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Stuckateur Berufsbild, Gehalt, Ausbildung

Stuckateur: Stuckateure bei der Arbeit
© Dmitry Kalinovsky / Shutterstock
Hier erfährst du alles, was du über den Beruf eines Stuckateurs wissen musst — von der Ausbildung bis zur Bewerbung.

Steckbrief: Stuckateur

Art der Ausbildung.

Duale Ausbildung

Ausbildungsdauer.

3 Jahre

Durchschnittsgehalt.

 2.814 Euro

Einstiegsgehalt.

 2.200 Euro

    Das interessiert mich:
  • Berufsprofil
  • Ausbildung
  • Fähigkeiten
  • Arbeitgeber
  • Gehalt
  • Einstiegschancen
  • Bewerbung
  • Karriere
  • Arbeitsmarkt
  • Chancen für Frauen
  • Das Berufsprofil:

    Stuckateure und Stuckateurinnen sorgen in ihrem Handwerk sowohl im Innen- als auch im Außenbereich von Gebäuden jeglicher Art für den individuellen Touch. Dabei sind Stuckarbeiten, wie Gesimse, Rosetten oder Stempelstuckmotive im geliebten Altbau und im Denkmalschutz, aber längst nicht die einzigen Aufgabenbereiche von Stuckateurinnen und Stuckateuren. Schon auf dem Rohbau kommen sie zum Einsatz und verputzen Oberflächen, errichten Trennwände, bringen Fertigteildecken- und wände oder auch Fassadenverkleidungen an. Auch beim Thema Dämmung sind Stuckateurinnen und Stuckateure gefragt und sorgen dafür, dass Schall und Wärme nicht beliebig hinein- und herausdringen können.

    Eine der Hauptaufgaben von Stuckateuren sind heute Verputzarbeiten an Gebäudefassaden. Bevor der Putz überhaupt an die Wand gespachtelt werden kann, bedarf es aber einiger Vorbereitungen. Zuerst wird der Untergrund vorbereitet. Daraufhin wird der passende Mörtel ausgewählt (beispielsweise Kalkzementmörtel) und angemischt, oftmals mit Hilfe von mit Starkstrom betriebenen Mischpumpen. Ist der Mörtel fertig angerührt, werden Wände und Decken entweder mit Putzmaschinen oder auch von Hand verputzt. Sind die Wände und Decken fertig verputzt, veredelt die Stuckateurin oder der Stuckateur diese bei Bedarf mit dekorativen Elementen aus Stuck.

    Stuck entsteht, wenn die folgenden Zutaten miteinander vermengt werden:

    • Gips
    • Kalk
    • Sand
    • Leimwasser

    Das Handwerk von Stuckateurinnen oder Stuckateuren wird sowohl in modernen Gebäuden gefordert, um etwa Lichtquellen oder Belüftungen mit Stuck zu verdecken, als auch in historischen Bauten, um beispielsweise historische Stuckornamente zu restaurieren. Sie schlagen mit ihrem Handwerk daher eine Brücke zwischen moderner, zeitgenössischer und klassischer Architektur.

    Stuckateurinnen und Stuckateure meistern besondere Spezialtechniken, um bei Bedarf Sgraffito (ein aufwendig hergestellter Putz), oder auch Stuccolustro und Stuckmamor (zur Imitation von Marmorflächen) herstellen zu können. Aber nicht nur technisches Wissen wird von Stuckateurinnen und Stuckateuren vorausgesetzt. Wenn in der Denkmalpflege ein alter Stuck restauriert werden muss, müssen sie neben entsprechendem Fachwissen über Kunstepochen auch den jeweiligen Stil richtig einordnen können und über Wissen über die traditionellen Handwerkstechniken verfügen, um den angewendeten Stil imitieren zu können.

    Vorteile   Nachteile
    • künstlerische Tätigkeit
      
    • Verletzungsgefahr
    • Arbeit im Team
      
    • Lärm und Feinstaub
    • sichtbare Arbeitsergebnisse
      
    • Arbeit auch bei schlechtem Wetter

    Wie wird man Stuckateur?

