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Steinmetz Berufsbild, Gehalt, Karriere

Steinmetz: Steinbildhauerin bei der Arbeit
© Cryptographer / Shutterstock
Ein Steinmetz bearbeitet das Material Stein für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten. Hier erfährst du alles, was du über dieses Berufsbild wissen musst – von den Voraussetzungen bis zu Bewerbungstipps.

Steckbrief: Steinmetz/Steinbildhauer

Art der Ausbildung.

duale Berufsausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

keine Angaben

Einstiegsgehalt.

1.700 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen

  •  

    Das Berufsprofil:Steinmetz

    Ein Steinmetz ist der Fachmann, wenn es um die Bearbeitung von Steinen geht. Dabei kann sein Beruf eine ganze Bandbreite verschiedener Tätigkeiten umfassen: Grabsteine herstellen, Bodenplatten bearbeiten, Denkmäler, Statuen, Fassaden herstellen oder restaurieren etc. Der Steinmetz erlangt in seiner Ausbildung sowohl Fertigkeiten, die er im Baugewerbe einsetzen kann, als auch in der Restauration. Dazu sind Steinmetze und Steinbildhauer in der Lage, eigene Entwürfe zu planen und umzusetzen. Das Material Stein ist dabei vielseitig, was das Handwerk so spannend macht: Ein Steinmetz kennt sich mit Natur- und Kunststeinen aus und weiß beispielsweise, was es bei der Verarbeitung von Marmor oder Sandstein zu beachten gibt.

    Als Steinmetz oder Steinbildhauer begleitest du Projekte von der Planung bis zur Fertigstellung. Auftraggeber kommen mit diversen Wünschen zu Steinmetzen, sei es ein neuer Terrassenboden oder eine Hausfassade. In der Absprache mit dem Kunden werden anschließend Steinarten gewählt, Kostenvoranschläge getätigt sowie Pläne und Arbeitsentwürfe erstellt. Zudem ist der Steinmetz für die Farbgestaltung verantwortlich. Neben Skizzen und technischen Zeichnungen können zur besseren Planung auch räumliche Modelle erschaffen werden.

    Hierbei kommen Computerprogramme zur Anwendung. Anschließend erfolgt die Umsetzung des Projekts in der Werkstatt und auf der Baustelle. Ein Steinmetz nutzt hierbei diverse Maschinen, moderne Technik und verschiedenste Werkzeuge. Dabei können Hammer und Meißel genauso zum Einsatz kommen wie computergesteuerte Maschinen, Schleifautomaten, Hebeeinrichtungen und Pressluftmeißel. Eine exakte Arbeitsweise ist in diesem Beruf das A & O. Gerade zur Fertigstellung eines Projektes muss ein Steinmetz oder Steinbildhauer höchste Konzentration aufweisen, da er zum Schluss oft feinste Details herausarbeitet, Gravuren einfügt und das Material poliert. Wenn dabei etwas schief geht, kann das eine tagelange oder wochenlange Arbeit zunichtemachen!

    Als Steinmetz in der Restauration kommt man oft mit historischen Baudenkmälern oder Statuen in Kontakt. Bei dieser Arbeit muss der Steinmetz und Steinbildhauer Wissen aus Bau- und Kunstgeschichte anwenden und Originalteile fachgerecht restaurieren und rekonstruieren. Die Restaurationsarbeit erfordert daher historisches Verständnis und höchste Präzession. Der Beruf des Steinmetzes und Steinbildhauers ist also sehr vielseitig und in unterschiedlichen Bereichen gefragt.

    Vorteile   Nachteile

    Aktive, abwechslungsreiche Arbeit

    körperlich anstrengende Arbeit möglich

    Kreative Herausforderungen

      
      

    Wie wird man Steinmetz?

    Die Ausbildung zum Steinmetz erfolgt in einer dreijährigen dualen Ausbildung in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb. Während der ersten zwei Studienjahre werden grundlegende Fertigkeiten vermittelt, wohingegen das dritte Studienjahr eine Spezialisierung in dem Bereich "Steinbildhauerarbeiten" oder "Steinmetzarbeiten" vorsieht.

