Belastung möglich

    Vielfältige und gute Berufsaussichten

    Schichtdienst und Wochenenddienst möglich

    Arbeit mit Menschen

    Schwierige Situationen möglich

    Zukunftsträchtige Branche

    Wie wird man Sozialpädagoge?

    Wer Sozialpädagoge werden möchte, muss ein Studium der Sozialpädagogik absolvieren. Das Studium kann mit den nötigen Zugangsvoraussetzungen aufgenommen werden und umfasst die verschiedensten Themenfelder, wie zum Beispiel:

    • Pädagogik
    • Psychologie
    • Erziehungswissenschaften
    • Soziale Arbeit
    • Soziologie
    • Ethik
    • Heilpädagogik
    • Rechtswissenschaften

    Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten bieten diesen Studiengang an. Der Bachelor of Arts wird dabei innerhalb von drei bis vier Jahren erreicht.

    Während früher Sozialpädagogik an der Universität ein Teilgebiet der Erziehungswissenschaft war, wurde Sozialpädagogik hingegen an Hochschulen und Fachhochschulen für Soziale Arbeit studiert. Beide Studiengänge, egal ob sie nun in der Erziehungswissenschaft oder der Sozialen Arbeit integriert waren, konnten aber nicht eindeutig voneinander abgegrenzt werden. Nach der Bologna-Reform wurde daher auch das universitäre Studium der Fachwissenschaft der Sozialen Arbeit zugerechnet.

    Während des gesamten Studiums sind neben Seminaren, Vorlesungen und Übungen auch Praktika zu absolvieren. Sie sollen dem angehenden Sozialpädagogen helfen, das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen und praktische Erfahrungen in den unterschiedlichen Einsatzgebieten zu erlangen.

    Begleitend bieten einige Ausbildungsstätten sogar parallel eine Berufsausbildung an, bei der du dich nebenbei zum Beispiel zum Erzieher oder auch Kinderpfleger ausbilden lassen kannst. Bei einem ausbildungsintegrierten Studium bekommst du ein Ausbildungsgehalt und schließt am Schluss dein Studium zudem mit einer Ausbildung ab. Zum Erreichen des Bachelorabschlusses muss eine Bachelorarbeit angefertigt werden, dazu werden schriftliche und mündliche Prüfungen abgelegt.

    Im anschließenden Master kann sich ein Sozialpädagoge in weiteren vier Semestern spezialisieren und zum Beispiel in den Bereichen Familienhilfe, Suchthilfe, Jugendhilfe oder interkulturelle Sozialarbeit seinen Schwerpunkt legen. Für den Abschluss eines Master-Studiums ist das Anfertigen einer Masterarbeit essenziell.

    Welche Fähigkeiten sollten Sozialpädagogen mitbringen?

    • Hilfsbereitschaft: Als Sozialpädagoge ist es in erster Linie dein Job, andere zu unterstützen. Du solltest an erster Stelle also Freude daran haben, zu helfen und dich um andere zu kümmern.
    • Freundlichkeit: Bei der Arbeit mit Menschen solltest du kein Misanthrop sein. Geduld und Freundlichkeit sollten zu deinen Stärken gehören
    • Hohe Belastbarkeit: Ein Sozialpädagoge wird immer wieder mit neuen Problemsituationen konfrontiert werden. Hierbei ist die Fähigkeit gefragt, professionell zu bleiben und belastbar zu sein.
    • Teamplayer: Die Teamarbeit steht bei Sozialpädagogen an vorderster Stelle.
    • Kommunikationsbereitschaft: Als Sozialpädagoge hast du immer mit Menschen zu tun. Daher sind ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten die Grundvoraussetzung. Dazu kommt, dass du dich dem jeweiligen Arbeitsumfeld anpassen muss: Bei der Arbeit mit Kindern sind andere Kommunikationsstrategien gefragt, als bei der Arbeit im Seniorenheim.
    • Verantwortungsbewusstsein: Bei der Betreuung und bei der Arbeit mit Menschen müssen immer wieder grundlegende Entscheidungen getroffen werden, daher solltest du als Sozialpädagoge ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein mitbringen.
    • Flexibilität: Bei der Arbeit mit Menschen können stets unerwartete Situationen und Probleme auftreten. Hierbei muss ein Sozialpädagoge flexibel agieren und Vorgehensweisen und Entscheidungen der Situation entsprechend anpassen können.
    • Organisatorische Fähigkeiten: In vielen Bereichen arbeitet ein Sozialpädagoge nach bestimmten Leitlinien und Verfahrensweisen, in deren Rahmen Hilfeplanerstellungen und fachliche sowie aussagekräftige Dokumentationen vonnöten sind. Daher fallen neben der Betreuung auch organisatorische Tätigkeiten an.