    Um das Handwerk der Stuckateurin oder des Stuckateurs ausüben zu können, wird eine duale Ausbildung vorausgesetzt. Während der Ausbildung arbeiten die angehenden Stuckateurinnen und Stuckateure in einem Betrieb, um direkt praktische Erfahrungen im Handwerk sammeln zu können, die durch theoretische Inhalte in der Berufsschule ergänzt werden. Rein rechtlich gesehen brauchen Interessentinnen und Interessenten keine bestimmte Vorbildung, um die Ausbildung zur Stuckateurin oder zum Stuckateur beginnen zu können. Die meisten Betriebe stellen allerdings vorwiegend Bewerberinnen und Bewerber mit einem Hauptschulabschluss ein (56 %; Stand 2017). 

    Um die Chancen auf einen Ausbildungsplatz noch weiter zu erhöhen, sind Kenntnisse in den folgenden Fächern von großem Vorteil:

    • Mathematik (zur Ermittlung des Baustoffbedarfs)
    • Physik (um die Wirkung von Kräften und Hebelarten besser nachvollziehen zu können)
    • TechnischesWerken (für einen leichteren Umgang mit Materialien und Werkzeugen und zur Anfertigung technischer Zeichnungen)
    • Deutsch (für eine optimale Kommunikation im Team und mit den Auftraggebern)

    Die Ausbildung zur Stuckateurin oder zum Stuckateur richtet sich nach einem offiziellen Rahmenlehrplan, der in der Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft zu finden ist. Gegliedert ist die Ausbildung in insgesamt drei Jahre, wobei das erste Jahr eine berufliche Grundbildung vorsieht, die sich mit einigen anderen Handwerksberufen überschneidet.

    Im ersten Jahr werden die angehenden Stuckateurinnen und Stuckateure unter anderem mit den folgenden Inhalten konfrontiert:

    • Erstellen eines Arbeitsplans
    • Lesen und Anwenden von Zeichnungen, Anfertigen von Skizzen
    • Verlegen von Fliesen und Platten
    • Durchführung von Messungen
    • Bearbeiten von Holz
    • Herstellen von…
      • Bauteilen aus Beton und Stahlbeton
      • Putzen und Stuck
      • Estrichen
      • Bauteilen im Trockenbau
      • Holzbauteilen

    Im zweiten und dritten Jahr der Ausbildung zur Stuckateurin oder zum Stuckateur werden die Kenntnisse des ersten Jahres weiter vertieft und darüber hinaus findet eine berufliche Fachbildung statt, die auf der Grundbildung des ersten Jahres aufbaut. Unter anderem lernen die angehenden Stuckateurinnen und Stuckateure in dieser Zeit Folgendes:

    • Prüfen und Vorbereiten von Untergründen
    • Maßnahmen zur Qualitätssicherung
    • Putzen von Außen- und Innenwänden
    • Stuckprofile ziehen und ansetzen
    • Stuckarbeiten ausführen
    • Restaurieren von Stuck und Putz
    • Herstellen von…
      • Wänden in Trockenbauweise
      • Drahtputzarbeiten
      • Estrichen
      • Trockenbaukonstruktionen
      • wärmedämmenden Putzsystemen

    Die Ausbildung wird schließlich mit der Gesellenprüfung zur Stuckateurin oder Stuckateur am Ende des dritten Ausbildungsjahres abgeschlossen. Alternativ ist es den Auszubildenden möglich, bereits am Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine Gesellenprüfung als Ausbaufacharbeiter beziehungsweise Ausbaufacharbeiterin mit dem Schwerpunkt Stuckateurarbeiten abzuschließen. Im Anschluss können sich die Absolventinnen und Absolventen natürlich immer noch dazu entscheiden, die Ausbildung um ein Jahr fortzuführen, um den Berufstitel Stuckateurin oder Stuckateur tragen zu können.

    Welche Fähigkeiten sollten Stuckateure mitbringen?