    Die Grundlagen der Ausbildung sehen unter anderem folgende Inhalte vor:

    • Fertigungstechnik
    • Verarbeitung von Natur- und Kunststeinen
    • Bedienung von Maschinen und Regelungsanlagen
    • Arbeit mit Werkzeugen
    • Arbeitsplanung
    • Anfertigung und Umsetzung von Skizzen und Werkzeichnungen
    • Versetzarbeiten
    • Herstellung von Symbolen, Schriften und Profilen
    • Denkmalgestaltung
    • Kundenberatung
    • Arbeitsschutz
    • Umweltschutz

    Nach der Spezialisierung im dritten Ausbildungsjahr entwickeln sich Azubis mit dem Schwerpunkt "Steinbildhauerarbeiten" vor allem kreativ weiter. Sie werden später entweder Auftragsarbeiten oder Restaurationsarbeiten für Denkmäler, Reliefs, Grabsteine, Säulen, Brunnen oder Statuen ausführen. Hierbei realisieren sie meist freie Formen, was ästhetisches Gespür verlangt.

    Eine Ausbildung mit der Ausrichtung "Steinmetzarbeiten" hingegen spezialisiert für Tätigkeiten im Baugewerbe, wie zum Beispiel die Anfertigung von Böden, Treppen, Steinfassaden oder Fensterumrahmungen, und sieht somit überwiegend eine geometrische Arbeitsweise vor. 

    Um sich für eine Ausbildung als Steinmetz bewerben zu können, ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Dennoch werden bevorzugt Azubis mit abgeschlossenem Haupt- und Realschulabschluss genommen. 

    Für eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung müssen eine Zwischenprüfung und am Schluss eine Gesellenprüfung abgelegt werden. In der Gesellenprüfung werden praktische und theoretische Inhalte geprüft. Für die praktische Prüfung werden zwei Aufgaben umgesetzt, für deren Anfertigung bis zu 60 Stunden Zeit vorgesehen sind. Die theoretische Prüfung fragt unter anderem das Wissen über Planung und Gestaltung, Versetzarbeiten sowie Fertigungstechnik ab.

    Welche Fähigkeiten sollten Steinmetze mitbringen?

    • Durch die Arbeit mit dem Material Stein müssen Steinmetze eine gute körperliche Fitness mitbringen: Als Steinmetz wirst du viel körperlich arbeiten und Kraft benötigen. Außerdem solltest du keine Rückenprobleme oder Ähnliches haben. 
    • Handwerkliches Geschick ist für diesen Beruf essenziell. Auch das Interesse und Verständnis für technische Geräte und Werkzeug muss vorhanden sein.
    • Räumliches Denken und Vorstellungsvermögen sowie die Fähigkeit, sorgfältig und präzise zu arbeiten, sollten gegeben sein. 
    • Gerade mit der Spezialisierung als Steinbildhauer sind Kreativität und ein Gespür für Ästhetik gefragt. Du solltest also vor allem in diesem Bereich künstlerische Fähigkeiten mitbringen.
    • Solltest du dich später dazu entschließen, als Steinmetz Grabsteine herzustellen, wirst du oft in Kontakt mit Trauernden kommen. Für diesen Bereich der Arbeit solltest du Einfühlungsvermögen und Sensibilität mitbringen und den Kontakt nicht scheuen.
    • Auch Teamfähigkeit ist für angehende Steinmetze wichtig, da sie oft im Team tätig sind – im Speziellen, wenn es darum geht, Fassadenarbeiten auszuführen oder auf Baustellen zu arbeiten. 

    Arbeitgeber: Wer sucht Steinmetze?

    • Steinmetze und Steinbildhauer werden in Steinmetzbetrieben, Grabsteinwerkstätten und Steinbildhauereien eingestellt.
    • Auch in Bauhütten und auf Baustellen finden sich mögliche Einsatzorte. 
    • Restaurierungsbetriebe, Marmorwerke, Kirchenbauämter oder Dombauhütten sind weitere mögliche Arbeitgeber.

    Steinmetz Gehalt: Was verdient ein Steinmetz?

    Das Gehalt eines Steinmetzes hängt wie in vielen anderen Branchen auch von der Art und Größe des Betriebes sowie von seinem Standort ab.

    Während der Ausbildung ist ein Ausbildungsgehalt von 530 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr, 620 Euro brutto im zweiten Ausbildungsjahr und 720 Euro brutto im dritten Ausbildungsjahr zu erwarten (Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Stand September 2017).

    Als ausgebildeter Steinmetz kannst du mit einem Einstiegsgehalt von 1.700 und 2.000 Euro brutto rechnen. Mit einem Meisterabschluss kann dieses auf 2.700 bis 3.600 Euro brutto ansteigen (Quelle: aubi-plus).

    Laut der Deutschen Handwerkszeitung besteht seit dem 1. Mai 2018 ein einheitlicher Branchenmindestlohn für Steinmetze und Steinbildhauer von 11,40 Euro pro Stunde. Damit wurde der Branchenmindestlohn der ostdeutschen Bundesländer an den der westdeutschen Bundesländer angeglichen.