    Arbeitgeber: Wer sucht Sozialpädagogen?

    Generell kann sich ein Sozialpädagoge entscheiden, ob er mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Menschen mit Behinderung oder Senioren arbeiten möchte. Auch die Flüchtlingshilfe oder die Drogen- und Suchtberatung sind mögliche Aufgabenbereiche.

    Ausgebildete Sozialpädagogen finden nach ihrem Studium unter anderem folgende Einsatzorte:

    • Suchtberatung
    • Behinderteneinrichtungen
    • Sozialamt
    • Gesundheitsamt
    • Kindertagesstätten
    • Pflegeeinrichtungen
    • Gefängnis
    • Beratungsstellen
    • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
    • Kliniken und Fachklinken
    • Schulbezogene Jugendsozialpädagogik
    • Heimerziehung
    • Betreutes Wohnen
    • Streetworking
    • Soziale Dienste der Justiz
    • Flüchtlingshilfe, Arbeit mit Migranten
    • Arbeit mit Asylbewerbern
    • Erlebnispädagogik
    • Arbeit in der Forschung

    Absolventen mit einem Masterabschluss können in Führungspositionen tätig werden. Einsatzorte sind hier beispielsweise das Jugendamt oder die Familienhilfe.

    Gehalt: Was verdient ein Sozialpädagoge?

    Das Gehalt eines Sozialpädagogen ist von der Qualifikation, Berufserfahrung, Spezialisierung sowie Größe und Lage des Arbeitgebers abhängig. Laut geltendem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes sind als Einstiegsgehalt für Sozialarbeiter je nach Aufgabenfeld mindestens 2.994,79 Euro pro Monat zu erwarten (Quelle: oeffentlichen-dienst.de). Laut gehalt.de ist in der freien Wirtschaft (ohne Tarifvertrag) je nach Bundesland ein durchschnittliches Monatseinkommen von 2.200 Euro (Mecklenburg-Vorpommern) und 3.348 Euro (Hessen) gängig.

    Einstieg: Aussichten von Sozialpädagogen

    Haben angehende Sozialpädagogen bereits Praxiserfahrung während des Studiums gesammelt, finden sie oft schnell eine Stelle. Gerade die Spezialisierung in einem bestimmten Bereich erhöht die Chancen auf einen schnellen Einstieg in das Berufsleben. Diese Spezialisierung erfolgt durch zielgerichtete Seminare und Praktika. Oft lässt sich eine Spezialisierung aber nicht nur über die entsprechenden Pflichtpraktika erreichen, sondern auch bei der Wahl der Kurse und Seminare berücksichtigen. Beispielsweise können an vielen Unis zusätzlich Sprachkurse belegt werden, wenn eine Arbeit in der Flüchtlingshilfe angestrebt wird.

    Zusammenfassend sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt also sehr gut, was vor allem daran liegt, dass Sozialpädagogen in sehr vielen Bereichen arbeiten können.

    Bewerbung: Womit punkten Sozialpädagogen?

    Sozialpädagogen sollten neben einer aussagekräftigen Bewerbung mit entsprechendem Anschreiben (aus dem die Motivation für die ausgeschrieben Stelle hervorgeht), Lebenslauf und Zeugnissen zusätzlich durch folgende Fähigkeiten überzeugen:

    • Analytische und organisatorische Fähigkeiten
    • Hohe Motivation zum Helfen
    • Starke Belastbarkeit, psychische Stabilität und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren
    • Die Fähigkeit, sich abgrenzen zu können
    • ausgeprägte soziale Kompetenzen
    • Kommunikationsstärke
    • Die Fähigkeit, im Team zu arbeiten
    • Hohes Durchsetzungsvermögen und souveränes Auftreten
    • Einfühlungsvermögen
    • Freude an Beratung, Anleitung und Vermittlung

    Karriere: Aufstiegschance für Sozialpädagogen?