    Stuckateurinnen und Stuckateure brauchen ein Gespür für schöne Formen, denn die Wände und Decken sollen zwar solide und beständig sein, gleichzeitig aber auch optisch ansprechend aussehen. Das Gespür für Ästhetik in diesem Handwerk ist beispielsweise bei der Wahl von dekorativen Elementen, wie etwa Rosetten oder Ornamenten, äußerst hilfreich. Natürlich ist dabei ein gutes Auge nicht alles. Wie in jedem Handwerk ist auch im Beruf der Stuckateurinnen und Stuckateure ein besonderes Geschick vonnöten, um bei der Glättung von Kanten frisch verputzter Wände oder auch beim Anbringen von neuen Stuckteilen sorgfältig arbeiten zu können.

    Das Handwerk von Stuckateurinnen und Stuckateuren wird nicht selten auf Leitern oder Gerüsten ausgeübt. Daher benötigen Stuckateurinnen oder Stuckateure eine ausgeprägte Körperbeherrschung und Schwindelfreiheit, um die Verletzungsgefahr möglichst gering zu halten.

    Arbeitgeber: Wer sucht Stuckateure?

    Das Handwerk von Stuckateurinnen und Stuckateuren ist in einer Vielzahl von Branchen und Arbeitsbereichen gefragt. Unternehmen, die sich auf den Ausbau spezialisiert haben, kommen genauso in Frage wie Unternehmen aus dem Hochbau, Beton- und Stahlbeton, Feuerungs- und Schornsteinbau, sowie Institutionen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Museen.

    Im zuletzt genannten Bereich üben die Stuckateurinnen und Stuckateure ihr Handwerk vor allem als Restauratorinnen und Restauratoren aus. Darüber hinaus finden Stuckateurinnen und Stuckateure Anstellungen in der öffentlichen Verwaltung oder auch in Religionsgemeinschaften. Mehrheitlich finden sie aber in den folgenden Bereichen Beschäftigung:

    • Betriebe des Stuckateurhandwerks
    • Industrielle Ausbaubetriebe
    • Betriebe mit der Spezialisierung auf Fassaden- und Trockenbau
    • Restaurierungswerkstätten
    • Kirchenbauämter

    Stuckateur Gehalt: Was verdient ein Stuckateur?

    Bereits in der Ausbildung verdienen angehende Stuckateurinnen und Stuckateure ein Gehalt. Die Höhe hängt dabei in erster Linie davon ab, ob der Ausbildungsbetrieb tarifgebunden bezahlt. Darüber hinaus spielt der Ausbildungsort der Stuckateurinnen und Stuckateure eine maßgebliche Rolle für das ausgezahlte Gehalt. In den alten Bundesländern können über die drei Jahre der Ausbildung als Beispiel folgende Gehälter möglich sein (Stand 2019):

    • 1. Ausbildungsjahr: 850 €
    • 2. Ausbildungsjahr: 1.200 €
    • 3. Ausbildungsjahr: 1.475 €

    Wie schon angemerkt dienen diese Beträge nur als Richtwert und können nicht pauschal für alle Ausbildungsbetriebe angegeben werden.

    Finden Stuckateurinnen oder Stuckateure im Anschluss an ihre Ausbildung einen tarifgebundenen Betrieb, ist in den alten Bundesländern ein Stundenlohn von 21,29 € und in den neuen Bundesländern ein Stundenlohn von 20,14 € möglich. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit entspricht dieses Gehalt jedoch nicht dem Durchschnitt. Hier wird ein durchschnittliches Gehalt von 2.814 € brutto, sowie ein maximales Gehalt von 3.168 € brutto angegeben.

    Einstieg: Aussichten von Stuckateuren

    Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2018 in der Berufsgruppe der Stuckateurinnen und Stuckateure nur 7,3 %. Auf 100 sozialversicherungspflichtig gemeldete Stellen kommen 326 Arbeitssuchende. Die Chance, nach dem Abschluss der Ausbildung eine freie Stelle in diesem Handwerk zu ergattern, ist also relativ hoch. Vergangene Entwicklungen zeigen zudem, dass sowohl die Arbeitslosenquote stetig rückläufig ist und andererseits die Vakanzzeit, also der Zeitraum in dem eine Stelle ausgeschrieben ist, immer länger wird. Viele Zeichen deuten also in eine aussichtsreiche Zukunft für das Handwerk der Stuckateurinnen und Stuckateure. 