    Einstieg: Aussichten von Steinmetzen 

    Die Aussichten für Steinmetze und Steinbildhauer sind vielversprechend. Auch in diesem Handwerksberuf wird Nachwuchs gesucht und durch die vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten ist das Spektrum an möglichen Arbeitgebern groß.

    Steinmetz Bewerbung: Womit punkten Steinmetze?

    Bewerber als Steinmetz oder Steinbildhauer punkten mit einer aussagekräftigen und vollständigen Bewerbung. Neben dem Anschreiben, aus dem die Motivation für die ausgeschriebene Stelle hervorgeht, sind ebenso ein Lebenslauf und Zeugnisse essentiell. Für die Bewerbung als Steinbildhauer ist ein Portfolio mit Fotos von angefertigten Werkstücken hilfreich.

    • Ein Steinmetz oder Steinbildhauer sollte neben einer abgeschlossenen Schulausbildung und Ausbildung großes handwerkliches Geschick mitbringen. Kreativität und ästhetisches Gespür sind ebenso wichtig.
    • Da bei der Arbeit als Steinmetz viel Kundenkontakt gegeben sein wird, muss ein Bewerber auch Sozial- und Beratungskompetenz vorweisen können.
    • Ein Steinmetz punktet mit einem ausgeprägten räumlichen Vorstellungsvermögen sowie mit einer strukturierten Arbeitsweise.

    Karriere: Aufstiegschance für Steinmetze?

    Als Steinmetz kannst du diverse Weiterbildungen machen, zum Beispiel in folgenden Bereichen:

    • Denkmalpflege (im Bereich Steinmetz- und Bildhauerhandwerk)
    • Restaurator (im Bereich Steinmetz- und Bildhauerhandwerk)
    • Steintechniker
    • Gestalter im Handwerk

    Auch die Meisterausbildung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk steht dir in diesem Beruf zur Verfügung. Hierfür benötigst du einige Jahre Berufserfahrung. Mit dem Meistertitel kannst du dich als Steinmetz oder Steinbildhauer selbstständig machen. 

    Zudem sind Weiterbildungslehrgänge in beispielsweise folgenden Gebieten möglich:

    • Kalkulation
    • Grabmalgestaltung
    • Figürliches Gestalten
    • Softwareprogramme für Steinmetze

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Steinmetzes entwickelt?

    Die Grundlagen zum Beruf des Steinmetzes wurden bereits in prähistorischer Zeit gelegt: Bereits damals ritzte man Zeichnungen in Felswände und bearbeitete Steine und Knochen mit Werkzeugen. Später in der Antike wurden beispielsweise die Pyramiden in Ägypten von Steinmetzen gebaut.

    Im Mittelalter entstanden bedeutende Bauwerke wie der Kölner Dom durch Steinmetze und in der Renaissance und Romantik kreierten Künstler wie Michelangelo, Rodin oder Donatello großartige Skulpturen. Die Schaffensliste ließe sich endlos fortsetzen und zeigt, dass der Beruf des Steinmetzes und Steinbildhauers einer der ältesten Berufe der Welt ist, bei dem Kunst und Handwerk fließend ineinander übergehen. 

    Steinmetzin: Welche Chancen haben Frauen in der Steinmetzerei?

    Frauen sind in diesem Beruf immer noch deutlich unterrepräsentiert. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2018 unter 792 Auszubildenden als Steinmetz/in oder Steinbildhauer/in nur 81 Frauen. 

    Bei diesem Beruf muss bedacht werden, dass es sich um einen körperlich anstrengenden Beruf handelt. Insofern sich eine Bewerberin dessen gewachsen fühlt, steht einer Ausbildung als Steinmetzin allerdings nichts im Wege.

    Gerade von den Ergebnissen des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks sollten sich Frauen, die den Wunsch haben, Steinmetzin oder Steinbildhauerin zu werden, inspirieren lassen: 2015 waren in der Fachrichtung Steinbildhauer und Steinmetz unter den fünf Bundessiegern vier Frauen vertreten, die zudem jeweils die beiden ersten Plätze belegten (Quelle: stein-magazin.de). 

    Ähnliche Berufe wie Steinmetz

    Holzbildhauer/in, Tischler/in, Maurer/in

    Quellen:

    Stein-Magazin.de, Destatis, Aubi-plus, Ausbildung.de, Azubi.de, Deutsche-Handwerks-Zeitung.de, Karrieresprung.de, Berufenet


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