    • Als ausgebildeter Sozialpädagoge stehen verschiedene Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten offen. Beispielsweise ist eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten möglich. Diese Ausbildung dauert mehrere Jahre und ist sehr intensiv. Anschließend kann man in der Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeiten.
    • Weiterhin ist eine Ausbildung zum Soziotherapeuten oder auch zum Suchttherapeuten möglich. Während der Soziotherapeut Menschen mit stark ausgeprägten psychischen Krankheiten behandelt, betreut ein Suchttherapeut Menschen mit Abhängigkeitssyndrom.
    • Wenn hingegen eher die Arbeit in Unternehmen angestrebt wird, können Weiterbildungen im Bereich Organisationsentwicklung absolviert werden. Hierbei wird zum Beispiel Organisationspsychologie oder auch Teamentwicklung vermittelt.
    • Auch eine Weiterbildung in spezifischen pädagogischen Gebieten ist möglich, zum Beispiel im Fachgebiet der Reformpädagogik. Beispielhaft sind hier die Waldorf- oder Montessoripädagogik zu nennen.

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Sozialpädagogen entwickelt?

    Grundlegend kann man sagen, dass die Sozialpädagogik in der kirchlichen Karitas des Mittelalters ihre Ursprünge hat. Die Alten- und Krankenpflege sowie die Hilfe für notleidende Familien, Ausgestoßene oder auch Gefangene sind Kernaufgaben der Karitas.

    Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre wurde der Beruf des Sozialpädagogen noch Jugendleiter genannt und nur von Frauen ausgeführt. Die Jugendleiterinnen wurden im "Jugendleiterinnenseminar" ausgebildet, dass 1956 zur "höheren Fachhochschule für Jugendleiterinnen" wurde. 1967 wurde die Fachhochschule zur "höheren Fachhochschule für Sozialpädagogik" umbenannt und später auch für männliche Studierende geöffnet. Heutzutage ist ein Studium der Sozialpädagogik sowohl an einer (Fach-)Hochschule als auch an einer Universität möglich und bietet aufgrund des hohen Bedarfs an Sozialpädagogen in den unterschiedlichsten Bereichen verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten.

    Sozialpädagogin: Welche Chancen haben Frauen in der Sozialpädagogik?

    Frauen sind im Bereich der Sozialpädagogik stark vertreten. Der Frauenanteil in den Studiengängen, die der Sozialen Arbeit zugerechnet werden, lag 2017 zwischen 71,6 bis 93,1 % (Quelle: gffz.de). Noch bis in die 70er Jahre des 20 Jahrhunderts war das Berufsbild ausnahmslos weiblich besetzt.

    Soziale Arbeit als Dienstleistung gesehen, wurde in der Vergangenheit grundsätzlich Frauen zugesprochen, da Parallelen zur Fürsorgetätigkeit und zur Hausarbeit gezogen wurden. Beim Blick auf die sozialpädagogischen Berufsfelder wird deutlich, dass Frauen heutzutage immer noch bei der Arbeit mit Kleinkindern deutlich überrepräsentiert sind. In der Kinder- und Jugendhilfe nimmt der Frauenanteil etwas ab, liegt aber immer noch über dem Männeranteil. Auffallend ist jedoch, dass Männer häufiger in planender und leitender Funktion eingesetzt sind. Frauen in Leitungspositionen sind hingegen vor allem in den Einrichtungen zu finden, in dem sie übermäßig repräsentiert sind, wie zum Beispiel Kindertagesstätten. Es wäre daher wichtig, dass auch in anderen Bereichen der Sozialpädagogik Frauen mit entsprechender Qualifikation der Weg in Führungspositionen geebnet wird.

    Ähnliche Berufe wie Sozialpädagoge:

    Heilerziehungspfleger/in, Altenpfleger/in, Erzieher/in, Sonderpädagoge/in

    Quellen:

    Gffz.de, Wikipedia, Hof.Uni-Halle.de, Studycheck.de, Ausbildung.de, Oeffentlichen-dienst.de, Karrieresprung.de, Gehalt.de


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