    Stuckateur Bewerbung: Womit punkten Stuckateure?

    Den sagenumwobenen ersten Eindruck bekommt der Arbeitgeber in der Regel durch eine schriftlich oder elektronisch eingereichte Bewerbung. Um hier zu punkten, sollten ein aussagekräftiges Motivationsschreiben und ein Lebenslauf mit allen relevanten berufsbezogenen Informationen angefertigt werden.

    Im Motivationsschreiben ist es ratsam, jene Fähigkeiten zu erwähnen, die speziell in der alltäglichen Arbeit als Stuckateurin oder Stuckateur relevant sind. Dazu zählen beispielsweise kreatives Denkvermögen, handwerkliches Geschick, Durchhaltevermögen oder auch Teamfähigkeit. Darüber hinaus ist es wichtig, besondere Zusatzqualifikationen oder Weiterbildungen, beispielsweise eine abgelegte Meisterprüfung, zu erwähnen, die die Chancen auf eine Einstellung erhöhen könnten.

    Karriere: Aufstiegschance für Stuckateure?

    Ist die Ausbildung zur Stuckateurin oder zum Stuckateur abgeschlossen, winkt eine Vielzahl an Möglichkeiten um beruflich aufzusteigen. Neben Anpassungsweiterbildungen, mithilfe derer Stuckateure auf dem neuesten Stand der Dinge bleiben und zudem das Fachwissen erweitert werden kann, bieten sich noch mehr Optionen an. Durch eine Aufstiegsweiterbildung kann beispielsweise eine Prüfung zur Stuckateurmeisterin oder zum Stuckateurmeister abgelegt werden. Damit rücken Führungspositionen oder auch die Eröffnung eines eigenen Betriebes in greifbare Nähe.

    Auch für Studieninteressierte kann die Ausbildung zur Stuckateurin oder zum Stuckateur eine fundierte Grundlage für ein anschließendes Studium bilden, beispielsweise im Fach Bauingenieurwesen.

    Stuckateurinnen: Welche Chancen haben Frauen im Handwerk?

    Viele Berufe aus dem Bereich Handwerk sind nach wie vor männlich dominiert. Diese Tendenz lässt sich auch im Handwerk der Stuckateurinnen und Stuckateure klar erkennen. Mit lediglich 5,1 % (Stand 2018) sind in diesem Handwerk Stuckateurinnen eher selten anzutreffen. Aber es gibt Grund zur Annahme, dass sich diese Zahl in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erhöhen wird. Schließlich ist die Zahl an Stuckateurinnen allein zwischen den Jahren 2014 und 2018 von 4,4 % um 0,7 %  auf 5,1 % gestiegen. 

    Arbeitsmarkt: Wie hat sich das Berufsfeld des Stuckateurs entwickelt?

    Schon seit vielen Hunderten von Jahren verwenden Stuckateurinnen und Stuckateure Putze und Stucke im Hausbau. Vor allem in den letzten Jahrzehnten, im Zuge der industriellen Entwicklung und der steigenden Anforderungen in der Bautechnik, musste sich das Handwerk der Stuckateurinnen und Stuckateure entsprechend anpassen. Die Arbeit mit Trockenbau oder modernen Fließestrichen sind nur zwei Beispiele dafür, wie vielseitig das Handwerk von Stuckateurinnen und Stuckateuren geworden ist. Hier geht es schon lange nicht mehr allein um das Verputzen von Wänden und die Produktion von Stuckornamenten.

    Die derzeitige und auch die zukünftige Marktlage sind vielversprechend, wie man anhand von sinkenden Arbeitslosenzahlen und einer konsistenten Anzahl von Betrieben und Stellenanzeigen erkennen kann. Auch dadurch wird noch einmal der besondere Stellenwert des Handwerks von Stuckateurinnen und Stuckateuren deutlich.

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    Quellen:

    berufenet.arbeitsagentur.de, bibb.de, stuck-verband.de


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